Szilágyi ist mitten in der Saison 2017/2018 gekommen. In der Saison ist der THW am Ende Fünfter geworden. Dass man die Jahre davor noch CL gespielt hat, lag daran, dass es für Deutschland mehr als zwei Plätze gab. Vor Szilágyi wurden Entscheidungen getroffen, wie Dissinger nach einem halben Jahr beim THW eine Vertragsverlängerung über weitere drei Jahre zu geben, obwohl er noch 1 1/2 Jahre Vertrag hatte, also quasi einen Fünfjahresvertrag für jemanden, der dann recht schnell wieder schwere Verletzungen hatte. Auf der anderen Seite wollte man mit Wolff nicht über seinen bereits vor EM 2016 geschlossenen Vertrag reden, sodass bei Wolff quasi im ersten Vertragsjahr schon feststand, dass er am Ende der drei Jahre auf jeden Fall gehen wird. Als Szilágyi mitten in Wolffs Vertrag kam, stand sein Abgang schon fest. Man hatte auf Bilyk und Nilsson als die Zukunft im Rückraum gesetzt, was auch nicht wirklich funktioniert hat. Wenn man sich die Verpflichtungen in den drei Jahren vor Szilágyi ansieht, dann ist von den Feldspielern Bilyk die beste Verpflichtung. Das sagt schon viel.
Bei der Mannschaft, die 2017/2018 dann nur Fünfter geworden ist, waren Landin, Ekberg, Wiencek, Duvnjak und Weinhold direkt vor oder sogar schon über der 30. Dazu gab es noch ältere Spieler wie Vujin, Zeitz oder Toft Hansen. Die Mitt-20er in dem Kader waren Wolff, Dissinger, Dahmke und Zarabec. Wolff war quasi schon weg, Dissinger nur verletzt, Dahmke hatte nie das Niveau für ganz oben und Zarabec hatte so gar nicht zum THW gepasst. Neben Dahmke hießen die Linksaußen damals im übrigen Santos und Frend Öfors. An einigen der älteren Spieler schien der Zahn der Zeit langsam zu nagen, auch was Verletzungen betrifft. Der Plan vom THW war damals eigentlich nicht, dass die Spieler um die 30 die nächsten Jahre prägen, aber in der Realität hat der Umbruch vor Szilágyi nicht wirklich funktioniert und man konnte beim THW sehr froh sein, dass dann unter Jicha die schon älteren Spieler nochmal fünf Jahre an ihre Leistungsgrenzen gehen konnten.
Weil es eben vor Szilágyi nicht lief und die Kadersituation im Grunde vlt. sogar schlechter aussah als jetzt, hatte man Storm die sportlichen Befugnisse weggenommen und ihn noch 1 1/2 Jahre als GF für das rein wirtschaftliche behalten, bevor er dann Mitte 2019 ausgeschieden ist.
Alles in allem hatte der THW zu der Zeit nur die Hoffnung, dass Pekeler die Abwehr wieder stabil bekommt ab 2018, was schon vor Szilágyi eingetütet worden war und dass vorne aus Bilyk und Nilsson tragenden Säulen werden. Ersteres hat sich mehr als erfüllt und zweiteres nicht wirklich.
Solche Schlüsselverpflichtungen braucht man manchmal. Man schaue sich mal den SCM vor Saugstrup an. Da wäre eine große Anzahl an Fans in Magdeburg mehr als bereit gewesen, nach fünf Jahren Wiegert dessen Amtszeit zu beenden. Hier bei HE gab es damals endlose Diskussionen, dass die Art von Handball nie so funktionieren wird, dass es für ganz oben reicht. Und dann kam 2021 Saugstrup und aus dem EL-Team SCM mit dem Torschützenkönig Magnusson, wurde ab 2021/2022 die dominierende Mannschaft in Deutschland. Insbesondere, weil dann auch Kristjansson mit Saugstrup nochmal deutlich mehr Wirkung entfalten konnte.
Die Verpflichtung von Sagosen 2020 war doch damals seit vielen Jahren wieder eine richtige Statement-Verpflichtung vom THW an Feldspielern. Im Grunde seit 2014 als Duvnjak und Weinhold kamen. Wer mal Bock hat, kann sich Interviews von 2016 durchlesen, wo der THW gefragt wird, ob er überhaupt noch für Top-Spieler attraktiv ist.