Beiträge von Arcosh

    @S.A.M.:

    Natürlich ist das weder eine neue noch eine Handball-spezifische Beobachtung, dass es bei Schiedsrichter-Entscheidungen im Sport meist unbewusste Tendenzen zugunsten des Favoriten, aber auch zugunsten der Heimmannschaft gibt - und trotzdem ärgere ich mich im ersten Moment über den konkreten Einzelfall.

    TSV Hannover-Burgdorf - SG Flensburg-Handewitt

    Füchse Berlin - TVB 1898 Stuttgart

    TBV Lemgo Lippe - MT Melsungen

    THW Kiel - Bergischer HC

    HC Erlangen - Frisch Auf! Göppingen

    VfL Gummersbach - ASV Hamm-Westfalen

    Handball Sport Verein Hamburg - GWD Minden

    SC Magdeburg - HSG Wetzlar

    Rhein-Neckar Löwen - SC DHfK Leipzig

    Natürlich war der VfL Gummersbach in den letzten zehn Minuten mit seinen Kräften am Ende. Dann bekommt Blohme die Zeitstrafe zur doppelten Unterzahl obwohl es eher so aussah, dass er sich vom Außenspieler wegdreht (wobei ich das anhand der TV-Bilder nicht abschließend beurteilen kann oder will) und im folgenden Angriff geht der Arm der Schiedsrichter unverhältismäßig schnell nach oben. Durch diese doppelte Unterzahl kommt der SCM zu zwei einfachen Toren und überhaupt erst dem Anschluss. Dann wird Zeman auf die Bank geschickt obwohl er keine Bewegung auf Weber zu macht, dieser aber dafür umso dramatischer zu Boden sinkt. Der letzte Siebenmeter bei angezeigtem passiven Spiel war schlicht eine Fehlentscheidung und hat die letzte Chance des VfL auf ein Unentschieden beendet.


    Jetzt gilt es auf diese Leistung aufzubauen und am Wochenende gegen Hamm nachzulegen.

    Richtig starke Leistung des VfL Gummersbach und dann packen die Schiedsrichter am Ende deutlich den Meisterbonus aus und rauben dem VfL mindestens einen verdienten Punkt! Geschenkte Überzahlsituationen und Siebenmeterentscheidungen, die von keiner Regel gedeckt sind bringen den SCM überhaupt erst in Führung.

    Bei Rot bezog ich mich auf Christian Zeitz. Wenn ich die Absicht des Kopftreffers aus dem Spiel heraus erkenne, kann ich als Schiedsrichter nun auch Rot geben, konnte ich früher nicht.

    Die aktuelle Regeländerung bezieht sich einzig und allein auf eine Hinausstellung gemäß Regel 8:8 bei freiem Wurf an den Kopf des Torhüters. Bezüglich der Disqualifikation gibt es keine Regeländerung. Ein absichtlicher Wurf an den Kopf eines Gegenspielers hätte schon immer mit einer Disqualifikation bestraft werden können, aber wie würde ein Schiedsrichter die Absicht erkennen bzw. beurteilen wollen, wenn dies der Spieler nicht z.B. vorher verbal ankündigt?


    Kay Holm kommentiert die hier auftretenden Fragen bei Handball-World alle sehr gut.

    1. Es geht nicht um das "landen", sondern um den Kontakt beim Absprung!

    2. Ich würde gerne sehen, wie Du, wenn Dein Arm bereits mit vollem Schwung in der Vorwärtsbewegung ist, noch auf eine Bewegung des Torwarts reagierst und eine Korrektur des Wurfs vornimmst. Meines Erachtens ist das in der Kürze nicht möglich.

    Zu 2.: Wenn die geringe Bewegung des Torwarts während des Armzugs des Werfers bereits genügt, um den Kopf in die Flugbahn des Balles zu bewegen, dann hat der Werfer von Anfang an einen Wurf sehr knapp am Kopf des Torhüters vorbei geplant. Das kann er natürlich machen, aber damit nimmt er die erhöhte Chance eines Kopftreffers billigend in Kauf und dies wird ab dieser Saison bestraft - sofern es tatsächlich zum Kopftreffer kommt. Es ist ja nicht so als ob es beim freien Wurf nicht ausreichend Ecken des Tores und Wurfvarianten gäbe, bei denen der Kopf des Torwartes nicht in der Flugbahn des Balles ist.

