Die Tage die Doku vom ZDF zur WM 2006 gesehen. Man hat zwar noch im Gedächtnis, wie schlecht die Stimmung im Vorfeld des Turniers war, aber das Ausmaß im Nachhinein zu sehen war schon heftig. Am Ende war es dann vermutlich dieses eine Last-Minute-Tor gegen Polen, was das ganze zum Kippen brachte. Wie im Nachhinein erfahren konnte, hatte der damalige DFB-Präsident sogar den Plan B schon vorbereitet, Klinsmann mitten in der WM zu entlassen und durch Sammer zu ersetzen.
Im Fußball sind das manchmal so Kleinigkeiten. Wer hätte bei der letzten WM gedacht, dass Argentinien das nach einem 1:2 zum Auftakt gegen Saudi Arabien noch zieht.
Argentinien ist ein schönes Beispiel wie Fußball funktioniert. Die haben Jahrzehnte nichts gewonnen, auch nicht bei Copa, bis Scolari die übernommen hat. Und der hat aufgehört zu versuchen die besten Spieler irgendwie in einer Formation aufs Feld zu bekommen, sondern nach einem klaren taktischen Plan die Positionen zu besetzen, auch wenn dann Top-Leute auf der Bank saßen oder gar nicht mitgenommen worden. Zudem war ihm egal, wie gut oder schlecht es im Verein läuft, weil er wusste, dass Nationalmannschaft einfach was völlig anderes ist als Verein und hat seine Leute mitgenommen, die zu dem passten, was er spielen lassen will. So hat sich ein echtes Kollektiv gebildet und dann haben die wieder angefangen Titel zu gewinnen.