Beiträge von brodie79

    Keine der maßgeblichen Kaderentscheidungen (außer später Sagosen) wurde von Jicha/Szilagyi getroffen, sondern von den Vorgängern. Die Mannschaft mit der dann die Titel eingefahren hat wurde ihnen praktisch in gutem Zustand übergeben (und Jicha hatte seine Übergangsphase als Co). Den Scherbenhaufen der letzten Jahre haben sie aber aus eigenen Versäumnissen selbst zu verantworten. Wobei man durchaus auch positiv zugute halten kann, dass mit Blick auf die nächsten Jahre auch schon ein paar vielversprechende Personalentscheidungen getroffen wurden.

    Ich meine Reinkind wurde zumindest erst in der Rückrunde 17/18 bekannt gegeben, als Szilágyi schon im Amt war. Vielleicht stand das auch schon länger fest. Das weiß ich nicht. Pekeler und Magnus Landin waren definitiv davor. Darum ging es mir auch nicht. Es ging eher darum, was sie erlebt haben, als sie im Amt waren.

    Im Vergleich zur Saison 17/18 gab es 18/19 eine signifikante Veränderung und das war Pekeler und zwei kleinere mit Magnus Landin und Reinkind. Der war dann erst ab 2019 mehr involviert. Sie haben aber erlebt, wie schnell sich das Blatt gewendet hat. Bevor sie da waren, war der THW drei Jahre nicht in der Lage mit Flensburg und den RNL mitzuhalten. Dann wurden ein paar gute Personalentscheidungen getroffen, Duvnjak wurde wieder fit. Hier und da ein paar Anpassungen und Kiel war wieder da. Daher würde ich tippen, dass sie glauben, dass das auch dieses Mal funktioniert und man jetzt nicht unbedingt grundsätzliche Dinge ändern muss. Dieser Impuls wird von außen kommen müssen.

    Sowohl Szilágyi als auch Jicha sind "damals" 2018 zum THW gekommen, als Kiel in einer ähnlich schlechten Lage war, wie aktuell. Jicha hat selbst vor der Saison 18/19 als Co-Trainer direkt in der Sommerpause sehr viel die Vorbereitung geleitet. Beide haben erlebt, wie unter ihrer Führung mit ein paar Kaderentscheidungen der THW unmittelbar wieder zu "alter Stärke" gefunden hat, nach dem Abwärtstrend ab 15/16, der mit Platz fünf 17/18 mit 19 Minuspunkten endete. Von außen spekuliert würde ich vermuten, dass beide überzeugt sind, dass eine ähnliche Wendung mit geringen Anpassungen auch aktuell möglich ist.

    Nur nicht unter diesem Trainer. Der hat es noch bei allen Spielern geschafft, dass sie nicht (mehr) ihr volles Potenzial und ihre Stärken auf die Platte bringen und ein Team daraus zu formen, das Handball SPIELT

    Reinkind war vor Jicha nicht der Spieler, der er dann ab 2019 für den THW war, als Jicha Chef wurde. Seine Verpflichtung hat man damals nicht wirklich verstanden, weil er bei den RNL auch eher Ersatz war, wie auch in der norwegischen Nationalmannschaft.

    Was den CL-Sieg und Jicha hat nichts damit zu tun, würde ich nicht unterschreiben. Der Aufschwung beim THW ab 2018 fiel mit der Verpflichtung von Jicha als Co zusammen. Damals kamen auch Pekeler, M. Landin und Reinkind. Letzterer ist erst unter Jicha als Chef so richtig aufgeblüht. In seiner ersten Saison beim THW noch unter Gíslason war er noch nicht so präsent. Mit Jicha wurde auch die Abwehr verändert. Es wurden hier schon die hohen Halben erwähnt, die am Anfang für die Gegner ein Problem waren. Ich kann mich z.B. auch noch an ein Spiel gegen Flensburg erinnern, wo Landin das Spiel vorgezogen gegen Röd begonnen hat und Flensburg gar nicht wusste, was sie damit machen sollen. Eine der ersten Maßnahmen von Jicha war auch, dass der THW wieder mehr Tempo spielt. Da hat man dann wieder angefangen die zweite Welle zu laufen mit Duvnjak. Ich kann mich noch erinnern, dass das Spiel von Kiel in den letzten Jahren von Gíslason wesentlich mühsamer anzusehen war als zu Beginn der Zeit von Jicha. Ich kann mich auch noch an Spiele wie die 24:42 Niederlage im März 2017 in Paris erinnern. Und das mit Landin und Wolff im Tor.

