Beiträge von Arcosh

    Was ich überhaupt nicht verstehe, in den Lizenz Bestimmungen steht doch ganz klar drin, das die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden muss.

    Wie kann das ein Club, der mehrere Jahre in Folge nur durch Kredite überleben kann?

    Für mich ist da einfach keine Leistungsfähigkeit vorhanden. Wieso gibt es dann immer wieder eine Lizenz?

    Ein Kredit ist per se nichts Schlechtes. Der Kreditgeber stellt liquide Finanzmittel zur Verfügung, denen seitens des Kreditnehmers normalerweise gebundene Werte zur Absicherung des Kredites gegenüberstehen. Beim HSV Handball ist angesichts der Kreditsumme, aber fraglich, ob es Werte in ausreichender Höhe überhaupt gibt. Das ist das eigentliche Problem.

    Wer weiß, welche Gründe für Bertram Obling ausschlaggebend sein werden, aber sportlich wundern mich die Gerüchte bzgl. der MT Melsungen. Als er vor zwei Jahren beim VfL Gummersbach unterschrieben hat, haben sich nicht wenige über diesen Wechsel gewundert, denn in Erlangen war Bertram Obling nicht sonderlich aufgefallen. Zwei Jahre später hat er Dominik Kuzmanovic als die Nummer 1 beim VfL Gummersbach verdrängt - nur um sich dann in Melsungen hinter Publikumsliebling Nebojsa Simic anzustellen? Zumal die MT Melsungen aktuell unter sportlichen Gesichtspunkten kein großer Aufstieg wäre.

    Aus Spielersicht ist gerade für die richtig guten Leute ja auch eine entspannte Nummer. Entweder es läuft rund und man freut sich, oder der Verein kriegt keine Lizenz und du kannst einfach sofort anderswo unterschreiben. Ein Herr Jacobsen z.B. dürfte eher den einen oder anderen Interessen mehr haben als vor der Unterschrift in Hamburg.

    Als Profisportler muss man sicherlich eine gewisse Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsortes mitbringen. Ob man aber sehenden Auges ein erhöhtes Risiko eingehen will, wird von Spieler zu Spieler sehr unterschiedlich sein und z.B. mit der familiären Situation zusammenhängen. Mit Frau und Kindern wird man vielleicht lieber 3-5 Jahre an einem Ort leben wollen, während einem Junggesellen mit Anfang 20 ein kurzfristiger Vereinswechsel weniger Sorgen bereitet.

    Zudem klingt "der Verein kriegt keine Lizenz und du kannst einfach sofort anderswo unterschreiben" auch einfacher, als es in Wirklichkeit ist. In der HBL werden die Ergebnisse des Lizenzierungsverfahrens Mitte April bekannt gegeben. Im Falle einer verweigerten Lizenz folgen dann Bedingungen, Nachbesserungen, Widersprüche, juristische Verfahren, etc. und bis Saisonende hängt alles in der Schwebe. Im Juni/Juli sind die Vereinsbudgets längst verplant und auch die richtig guten Leute haben keine so große Auswahl mehr, wie sie es noch im November/Dezember des Vorjahres gehabt hätten.

    Eigentlich keine neuen Erkenntnisse. Es war von Anfang an kommuniziert worden, dass Investor Philipp J. Müller die Millionensumme nur als Darlehen bereitstellt. Der Versuch das Darlehen durch die Veräußerung von Anteilen an der Spielbetriebsgesellschaft zu tilgen, ist ein möglicher Strohhalm. Dazu Auszüge aus einem anderen Abendblatt-Artikel von gestern:

    Selbst bei einer Bewertung von 20 Mio. wären die verfügbaren 19,56% an der Spielbetriebsgesellschaft nur ca. 4 Mio. € wert und somit nicht einmal die Hälfte der geschätzten Darlehenssumme.


    Besorgniserregend ist der Rückgang der Sponsoren. Einmal mehr hängt in Hamburg alles von einem einzelnen Geldgeber ab und schon jetzt ist Philipp J. Müller kein Investor mehr, sondern ein Gönner wie eins Andreas Rudolph.

    Zitat

    Sponsoren-Einnahmen sind weit unter den Erwartungen

    Weil Ablösesummen und TV-Gelder im Handball kaum eine Rolle spielen, bleiben dem HSVH nur noch die Sponsoren als Hoffnung. Und da stagnieren die Einnahmen nicht nur, sondern nehmen ab. Zahlreiche größere Unternehmen wie Eurowings sind vom Trikot verschwunden. Große Werbeflächen sind frei, die Aktion „Wir für Hamburg“, bei der Unternehmen nur an einzelnen Spieltagen auf dem Bauch präsent sein können, muss man bisher als Flop ansehen. Nicht mal gegen Magdeburg, wo auswärts durch die MDR-Übertragungen die größte Sichtbarkeit der Saison erzielt wird, fand sich ein interessierter Sponsor.

    SCM also in 38 HBL-Heimspielen seit Einfürung des Videobeweises keine direkte rote Karte zu Hause. :huh: :huh: :huh:

    Diese Aussage hat allerdings nur einen Wert, wenn Du zum Vergleich die Anzahl der Roten Karten gegen den SC Magdeburg in den 38 HBL-Heimspielen vor Einführung des Videobeweises gegenüberstellst.

