Beiträge von brodie79

    Bilanz vom THW bei Spielen innerhalb der Top 6 der letzten 5 Jahre:

    • 21/22 (2. Platz): 14:6 Punkte, 306:264 Tore | Heim 6:4 Punkte, 161:137 Tore
    • 22/23 (Meister): 15:5 Punkte, 307:291 Tore | Heim 9:1 Punkte, 164:134 Tore
    • 23/24 (4. Platz): 6:14 Punkte, 295:314 Tore | Heim 4:6 Punkte, 153:157 Tore
    • 24/25 (4. Platz): 7:13 Punkte, 286:298 Tore | Heim 4:6 Punkte, 147:147 Tore
    • 25/26 (5. Platz): 5:9 Punkte, 194:205 Tore | Heim 2:2 Punkte, 57:63 Tore

    Freundschaft!

    Im Skispringen war "Deutschland" nie "absolute Weltspitze". Die DDR war Weltspitze. Im DSV war es eine einzige Shitshow. Unvergessen, wie man mit Rudi Tusch als Bundestrainer verschlafen hat, auf den V-Stil umzustellen. Am Ende war man bei der WM 1993 so katastrophal schlecht, dass man sich doch erbarmte, den DDR-Trainer Heß zum Bundestrainer zu machen. Oh, "Überraschung", dann war man wieder Weltspitze. Als es dann mal eine semigute Saison gaben, haben das Martin Schmitt und Co. sofort genutzt, um ihn abzusägen. Mit dem Nichtskönner Steiert ging es richtig in den Keller. Und da hat man sich nie wieder von erholt. Immerhin sind die Deutschen wenigstens in der Lage bei WM/OS punktuell große Ausreißer zu produzieren. Sonst wäre da praktisch gar nichts auf der Habenseite seit 20 Jahren.

    Dafür, dass Severin Freund den Gesamtweltcup 14/15 gewonnen hat, sind punktuelle Ausreißer nicht wirklich ein angebrachter Ausdruck. Insgesamt hat er 6 Mal in Folge den Gesamtweltcup unter den besten acht abgeschlossen. Diese Konstanz in der Weltspitze können nicht viel aufweisen. Hier mal der jeweils beste Deutsche im Gesamtweltcup:

    • 24/25: Paschke 5. Platz
    • 23/24: Wellinger 3. Platz
    • 22/23: Wellinger 7. Platz
    • 21/22: Geiger 2. Platz
    • 20/21: Eisenbichler 2. Platz
    • 19/20: Geiger 2. Platz
    • 18/19: Eisenbichler 7. Platz
    • 17/18: Freitag 2. Platz
    • 16/17: Wellinger 4. Platz
    • 15/16: Freund 2. Platz
    • 14/15: Freund 1. Platz
    • 13/14: Freund 3. Platz
    • 12/13: Freund 4. Platz
    • 11/12: Freitag 6. Platz
    • 10/11: Freund 7. Platz
    • 09/10: Uhrmann 12. Platz
    • 08/09: Schmitt 6. Platz
    • 07/08: Neumayer 16. Platz
    • 06/07: Uhrmann 10. Platz
    • 05/06: Uhrmann 8. Platz
    • 04/05: Uhrmann 9. Platz
    • 03/04: Späth 9. Platz

    Wirklich Weltspitze war die DDR doch auch am Ende nicht mehr. Bei der letzten WM 1989 vor der Wende kam die DDR im Mannschaftsspringen auf Platz 7 und die BRD auf Platz 8. 1987 war es Platz 5 für die DDR und 6 für die BRD. Dazwischen bei Olympia 1988 war es Platz 6 für die BRD. Die DDR hatte gar kein Team gestellt, weil nur zwei Skispringer nominiert waren für Olympia, weil die Leistungen nicht gereicht hatten. Danach wurde Heß der Chef in der DDR. Das ging doch in den 80er Jahren immer mehr bergab in der Breite. Zum Zeitpunkt der Wende gab es einen etablierten Spitzenspringer mit Weißflog und einen mit Thoma, der da gerade aufkam und dahinter nicht mehr viel. Thoma ist noch 88/89 für den DSV mit 19 Jahren im Gesamtweltcup Dritter geworden hinter Weißflog. Ein ähnliches Talent gab es in der DDR gab es nach Weißflog nicht mehr.

