Sehe ich genauso. Wenn man die "verlorenen" Sekunden eindeutig nachweisen und nachvollziehen kann, gibt das bestehende Regelwerk nichts anderes her. Auch der Spielverlauf in den letzten Sekunden belegt eindeutig, dass Leipzig in innerhalb dieser 6 Sekunden einen Treffer erzielte, der aber nicht mehr anerkannt wurde. Damit wäre ein spielentscheidender Fehler eindeutig vorhanden. Das Regelwerk sieht in einem solchen Fall nur die Möglichkeit einer Spielwiederholung vor. Wenn hier von Eisenacher Seite immer wieder angeführt wird, man sei an diesem Vorgang "unschuldig" und könne demnach nicht bestraft werden, so ist das in dieser Form nicht richtig. Wenn Eisenach einen Fehler gemacht , der eine wirkliche "Bestrafung" zur Konsequenz hätte, würde das Spiel im Nachgang für Leipzig gewertet werden. In diesem Fall steht aber gegebenenfalls eine Spielwiederholung mit offenem Ausgang zur Debatte, bzw. zum Gerichtsentscheid. Dies wäre dann keine Bestrafung sondern die logische Konsequenz aus einem Fehler des Kampfgerichtes, der letztlich eine Mannschaft bevorteilte und die andere benachteiligte.
Wäre ich Eisenacher, würde ich argumentieren, dass man wusste, dass mit der verbleibenden Spielzeit der Außen keine/eine geringe Chance hat, innerhalb der Spielzeit abzuschließen. Man hat die Abwehr darauf ausgelegt und den Wurf außerhalb der angezeigten Spielzeit in Kauf genommen. Wären 6 Sekunden mehr auf der Uhr gewesen, hätte man anders verteidigt. Ob das valide ist, kann dahingestellt bleiben. Allein die Behauptung, dass eine Bundesligamannschaft ihr Abwehrverhalten nicht auf die konkrete Spielsituation anpassen würde oder gar kann, ist ja abwegig. Insofern ist es doch völlig klar, dass mit 6 Sekunden auf der Uhr eine andere Spielsituation entstanden wäre. Leipzig hätte anders angegriffen und Eisenach anders verteidigt. Da jetzt zu sagen, das Tor ist ja nach Spielende gefallen und soll rückwirkend zählen, ist m.E. schon ziemlich absurd. Und auch die Argumentation, man hätte ja aus dem Spiel erkennen können, dass dieses oder jenes passiert wäre, weil Eisenach so und Leipzig so (in anderen Szenen oder der Schlussphase) agiert hätten... naja, dann braucht man Spiele auch nicht mehr spielen. Dann soll der Algorithmus ermitteln, was mit hoher Wahrscheinlichkeit passiert wäre oder auch nicht.
Dass man das Kampgericht für dessen Fehler bestraft sehen will, kann ich ja nachvollziehen. Ein Wiederholungsspiel sehe ich bei Leipzig. Ich glaube nicht, dass der underdog den coup wiederholen kann oder wird. Dass Eisenach dann von geklauten Punkten sprechen würde, ist wohl klar. So oder so, wird das Thema nicht "friedlich" enden. Ich persönlich würde die Punkte in Eisenach lassen.