Beiträge von Andi.Waffen57

    Bis jetzt gab es kein hochwertiges Spiel in Dortmund.

    Das stimmt und das hat die legendäre Westfalenhalle irgendwie nicht verdient. Ein absolut fragwürdiges Turnier was die Teamanzahl und die Wettbewerbsstruktur angeht. Zumal man für die "guten Plätze" in der Westfaenhalle echt gut Geld latzen musste Habe mich einen Tag dort mit meinem Sohn mit 3 Norwegerinnen aus Trondheim unterhalten und fast schon dafür geschämt, dass sie so einen dicken Batzen Geld ausgeben (Flüge, Unterkunft, Verpflegung, Tickets) für dieses Turnier in Dortmund. Klar - man wusste vorher was das wird. Aber dennoch ist es mir irgendwie peinlich gewesen.

    Man müsste halt auch als Verband ehrlich zu sich selbst sein was die gegenwärtige Qualität im internationalen Damenhandball angeht und solche Turniere wieder in eine Mannschaftsstärke wie im letzten Jahrhundert austragen (12!). Ansonsten vergrault man alle Handball-Bestandsfans von denen es viele nicht gucken und wirklich neue Leute gewinnt man auch nicht mit solchen Katastrophenspielen, wie es sie zu sehen gab.

    Daher wäre ein Ausscheiden gegen so einen Gegner und mit dem eigenen Publikum im Rücken eine große Blamage in meinen Augen.

    Das Halbfinale ist Pflicht. Bruna de Paula und Moreschi sind nach der Serbin Cvijic (FTC) sowie Jaukovic und Brnovic aus Montenegro (CSM) erst die vierte und fünfte Spielerin mit Topformat und aus internationalen Spitzenteams (Györ und CSM), auf die das deutsche Team im Turnier trifft und sie sind - da schließe ich mich Vorrednern an - individuell stärker als jede deutsche Spielerin. Aber in der Breite des Kaders muss das trotzdem reichen + die Halle im Rücken.

    Das Niveau des gesamten Turniers ist enorm niedrig, es gibt nur wenige Ausnahmen. Es war für eine deutsche Mannschaft wahrscheinlich seit dem 3. Platz 2007 nie leichter, wieder in ein Halbfinale zu kommen als dieses Jahr. Und jetzt nennt mich wieder den "typisch deutschen" Nörgler. Für meine Begriffe betrachte ich einfach nüchtern den Sport, den ich zu sehen bekomme. Und bin irgendwas zwischen enttäuscht und entsetzt.

    Auf das Risiko hin, nur auf Grund eines Rahmenspielplans UND dass der BVB ein Heimspiel im Achtelfinalspiel am gleichen Tag haben KÖNNTE eine WM zu planen, ist komplett Vabanque.

    Populismus hilft uns nicht weiter. Es geht nicht darum, auf dieser Grundlage "eine WM zu planen". Sondern den Super-GAU zu vermeiden, der darin besteht, dass die (sportliche) Herzkammer eines Austragungsorts mit einer Zugkraft von knapp 80.000 Menschen pro Spiel nicht ausgerechnet dann ein wichtiges Heimspiel hat, wenn die deutsche Nationalmannschaft - als das Zugpferd des gesamten Turniers - in den Standort startet. Man hätte einfach Dortmund zum Vorrunden-Standort oder whatever machen können. Am vergangenen Wochenende, als die Gruppenphase noch lief, hat der BVB auswärts gespielt. Der Bundesliga-Spielplan ist seit knapp 6 Monaten veröffentlicht. Andererseits hätte auch die Möglichkeit bestanden, dass am Mittwoch, als Turnierstart war, der BVB in der Champions League spielt.

    In jedem Fall planen gute Turnierplaner die Spiele des Zugpferds um große Zuschauerkonkurrenz herum.

    So beraubt man sich doch selbst des einzigen Pfaustfands, das man an so einem Standort hat - der sportbegeisterten Bevölkerung. Selbst die, die nicht unter den 80.000 im Stadion sind, gucken lieber in ihren Stammkneipen das Pokalspiel als Frauenhandball. Ob man es nun hätte vermeiden können oder nicht - der Outcome ist nicht förderlich für den Damenhandball.

    Du weißt offenbar nicht, dass das Pokalspiel BVB gegen Bayer erst am 2,November 2025 ausgelost wurde. Hast du einen Vorschlag, wie man das seitens der Handballerinnen hätte vermeiden können?

    Es gibt beim Fußball auch einen Rahmenspielplan an dem ersichtlich war dass am Tag des Hauptrundenstarts in Dortmund DFB Pokal Achtelfinals terminiert sind. Natürlich war nicht klar ob der BVB so weit kommt oder ob er ein Heimspiel haben würde. Aber das Risiko war schon von vorne herein da. Ich frage mich sowieso, wieso man die Westfalenhalle als Spielort gewählt hat. Die ist viel, viel zu groß. Eine Halle mit einer Kapazität von maximal 6-7k hätte es auch getan. An allen Tagen an denen nicht Deutschland spielt wird gähnende Leere herrschen - und das in diesem gigantischen Rund.