    Boklöv hat 88/89 den Gesamtweltcup mit dem V-Stil gewonnen. In den beiden Folgejahren gewannen den jeweils Springer im Parallelstil, weil der V-Stil in den Haltungsnoten massiv bestraft wurde. Das änderte sich erst ab der Saison 91/92, sodass ab diesem Zeitpunkt die belohnt wurden, die darauf umgestellt hatten. Der Gesamtweltcupsieger 90/91 Andreas Felder hat erst vor der Vierschanzentournee in der Saison 91/92 die Umstellung auf den V-Stil vorgenommen. Das Problem für Deutschland war in der Zeit neben der Weigerung von Tusch den V-Stil zu akzeptieren, dass Weißflog und Thoma sehr viel verletzt waren und sich dazu Thoma mit Tusch vor der WM 1993 noch überworfen hatte. Heß hingegen hatte mit Andre Kiesewetter schon früh einen im Weltcup erfolgreichen Springer im V-Stil ausgebildet.

    Offenbar wollten Hannawald und Schmitt ihrem Heimtrainer zum Bundestrainer-Posten verhelfen.

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    Der gestürzte Bundestrainer der Skispringer, Reinhard Heß, hat massive Kritik an den Schanzenstars Sven Hannawald und Martin Schmitt geübt. Während Hannawald…
    www.spiegel.de

    Für Deutschland ging es wieder an die Weltspitze über den Weg, den fast alle Top-Nationen gegangen sind: Einen Österreicher zum Chef zu machen. Unter Schuster ist dann ab 2008 eine neue Generation mit Freund, Freitag, Wellinger, Geiger und Eisenbichler entstanden. Der aktuelle (österreichische) Trainer Horngacher hat zuerst die Polen wieder an die Weltspitze geführt, bevor er gewechselt ist. Da hatte man sich in Deutschland vermutlich noch ein bisschen mehr erwartet als er von Schuster übernommen. Würde nicht überraschen, wenn mit Stöckl der nächste Österreicher das Amt übernehmen wird. Sportlich war er mit Norwegen erfolgreich, das Ende war dann sehr komisch.

    Wenn man sich mal alle Sportarten ansieht, dann sieht man doch fast überall klar dominierende Nationen. Die Niederlande z.B. holt am Ende alle ihrer 20 Medaillen inkl. 10 Goldmedaillen im Eisschnelllauf und Short-Track, d.h. auf Kufen. Eigentlich erstaunlich, dass die im Eishockey überhaupt keine Mannschaft haben. Die zwei Sportarten alleine haben in Summe 23 Wettbewerbe mit Medaillenchancen. Rodeln, Skeleton und Bob zusammen haben 12 Entscheidungen gehabt. Konsequenterweise müsste man in Deutschland die Leute vom Eishockey eigentlich dazu bringen lieber Eisschnelllauf oder Short-Track zu machen, wenn man Medaillen abräumen will.

    Zu Dänemark und den Hallen fällt mir immer die Frage ein: Wo sind eigentlich deren Basketballer? Oder Volleyballer? Das findet doch in den selben Hallen statt.

    Kiel leistet sich diese Ausrutscher nicht mehr als die anderen. Letzte Saison ein Spiel in Wetzlar. Selbst, wenn sie dieses Spiel gewonnen hätten, wären sie Vierter in der Liga geworden. Das Problem von Kiel war zuletzt, dass sie in den Top-Spielen zu viel verloren haben. Diese Saison gab es das Unentschieden gegen Hannover und in Eisenach als Punktverluste gegen Mannschaften außerhalb der Top 8. Diese Art von Punktverlusten haben aber fast alle, siehe Magdeburg Unentschieden in Erlangen, Flensburg Unentschieden in Wetzlar und gegen Stuttgart, Berlin Niederlage gegen Hamburg. Innerhalb der Top 6 steht der THW dieses Jahr bei einer Bilanz von 5:7 Punkten nach dem Sieg gegen Magdeburg. Letzte Saison lautete die Bilanz innerhalb der Top 6 am Ende 7:13 Punkte, weil sowohl zuhause als auch auswärts gegen Berlin, Flensburg und Melsungen verloren wurde. Jetzt hat Kiel mit noch vier Heimspielen die große Chance es besser zu machen.