    Beim CL-Sieg im Final 4 hatte der THW große Verletzungsprobleme. Kiel hat den Titel gewonnen hat mit Malte Voigt, Philipp Wäger, Leon Ciudad Benitez, Sven Ehrig und Oscar Sunnefeldt im Kader. Deswegen wurde das ganze WE dann 7:6 gespielt, um Kräfte zu sparen. Dass das an diesem Wochenende so klappt, war nicht wirklich zu erwarten, aber der THW kam damit super zurecht und es funktionierte auch richtig gut. Aus heutiger Sicht womöglich zu gut, denn danach wurde es dann vermutlich eher zu viel genutzt. Das war schon ein Schachzug von Jicha, ohne den es recht wahrscheinlich den CL-Sieg nicht gegeben hätte.

    Das soll jetzt auch nicht die Bewertung des hier und jetzt beeinflussen. Dass man an Jicha festhält kann ich persönlich nicht nachvollziehen, insbesondere wenn man liest, dass die Gesellschafter einen siebenstelligen Betrag nachschieben müssen, weil der sportliche Erfolg fehlt. Ich finde es aber schwierig, wenn man es so hinstellt, als hätte Jicha gar nichts mit den Erfolgen vom THW in den letzten Jahren zu tun und man hätte sie vlt. sogar trotz Jicha geholt.

    Das sehe ich etwas anders, Niko Bilyk war in den ersten zwei Spielzeiten für Kiel deutlich besser und mutiger von der Spielweise. Nilsson war zwischendurch gefühlt besser und eine richtige Weiterentwicklung hab ich nicht sehen können. Die Saison 22/23 war ordentlich aber sonst eher Abgetaucht. War halt nie so richtig Fit vom Körper und Kopf.

    Bilyk hat in seiner ersten Saison 16/17 die drittmeisten Tore für Kiel gemacht hinter Ekberg und Vujin. Da war er noch deutlich vor Nilsson. Das hat sich in den beiden letzten Spielzeiten unter Gíslason ziemlich ausgeglichen. Als Jicha 19/20 Chef wurde, hatte Nilsson einen schwierigen Stand. Da gab es oft versteckte Kritik an der Fitness. Gíslason war da noch direkter, um es mal freundlich zu sagen und hatte bei der Feier nach der Saison 18/19 sogar das Lied "Dicke" von Westernhagen gesungen mit Hinweis auf Nilsson.

    In der Saison 19/20 vor seinem Kreuzbandriss hatte Bilyk die zweitmeisten Feldtore hinter Reinkind. Danach die Saison hat er verletzungsbedingt verpasst und die Spielzeit darauf lange gebraucht, um wieder richtig reinzukommen. Anschließend hat er 22/23 die meisten Feldtore für den THW gemacht in der Liga. Danach nochmal die zweitmeisten hinter Johansson 23/24.

    Er war ein Spieler, der dem THW häufig die Spiele abseits der Spitzenspiele gewonnen hat und so entscheidend zu Meistertiteln beigetragen hat. Das Problem war, dass er ab 23/24 nach dem Abgang von Sagosen mehr hätte sein müssen als der THW voll auf ihn gesetzt hat und dass er ab 24/25 sehr viele Verletzungen hatte. Er ist jetzt auch gerade mal 29 Jahre, wenn er Kiel nach zehn Jahren verlässt und man das Gefühl hat, er lässt die Karriere noch ausklingen.