    Prämisse diverser Regeländerungen bzw. Regelauslegungen der letzten Jahre war der Schutz der körperlichen Unversehrtheit der Akteure und dazu wurden stets die in die Pflicht genommen, die den Kontakt vermeiden können. Abwehrspieler beim Stoßen gegen im Sprung befindliche Gegenspieler, Torhüter beim Kontakt im Tempogegenstoß, Verteidiger beim Kontakt mit dem Außen beim Absprung und nun Angreifer beim freien Wurf aufs Tor. Die aktuelle Regeländerung ist also nur eine konsequente Fortführung der letzten Jahre.

    Nein, jetzt mal im Ernst. 0,5l ist ein im Osten gängiges Maß für den Bierkonsum. Sei es in Flaschen oder vom Fass.

    Im Norden und Westen der Republik ist 0,33l verbreitet.

    0,33l-Bierflaschen sind ein Trend der letzten etwa zehn Jahre. Vorher waren im Westen Deutschlands die 0,5l-Bierflaschen das gängige Maß.

    Kein Kommentator oder Experte in Deutschland hat m.E. die Regelkenntnis, um z.B. die Letzten-30-Sekunden-Regeln richtig zu bewerten.

    Und auch z.B. die Szene von Eulen - Balingen am Ende hätte doch keiner von denen dem Zuschauer erklären können.

    Schiedsrichter werden nicht als solche geboren, sondern dazu ausgebildet. Wieso sollten ehemalige Profispieler nicht erfolgreich eine Schiedsrichter-Ausbildung durchlaufen können und anschließend von ihrer Erfahrung aus Spielerperspektive profitieren?

    Bei 31:40 bekam Matthes 2 min für einen Kopftreffer gegen Landin. Wie ist da die Bewertung der Szene? Der Kommentator meinte, dies sei eine klare Zeitstrafe. Jedoch folgt Landin der Bewegung des LA und verändert damit auch die Position seines Kopfes. Ich sehe das deshalb kritischer und nicht so glasklar wie der Kommentator.

    Im Gegensatz zum Kopftreffer beim Siebenmeter ist beim freien Wurf nicht entscheidend ob sich der Torwart bewegt - solange er den Kopf nicht aktiv in Richtung des Balles bewegt. Dazu die neue Regel im Wortlaut:

    SG Flensburg-Handewitt - GWD Minden

    SC DHfK Leipzig - THW Kiel

    HSG Wetzlar - Füchse Berlin

    Frisch Auf! Göppingen - TBV Lemgo Lippe

    Bergischer HC - TSV Hannover-Burgdorf

    MT Melsungen - Handball Sport Verein Hamburg

    TVB 1898 Stuttgart - HC Erlangen

    ASV Hamm-Westfalen - Rhein-Neckar Löwen

    VfL Gummersbach - SC Magdeburg

    Für den VfL Gummersbach ein entspannter Heimauftakt, denn gegen den amtierenden deutschen Meister kannst Du als Aufsteiger fast nur gut aussehen. Ich hoffe, dass unser Mittelblock ähnlich gut steht wie im Spiel gegen den TBV Lemgo, denn den SCM zu Würfen aus der Ferndistanz zu zwingen, dürfte das Mittel der Wahl sein.

    Melsungen startete voller Euuphorie in die neue Saison und ist bereits nach 60 Minuiten wieder am Boden der Tatsachen. Bei gut aufgelegten Rhein-Neckar Löwen ist eine Niederlage keine Schande, aber so vollkommen chancenlos mit -11 Toren unter die Räder zu kommen, darf einer ambitionierten Mannschaft nicht passieren.Die Rhein-Neckar Löwen setzen die neue Anwurf-Regel gut ein und kamen so zu einfachen Toren, weil das Rückzugsverhalten der MT nicht gut war.

    Jetzt müssen Kiel und Magdeburg nachlegen, wenn sie morgen die Tabellenführung übernehmen wollen. ;)

    Falls der Zeitnehmer das Team Time Out der Ludwighafener angenommmen und das Spiel per Pfiff unterbrochen hat, bevor der Nachwurf des ersten Siebenmeters im Tor war, dann kann das Tor nicht zählen. Da sich die Eulen nach Ansicht der Schiedsrichter jedoch zum Zeitpunkt des Pfiffes nicht in Ballbesitz befanden, hat es sich aber um einen unberechtigten Pfiff des Zeitnehmers gehandelt. Gemäß Regel 14:1b ist daher auf 7m für Balingen zu entscheiden. Die Schiedsrichter haben also nicht den ursprünglichen Siebenmeter widerholen lassen, sondern auf einen weiteren Siebenmeterwurf entschieden.