    Hier mal die Spieler, die in den drei Jahren vor Szilágyi verpflichtet worden sind:

    • 17/18 (5. Platz): Rahmel, Zarabec, Frend Öfors
    • 16/17 (3. Platz): Santos, Bilyk, Wolff, Nilsson, Zeitz
    • 15/16 (3. Platz): Landin, Katsigiannis, Dissinger, Jansen, Moraes Ferreira, Mamelund und dann während der Saison: Oprea, Anic, Brozovic, Jaanimaa, Lackovic

    Als Deutschland 2016 Europameister wurde, waren zehn Spieler 25 und jünger. Andreas Wolff, Hendrik Pekeler, Christian Dissinger, Finn Lemke, Erik Schmidt, Julius Kühn, Rune Dahmke, Fabian Wiede, Simon Ernst und Jannik Kohlbacher. Dazu direkt danach noch Paul Drux, Timo Kastening, Marian Michalczik, Tim Suton und Franz Semper. Es liest sich wie eine Riege von Spielern, denen man eine zum Teil deutlich erfolgreichere Karriere in jungen Jahren zugetraut hat. Und es liest sich auch wie eine Liste von jeder Menge Verletzungen, die diese Karrieren vermutlich entscheidend beeinträchtigt haben.

    Stefan Kretzschmar damals: https://www.sport1.de/news/handball/…-boom-ausloesen

    Zitat

    Wie sieht nun die Zukunft dieses Teams aus? Rosig! Die Generation, die Sigurdsson nun zur Verfügung steht, kann über Jahre hinweg um Medaillen spielen. Das muss auch die Maßgabe sein. Diese Mannschaft ist gerade erst am Anfang ihrer Entwicklung und noch nicht am Zenit ihrer Leistungsfähigkeit.

    Die Frage ist doch, ob Köster nicht z.B. für einen Mittelblock mit Načinović gebraucht wird, sollte Pekeler wirklich wegfallen.

    Im Grunde hat man mit der Verlängerung von Duvnjak einen achten Rückraumspieler bei sieben Kaderplätzen, wenn drei Kreisläufer im Kader stehen. Wenn man noch mit Øverby als Dritter Kreis verlängert, hat man eh einen Spieler zu viel und jemand muss auf die Tribüne, wenn alle fit sind. Das würde vermutlich Ankermann treffen. Wenn nicht, könnte Duvnjak so etwas wie Horák deluxe sein und den Platz vom dritten Kreisläufer einnehmen und vlt. auch in den Innenblock gehen. Wobei er eigentlich auch auf Halbrechts gebraucht wird, um für Madsen oder Reinkind zu verteidigen.

    Normalerweise müsste man sagen, dass sich z.B. ein Laube auch defensiv entwickeln kann oder vlt. muss, aber wenn man sieht, dass Johansson mal als Alternative für den Innenblock nach Kiel kam, was er in Elverum in der CL auch vorher gespielt hat, dann hat man irgendwie nicht die Hoffnung, dass sich Spieler im Abwehrverhalten verbessern beim THW. Wenn er mal nicht auf Außen geparkt werden kann, wirkt Johansson manchmal als hätte er gar keine Idee (mehr), wie man Abwehr spielt und wirkt sehr unbeholfen.

    Der THW kann sich so verstärken, dass es eine größere Auswahl an Spielern gibt, die potentiell an dem Tag gegen den Gegner einen guten Tag haben. Schlussendlich nimmt Kiel viele Abschlüsse, die keine besonders hohe Trefferwahrscheinlichkeit haben. Hat Johansson einen guten Tag, kann er daraus die notwendigen Tore machen. Hat er den nicht, hat der THW aktuell ein Problem, wenn man das Thema Ankermann hier mal ausklammert. Nächste Saison kann man es dann mit Köster probieren. Oder umgedreht. Selbiges mit Skipagøtu und Makuc. Für Kiel ist die Chance, dass man mit entsprechendem Budget eine große Breite an Spielern hat, die vlt. nicht jeden Tag gegen jeden Gegner funktionieren, aber an diesem einen schon. Auch weil Jicha nicht stur an bestimmten Spielern festhält, auch hier Ankermann mal ausgeklammert.

    Ich denke, man wird beim THW viel die ganze Breite des Kaders sehen, wo sich dann im Laufe des Spiels die Formation herausbilden soll, die funktioniert.

    Ankermann hat nächste Saison vier Rechtshänder im Rückraum vor sich, die 26 und jünger sind. Die wollen und müssen alle spielen. Köster und Makuc müssen integriert werden. Dazu Duvnjak, der in kritischen Momenten mit Sicherheit eine Option ist. Da riskiert Ankermann doch ein Jahr mit minimalen Einsatzmöglichkeiten.

    Die Wurfquote beim THW am Ende bei 59,1% (18 Fehlwürfe), d.h. unter dem Saisonschnitt von 63%. Schlüssel wieder, dass Magdeburg mit 55,3% (21 Fehlwürfe) deutlich unter ihrem Schnitt von 69,6% lag. Das gelingt Kiel sehr zuverlässig gegen Magdeburg. Kiel liegt der eher ruhige Grundaufbau von Magdeburg seit geraumer Zeit. Wundert mich eigentlich, dass der SCM da nicht mal was anderes probiert, gerade weil Mannschaften, die mehr rennen wie die Füchse oder Flensburg den THW immer wieder in einen schlechten Rückzug bringen. Auf der anderen Seite hatten sie auch genügend freie Würfe.

    Bei Kiel wirkte es ohne Skipagøtu so, dass sich alle in der Verantwortung sahen, wodurch jeder seine Aktionen hatte. Auch wenn es die Quote jetzt nicht zeigt, wirkte der THW so gefestigter als Mannschaft.

    Wenn beim THW jemand etwas macht, d.h. in dieser Saison vor allem Skipagøtu, dann sucht er seine Aktion. Das muss nicht unbedingt ein Torwurf sein. Kann auch ein Pass sein. Aber es ist super selten etwas, wo das Ziel ist, dass die Aktion von diesem Spieler etwas auslöst, wo dann drei, vier Aktionen oder Pässe später etwas entsteht. Deswegen sieht es auch oft so aus, dass einer etwas macht und der Rest schaut mehr oder weniger zu. Das war letzte Saison mit Madsen genauso. Für so etwas braucht man dann Spieler, die Dinge können, die einfach nicht zu verteidigen sind, d.h. wo sie wirklich (fast) immer super effektiv sind. In Kiel spielen aber Spieler, die "nur" sehr gut in bestimmten Dingen sind, aber nicht so gut, dass sie im Alleingang ohne jede Hilfe immer alles richten können. Dadurch hat der THW immer sehr viele Abschlüsse, deren Erfolgschancen nicht so hoch sind. Dass man auch mal freie vergibt, passiert in der Regel auf beiden Seiten.

    Will man an der Spielweise festhalten, dann ist die Mannschaft nicht gut genug. Will man mit den Spielern, die man hat, erfolgreich sein, ist die Spielweise nicht gut genug.

    Das Thema sind nicht Niederlagen, sondern wie man damit (intern) umgeht. Öffentlich redet man beim THW immer von Einstellung, Leidenschaft, Emotionen, Kampf und wenig von Handball. Wer weiß, wie das intern ist. Wenn es da genauso ist, wird man vermutlich nicht weiter kommen. Keine Ahnung, ob das jemand beurteilen kann.

    Hier mal eine Entwicklung der Wurfquote über die Zeit mit den beiden letzten Spielzeiten unter Gislason zu Beginn. Hinter dem Jahr erst noch die Platzierung in der Liga.

    • 2017/18 (5. Platz): 62,28% (5. Platz), Top: SCM 65,02%
    • 2018/19 (2. Platz): 64,63% (2. Platz), Top: SGF 65,71%
    • 2019/20 (Meister): 65,17% (2. Platz), Top: Füchse 67,27%
    • 2020/21 (Meister): 66,52% (4. Platz), Top: SCM 67,83%
    • 2021/22 (2. Platz): 65,64% (4. Platz), Top: SCM 69,56%
    • 2022/23 (Meister): 64,74% (4. Platz), Top: SCM 68,62%
    • 2023/24 (4. Platz), 63,50% (8. Platz), Top: SCM 71,70%
    • 2024/25 (4. Platz), 62,56% (10. Platz), Top: Füchse 71,33%
    • 2025/26 (4./5. Platz), 62,70% (13. Platz), Top: SCM 70,57%

    Mittlerweile ist Kiel bis auf Platz 13 in der Liga gefallen. Nicht nur, dass es an der Spitze mehr wurde, es finden auch immer mehr Mannschaften Wege zu höheren Quoten. Selbst mit der besten Quote der letzten Jahre würde man nur auf Platz 7 in der laufenden Saison liegen.