    Wie viele glatte rote Karten haben der SCM und Flensburg seit Einführung des Videobeweises zu Hause gekriegt?

    Ich weiß es nicht; dürften aber sehr, sehr wenige sein.

    Die direkten Roten Karten statistisch signifikant auszuwerten, ist schwierig, weil die Anzahl sehr gering ist - egal ob mit oder ohne Videobeweis. Hier ein kurzer Blick in die offizieller HBL-Statistik. Der Videobeweis wurde zur Saison 2023/24 eingeführt.

    SG Flensburg-Handewitt

    - Saison 2025/26: 0 Rote Karte

    - Saison 2024/25: 1 Rote Karte (Johannes Golla (20. Minute) im Auswärtsspiel beim SC Magdeburg (Schiedsrichter Hurst/Krag))

    - Saison 2023/24: 3 Rote Karten (Johannes Golla (46. Minute) & Mads Mensah (50. Minute) im Heimspiel gegen Balingen (Schiedsrichter Jansen/Hellbusch), Jim Gottfridsson (57. Minute) im Heimspiel gegen den SC Magdeburg (Schiedsrichter Hurst/Krag))

    - Saison 2022/23: 2 Rote Karten

    - Saison 2021/22: 1 Rote Karten

    SC Magdeburg

    - Saison 2025/26: 0 Rote Karte

    - Saison 2024/25: 1 Rote Karte (Christian O'Sullivan (25. Minute) im Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin (Schiedsrichter Brodbeck/Reich - Berlin wollte nach dem Spiel Protest einlegen)

    - Saison 2023/24: 2 Rote Karten (Janus Smarason (54. Minute) im Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin (Schiedsrichter Thiyagarajah/Thiyagarajah), Oscar Bergendahl (24. Minute) im Auswärtsspiel beim ThSV Eisenach (Schiedsrichter Merz/Kuttler))

    - Saison 2022/23: 2 Rote Karten

    - Saison 2021/22: 3 Rote Karten

    daraus folgt:

    Schon vor Einführung des Videobeweises haben die beiden Vereine sehr wenige direkte Rote Karten erhalten. Seit Einführung des HBL-Videobeweises hat der SC Magdeburg zuhause keine direkte Rote Karte bekommen, aber die SG Flensburg-Handewitt hingegen 3 von 4 Roten Karten in eigener Halle.

    Es gibt Situationen in denen die Schiedsrichter aus schwer nachvollziehbaren Gründen auf den Einsatz des Videobeweises verzichten. (Wer nicht zum Monitor geht, muss nicht die Rote Karte zeigen!) Gefühlt wird öfter bei Vergehen von prominenteren Spielern des Gastgebers darauf verzichtet zu genau hinzuschauen. Aber ich gebe zu, dass es dies eine subjektive, anekdotische Evidenz ist und im Endeffekt ist es auch nur eine Verschiebung des vorher ohne Videobeweis schon bestehenden Problems beim Aussprechen von Disqualifikationen.

    Das wird aber bei DYN ständig suggeriert.

    Und wer spielt das denn dann immer vor und zurück? Der Regisseur für die Zuschauer, oder wie?

    Im Podcast Fomtastisch wurde im April 2025 dargelegt, dass die Schiedsrichter dieselben Kameraperspektiven zur Verfügung haben wie DYN, aber die DYN-Bildregie unabhängig arbeitet und die Bildauswahl im Stream nicht identisch ist mit den Videosequenzen, die die Schiedsrichter gerade am Bildschirm sehen.

    Brennpunkt Videobeweis im Handball I FOMtastisch - Der Daily Handballpodcast vom 22.04.2025


    Edit: Wobei man die Schilderungen wohl auch so deuten könnte, dass im Stream zunächst die Videosequenzen des Videobeweis übernommen werden und parallel dazu die DYN-Regie ihre Bild-Auswahl trifft, die dann im Anschluss dem Zuschauer präsentiert werden.

    Ja, weiß ich noch. Die Aussies wurden richtig abgefeiert.

    Gilt eigentlich die 10000 + X-Regel nur für Hallen, in denen Schland Länderspiele austrägt?

    Ist das eine DHB-Reegel oder was internationales?

    Kann ja dann eigentlich nicht sein.

    Für die Handball-WMs 2029 & 2031 hatte die IHF vom Ausrichter Hallenkapazitäten von mindesten 4.000 für Vor- und Hauptrundenspiele gefordert, mindestens 8.000 bei Viertelfinalspielen und mindestens 15.000 für das Finalwochenende. (LINK)

    Sonntag ist doch Volkstrauertag. Ich glaube da wird nicht gespielt.

    Ja, es ist ein stiller Tag, aber beispielsweise NRW (Bergischer HC) untersagt am Sonntag Märkte, Sportveranstaltungen und Volksfeste nur zwischen 5 und 13 Uhr.

    In Bayern (HC Erlangen) sind Sportveranstaltungen, ausgenommen am Karfreitag und am Buß- und Bettag, auch an stillen Tagen erlaubt.