    Wenn man sich die Wurfquote aller Spieler ansieht, erreichen nur Gabriel und Josip etwa 80%. Die anderen Spieler schneiden nicht so gut ab. Dies ist ein Problem, da wir nicht sehr effektiv beim Torabschluss sind.

    In 13 Spielen belaufen sich die technischen Fehler der fünf am stärksten betroffenen Spieler auf 33 bis 13. Interessanterweise sind alle von ihnen Rückraumspieler.

    Hohe Fehlwurfquoten aus dem Rückraum deuten oft darauf hin, dass die Schusspositionen nicht sauber herausgespielt sind -> Mangel an klar geschaffenen Abschluss-Situationen -> Mangel an Spielsteuerung.

    Bin absolut kein Freund von diesen Wechseln in der Zukunft. Es sind noch 1,5 Jahre, die er für Flensburg spielt. Klar kann man sagen "So hat die SG optimal Zeit die Nachfolge zu planen". Meiner Meinung - und auch der Erfahrung mit JG nach - verschleppt man so leider nur den nötigen Umbruch und hat mal wieder ein Übergangsjahr eingeschoben bekommen.

    "Leider" sind die Vereine im Handball nicht wohlhabend genug, um Spieler direkt aus ihren Verträgen zu kaufen. Mir wäre ein Pytlick-Abgang, jetzt wo es eh feststeht, im Sommer 26 deutlich lieber als im Sommer 27 erst.

    Ich würde mir mittlerweile fast wünschen, dass der Verein personell nochmal reagiert und einen weiteren RM-Spieler verpflichtet. Scheinbar zieht sich die ganze Schnabl-Geschichte ja doch deutlich länger als gedacht. Ich empfinde es mittlerweile als ein gewisses Risiko, darauf zu vertrauen, dass er "bald" vollumfänglich zur Verfügung steht.

    Fanger hatte einen gebrauchten Tag. Das kann immer vorkommen in seinem Alter. Und dann war Schnabl nicht mehr verfügbar in HZ2. Und dann? Welche Varianten haben wir in so einer Situation noch? So gut wie keine! So haben die Angriffe auch ausgesehen. Ist Jansen auf RM in der Lage, vorteilhafte Kleingruppe auf RL zu kreieren? Nein, muss er eigentlich auch nicht. Die Situation auf der Mitte ist gelinde gesagt prekär; dramatisch gesagt: gefährlich. Wir mussten mal wieder mit 2 Linkshändern im Rückraum spielen, hatten zeitweise alle unsere 3 Linkshänder im Kader gleichzeitig am Feld. Das ist verletzungtechnisch gesehen riskant. Coburg hat enorm stark die Expresspässe in den Anlauf der Halben auf 1-2 zugemacht. Dafür muss ein Spielmacher Lösungen finden. Weder Hideg noch Jansen haben das geschafft.

    Das heiß ersehnte Schnabl-Comeback war leider ein großer Satz mit X. Man hat förmlich greifen können, wie er sich zuviel vorgenommen und massiv überpaced hat. In etwas mehr als 10 Minuten Spielzeit 0/3 Torwürfe, zwei Zeitstrafen und ein verursachter 7m. Dazu ist er nach der Halbzeit erst gar nicht mehr mit auf die Bank gekommen - neuerliche Verletzung, beziehungsweise "es hat wohl wieder gezwickt"... Nach dem bisherigen Martyrium der sich immer weiter verlängernden Ausfallzeit - in der Lokalpresse sprach er selbst von "Horror-Monaten" - bin ich äußerst skeptisch was die Prognosen zu seiner vollständigen Rückkehr und Integration angeht. Der Anspruch qua seiner Rolle als Kevic-Nachfolger muss sein: a) physisch im Saft stehend und dem eigenen Körper vertrauend, b) die Bewegungsabläufe der Nebenmänner sind in den Instinkt übergegangen, c) selbstbewusst und breite Brust, d) in der Lage, das Spiel in Entscheidungspositionen für die Mitspieler zu lenken, e) sicher mit dem Ball und in den Laufwegen ohne, f) technisch und was das Timing angeht stark in der Deckung.

    All das fehlt uns bisher, und zwar komplett.

    Es sind 13/17 Spiele der Hinrunde absolviert. Wir stehen nach wie vor komplett ohne einen Ersatz für den wichtigsten Spieler der abgelaufenen Saison da. Den absoluten Lenker, Denker und Kopf der Mannschaft. So kann es nicht weitergehen. Hätte man vor der Saison gesagt "Wir geben Kevic ab und holen einfach niemand neues, das wird schon klappen" - das wäre Wahnsinn gewesen. Aber bisher verläuft die Saison so, als hätte man das ernsthaft gesagt. Die Personalie Schnabl war bis hierhin ein einziges Horrorszenario. Der Hoffnungsträger auf der Spielmacherposition: Schlichtweg "not available". Wie lange wird es dauern bis er 1) überhaupt wieder 100% gesund ist und 2) die oben genannten Punkte A-F Woche für Woche aufs Parkett bringen kann? Bis zum Beginn der Rückrunde auf jeden Fall. Wir brauchen ihn aber schon früher, wir brauchen ihn nächsten Freitag und wir haben ihn bisher in allen 13 Spielen gebraucht.

