Beiträge von Arcosh

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    "Wir haben noch immer nichts schriftlich erhalten. Unsere Anwälte haben sich bei der Kammer vorgestellt, dass sie uns in diesem Fall vertreten. Einen Einspruch haben weder sie noch wir bis heute schriftlich gesehen. Wir kennen nicht einmal den Einspruchsgrund. Ich verstehe eigentlich auch nicht, warum wir bis heute nichts bekommen haben oder gehört werden sollten.“



    Feuer frei

    Der Grund für den Einspruch muss im Spielbericht vermerkt sein. Sonst würde der Einspruch bereits aus rein formalen Gründen abgewiesen werden. Der Spielbericht dürfte dem ThSV Eisenach vorliegen.

    Ich vermute, dass diese Konstellation tatsächlich noch möglich ist. Es sind 168 von 306 Saisonspielen absolviert. Das bedeutet, in den verbleibenden 138 Spielen werden noch 276 Punkte vergeben. Gehen wir davon aus, dass Balingen die maximalen 30 Punkte holen würde, um auf 37:31 Punkte zu kommen, dann würden die übrigen 17 Vereine noch 246 Punkte in den Duellen untereinander verteilen. Die Summe der Punkte, die den übrigen 17 Vereinen fehlt um jeweils auf "nur" 36 Punkte am Ende der Saison zu kommen, ist aktuell 283. Die Diskrepanz zwischen den 283 Punkten und den noch auszuspielenden 246 Punkten scheint mir groß genug, dass sich einige Konstellationen aus Spielergebnissen finden lassen, bei denen am Ende Balingen Deutscher Meister 2023/24 wäre.

    Die gestrige Veröffentlichung seitens des ThSV Eisenach ist an Überflüssigkeit und Unprofessionalität kaum zu überbieten. Sie stellt keinen Mehrwert in der eigentlichen Sache dar und kann mit diesem Weg der Veröffentlichung (Eisenachs Geschäftsführer Rene Witte hätte auch das persönliche Gespräch mit dem DHfK Leipzig suchen können) lediglich dazu angedacht sein, in der Öffentlichkeit Stimmung gegen Leipzig und deren Einspruch zu erzeugen. Dabei hatte Eisenach vorher durchaus Sympathien auf ihrer Seite, weil die meisten Handball-Interessierten Ihnen die erarbeiteten Erfolge gönnen und Eisenach selbst keinen Fehler begangen hatte.

    Die fehlerhafte Spielzeit ist anhand des vorliegenden Spielmaterials von DYN eindeutig belegbar. Als das akustische Signal für die Auszeit ertönt, war das Spiel unterbrochen und im Bildhintergrund ist die Hallenuhr mit 58:49 zu erkennen. Noch vor dem Kameraschnitt ist zu erkennen, dass die Zeit weiterläuft und bei Ende der Auszeit verkünden der Hallensprecher und der TV-Moderator, dass nur noch 65 Sekunden zu spielen seien. Es fehlen 6 Sekunden, das Kampfgericht hat auf diesen Fehler der Zeitnahme anscheinend nicht adäquat reagiert und daher liegt meines Erachtens ein Regelverstoß gegen Regel 2:9 vor.

    Der Knackpunkt ist der "spielentscheidende" Charakter des Regelverstoßes. Das Verbandsgericht des Thüringer Handball-Verbandes hat dazu im Urteil 1/2011-2012 festgestellt:

    Zitat

    "Eine spielentscheidende Situation liegt dann vor, wenn die erkennende Rechtsinstanz zu der Auffassung gelangt, dass ohne den vorliegenden Regelverstoß eine andere Spielentscheidung mit einer „an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit“ zu erwarten gewesen wäre, d. h. wenn durch eine andere Auslegung der Situation eine andere Spielwertung nicht nur lediglich möglich, sondern hochgradig wahrscheinlich wäre."

    Leipzig kann zu Recht vorbringen, dass im letzten Angriff der Leipziger Spieler im Moment des Schlusssignals frei durch ist und 6 Sekunden mehr als ausreichend gewesen wären, um von Höhe der Mittellinie zum Tor zu ziehen und den freien Torabschluss gegen den Torhüter zu suchen. Eisenach dürfte hingegen argumentieren, dass sie den Zeitpunkt ihrer Auszeit im letzten Angriff bewusst der verbleibenden Spielzeit angepasst hatten und am Spielende zwar das passive Vorwarnzeichen gegen sie angezeigt war, aber noch zwei Pässe hätten gespielt werden können, sodass Leipzig trotz 6 Sekunden längerer Spielzeit nicht mehr zum Torabschluss gekommen wäre. Ich persönlich halte die Eisenacher Position für stark genug, um die hohe Hürde "spielentscheidend" entkräften zu können und halte daher die Veröffentlichung auf der eigenen Website für überflüssig - wenn nicht sogar schädlich.

    Mag sein aber gegen Hamburg, Stuttgart und dem BHC hat wird Erlangen so sicher Zuhause auch nicht gewinnen.

    Das behaupte ich auch nicht. Aber der Heimvorteil ist bei Spielen im Abstiegskampf ein ganz wichtiger Faktor. Schau Dir einfach die Auswärtstabelle an. Es gibt in der 1. Bundesliga lediglich drei Mannschaften, die nach der Hinrunde eine positive Auswärtsbilanz haben.

    Wenn Du von Druck sprichst, dann würde ich den Bergischen HC einwerfen. Die haben nach der EM-Pause eine ganze Reihe harter Brocken und es würde mich nicht überraschen, wenn sie Ende März auf dem 17. Tabellenplatz stehen und mit dem Rücken zur Wand abliefern müssen. Das wäre psychologisch eine ganz schwierige Konstellation.

    Natürlich ist Erlangen jetzt mittendrin im Abstiegskampf. Aber als einzige Mannschaft der unteren Tabellenhälfte haben sie nach der EM-Pause noch 9 Heimspiele und empfangen quasi alle direkten Konkurrenten zu Hause. Ich denke, dass sich andere Mannschaften da mehr Sorgen machen müssen.

    Puh ... die Rhein-Neckar Löwen erneut ohne jedes Konzept eine komfortable Führung gegen eine individuell unterlegene Mannschaft ins Ziel zu bringen. Hinze wird die EM-Pause sehr gelegen kommen und die sportliche Leitung der Rhein-Neckar Löwen wird in dieser Zeit einige Gespräche führen müssen.


    P.S.: Respekt an Sascha Pfattheicher für diese Ruhe beim letzten Wurf aus spitzem Winkel!

    Mir fällt aktuell kein Beispiel ein, bei der die Schiedsrichter selbst nach ihrer Entscheidung nochmal die Bilder heranziehen. Sei es im Fußball, Volleyball, American Football, Tennis: die Nutzung der Videobeweise werden durch andere Personen angestoßen.

    In der Basketball-Bundesliga können die Schiedsrichter selber den Videobeweis heranziehen - treffen aber zuvor immer eine Entscheidung auf dem Feld, die Bestand hat, falls die Videobilder nicht eindeutig etwas anderes zeigen. Dadurch wissen auch die Zuschauer eindeutig, welche Entscheidung seitens der Schiedsrichter überprüft wird.

    Deshalb wäre es in meinen Augen wichtig, dass die Schiedsrichter zunächst eine Entscheidung auf dem Feld treffen, bevor sie evtl. den Videobeweis zur Überprüfung nutzen. Falls die Bilder dann keine brauchbare Perspektive liefern, dann gibt es wenigstens eine Entscheidung auf Basis der unmittelbaren Wahrnehmung der Schiedsrichter. Leider geht der Handball hier einen Sonderweg im Vergleich zu den meisten anderen Sportarten.

    Rheiner:

    Das ist kein Münzwurf, sondern es gibt von der HBL und DYN festgelegte Standars, die sich leider jer nach "Wertigkeit" des Spiel unterscheiden:

    Zitat

    5. TV-Kamerastandards

    Die TV-Kamerastandards sind von DYN definiert. Der Hostbroadcaster erstellt ein Basissignal aller Liga-Spiele mindestens als Level 1 (Kamerastandard 2+2). Bei ausgesuchten Spielen erweitert der Hostbroadcaster den Kamerastandard um eine weitere Kamera auf Level 2 (Kamerastandard 3+2). Ausgewählte Topspiele werden als Level 3 (Kamerastandard 5+2) produziert.

    Quelle: HBL, Anhang DFO - Richtlinie zur Nutzung des Videobeweises

    Die Meisterschaft ist damit allerdings so gut wie entschieden. Paris St. Germain steht am Ende der Hinrunde mit 30:0 Punkten an der Tabellenspitze und die Verfolger Nantes und Montpellier haben bereits fünf bzw. sieben Punkte Rückstand. Spannung also nur noch bzgl. der Qualifikation zur Champions-League und/oder European League.

    HBW Balingen-Weilstetten - SG Flensburg-Handewitt

    SC Magdeburg - Frisch Auf! Göppingen

    TSV Hannover-Burgdorf - MT Melsungen

    Füchse Berlin - SC DHfK Leipzig

    Bergischer HC - HSG Wetzlar

    TVB 1898 Stuttgart - Rhein-Neckar Löwen

    ThSV Eisenach - HC Erlangen

    TBV Lemgo Lippe - Handball Sport Verein Hamburg

    Die wichtigen Spiele sind das direkte Duell um einen Europapokalplatz in Hannover und vor allem die richtungsweisende Partie im Abstiegskampf zwischen Eisenach und Erlangen.

    Do 01.02. - xx:xx VfL Gummersbach - THW Kiel

    Das Spiel wird erst im Mai stattfinden.

    Einerseits darf man in Kassel natürlich verlieren, aber andererseits fühlt sich diese Niederlage vermeidbar an. Mit Milos Vujovic und Giorgi Tskhovrebadze haben heute leider die falschen Spieler in der Crunchtime die Verantwortung übernommen. Beide hatten keinen guten Tag und trafen auch in den Schlussminuten schlechte Wurfentscheidungen.

    Es macht Spaß Erik Balenciaga beim Handballspielen zuzuschauen und gemeinsam mit Simic war er heute der Garant für den Heimsieg Melsungens. Bei Julius Kühn hingegen kann ich mir in der aktuellen Form nicht vorstellen, dass er kommende Saison in der 1. Bundesliga spielen wird.

    Der VfL Gummersbach hatte in der Hinrunde bislang neun Heim- und sieben Auswärtsspiele und somit ist ein Auswärtsspiel in Leipzig zum Ende der Hinrunde nur folgerichtig. Die Rückrunde hätte zunächst ein Auswärtsspiel, dann ein Heimspiel gegen Kiel und danach wieder zwei Auswärtsspiele vorgesehen. Das ist ein normaler Spielplan. Dass jetzt das Heimspiel gegen Kiel verlegt werden musste (und wahrscheinlich erst im Mai ausgetragen werden kann) und ein Pokalspiel in Berlin dazu gekommen ist, führt dann zur Serie von fünf Auswärtsspielen in Folge.

    Ich gehe aber dann davon aus, dass der THW eine Wildcard für die CL 24/25 von der EHF bekommen wird

    Die HBL würde nicht den Affront begehen den THW Kiel als Dritt- oder Viertplatzierten der 1. Bundesliga für ein Upgrade vorzuschlagen und dabei den Vizemeister zu übergehen. Zudem ist das in den HBL Durchführungsbestimmungen eindeutig geregelt.

    Das dritte Jahr in Folge hat der VfL Gummersbach das DHB-Pokal-Viertelfinale erreicht. Ein - wie ich finde - beachtlicher Erfolg. Insbesondere wenn man bedenkt, dass der Verein vor zwei Jahren noch in der 2. Bundesliga spielte. Die letzten beiden Jahre hatte der VfL Gummersbach im Viertelfinale Losglück, konnte dieses aber trotzdem nicht zum Einzug ins Final Four nutzen. Vielleicht ist uns die Losfee ein drittes Mal hold (Nettelstedt (A) oder Hamburg (H)) und dem VfL Gummersbach gelingt die Rückkehr in die Kölnarena, wo 2011 im Europapokal in einem sensationellen Endspiel der letzte Titelgewinn gelang.

    Dienstag, 12.12.2023

    19:00 Uhr: HSV Hamburg - ThSV Eisenach

    19:30 Uhr: SG BBM Bietigheim - Füchse Berlin

    20:00 Uhr: SC DHfK Leipzig - MT Melsungen

    Mittwoch, 13.12.2023

    19:00 Uhr: SC Magdeburg - HSG Wetzlar

    19:00 Uhr: VfL Eintracht Hagen - TuS N-Lübbecke

    19:00 Uhr: TuSEM Essen - Rhein-Neckar Löwen

    19:30 Uhr: VfL Gummersbach - Frisch Auf Göppingen

    19:30 Uhr: SG Flensburg-Handewitt - Bergischer HC

    Hamburg, Magdeburg und Flensburg sehe ich sicher im Viertelfinale. Berlin und die Rhein-Neckar Löwen sollten in den ersten Minuten für klare Verhältnisse sorgen, um erst gar keine Pokal-Atmosphäre und den Glauben an eine Sensation bei den Zweitligisten aufkommen zu lassen. Die übrigen drei Spiele in Leipzig, Hagen und Gummersbach sehe ich komplett offen und hoffe auf spannende Spiele (... na gut, in Gummersbach wäre mir ein klarer Spielverlauf zu Gunsten der Gastgeber auch Recht ;) )

    Wenn das Spiel bereits nach 59:54 abgepfiffen wird statt nach 60:00 scheint doch zumindest einer der Schiedsrichter und/oder Zeitnehmer n spielentscheidenden Regelverstoß begangen zu haben.

    Das Spiel wurde regelkonform bei 60:00 beendet. Die Aussage seitens der Leipziger ist, dass während des Spiels die Spielzeit um 6 Sekunden angepasst worden sei, so dass ihrer Argumentation folgend netto nur 59:54 Minuten gespielt worden wären.