    Problem für den THW ist, dass sie gewissermaßen im Niemandsland der oberen Region unterwegs sind. Die Mannschaften, die wie Kiel zu den Vielwerfern gehören, d.h. Berlin oder Flensburg haben deutliche höhere Quoten und damit ein höheres Ergebnis. Magdeburg dagegen wirft viel weniger als Kiel, kommt durch eine höhere Quote aber auf dasselbe offensive Ergebnis. Dafür stecken sie sehr viel Energie in die Abwehr und spielen eine extrem starke Verteidigung. Ähnlich ist aktuell Lemgo unterwegs, nur nicht ganz so gut.

    Kiel kann dann ganz oben mitmischen, wenn sie entweder die Effektivität zumindest in den Bereich bekommen, den sie in den Meisterjahren hatten und vor allem defensiv zulegen oder sie brauchen offensiv eine Top-Effektivität, d.h. eine enorme Steigerung zum aktuellen Stand.

    Sollte Kiel das Nachholspiel in Magdeburg gewinnen, wären sie wieder bei 26:8 Punkten nach der Hinrunde. Ansonsten zwei Punkte weniger als letzte Saison, obwohl man letzte Saison bereits zwei Heimspiele gegen Flensburg und Melsungen verloren hatte. Letzte Saison gab es außerhalb der Top 6 die zwei Niederlagen bei den RNL und in Wetzlar. Dieses Jahr die beiden Unentschieden gegen die RNL zuhause und in Eisenach.

    Für die Zukunft gilt: Kann man aus dieser Gruppe eine wirklich defensiv starke Mannschaft machen? Reicht die potentiell größere Breite im Kader der nächsten Saison wirklich, um die Effektivität im Angriff wieder nach oben zu bringen? Wenn ich tippen müsste, würde ich sagen, dass Kiel im Niemandsland bleibt. Wobei Niemandsland auf dem Level bei potentiell drei Plätzen für Deutschland auch für die CL reichen kann, wenn es beim Wettbewerb Probleme gibt.

    Defensiv hat man mit Johansson, Skipagøtu, Makuc, Madsen, Reinkind und Laube eine Reihe von Spielern, die dort nicht ihre Stärken haben. Dagegen stehen Köster, Pekeler und Načinović. Landin ist für einen Außen sicher ein guter Verteidiger auf Halb, aber auch nur für einen Außen. Offensiv sind die Abschlusspositionen zu schwierig für eine Top-Quote. Es werden zu viele Würfe genommen, der Erfolgswahrscheinlichkeit nicht sehr hoch ist.

    Ich hab mir die Tage nochmal die ersten 20-22 Minuten in Berlin angesehen, nach denen der THW mit 13:8 hinten lag. Da hatten sie in der Zeit alleine acht Fehlwürfe, wo erst Skipagøtu, dann Johansson und anschließend Reinkind komplett unvorbereitete Rückraumwürfe genommen haben, d.h. über oder durch die darauf eingestellte Abwehr. In Erinnerung bleiben natürlich die vergebenen freien Abschlüsse, die wieder gut rausgespielt waren und man kann schnell zum Ergebnis kommen, dass wenn diese drin sind, das Ergebnis besser aussieht. Diese freien Fehlwürfe hatte Berlin aber auch. Nur da redet man dann wieder von der Torwartleistung, die man erwartet. Man kann aber nicht vom eigenen Torwart erwarten, dass er freie Bälle hält und wenn der gegnerische es macht, die Konzentration im Abschluss kritisieren. Da sollte man die Gesamtheit der Abschlusssituationen ansehen und zum Ergebnis kommen, dass selbst die weltbesten Spieler aus diesen Situation nicht viel besser treffen werden.

    Für mich war von den Feldspielern in den letzten Jahren Weinhold der größte Verlust. Er war nie groß im Fokus, aber das war so ein Spieler, der der Abwehr eine enorme Stabilität geben konnte und vorne, wenn es nötig war, auch Tore werfen konnte. Deswegen ist Jonsson zum SCM auch so ein Killer-Transfer für die nächsten Jahre, wenn er gesund bleibt. Haut hinten alles rein und scheint okay damit zu sein, wenn vorne primär andere glänzen. Wenn er gebraucht wird, ist er aber trotzdem da. Dieses Profil wäre aus meiner Sicht das Transferziel für den THW als Nachfolger von Reinkind und nicht der nächste, der nur vorne seine Qualitäten hat.