    Eulen Ludwigshafen - HBW Balingen Weilstetten 33:34

    Das riecht nach Einspruch. Bei 59:54 erhält Balingen beim Stand von 33:33 einen Siebenmeter zugesprochen. Der Balinger vewirft, bekommt aber den Abpraller und verwandelt diesen zum vermeindlichen Sieg. Dann meldet sich das Kampfgericht, weil der Ludwigshafener Trainer unmittelbar nach dem gehaltenen Siebenmeter und noch bevor der Nachwurf erfolgte, eine Team Time Out beantragte. Ludwigshafen argumentierte wohl, dass nach der Parade die Eulen in Ballbesitz gewesen seien. Lange Beratungen der Schiedsrichter führen schließlich zur Wiederholung des Siebenmeters - ohne irgendeine Sanktion gegen die Ludwigshafener Bank. Im zweiten Versuch trifft Balingen direkt vom Siebenmetzer und das Spiel ist beendet.


    Edit: Vermutlich war die Entschiedung der Schiedsrichter richtig. Falls der Zeitnehmer das Team Time Out der Ludwighafener angenommmen und das Spiel per Pfiff unterbrochen hat, bevor der Nachwurf des ersten Siebenmeters im Tor war, dann kann das Tor nicht zählen. Da sich die Eulen nach Ansicht der Schiedsrichter jedoch zum Zeitpunkt des Pfiffes nicht in Ballbesitz befanden, hat es sich aber um einen unberechtigten Pfiff des Zeitnehmers gehandelt. Gemäß Regel 14:1b ist daher auf 7m für Balingen zu entscheiden. Die Schiedsrichter haben also nicht den ursprünglichen Siebenmeter widerholen lassen, sondern auf einen weiteren Siebenmeterwurf entschieden.

    Eine blaue Karte ist meiner Ansicht nach zu hart für die Tätlichkeit von Weller gegen Gottfridsson. Die Beurteilungskriterien für eine Blaue Karte nach Regel 8:6 sind:

    Zitat

    a) besonders rücksichtslose oder besonders gefährliche Vergehen;

    b) eine vorsätzliche oder arglistige Aktion, die ohne jeglichen Bezug zu einer Spielhandlung stattfindet;

    "besonders rücksichtlos" ist dabei schon die Steigerung zu "rücksichtslos" bei den Beurteilungskriterien für eine Disqualifikation nach Regel 8:5. Die besondere Rücksichtslosigkeit oder besondere Gefährlichkeit kann ich in den Videobildern nicht erkennen. Weller steht mit dem Rücken zu Gottfridsson, d.h. er attackiert ihn nicht "gezielt" gegen ein bestimmtes Körperteil o.ä. und es besteht bei der Tätlichkeit ein klarer Bezug zu einer Spielhandlung. Eine Rote Karte hätte ich für angemessen empfunden.


    Beim Siegtor arbeitet Golla zwar mit dem Arm gegen den Verteidiger, aber dieses Maß an Körperkontakt wird beim Kreisspiel in der HBL quasi nie sanktioniert.

    Erster Spieltag, erste Auswärtsfahrt und direkt zwei Punkte für den Klassenerhalt! Es war eine sehr gute und konzentrierte Leistung des VfL Gummersbach und ein verdienter Sieg. Einer der Schlüssel zum Erfolg war, dass sich der VfL Gummersbach kaum technische Fehler und damit verbundene unnötige Ballverluste erlaubt hat. Das hat mich begeistert und insbesondere im Auftaktspiel der Saison mit neuen Spielern auf Schlüsselpositionen hätte ich das so nicht erwartet.

    Die Routiniers Dominik Mappes und Tibor Ivanisevic haben ihr Können gezeigt und die Mannschaft angeführt. Tom Jansen ist anfangs blass geblieben und hat sich selber wenig zugetraut, aber wenn er bei angezeigtem passiven Spiel den vierten Pass erhalten hatte und Werfen musste, dann hat er mehrfach gezeigt wie treffsicher er sein kann. Miro Schluroff und Julian Köster sind eine richtig gute Doppelbesetzung im linken Rückraum! Zudem bildet Köster in der Abwehr zusammen mit Stepan Zeman einen beeindruckenden Mittelblock, da noch so manchen Gegner vor Probleme stellen wird.

    Der TBV Lemgo jedenfalls fand wenig spielerische Lösungen gegen die VfL-Abwehr. Lediglich über Kreisanspiele kamen die Gastgeber immer wieder zu sehenswerten Toren. Überrascht war ich zudem, dass Florian Kehrmann das 7-gegen-6-Überzahlspiel erst in der 55. Minute probiert hat - viel zu spät um das Spiel noch drehen zu können.


    So darf die Saison gerne weitergehen. :klatschen: