Beiträge von brodie79

    Über Außen werfen zu lassen, gehörte auch mit zum Abwehrkonzept, noch aus der Zeit von Landin. Aktuell hat man über Außen aber nicht die Torhüter-Leistung, die das unbedingt rechtfertig. Letzte Saison war Mrkva hier noch einige Prozent besser als Wolff, der da auch nicht Liga-Spitze ist. Wolff ist bei den Prozenten etwas schlechter als letzte Saison, rein vom Platz in der Liga hat er sich wenig verändert. Gegenüber Mrkva ist Pérez de Vargas knapp 10% schlechter gegen die Außen. Das macht sich dann auch bemerkbar. Rein von den Prozenten führt im Übrigen Nowottny die Liga an mit über 50%, aber natürlich auch nur 5 Paraden.

    Grundsätzlich kommt hier auch zu wenig von der Trainerposition. Seit wirklich langer Zeit wird gegen Kiel ganz häufig die Halbposition angegriffen, die keine Stop-Fouls hinbekommt, wo auch Zugriff auf den Arm ist. Der Außen kommt extrem häufig zur Hilfe und dann passt der Gegner dorthin und hat einen offenen Wurf. Das funktioniert beim Gegner in der Regel sehr gut. Als THW würde ich hier auch mal taktisch umstellen und den Halben den Wurf gegen die Hand geben, vlt. gucken, dass man sie etwas nach außen drängt, aber nicht unbedingt stoppt und dann guckt man mal, ob die gegnerischen Halben aus der Position wirklich was reißen. Man kann hier ein wenig für die Zukunft hoffen, dass mit Köster nochmal eine neue Qualität auf die Halbposition kommt und ansonsten bleibt erstmal nur Ankermann oder zu hoffen, dass Johansson in der Abwehr richtig zulegt.

    Als Abdelhak neu war und noch spielen durfte, ist er in fast jedem Angriff gegen die Hand gegangen, hat dann aus einem sehr schwierigen Winkel geworfen und entsprechend wenig getroffen mit knapp 39% Wurfquote. Das hat ihm die gegnerische Abwehr natürlich gerne gegeben.

    Ich weiß nicht, ob im Handball von Statistik-Firmen auch so etwas wie z.B. der xG-Wert im Fußball ermittelt wird, d.h. eine Bewertung der Wahrscheinlich für einen erfolgreichen Torabschluss bei einem Wurf. Falls ja, könnte man besser bewerten, was individuelle Abschlussqualität ist und was der Spielweise geschuldet ist.

    Mal als Beispiel vom Fußball: https://www.kicker.de/bundesliga/tor…oals/2025-26/33

    Hier sieht man z.B. dass Kane eine erwartbare Torausbeute von 26,11 Toren hat. Gemacht hat er aber 33. Heißt, er macht die Tore jetzt nicht nur, weil seine Mannschaft ihn immer ein glasklare Torsituationen bringt oder alles Elfmeter sind, sondern er ist in der Lage auch aus Chancen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit ein Tor zu machen. Er schafft das auch Jahr für Jahr, d.h. man kann hier schon Ablesen, was für einen Mehrwert er bringt. Parallel sieht man z.B. bei Romulo, dass da eigentlich 14,22 Tore erwartbar waren bei seinen Chancen, er aber nur 9 Tore gemacht hat.

    Hätte man einen solchen Wert, könnte man auch die Wurfquote der Spieler besser beurteilen, genau wie die Quoten der Torhüter.

    Parallel lässt sich auch ablesen, was die Mannschaft grundsätzlich erarbeitet. Hier sehe ich den größten Unterschied zwischen Kiel und den Teams darüber. Wenn es primär daran liegen würde, dass die Spieler ihre Chancen nicht nutzen, dann wäre der xG-Wert der Mannschaft über das Spiel vom THW kaum anders als der von Berlin oder Magdeburg. Rein von vom Augentest wäre ich da sehr überrascht, wenn Kiel hier nicht einen signifikant geringeren Wert hätte, d.h. die Qualität der Abschlüsse lässt dann vlt. auch keine richtig guten Quoten zu, was dann nicht gegen die individuelle Qualität der Spieler spricht, sondern eher für eine unzureichende Spielanlage.

    Mal wieder aus dem Fußball: https://www.fotmob.com/de/leagues/54/…sliga?filter=xg

    Hier kann man recht gut sehen, was z.B. die individuelle Qualität der Offensive bei den Bayern ausmacht, d.h. sie haben 19,3 Tore mehr gemacht als man erwarten könnte, bei den Abschlusssituationen, in die sie gekommen sind. Ähnlich bei Borussia Dortmund, die am Ende 12 Punkte mehr geholt haben, weil sowohl vorne als auch von der Torwartleistung über die individuelle Qualität mehr rausgeholt haben, als es die Spielsituationen durchschnittlich hergegeben hätten. Dann kann man auch besser nachvollziehen, warum die Fans vom BVB trotz guter Punktausbeute mit der Spielweise ihrer Mannschaft hadern.

    Zum Thema Kretzschmar und Skipagøtu würde ich nicht zu viel Wert auf Kretzschmar legen. Er hatte irgendwie von Beginn an ein Problem mit Skipagøtu. Er hatte sich schon direkt am Anfang seiner Zeit ungewöhnlich offensiv zu ihm geäußert.

    Arroganz-Vorwürfe gegen Shootingstar des THW Kiel
    Mit Elias Ellefsen á Skipagøtu hat sich der THW Kiel die Dienste eines Mega-Talents gesichert. Gegen den Rückraumspieler von den Färöer werden nun…
    www.sport.de
    Zitat

    "Ein Typ Straßenhandballer. Jemand, der das Spiel verstanden hat, der aber auch so ein leicht arrogantes Auftreten hat", sagte Handball-Legende Stefan Kretzschmar zur "Sport Bild".

    Der Sportvorstand der Füchse Berlin ergänzte: "Seine Art und Weise Handball zu spielen, wird ihm nicht viele Sympathien bei gegnerischen Mannschaften einbringen. Ich glaube, es wird auch in einem oder anderen Spiel mal ordentlich auf die Mütze geben."

    Für das Tempo-Spiel braucht es vor allem auch schnelle Außen. Bei Berlin funktioniert das, weil sich West av Teigum, Freihöfer und auch Lichtlein, wenn er auf Außen verteidigt, super schnell in Position für ein Anspiel aus der schnellen Mitte bringen. Ähnlich wie Jacobsen bei Flensburg. Am WE gegen Berlin hat man auch gut gesehen, dass z.B. Lichtlein auf Außen einige Male Imre geschlagen hat, nicht weil er schneller gerannt ist, sondern weil er viel schneller umgeschaltet hat. Als Imre ihn dann eingeholt hatte, war es schon zu spät. Die haben das Spiel inkl. richtige Positionierung durch endlos Training und Anwendung einfach im Blut. Deshalb ist der Trainer auch nicht egal. Auf Linksaußen fehlt Kiel hier aktuell komplett das Tempo. Da hatte West av Teigum komplett freie Bahn. Wenn Berlin gegen den SCM spielt, sieht man auch gut, wie man das Tempo-Spiel der Berliner deutlich verlangsamt bekommt, wenn man entsprechende Außen dagegenstellen kann, die schnell genug sind, d.h. Beine und Kopf, um die Passwege zuzumachen.

    Was das generelle Tempo, auch im gebundenen Angriff angeht, hat man bei Berlin durch Granlund auch sehr gut gesehen, was das ausmacht. Mit ihm stockte das Spiel deutlich, weil er nicht intuitiv weiterspielen konnte, sondern sich erstmal orientieren musste. Und dieser kleine Bruchteil ist dann der Unterschied. Man kann also auch nicht einfach schnell Spieler zusammenpacken und erwarten, dass die Tempo spielen. Das muss wie ein Orchester penibel aufeinander abgestimmt haben, dass man aus Tempo auch Effektivität erreicht. Sollte Kiel hier etwas erreichen wollen, dann wird das eine ganze Weile dauern, bis das gut funktioniert. Zudem sollte die Spieler auch mal Wochen und Monate zusammen spielen können.

    Skipagøtu und Madsen sind auch dem Papier zwei Jahre im selben Team und wieviel haben die miteinander gespielt?

