Beiträge von Kieler Jung

    Es kam beim Videogucken halt zu oft Mist bei raus (Rot für normale Gesichtstreffer vor allem). Daraus resultierten die massiv gewachsene Schauspielerei und Strafenforderei.

    Aber ist das tatsächlich ein Problem des Videobeweises und nicht vielmehr ein Problem der Regelauslegung bzw. der Linie der Schiedsrichter? Das Video zeigt ja letztlich nur nochmal die Situation und die dazu noch aus mehreren Perspektiven und in auch in Zeitlupe/Bild-für-Bild. Die Frage ist ja, was die Schiedsrichter daraus machen.

    Das zeigt sich meines Erachtens auch in der 3. Liga, in der es durchaus einige rote Karten für Gesichtstreffer gibt, die man früher so nicht gegeben hätte. Da muss man sich eben die Frage stellen, ob man das so möchte oder ob die Entwicklung lieber ein wenig zurückgedreht werden sollte.

    Ich hatte die Auslosung so verstanden, weil die EHF ein Spiel "Semi-Final 1" und das andere "Semi-Final 2" genannt hat. Sollte dies kein Hinweis auf die Reihenfolge sein, dann tut mir mein Missverständnis leid.

    Hier zum Nachschauen: https://www.youtube.com/watch?v=BYVISrDoA_k

    Aktuell steht auf der EHF-Homepage noch folgendes:

    Zitat

    Saturday 30 May, semi-finals at 12:30 and 15:30 CEST*:

    • Montpellier Handball vs THW Kiel
    • MT Melsungen vs SG Flensburg-Handewitt

    Sunday 31 May, medal matches:

    • 15:00 CEST: 3/4 placement match
    • 18:00 CEST: final

    * playing order of semi-finals to be confirmed later

    Interessante Ansätze 👍

    Natürlich lässt sich erklären, warum einzelne Spieler mehr Strafen bekommen und andere weniger bis gar keine (insbesondere Position/Körperlichkeit und auch Spielweise). Das gilt aber letztlich für alle Mannschaften sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden und würde dementsprechend für mehr Ausgeglichenheit sprechen.

    Auch klassische »Prügelknaben«, die Statistik verfälschen können, habe ich im Süden nicht entdecken können. Ich habe mir mal die Mannschaften mit der höchsten Anzahl roter Karten angesehen. Da gibt es einen der DJK SF Budenheim, der in der Saison 4⨯ rot gesehen hat (2⨯ direkt und 2⨯ dritte Zeitstrafe). In den anderen vier Mannschaften, die ich mir angeguckt habe, gibt es insgesamt 6 Spieler mit 3 roten Karten. Bei 95 roten Karten im Süden insgesamt gibt keiner dieser Spieler individuell einen Ausschlag.

    Vielleicht liegt es dann doch eher an den Schiedsrichtern. Es gibt ja einige Situationen (Gesichtskontakt beim 1gg1 oder Anlauf von außen, um nur zwei zu nennen), in denen die Wahl zwischen einer Zeitstrafe und DoB eine Gratwanderung ist. Dann müsste man überlegen, wie es zu solch unterschiedlichen Ansätzen kommt. Unterschiedliche Auslegungen der Landesverbände in den Fortbildungen?

    Abgesehen davon sind im Norden und im Süden exakt gleichviele Zeitstrafen gegeben worden, nämlich jeweils 1.256. Man kann also nicht pauschal feststellen, dass im Norden weniger bestraft wird. Trotzdem haben wir im Süden mehr als doppelt so viele dritte Zeitstrafen wie im Norden.

    Und weil (in anderem Zusammenhang) die 3. Liga angesprochen wurde, habe ich mal geguckt, ob es das Phänomen da auch gibt. Dem ist nicht so:

    Staffel Nord-West: 107 rote Karten (25,4 %)

    Staffel Nord-Ost: 97 rote Karten (23,0 %)

    Staffel Süd-West: 102 rote Karten (24,2 %)

    Staffel Süd: 115 rote Karten (27,3 %)

    Und dann habe ich auch nochmal einen Blick auf die B-Jugend geworfen, deren Vorrunden und anschließende Meister- und Pokalrunden ja auch vornehmlich regional eingeteilt werden (mit entsprechenden Schiedsrichter-Ansetzungen). Die Statistik ist da doch recht ausgeglichen, insbesondere fällt kein nennenswerter Unterschied zwischen den nördlichen und den südlichen Runden auf.