    Ich werde hier mal so deutlich wie lange nicht mehr: Ich wünsche mir, dass der Verein reagiert. Es braucht dringend Verstärkung auf der Mitte. Letztes Jahr konnte man Vignjevic aus dem Hut zaubern und ihm einen Vertrag bis zum Saisonende geben. Davor das Jahr das gleiche mit Simic. In der letzten Abstiegssaison war es Neuhold aus Dresden. Ich lege mich fest: Wir brauchen eine solche Aushilfe bis zum Saisonende auf der Mitte. Jemanden, der erfahren ist; der die Abwehr lesen und unseren Angriffen seinen Stempel aufdrücken kann. Es liegt nicht an Klatt, es liegt an der riesigen Baustelle in der Spielsteuerung. Der Druck wird größer werden und Fanger wird es nicht alleine richten können - das von ihm zu verlangen wäre auch unfair. Und ob Schnabl irgendwann fit wird und wann er dann vergleichbares Spielsteuerungs-Niveau wie Kevic erreicht... Das ist ein zu großes Gamble. Auch auf ihm wächst der mentale Druck, liefern zu müssen. Das kann eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang bringen.

    Im Frühjahr!!!!! hat das Jugendamt schon empfohlen sich von dem Trainer zu trennen.
    Jetzt auf einmal kommen Sprüche wie ”Kinder schützen “und so weiter.

    Das ist in der Tat ein überaus fader Beigeschmack. Das Jugendamt spricht solche Einschätzungen nicht leichtfertig aus. Die wägen so etwas lange ab. Diese Empfehlung einfach zu ignorieren und jetzt aber vom Kindeswohlschutz zu sprechen... das ist schon daneben.

    Ein eigener Thread wäre in der Tat gut. Bin mal sehr gespannt, ob der THC ein Statement veröffentlicht oder in irgendeiner Form reagiert oder ob man es einfach unter den Tisch zu kehren versucht. Eigentlich ist das bei diesen Dimensionen der Anschuldigungen nicht mehr möglich - meiner Meinung nach.

    Interessant ist, dass der Trainer, um den es geht, zum letzten Mal im Oktober bei einem Spiel der B-Jugend-Bundesligamannschaft an der Linie gestanden hat und seither bei sämtlichen Partien nicht mehr.

    Finde es nach wie vor beeindruckend, das die Lösung für das Problem "Abgang des Unterschiedsspielers Timo Löser" einfach darin bestanden hat, dass sich Yannick Danneberg nicht minder zum Unterschiedsspieler entwickelt hat. Eigentlich wäre Löser jemand gewesen, den man kaum bis gar nicht ersetzen kann. Aber dann hatte man einfach den nächsten Topspieler schon in den eigenen Reihen.

    Die halb linke Position ist in Dessau damit schon seit Jahren bockstark besetzt.

    Waren die nicht tatsächlich Spitzenreiter vor dem Spieltag ? Kann mich aber auch irren. Überzeugender Sieg. Glückwunsch . Ich muss sagen, der Trainerwechsel wurde gut bewältigt nach jetzigem Stand. War ja schon eine Zäsur.

    Ja, Hagen kam als Spitzenreiter nach Dessau und hatte in den vorherigen 11 Spielen erst einmal verloren (Im September mit einem Tor gegen Dresden).

    Freundschaft!

    Woher kommt eigentlich die Fanfreundschaft? Und was hat es mit den Stuttgarter Kickers auf sich?

    Da ich kein Mitglied in dem Fanclub bin, der die Freundschaft von Ferndorfer Seite aus ins Leben gerufen hat (der Brigade C), will ich mir nicht rausnehmen, da eine Antwort drauf zu geben die ggfs. unvollständig ist oder nicht stimmt. Die Freundchaft besteht jedenfalls schon ein gutes Stück Zeit und hat schon mehrere ansehnliche Freundschafts-Choreos produziert - sind auf dem Instagram Kanal der Brigade zu betrachten. Ich denke die Verbindung ist mittlerweile auch über die ursprünglich beteiligten Fanclubs hinausgewachsen und es kennen sich, soweit ich das einschätzen kann, da mittlerweile recht viele Fans beider Vereine untereinander.

    Wenn das Thema der Dessau-Ferndorfer Freundschaft ausführlicher interessiert am besten einfach die Leute von den Zabporters oder der Brigade fragen. Die waren von Anfang an dabei und geben sicher gerne Auskunft.