    Ich fand im Übrigen nicht, dass das mit Skipagøtu und Madsen so richtig gut funktioniert hat. Primär hatten die Gegner Probleme sich auf Skipagøtu einzustellen. Je länger die Vorrunde lief, desto mehr konnte man das bei den Gegnern sehen, dass es genug Film von ihm gibt, um sich darauf vorzubereiten. Und dann fing er an mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, inkl. Verletzungen. Da fehlte dann die Anspielstationen, weil keiner mitkam. Oft kam er erst im 7:6 ins Spiel, weil er durch den zweiten Kreisläufer dann Platz für Durchbrüche hatte. Madsen hingegen wirkte teilweise fast schon genervt, dass er gar keinen Abschluss bekam, nachdem er letzte Saison gefühlt alles über ihn lief. Dann fing er an, noch wildere Würfe zu nehmen, wenn er mal den Ball hatte und seine Quote sank noch unter die 62% der letzten Saison. Ich kann mich noch an Spiele erinnern, wo ich beim zugucken dachte: Ich würde jetzt jede Summe darauf wetten, dass Madsen sofort wirft, sobald er den Ball in die Hand bekommt.

    Ich habe keine Ahnung, wie Schiedsrichter konkret aus- bzw. weitergebildet werden oder wie Spiele aufgearbeitet werden. Aber es wird doch so sein, dass außerhalb der Spiele auch (viel) mit Video gearbeitet wird. Wo Szenen aufgeschlüsselt werden, wo Handlungsrichtlinien besprochen werden, usw. Da wird man sich bestimmt auch einiges in Zeitlupe oder verschiedenen Perspektiven ansehen. Normal wird man doch bestimmt als Schiedsrichter gewohnt sein, mit Video zu arbeiten. Da wird man doch auch Szenen raussuchen, wo man dann auch sieht, wie es auch in Zeitlupe aussieht, wenn ein Kontakt so ausgelöst wird, oder so oder wo es auch übertreiben wurde mit der Darstellung.

    Beim Basketball kann man den Schiedsrichtern beim Video-Beweis zuhören, auch in der BBL. Was man da immer wieder hört: "Bitte nochmal in normaler Geschwindigkeit". Eben weil es in Zeitlupe oft anders wirkt.

    Kleiner Ausflug in "meine Welt" in meiner Heimat.

    Science City Jena in der BBL dürfte vom Etat her auf einem ähnlichem Niveau wie Eisenach in der HBL liegen. Johannes Voigtmann ist einst vom Handball in Eisenach zum Basketball in Jena gewechselt und heute Welt- und Europameister. Gotha ist auch schon mal in die BBL aufgestiegen, als eine Brauerei dort viel Geld reingesteckt hat, die dann später im Rahmen der Erbschaftsstreitigkeiten ihr Engagement beendet haben. In der BBL mussten sie dann aber in Erfurt in der Messehalle spielen, weil es dort keine Halle gab. Danach hat dann der "Meistermacher" des Basketballs in Bamberg erfolglos versucht in Erfurt selbst Profibasketball zu etablieren.

    In Jena gab es damals beim ersten Aufstieg in die BBL auch keine Halle und so musste man in einem Provisorium (Leichtbauhalle) spielen, was dann später auch Gotha genutzt hat. Als dann über eine private Initiative in Jena eine Halle gebaut wurde, hat sich die finanzielle Situation deutlich verbessert und zeitweise war man sogar am Fußball vorbei, sowohl vom Etat als auch vom Zuschauerschnitt. Nachdem das Stadium umgebaut wurde, in ein reines Fußballstadion, hat sich das wieder gewandelt. Das wurde von denselben Leuten umgesetzt, die auch die Halle in Jena gebaut haben. Heute erfolgt die Vermarktung von Stadion und Halle über eine gemeinsame Gesellschaft, sodass man da aktuell also sehr stark miteinander verbunden ist.

    Szilágyi ist initial auch nicht als Geschäftsführer eingestiegen, sondern war vom 1.1.2018 an erstmal 1,5 Jahre "nur" der sportliche Leiter als Storm diese Kompetenz in einer ähnlich schwierigen Phase entzogen wurde. Dessen Vertrag wurde laut Meldung vom THW eigentlich bis 2021 verlängert und dann hieß es aber Anfang 2019, dass der Vertrag zum Saisonende ausläuft. Entsprechend wurde Szilágyi dann zur Saison 19/20 Geschäftsführer. Man hat schon mal extra jemanden reingeholt, als es nicht lief, wobei Szilágyi natürlich eine andere Nähe zum Trainerteam hat, die ihn jetzt nicht so wirklich wie ein Geschäftsführer wirken lässt.

    Das war 2017.

    "Keine Entwicklung": Schwenker rechnet mit THW ab
    Der ehemalige Manager des THW Kiel übt scharfe Kritik an seinem Ex-Verein. Der Aufsichtsrat habe keine Sach- und Fachkompetenz, sagt Uwe Schwenker. Die…
    www.kicker.de
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    Uwe Schwenker sieht seinen ehemaligen Klub THW Kiel in der Abwärtsschleife und geht mit ihm hart ins Gericht. "Es hat in den letzten zwei, drei Jahren keine Entwicklung gegeben", sagte der ehemalige Manager der "Zebras" und aktuelle Präsident des Ligaverbands HBL am Sonntag bei "Kretzschmar - der Handball-Talk" im TV-Sender Sky über den Ist-Zustand beim deutschen Rekordmeister. Der Aufsichtsrat der "Zebras" sei zwar engagiert, verfüge "aber nicht über die entsprechende Sach- und Fachkompetenz", urteilte Schwenker.

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    Dagegen sieht Schwenker derzeit niemanden, der die Probleme der "Zebras" auf der "operativen Seite in den nächsten Jahren löst". In der Vergangenheit habe man in Kiel auf einen kleineren, aber elitären Kader gesetzt. Nun seien es etwa 20 Spieler, aber nur noch drei Weltklasseleute darunter. "Die können nicht in jedem Spiel auf höchstem Niveau agieren", betonte Schwenker. Trainer Alfred Gislason sei von den Verantwortlichen allein gelassen worden. Die Verpflichtung Szilagyis sei nur eine "kosmetische Entscheidung".

    2015 gab es in einem Jahr beim THW drei Kreuzbandrisse von Klein (März), Wiencek (Oktober) und Toft Hansen (Dezember). Bei der EM 2016 verletzten sich dann noch Dissinger und Weinhold und fielen mehrere Wochen mit Muskelbündelrissen aus. Dissinger kam im März zurück und fiel mit Meniskus-Problem den Rest der Saison aus, im Sommer bei Olympia 2016 verletzte er sich dann das nächste Mal schwer, musste wegen Hämatoms im Oberschenkel notoperiert werden und fiel wieder Monate aus. Bei der Olympia-Vorbereitung 2016 verletzte sich Weinhold erneut mit einer Muskelabriss, rückte dann aber noch später nach. Im Dezember 2016 fiel er wieder für drei Monate mit Riss Syndesmosebandes aus. Bei Duvnjak war Kiel über die Kroaten sauer, dass er bei Olympia 2016 und der WM 2017 so viel gespielt hatte, obwohl er schon Probleme hatte. Im April 2017 folgte dann OP der Patellasehne und 8 Monate Ausfall. Im Mai 2017 fiel dann Santos monatelang aus mit Knorpelschaden und Außenminiskusverletzung. Bevor er sein Comeback gab, fiel dann Bilyk mit Teilriss der Außenbänder mehrere Wochen aus. Im Sommer hatte Dissinger noch einen Ellbogen-OP und später in der Saison eine Kniestauchung, mit der er wieder ausfiel. Nachdem Duvnjak Ende 2017 zurückkam, holt er sich bei der EM 2018 einen Muskelfaserriss und fiel wieder aus. Während der EM verletzte sich auch Toft Hansen an der Leiste und fiel aus.

    Vermutlich ist die Liste nicht vollständig, aber das war auch ein Grund, warum es beim THW in den Jahren 2015 bis 2018 nicht so gut wie gewünscht lief.

    Ach so, ein Spieler entwickelt sich weg? Absichtlich oder passiert das einfach so? Kann man vielleicht auch drüber nachdenken, ob ein Trainer einen Spieler wegentwickelt, falsch einsetzt, ihm im Training nichts mitgibt? Ich weiß natürlich nicht was Jicha im Training so macht, aber so Sätze wie oben sind mir zu allgemein.

    Man kann von Außen ja nur die Leistung im Spiel bewerten. In der Regel wird Johansson auf Außen geparkt, wenn Landin für ihn halb verteidigt, d.h. in den letzten Jahren musste er beim THW auch wenig bis gar nicht auf halb verteidigen und schon gar nicht im Mittelblock wie in Elverum. Heißt ein Spieler kommt zum THW von einem CL-Team, wo er Mittelblock spielt und wird in Kiel da fast nie eingesetzt, nicht mal auf halb. Wie das z.B. im Training aussieht, weiß vermutlich keiner. Wenn er auch im Training nie verteidigt, weil man ihn permanent schonen will, weil andere Spieler ständig verletzt sind, dann fehlt ihm vlt. einfach das Training. Aber so generell ist Johansson jemand, der gerne mal vorsichtig wird oder verunsichert wirkt. Für den THW wäre es wichtig, dass eine Zunahme der Kaderbreite bei ihm auch eine Steigerung mit sich bringt, die dann in einem Vertrauen in seine Fähigkeiten münzt. Gerne auch primär defensiv. Wenn er es gar nicht könnte, hätte er es in Elverum sicher auch nicht gespielt.

    Ich finde, dass der Kader nächste Saison echt viele Möglichkeiten bietet. Das, was man definitiv verbessern muss, ist das Tempospiel, so wie es am Anfang der Saison noch war als Elias und Emil beide noch fit waren. Schon gerade weil Köster noch dazu kommt, muss man viel mehr übers Tempo kommen.

    Wenn ich nächste Saison Trainer wäre, würde ich es folgendermaßen machen: Skippy deckt auf halb, Julian und Veron im Innenblock und Emil deckt auf halb. Dann hätte man gar keinen Abwehr/Angriffwechsel und könnte enormes Tempo gehen. Als Alternative zu Köster sehe ich dann Ankermann im Innenblock mit Veron oder Peke. Emil und Skippy finde ich beide gar nicht so schlecht auf Halb in der Abwehr. Dennoch müssten sich beide dafür noch steigern.

    Als Alternative dazu, könnte man dann mit Johansson und Reinkind (hoffentlich kommt da noch ein anderer HR zur neuen Saison) im Rückraum spielen und hätte mit Makuc jemanden, der beide gut in Position bringen kann. Dann hätte man zwar einen Abwehr/Angriffwechsel aber man könnte trotzdem noch gutes Tempo gehen, zum Beispiel auch wenn man Makuc dann auf außen decken lässt. Als Nummer eins Rückraum für nächste Saison sehe ich aber ganz klar Köster, Skippy und Madsen.

    Ich sehe die große Chance des THW darin eine Tempomannschaft zu werden und gleichzeitig auch variabel im Angriff zu sein, zb auch durch Rückraumpower von Johannson und Reinkind oder vielleicht auch mal mit vier Rückraumspielern anstatt 7:6 wenn es nicht läuft.

    Das ist im Grunde das Berliner Modell, wenn man so nennen will. Kielce unter Dujshebaev hat auch oft so gespielt. Das war gegen den THW oft eine einzige Rennerei, wo gar keiner groß verteidigt hat, z.B. 2022, wo sie in Kielce mit 40:37 verloren haben oder 2024, wo es in Kielce 36:36 ausging.

    Das funktioniert in Berlin vor allem, weil sie extrem viele Laufwege ohne Ball machen und der Ball schnell läuft. Das ist vor allem viel Mannschaftsspiel. Dadurch erspielen sie sich quer durch die Mannschaft offene Würfe. Beim THW waren das zu Beginn vor allem Alleingänge von Skipagøtu, der den Rest der Mannschaft auch nicht mitgenommen hat. Dadurch war die Wurfquote auch nicht auf dem Level von Berlin, Magdeburg oder Flensburg. So wie ein typisches Spiel von Skipagøtu war gegen den BHC, wo er 14 Tore macht, aber auch 8 Fehlwürfe hat, weil er es dann das Einzelspiel zu sehr übertreibt.

    Bekommt man es hin, dass der Rest des Kaders nicht nur dieser Geschwindigkeit folgen kann, sondern die Laufwege auch so passen, dass auch im Tempo Passoptionen vorhanden sind, dann kann man auf das Berliner Niveau kommen.

    Man darf aber nicht vergessen, dass die mit Gidsel natürlich den Spieler schlechthin für so eine Spielweise haben. Und dazu, wie es z.B. der SCM schafft, den Berlinern dieses Tempo immer wieder wegzunehmen. Es spricht schon viel dafür, dass es ganz, ganz oben sinnvoller sein kann, vor allem auf die Abwehrstärke zu setzen. Aber in Bereiche gilt es überhaupt erstmal zu kommen.

    Ich fand Madsen gar nicht so schlimm in der Abwehr, jedenfalls besser als sein Ruf, bevor er kam. Natürlich kein Vergleich zu Weinhold oder Zeitz, aber nicht schlechter als Kim oder Reinkind oder die meisten RR derzeit.

    Ich kann mich an etliche Spiele erinnern, wo Weinhold für Reinkind eingewechselt wurde, um primär die Verteidigung zu stabilisieren. Häufig hat Weinhold Spielen dadurch eine entscheidende Wende gegeben, auch wenn er vorne gar nicht so viele Tore geworfen hat. Die hat er gerne mal gemacht, wenn keiner sonst konnte oder wollte. Für mich war der Wegfall von Weinhold eine der größten Schwächungen in Kiel in den letzten Jahren, die man nie kompensiert hat. Gerade deshalb denke ich, dass es wichtig wäre, einen Spieler zu finden, der nicht auch vorne jeden Angriff abschließen will, sondern einer Mannschaft auch mal über die Defensive etwas gibt.

    Ich hab z.B. das Spiel der Füchse letzte Saison bei den RNL am letzten Spieltag im Kopf. Da hat es Berlin überhaupt nicht geschafft, die Löwen in den Griff zu bekommen bei einem Must-Win für die Meisterschaft. Dann kam Langhoff rein und hat das mitentscheidend gestoppt. Offensiv wird Langhoff vermutlich nie die tragende Kraft in der Hauptstadt werden und er wird nie in der Konversation um Weltklasse auftauchen, aber das muss er auch gar nicht, weil er auch so extrem wertvoll für die Füchse ist.

    Bei Johansson ging man davon aus, dass er auch für den Mittelblock in Kiel eine Option werden kann, aber er hat sich doch komplett davon wegentwickelt. Wenn er mal auf halb verteidigen muss, ist das eigentlich immer der erste Punkt, der angegriffen werden kann, weil er fast nur Geleitschutz gibt oder zu spät dran ist. Er wirkt da recht verloren, weiß gar nicht so recht, was er machen soll. Im Grunde ähnlich verunsichert wie vorne mitunter. Vielleicht bekommt er da wieder die Kurve, wenn es genügend Optionen in der Offensive gibt und er sich mehr darauf konzentriert. Bei den Schweden in der Nationalmannschaft wurde er irgendwann nur noch für die Überzahl eingesetzt, weil die lieber Carlsbogard als viel besseren Abwehrspieler (im Mittelblock) eingesetzt haben, der offensiv schon in der HBL immer sehr zurückhaltend war und Schweden vorne nicht viel gibt.

    Wenn man mal nach vorne blickt und davon ausgeht, dass Jicha bleibt, ist doch die Frage, was man eigentlich spielen will?

    Der THW war mal eine Mannschaft, die sich stark auf die Abwehr fokussiert hat. Nächste Saison hat man, wenn es keine weiteren Änderungen gibt mit Johansson, Makuc, Skipagøtu, Madsen und Reinkind alleine fünf Rückraumspielspieler, die man eigentlich nicht unbedingt in der Abwehr sehen will und mit Laube einen Kreisläufer für den dasselbe gilt. Dagegen stehen Pekeler, Načinović am Kreis, sowie Köster, Duvnjak und Ankermann. Sollten alle fit sein, was vermutlich nicht passieren wird, dann müsste einer aus dieser Runde auf Tribüne, wenn man nicht auf einen Außen verzichtet wie z.B. Faust.

    Hier wurde auch über Uščins gesprochen für Reinkind. Da hätte man auch wieder jemanden gehabt für einen Wechsel in Verteidigung, aber offensiv natürlich besser als Reinkind.

    Duvnjak sollte im Idealfall offensiv eigentlich keine Rolle spielen, d.h. man hat vier Spieler, denen man im Angriff und in der Verteidigung einen positiven Beitrag zugestehen würde, wovon zwei Kreisläufer sind, wobei das bei Načinović vorne auch eher wackelig ist. Im Grunde ist der Kader fast ein bisschen wie ein NFL-Team mit Offense und Defense.

    Alleine durch diese Konstellation wird es für jeden Trainer eine Herausforderung sein, hier eine Spielweise zu finden, diesen Kader optimal zu nutzen. Auf jeden Fall ist das für mich kein Kader, den man einfach laufen lassen kann, wenn man sich signifikant verbessern möchte.