    Die letzten 20 Minuten haben das Gesamtbild dann schon etwas getrübt, aber vor dem Spiel hätte ich das so natürlich sofort unterschrieben. Eric fand ich sehr stark und seine Herausnahme führte zu einem merklichen Bruch im Spiel.

    Der Bruch im Spiel kam weit vor der Wechsel von Johansson. Nach dem 31:20 in Minute 40 kam der erste Wechsel von Johansson zu Ankermann nach 44:30 bei 32:25. Da war Flensburg schon wieder etwas zurück im Spiel. Man merkte der ersten Formation an, dass verständlicherweise die Luft raus war. Danach waren die Chancen wieder besser, weil mehr Energie, aber Möller war nun im Spiel und zu viel Pfosten. Zurück zur Startformation ging dann nach 55:45 bei 36:30. Von den sieben Toren, die man in den letzten Minuten an Vorsprung verloren hat, gingen sechs auf die Startformation und nur eins während der Zeit deren Pause. Heißt mit der Startformation innerhalb der letzten 20 Minuten hat Kiel in 8:45 Minuten zwei Tore geworfen.

    Szilágyi ist mitten in der Saison 2017/2018 gekommen. In der Saison ist der THW am Ende Fünfter geworden. Dass man die Jahre davor noch CL gespielt hat, lag daran, dass es für Deutschland mehr als zwei Plätze gab. Vor Szilágyi wurden Entscheidungen getroffen, wie Dissinger nach einem halben Jahr beim THW eine Vertragsverlängerung über weitere drei Jahre zu geben, obwohl er noch 1 1/2 Jahre Vertrag hatte, also quasi einen Fünfjahresvertrag für jemanden, der dann recht schnell wieder schwere Verletzungen hatte. Auf der anderen Seite wollte man mit Wolff nicht über seinen bereits vor EM 2016 geschlossenen Vertrag reden, sodass bei Wolff quasi im ersten Vertragsjahr schon feststand, dass er am Ende der drei Jahre auf jeden Fall gehen wird. Als Szilágyi mitten in Wolffs Vertrag kam, stand sein Abgang schon fest. Man hatte auf Bilyk und Nilsson als die Zukunft im Rückraum gesetzt, was auch nicht wirklich funktioniert hat. Wenn man sich die Verpflichtungen in den drei Jahren vor Szilágyi ansieht, dann ist von den Feldspielern Bilyk die beste Verpflichtung. Das sagt schon viel.

    Bei der Mannschaft, die 2017/2018 dann nur Fünfter geworden ist, waren Landin, Ekberg, Wiencek, Duvnjak und Weinhold direkt vor oder sogar schon über der 30. Dazu gab es noch ältere Spieler wie Vujin, Zeitz oder Toft Hansen. Die Mitt-20er in dem Kader waren Wolff, Dissinger, Dahmke und Zarabec. Wolff war quasi schon weg, Dissinger nur verletzt, Dahmke hatte nie das Niveau für ganz oben und Zarabec hatte so gar nicht zum THW gepasst. Neben Dahmke hießen die Linksaußen damals im übrigen Santos und Frend Öfors. An einigen der älteren Spieler schien der Zahn der Zeit langsam zu nagen, auch was Verletzungen betrifft. Der Plan vom THW war damals eigentlich nicht, dass die Spieler um die 30 die nächsten Jahre prägen, aber in der Realität hat der Umbruch vor Szilágyi nicht wirklich funktioniert und man konnte beim THW sehr froh sein, dass dann unter Jicha die schon älteren Spieler nochmal fünf Jahre an ihre Leistungsgrenzen gehen konnten.

    Weil es eben vor Szilágyi nicht lief und die Kadersituation im Grunde vlt. sogar schlechter aussah als jetzt, hatte man Storm die sportlichen Befugnisse weggenommen und ihn noch 1 1/2 Jahre als GF für das rein wirtschaftliche behalten, bevor er dann Mitte 2019 ausgeschieden ist.