    Hallo zusammen!

    Ich glaube, das Thema passt am besten hierher... Mir ist die sehr unterschiedliche Häufung an roten Karten in der A-Jugend-Bundesliga (beide Liegen) im Vergleich von Norden und Süden aufgefallen. Konkret sieht es wie folgt aus:

    3⨯2 MinutenDoB
    1. Liga Nord9817
    2. Liga Nord61420
    1. Liga Süd152540
    2. Liga Süd192645
    4973

    (Kann man die Tabelle irgendwie etwas verkleinern?)

    Das Verhältnis von 3⨯2 Minuten zu DoB ist mit rund 40 % zu 60 % in Norden und Süden identisch. Die Gesamtanzahl der roten Karten ist jedoch sehr ungleich verteilt (30 % im Norden und 70 % im Süden).

    Hat irgendjemand eine Idee, woran das liegen könnte?

    Nicht nur, das der Norden bereits im Halbfinale wieder unter sich war: Das Finale bestreiten die Plätze 3 und 4 aus dem Norden. Ich finde das durchaus bemerkenswert, auch wenn ich natürlich weiß das die Hauptrunde Nord sehr eng war. (Bezogen auf Plätze 1 bis 4.)

    Die waren alle vier auf Augenhöhe. Als Ausreißer gab es SCM-THW 42:36 am 2. Spieltag und (doch sehr außer der Reihe; dafür mag es vielleicht eine Erklärung geben) Burgdorf-Füchse 39:28. Alle anderen 10 Spiele sind mit maximal drei Toren Differenz (und mit einer Ausnahme mit Heimsiegen) ausgegangen, konkret 3x Unentschieden und 3x ±1 Tor.

    Bemerkenswert fand ich, dass die Nord-Teams die beiden nach Punkten sehr dominanten ersten beiden Plätze aus dem Süden im Hinspiel so aus der Halle gefegt haben. Aber gut, auch da haben die Rückspiele gezeigt, dass es keine grundsätzliche Dominanz war, sondern es insbesondere auch an der Tagesform hing.

    Und das ist m.E. dass nächste Problem beim Handball. Die Schiedsrichter können, gefühlt bis zur 45./50.min, Regelverstöße en masse begehen und es wird immer wieder gesagt, dass das nicht spielentscheidend war und der Einspruch wird abgeschmettert. Für mein Verständnis ist das einfach nicht ok, aber kann jeder sehen wie er will.

    Ich kenne keine Schiedsrichter, die bis zum 45./50. Minute jede Menge Regelverstöße begehen, nur weil sie nicht anfechtbar sind. Hier geht es zudem um einen sehr ungewöhnlichen Fall, in dem der Videobeweis ein zunächst richtiges Ergebnis hat falsch werden lassen. Das passiert so ja praktisch nie.

    Protest

    Wenn das durchgeht und Schule macht können wir unseren Handball bald vergessen. -4 und Protest weil ein reguläres Tor aberkannt wurde. Welche Partie soll dann noch ohne Protest ablaufen? Und zwar runter bis zur C Jugend.

    Da sehe ich eigentlich keine so große Gefahr. Wie oft kommt es denn schon vor, dass reguläre (eindeutige) Tore nicht gegeben werden und das dann außerdem noch nachprüfbar auf Video festgehalten wurde? Abgesehen davon dürfte es Minden schwer haben darzulegen, dass diese Fehlentscheidung in der siebenten Minute spielentscheidend gewesen sein soll.