    Finde ich nicht. Entspricht einfach dem Selbstverständnis. Aber natürlich bietet so eine Aussage auch Angriffspotenzial, wenn es nicht so läuft. Damit muss man dann im Umkehrschluss leben. Das ist okay.

    "Gehört" ist eher Anspruchsdenken, was nicht unbedingt mit einem Verdienen verbunden ist. Ich würde es bei einem Nichtmuttersprachler aber auch nicht zu sehr auf die Goldwaage legen.

    Die Aussage "gehört in die CL" ist nicht die glücklichste, freundlich formuliert. Das man das Ziel CL haben sollte, mit den Möglichkeiten in Kiel, ist doch klar. Das es dennoch nicht reichen kann, weil der Wettbewerb auch Ambitionen und Möglichkeiten hat, aber auch.

    Übertragen braucht der THW in Zukunft aber nun eben auch eine "ähnlich" gute Arbeit um eben wieder dahin zu kommen, wo der THW mal war. Im Moment sieht es aber nirgends so aus, als würde hier irgendetwas verändert an den richtigen Stellen um bzgl. guter Arbeit dahin zu kommen, im Gegenteil, es wird weitergewurschtelt und gar akzeptiert, dass man eben nicht mehr das "Non-Plus-Ultra" im Handball ist, anstatt die Gier zu haben, dass man da wieder hin will und es eben andere Leute bedarf. 3 Jahre lang nun schon ca. 20 Minuspunkte in der Liga scheint ja "akzeptabel" im Verein und es dürfen nach 3 Jahren mit klarem Abwärtstrend die gleichen weiter machen?! Innerhalb von 3 Jahren vom Titelanwärter zu "keine Chance auf den Titel, wenn irgendmöglich Platz 3", Von einigen Vereinen (SCM, Füchse) überholt und weitere Vereine setzen gerade zum Überholen an. Der THW fährt aber weiter gemütlich seinen Stiefel.

    Ich würde gar nicht mal denken, dass man das einfach akzeptiert oder etwas hinnimmt. Es scheint aber eine gewisse Betriebsblindheit der Verantwortlichen im Tagesgeschäft zu geben und von Außen auch nicht das Eingeständnis, dass man auf die falschen Pferde gesetzt hat.

    Als Kiel 18/19 wieder oben dabei war, nachdem sie von 2015 bis 2018 immer weiter abgerutscht sind, was auch mit vielen Verletzungen einher ging, war man im Aufsichtsrat sehr stolz, dass man den vielen Gislason-Raus-Rufen nicht gefolgt ist, sondern an ihm festgehalten hat. Auf etwas ähnliches wird man jetzt auch hoffen.

    Der Punkt ist nicht, dass sie verloren haben. Selbst wenn man in voller Kapelle spielt, kann man Spiele verlieren in der HBL. Wenn es nicht möglich wäre, dass ein Team, was unten in der Tabelle steht, auch eins von deutlich weiter oben schlagen kann, dann wäre Sport doch null interessant. Das ist mir persönlich dann immer zu viel von peinlich oder so zu reden. Finde ich nicht gut und das wird Wetzlar auch nicht gerecht. Die haben sich getraut in dem Spiel und sind belohnt worden.

    Ich kann mich noch an die erste Saison erinnern, die ich vom THW vollständig verfolgt habe. Das war 17/18. Da hat der THW zuhause gegen Wetzlar verloren. Hat sie jetzt auch nicht davon abgehalten in der Folgesaison wieder in die Spur zu kommen. In der letzten Saison, wo sie Meister geworden sind, haben sie zuhause gegen Leipzig verloren. Man muss da immer bisschen vorsichtig sein was die Schnelllebigkeit von Sport betrifft.

    Was mich persönlich aber stört, ist, dass man einen Spieler wie Ankermann fast schon verheizt. Es geht nicht darum, dass er nicht spielt, sondern, dass man ihm so wenig hilft. Er muss sich viel zu häufig ohne jede Teamarbeit durchsetzen. Wenn er jetzt mit 18 anfängt, das komplette Spiel Angriff für Angriff durch die Wand zu laufen, dann ist doch die Frage, wie lange seine Gesundheit das mitmacht und wie lange seine Karriere dauern wird. Beim ersten Tor vom THW stellt Načinović eine Sperre, er läuft drumherum und hat freien Abschluss. War natürlich in Überzahl, aber genau das machen Teams, die auf Durchbrüche gehen, das ganze Spiel. Dann wird das halt bei der Personalsituation das bis zum Ende gespielt. Und wenn es nicht reicht, dann reicht es eben nicht.