    Alles in allem hatte der THW zu der Zeit nur die Hoffnung, dass Pekeler die Abwehr wieder stabil bekommt ab 2018, was schon vor Szilágyi eingetütet worden war und dass vorne aus Bilyk und Nilsson tragenden Säulen werden. Ersteres hat sich mehr als erfüllt und zweiteres nicht wirklich.

    Solche Schlüsselverpflichtungen braucht man manchmal. Man schaue sich mal den SCM vor Saugstrup an. Da wäre eine große Anzahl an Fans in Magdeburg mehr als bereit gewesen, nach fünf Jahren Wiegert dessen Amtszeit zu beenden. Hier bei HE gab es damals endlose Diskussionen, dass die Art von Handball nie so funktionieren wird, dass es für ganz oben reicht. Und dann kam 2021 Saugstrup und aus dem EL-Team SCM mit dem Torschützenkönig Magnusson, wurde ab 2021/2022 die dominierende Mannschaft in Deutschland. Insbesondere, weil dann auch Kristjansson mit Saugstrup nochmal deutlich mehr Wirkung entfalten konnte.

    Die Verpflichtung von Sagosen 2020 war doch damals seit vielen Jahren wieder eine richtige Statement-Verpflichtung vom THW an Feldspielern. Im Grunde seit 2014 als Duvnjak und Weinhold kamen. Wer mal Bock hat, kann sich Interviews von 2016 durchlesen, wo der THW gefragt wird, ob er überhaupt noch für Top-Spieler attraktiv ist.

    Bilanz vom THW bei Spielen innerhalb der Top 6 der letzten 5 Jahre:

    • 21/22 (2. Platz): 14:6 Punkte, 306:264 Tore | Heim 6:4 Punkte, 161:137 Tore
    • 22/23 (Meister): 15:5 Punkte, 307:291 Tore | Heim 9:1 Punkte, 164:134 Tore
    • 23/24 (4. Platz): 6:14 Punkte, 295:314 Tore | Heim 4:6 Punkte, 153:157 Tore
    • 24/25 (4. Platz): 7:13 Punkte, 286:298 Tore | Heim 4:6 Punkte, 147:147 Tore
    • 25/26 (5. Platz): 5:9 Punkte, 194:205 Tore | Heim 2:2 Punkte, 57:63 Tore

    Freundschaft!

    Im Skispringen war "Deutschland" nie "absolute Weltspitze". Die DDR war Weltspitze. Im DSV war es eine einzige Shitshow. Unvergessen, wie man mit Rudi Tusch als Bundestrainer verschlafen hat, auf den V-Stil umzustellen. Am Ende war man bei der WM 1993 so katastrophal schlecht, dass man sich doch erbarmte, den DDR-Trainer Heß zum Bundestrainer zu machen. Oh, "Überraschung", dann war man wieder Weltspitze. Als es dann mal eine semigute Saison gaben, haben das Martin Schmitt und Co. sofort genutzt, um ihn abzusägen. Mit dem Nichtskönner Steiert ging es richtig in den Keller. Und da hat man sich nie wieder von erholt. Immerhin sind die Deutschen wenigstens in der Lage bei WM/OS punktuell große Ausreißer zu produzieren. Sonst wäre da praktisch gar nichts auf der Habenseite seit 20 Jahren.