    Die SR haben sich hier auf die "letzte 30 s Regel bezogen"

    Ja, schon klar, aber nach den Regeln, die ich zitiert habe, reicht das – zumindest nach meinem Verständnis – nicht aus. Es muss eine Unsicherheit vorliegen. Die SR können nicht sagen: »Wir haben es zwar gut gesehen, wollte aber auf Nummer sicher gehen.«

    Kann ein Videobeweis gleichzeitig richtig (entschieden) und falsch (eingesetzt) sein?

    Der Strafwurf für den SC Magdeburg am Ende der Verlängerung im DHB-Pokal-Halbfinale war regelkonform und trotzdem habe ich persönlich ein Problem damit, dass in diesem Moment die Schiedsrichter nicht auf dem Feld entschieden haben, sondern zum Monitor gegangen sind. Das war eine klassische Spielsituation in der ein Angreifer den Durchbruch versucht, die Abwehrspieler die Lücke versuchen zu schließen und die Schiedsrichter entscheiden müssen, wer zuerst in der Position war und ob ein Vergehen wie z.B. ein Kreiseintritt eines Abwehrspielers vorlag. Diese Situation gibt es in einem Spiel typischerweise zehn- bis fünfzehnmal pro Spiel und die Schiedsrichter sollten über 60 (bzw. hier 70) Minuten eine klare, nachvollziehbare Linie anlegen, wie sie das beurteilen. Warum geht das in der letzten Spielszene nicht? Durch den Videobeweis kann diese Linie in der Spielführung verzerrt werden.

    Bei Marcus Hurst und Mirko Krag habe ich den Eindruck, dass sie nach dem HBL-Spiel zwischen dem VfL Gummersbach und dem SC Magdeburg im letzten Dezember eine deutliche Ansprache erhalten haben, denn seitdem haben sie sich mehrfach in Bundesligaspielen in den Schlusssekunden per Videobeweis abgesichert, anstatt auf ihre eigene Einschätzung zu vertrauen.

    Ich habe auch den Eindruck, dass gerade in so einer Situation der Videobeweis bemüht wird, um auf Nummer sicher zu gehen. Das ist nachvollziehbar, weil man ja keine falschen Entscheidung treffen möchte, die dann später mithilfe der Fernsehbilder kritisiert wird. Gleichwohl geben das die Regularien meines Erachtens eigentlich nicht her.

    Im »Reglement für den Videobeweis« des IHF heißt es...

    Zitat

    Einleitung

    Der Videobeweis bietet den Schiedsrichtern die Möglichkeit, Situationen unmittelbar auf einem Bildschirm anzusehen, wenn sie die Aktion nicht vollständig auf dem Spielfeld sehen konnten und vor dem Treffen einer Entscheidung nochmals überprüfen möchten. Dies betrifft insbesondere Schlüsselsituationen im Spiel, in denen die Schiedsrichter beschließen, sich zusätzlich zu ihrem Eindruck auf dem Spielfeld die Fernsehbilder anzusehen.

    Zitat

    Anmerkungen

    Unter allen Umständen müssen die Schiedsrichter eine Tatsachenentscheidung auf Grundlage dessen Treffe, was sie auf dem Spielfeld sehen. Der Videobeweis wird nur eingesetzt, wenn die Schiedsrichter ernsthafte Zweifel an der korrekten Entscheidung haben oder aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage waren, die Situation auf dem Spielfeld gut zu sehen.

    Aber die Schiedsrichter können/werden ja immer sagen, dass diese Voraussetzungen vorlagen.

    Man könnte auch sagen da sind die Schiris auf die Heimseite gekippt und haben mit zwei Zeitstrafen und zwei sehr schnellen Zeitspielen das Spiel gekippt.

    Das sollte man aber nicht sagen. Die beiden Zeitstrafen waren doch ganz eindeutig. Das erste Zeitspiel durch das Hin und Her an der Mittellinie und die Rückkehr in die eigene Hälfte auch (das zweite konnte ich durch die Wiederholung des Tors in meinem Video nicht sehen). Und die beiden Siebenmeter waren auch klar. Das hat Eisenach einfach nicht schlau genug gespielt. Die Schiris haben daran keinen maßgeblichen Anteil durch zweifelhafte Entscheidungen.