    Ich würde ihn trotzdem nicht verlängern, sie haben in Kiel diesen Fehler jetzt mit Pekeler,Øverby,Dahmke, Wienczek und auch Dule hinter sich, dass man Spieler basierend auf alten Verdiensten bis zur Rente mit schleppt,egal ob sie noch gut genug für die Organisation und die Champions League sind.

    Wobei man sagen muss, dass sie nicht unbedingt in dem Moment verlängern, wo die Spieler nicht mehr gut genug sind, sondern, wo sie noch gut genug sind. Sie müssten sich eigentlich trennen, wenn es sportlich noch reicht, aber es wahrscheinlich ist, dass es nicht mehr über die Länge des Vertrages reichen wird. Da braucht man dann auch den Mut einen verdienten Spieler vlt. ein Jahr zu früh zu verabschieden, als es sportlich nötig gewesen wäre. Wenn das dann nicht klappt, bekommt man von Fan-Seite die umgekehrte Breitseite, dass man sich ohne Not von einem guten Spieler getrennt hat.

    Die Frage ist doch, ob er sie auch bekommen hätte, wenn Bilyk gesund wäre. Aktuell nutzt er seine Chance. Nur hat der THW ab nächster Saison vier Rechtshänder unter Vertrag, die 26 oder jünger sind und man wird bei Kiel sicher hoffen, dass ein Makuc deutlich fitter sein wird als Bilyk und Köster wird auch mehr spielen wollen als Duvnjak. Dazu positioniert sich Duvnjak gerade so, dass er öffentlich für seine Verlängerung wirbt. Mal sehen, ob der THW sich traut ihn nicht zu verlängern, um wenigstens einen gesicherten Kaderplatz für Ankermann zu haben. Wenn nicht, bliebe für ihn nur das Hoffen auf Verletzungen, damit er überhaupt im Kader ist.

    Das ist von 2021 und das, was ich kenne. Keine Ahnung, ob das danach weiter rechtlich weiter durchgezogen wurde.

    Die Zulässigkeit von einseitigen Verlängerungsoptionsklauseln
    Ein Blick auf die Streitigkeiten aufgrund sog. einseitiger Verlängerungsoptionsklauseln in der arbeitsrechtlichen Sportpraxis zwischen Clubs und Spielern.
    www.cmshs-bloggt.de
    Zitat

    Ob eine einseitige Verlängerungsoptionsklausel wirksam ist, ist höchstrichterlich bislang nicht geklärt. Es existieren lediglich vereinzelt instanzgerichtliche Urteile, die sich mit der rechtlichen Zulässigkeit einseitiger Verlängerungsoptionsklauseln befassen, jedoch zu keinem einheitlichen Ergebnis gelangen. So sah etwa das Arbeitsgericht Nürnberg eine einseitige Verlängerungsoptionsklausel als rechtswirksam an (ArbG Nürnberg, Urteil v. 4. Juni 2007 – 3 Ga 32/07). Im Gegensatz dazu hat das Arbeitsgericht Ulm entschieden, eine einseitige Verlängerungsoption verstoße zum einen gegen den allgemeinen im Arbeitsrecht geltenden Grundsatz, dass die ordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer gegenüber derjenigen des Arbeitgebers nicht erschwert werden darf (vgl. § 622 Abs. 6 BGB). Zudem sei ein Verstoß gegen das AGB-rechtliche Benachteiligungsverbot (§ 307 Abs. 1 BGB) gegeben (ArbG Ulm, Beschluss v. 14. November 2008 – 3 Ca 244/08).

    Wann waren sie denn zuletzt vollzählig? Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Irgendeiner hat doch immer etwas bzw. braucht mal eine Pause.

    Naja, bei einem Verbleib von Duvnjak würde mit Bilyk nur ein Spieler im Rückraum gehen und dafür mit Köster und Makuc zwei neue Spieler kommen. Seit der THW Wallinius ohne Ersatz abgegeben hat, ist für einen Nachwuchsspieler der 7. Platz im Rückraum sowieso verfügbar, auch ohne Verletzungen oder Pausen. Das wäre dann nicht mehr der Fall. Wenn Ankermann mit Einsätzen in Altenholz in der 3. Liga zufrieden wäre, wenn alle fit sind, kann er natürlich bleiben. Hängt davon ab, wie er sich seine Karriere vorstellt oder was er für Pläne hat. Rein vom Alter her sind Skipagøtu (23), Johansson (25), Köster (25), Makuc (25) in der Theorie für Kiel erstmal eine Weile möglich.