    Dafür, dass Severin Freund den Gesamtweltcup 14/15 gewonnen hat, sind punktuelle Ausreißer nicht wirklich ein angebrachter Ausdruck. Insgesamt hat er 6 Mal in Folge den Gesamtweltcup unter den besten acht abgeschlossen. Diese Konstanz in der Weltspitze können nicht viel aufweisen. Hier mal der jeweils beste Deutsche im Gesamtweltcup:

    • 24/25: Paschke 5. Platz
    • 23/24: Wellinger 3. Platz
    • 22/23: Wellinger 7. Platz
    • 21/22: Geiger 2. Platz
    • 20/21: Eisenbichler 2. Platz
    • 19/20: Geiger 2. Platz
    • 18/19: Eisenbichler 7. Platz
    • 17/18: Freitag 2. Platz
    • 16/17: Wellinger 4. Platz
    • 15/16: Freund 2. Platz
    • 14/15: Freund 1. Platz
    • 13/14: Freund 3. Platz
    • 12/13: Freund 4. Platz
    • 11/12: Freitag 6. Platz
    • 10/11: Freund 7. Platz
    • 09/10: Uhrmann 12. Platz
    • 08/09: Schmitt 6. Platz
    • 07/08: Neumayer 16. Platz
    • 06/07: Uhrmann 10. Platz
    • 05/06: Uhrmann 8. Platz
    • 04/05: Uhrmann 9. Platz
    • 03/04: Späth 9. Platz

    Wirklich Weltspitze war die DDR doch auch am Ende nicht mehr. Bei der letzten WM 1989 vor der Wende kam die DDR im Mannschaftsspringen auf Platz 7 und die BRD auf Platz 8. 1987 war es Platz 5 für die DDR und 6 für die BRD. Dazwischen bei Olympia 1988 war es Platz 6 für die BRD. Die DDR hatte gar kein Team gestellt, weil nur zwei Skispringer nominiert waren für Olympia, weil die Leistungen nicht gereicht hatten. Danach wurde Heß der Chef in der DDR. Das ging doch in den 80er Jahren immer mehr bergab in der Breite. Zum Zeitpunkt der Wende gab es einen etablierten Spitzenspringer mit Weißflog und einen mit Thoma, der da gerade aufkam und dahinter nicht mehr viel. Thoma ist noch 88/89 für den DSV mit 19 Jahren im Gesamtweltcup Dritter geworden hinter Weißflog. Ein ähnliches Talent gab es in der DDR gab es nach Weißflog nicht mehr.

    Boklöv hat 88/89 den Gesamtweltcup mit dem V-Stil gewonnen. In den beiden Folgejahren gewannen den jeweils Springer im Parallelstil, weil der V-Stil in den Haltungsnoten massiv bestraft wurde. Das änderte sich erst ab der Saison 91/92, sodass ab diesem Zeitpunkt die belohnt wurden, die darauf umgestellt hatten. Der Gesamtweltcupsieger 90/91 Andreas Felder hat erst vor der Vierschanzentournee in der Saison 91/92 die Umstellung auf den V-Stil vorgenommen. Das Problem für Deutschland war in der Zeit neben der Weigerung von Tusch den V-Stil zu akzeptieren, dass Weißflog und Thoma sehr viel verletzt waren und sich dazu Thoma mit Tusch vor der WM 1993 noch überworfen hatte. Heß hingegen hatte mit Andre Kiesewetter schon früh einen im Weltcup erfolgreichen Springer im V-Stil ausgebildet.

    Offenbar wollten Hannawald und Schmitt ihrem Heimtrainer zum Bundestrainer-Posten verhelfen.

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    www.spiegel.de

    Für Deutschland ging es wieder an die Weltspitze über den Weg, den fast alle Top-Nationen gegangen sind: Einen Österreicher zum Chef zu machen. Unter Schuster ist dann ab 2008 eine neue Generation mit Freund, Freitag, Wellinger, Geiger und Eisenbichler entstanden. Der aktuelle (österreichische) Trainer Horngacher hat zuerst die Polen wieder an die Weltspitze geführt, bevor er gewechselt ist. Da hatte man sich in Deutschland vermutlich noch ein bisschen mehr erwartet als er von Schuster übernommen. Würde nicht überraschen, wenn mit Stöckl der nächste Österreicher das Amt übernehmen wird. Sportlich war er mit Norwegen erfolgreich, das Ende war dann sehr komisch.