    Die Duelle wären also:

    Sieger aus TSV Burgdorf gg. HSG Dutenhofen/Münchholzhausen vs. Sieger aus JANO Filder gg. SC Magdeburg

    und

    Sieger aus Füchse Berlin Reinickendorf gg. TSV Bayer Dormagen vs. Sieger aus HC Erlangen gg. THW Kiel

    Das entspricht auch der Aufstellung in Wikipedia, wenngleich dort ohne Quelle (ich hoffe, die Volksstimme hat da nicht einfach abgeschrieben).

    Zitat

    Ich habe die Team so aufgeschrieben wie sie mir in den Sinn gekommen sind. Wer im HF zuerst das Heimspiel hat, weiß ich nicht.

    Das kann ja zum Halbfinale eigentlich nur gelost werden.

    Kiel - Eisenach war auch richtig und wichtig, weil ja Crunshtime. Zudem könnte man noch soweit spinnen, dass ohne den 4. Schritt wäre das Zebra niemals in die Reichweite von Walz gekommen, insofern hätte es das Foul nicht gegeben, weswegen man den zusätzlichen Schritt auch zwingend mitbetrachten muss

    Die Schritte von Ellefsen á Skipagøtu haben ja nicht das Foul an Johansson ermöglicht, der ist ja hinter dem foulenden Walz langgelaufen. [Nur zur Sicherheit: Ich halte die Entscheidung gleichwohl für richtig.]

    es sind kommende Saison 18 Spieler: ich vermute, du hast den TW Dengler vergessen

    Und das auch »nur« aktuell. Ist ja auch die Frage, ob man auf RR ausschließlich mit einem schwächelnden Reinkind und einem aktuell verletzten Madsen plant oder nicht doch noch einen dritten dazu holt bzw. verlängert...

    Das ist Kopfsache, man hat Eisenach wohl auf die leichte Schulter genommen und konnte dann nicht mehr die Intensität hochfahren…

    Ich kann mir das nicht vorstellen. Es ist ja die »stärkste Liga der Welt«, weil grundsätzlich jeder jeden schlagen kann. Dafür gibt es unzählige Beispiele. Hinzu kommen die (zumindest bis zu einem gewissen Zeitpunkt) knapperen Spiele von Mannschaften aus der Tabellenspitze gegen den Tabellenkeller. Jeder hat Erfahrung mit kippenden Spielen und wechselnden Momenta. Auch wenn man solche Spiele vielleicht üblicherweise auch dann gewinnt, wenn man zehn Minuten vor Schluss nur mit zwei Toren führt, kann es schnell anders ausgehen. Ein Fehlwurf, eine Glanzparade des gegnerischen Torwarts, ein dummer technischer Fehler und noch ein unglücklicher Pfiff und schon liegt man fünf Minuten vor Schluss hinten. Da kann man doch unmöglich mit der Einstellung ins Spiel gehen »Es ist doch nur Eisenach – die hauen wir jetzt mal eben im Vorbeigang weg«.

    Warum Rasmus nicht generell bevorzugt in der 1. Halbzeit für 10-15 Minuten einsetzen? Da wird er uns schon nicht das Spiel verlieren, sammelt Erfahrung und entlastet Erik, der dann in der Crunchtime ein paar Körner mehr hat. Die Überlastung einiger Spieler (bis hin zur Verletzung) ist doch schon lange ein Problem beim THW.

    Das frage ich mich schon länger. Gerade wenn Johansson mal wieder mit schlechter Ausbeute ins Spiel startet, kann man Ankermann doch gerne schon in der ersten Halbzeit bringen. Was soll denn Schlimmes passieren? Das Spiel wird er in der ersten Halbzeit nicht kaputt machen. Und wenn er auch nicht performt oder gar zu viele Fehler macht (was ja angesichts seiner bisherigen Leistungen nicht so wahnsinnig wahrscheinlich ist), nimmt man ihn halt wieder runter. Er hat ja gezeigt, dass ihm einiges zuzutrauen ist. Dann sollte man das auch ruhig versuchen.