    Der THW hat vier erfahrene Kreisläufer im Kader und fünf Rückraumsspieler, wovon Rowher seine ersten Bundesliga-Minuten sieht und Abdelhak bisher auch gar keine Rolle gespielt hat. Das sollen sie halt 60 Minuten 7:6 mit zwei Kreisläufern spielen und gucken, dass sie darüber die Lücken blocken, die es entweder Ankermann einfacher machen oder es Lücken für Würfe aus dem Rückraum gibt. Oder auch 6:6 mit zwei Kreisläufern. Wie hilft Reinkind denn Ankermann? Umgedreht natürlich auch.

    Man spielt aber 7:6 mit den beiden Jungs aus der A-Jugend in der Mitte und Duvnjak und Reinkind als sehr breit Halbe. Welche Abwehr hat denn Angst vor Reinkind, und im Grunde auch Duvnjak, mit Platz gegen die Hand, sodass sie sich aus der Mitte ziehen lassen? Ich nehme mal, dass Ankermann und Rohwer diese Variante vom 7:6 in der A-Jungend so spielen. Ich hoffe es zumindest. Also versuchen sich die beiden Jungen in der Mitte gegen eine massive Abwehr durchzuwuseln, wo es schwierig ist keine Ballverluste zu haben. Heißt, Duvnjak und Reinkind haben nun den Job den Gegenstoß zu stoppen und schnell zurückzulaufen. Das ist doch mit Ansage, dass die beiden dann dumm aussehen.

    Die Alternative ist, dass man zu Ankermann und Rowher vor dem Spiel geht und sagt: Passt auf Jungs: Ich weiß ihr habt Bock, ihr wollt, aber wir sind sind hier dezimiert, wir haben Dienstag ein super wichtiges Spiel. Wir spielen hier vorne Handball, wo wir auf gar, gar keinen Fall den Ball verlieren, wir gehen kein Risiko und wir spielen so, dass zur Not Duvnjak und Reinkind am Ende drauflöten und wir gucken, dass wir in der Abwehr gut stehen, d.h. ihr lauft vor allem zurück, wenn die beiden werfen. Egal, wie das Spiel ausgeht, aber wir sehen zu, dass hier die Spieler, die da sind, so fit für Dienstag sind, wie es nur geht.

    Das man dieses Spiel mit 8 verliert und sich dafür der Hoffnungsträger Ankermann, der noch zur A-Jugend fahren soll, sich vollkommen verausgabt hat, ist so ziemlich das schlechteste Ergebnis, was es gibt.

    Glaubt ihr wirklich das ein anderer Trainer mit diesem , ich sage es mal ungeschminkt, Trümmerhaufen ohne Rückgrat mehr bewegen könnte ? Weniger geht ja fast nicht .

    Also einfach Spieler auf die Platte zu schicken und denen zu sagen: Haut euch rein, würde glaube ich wirklich jeder hinbekommen. Mal wirklich ehrlich gefragt: Was kommt denn mehr von Jicha? Ich habe Jicha so gut wie noch nie über Handball reden gehört. Also taktische Details. Was will er denn handballerisch sehen? Er redet immer nur über Einstellung, Wille, Kampf, Mentalität, usw. Das ist sinnvoll, wenn man eine Truppe von individuellen Top-Spielern hat, die man auf Spur halten muss, aber wenn man das nicht hat, dann muss man Spielern doch ein Gerüst mitgeben, einen Plan an dem sie sich orientieren können. Die Spieler sind doch verunsichert, weil sie sich individuell durchsetzen müssen und das aus verschiedensten Gründen in der Regel nicht können. Wenn du Reinkind spielen lassen musst, aufgrund der Personalsituation, dann spiel Handball, dass der in Wurfpositionen gebracht wird, aber keinen, wo sich Reinkind an Wuselhandball beteiligen soll, was er noch nie konnte. Und die Analyse von Jicha ist dann: Die Spieler sind keine Weltklasse. Da hat er natürlich Recht, aber gerade dann zeigt sich doch, ob ich als Trainer mehr kann, als nur Patos.