    Wenn man sich mal alle Sportarten ansieht, dann sieht man doch fast überall klar dominierende Nationen. Die Niederlande z.B. holt am Ende alle ihrer 20 Medaillen inkl. 10 Goldmedaillen im Eisschnelllauf und Short-Track, d.h. auf Kufen. Eigentlich erstaunlich, dass die im Eishockey überhaupt keine Mannschaft haben. Die zwei Sportarten alleine haben in Summe 23 Wettbewerbe mit Medaillenchancen. Rodeln, Skeleton und Bob zusammen haben 12 Entscheidungen gehabt. Konsequenterweise müsste man in Deutschland die Leute vom Eishockey eigentlich dazu bringen lieber Eisschnelllauf oder Short-Track zu machen, wenn man Medaillen abräumen will.

    Zu Dänemark und den Hallen fällt mir immer die Frage ein: Wo sind eigentlich deren Basketballer? Oder Volleyballer? Das findet doch in den selben Hallen statt.

    Kiel leistet sich diese Ausrutscher nicht mehr als die anderen. Letzte Saison ein Spiel in Wetzlar. Selbst, wenn sie dieses Spiel gewonnen hätten, wären sie Vierter in der Liga geworden. Das Problem von Kiel war zuletzt, dass sie in den Top-Spielen zu viel verloren haben. Diese Saison gab es das Unentschieden gegen Hannover und in Eisenach als Punktverluste gegen Mannschaften außerhalb der Top 8. Diese Art von Punktverlusten haben aber fast alle, siehe Magdeburg Unentschieden in Erlangen, Flensburg Unentschieden in Wetzlar und gegen Stuttgart, Berlin Niederlage gegen Hamburg. Innerhalb der Top 6 steht der THW dieses Jahr bei einer Bilanz von 5:7 Punkten nach dem Sieg gegen Magdeburg. Letzte Saison lautete die Bilanz innerhalb der Top 6 am Ende 7:13 Punkte, weil sowohl zuhause als auch auswärts gegen Berlin, Flensburg und Melsungen verloren wurde. Jetzt hat Kiel mit noch vier Heimspielen die große Chance es besser zu machen.

    Hier mal die Spieler, die in den drei Jahren vor Szilágyi verpflichtet worden sind:

    • 17/18 (5. Platz): Rahmel, Zarabec, Frend Öfors
    • 16/17 (3. Platz): Santos, Bilyk, Wolff, Nilsson, Zeitz
    • 15/16 (3. Platz): Landin, Katsigiannis, Dissinger, Jansen, Moraes Ferreira, Mamelund und dann während der Saison: Oprea, Anic, Brozovic, Jaanimaa, Lackovic

    Als Deutschland 2016 Europameister wurde, waren zehn Spieler 25 und jünger. Andreas Wolff, Hendrik Pekeler, Christian Dissinger, Finn Lemke, Erik Schmidt, Julius Kühn, Rune Dahmke, Fabian Wiede, Simon Ernst und Jannik Kohlbacher. Dazu direkt danach noch Paul Drux, Timo Kastening, Marian Michalczik, Tim Suton und Franz Semper. Es liest sich wie eine Riege von Spielern, denen man eine zum Teil deutlich erfolgreichere Karriere in jungen Jahren zugetraut hat. Und es liest sich auch wie eine Liste von jeder Menge Verletzungen, die diese Karrieren vermutlich entscheidend beeinträchtigt haben.

    Stefan Kretzschmar damals: https://www.sport1.de/news/handball/…-boom-ausloesen

    Zitat

    Wie sieht nun die Zukunft dieses Teams aus? Rosig! Die Generation, die Sigurdsson nun zur Verfügung steht, kann über Jahre hinweg um Medaillen spielen. Das muss auch die Maßgabe sein. Diese Mannschaft ist gerade erst am Anfang ihrer Entwicklung und noch nicht am Zenit ihrer Leistungsfähigkeit.

    Die Frage ist doch, ob Köster nicht z.B. für einen Mittelblock mit Načinović gebraucht wird, sollte Pekeler wirklich wegfallen.

    Im Grunde hat man mit der Verlängerung von Duvnjak einen achten Rückraumspieler bei sieben Kaderplätzen, wenn drei Kreisläufer im Kader stehen. Wenn man noch mit Øverby als Dritter Kreis verlängert, hat man eh einen Spieler zu viel und jemand muss auf die Tribüne, wenn alle fit sind. Das würde vermutlich Ankermann treffen. Wenn nicht, könnte Duvnjak so etwas wie Horák deluxe sein und den Platz vom dritten Kreisläufer einnehmen und vlt. auch in den Innenblock gehen. Wobei er eigentlich auch auf Halbrechts gebraucht wird, um für Madsen oder Reinkind zu verteidigen.

    Normalerweise müsste man sagen, dass sich z.B. ein Laube auch defensiv entwickeln kann oder vlt. muss, aber wenn man sieht, dass Johansson mal als Alternative für den Innenblock nach Kiel kam, was er in Elverum in der CL auch vorher gespielt hat, dann hat man irgendwie nicht die Hoffnung, dass sich Spieler im Abwehrverhalten verbessern beim THW. Wenn er mal nicht auf Außen geparkt werden kann, wirkt Johansson manchmal als hätte er gar keine Idee (mehr), wie man Abwehr spielt und wirkt sehr unbeholfen.

    Der THW kann sich so verstärken, dass es eine größere Auswahl an Spielern gibt, die potentiell an dem Tag gegen den Gegner einen guten Tag haben. Schlussendlich nimmt Kiel viele Abschlüsse, die keine besonders hohe Trefferwahrscheinlichkeit haben. Hat Johansson einen guten Tag, kann er daraus die notwendigen Tore machen. Hat er den nicht, hat der THW aktuell ein Problem, wenn man das Thema Ankermann hier mal ausklammert. Nächste Saison kann man es dann mit Köster probieren. Oder umgedreht. Selbiges mit Skipagøtu und Makuc. Für Kiel ist die Chance, dass man mit entsprechendem Budget eine große Breite an Spielern hat, die vlt. nicht jeden Tag gegen jeden Gegner funktionieren, aber an diesem einen schon. Auch weil Jicha nicht stur an bestimmten Spielern festhält, auch hier Ankermann mal ausgeklammert.

    Ich denke, man wird beim THW viel die ganze Breite des Kaders sehen, wo sich dann im Laufe des Spiels die Formation herausbilden soll, die funktioniert.

    Ankermann hat nächste Saison vier Rechtshänder im Rückraum vor sich, die 26 und jünger sind. Die wollen und müssen alle spielen. Köster und Makuc müssen integriert werden. Dazu Duvnjak, der in kritischen Momenten mit Sicherheit eine Option ist. Da riskiert Ankermann doch ein Jahr mit minimalen Einsatzmöglichkeiten.

    Die Wurfquote beim THW am Ende bei 59,1% (18 Fehlwürfe), d.h. unter dem Saisonschnitt von 63%. Schlüssel wieder, dass Magdeburg mit 55,3% (21 Fehlwürfe) deutlich unter ihrem Schnitt von 69,6% lag. Das gelingt Kiel sehr zuverlässig gegen Magdeburg. Kiel liegt der eher ruhige Grundaufbau von Magdeburg seit geraumer Zeit. Wundert mich eigentlich, dass der SCM da nicht mal was anderes probiert, gerade weil Mannschaften, die mehr rennen wie die Füchse oder Flensburg den THW immer wieder in einen schlechten Rückzug bringen. Auf der anderen Seite hatten sie auch genügend freie Würfe.

    Bei Kiel wirkte es ohne Skipagøtu so, dass sich alle in der Verantwortung sahen, wodurch jeder seine Aktionen hatte. Auch wenn es die Quote jetzt nicht zeigt, wirkte der THW so gefestigter als Mannschaft.