Hexenkessel in der Provinz

  • Nach einem anstrengendem Wochenende wollte ich das Forum zu meinem Nutzen und zu Eurer Erbauung eimal um Rat fragen.

    Ein "einfaches" ROL Männer wurde am Wochenende zum Hexenkessel. Ich hatte vorher angefragt und es hies, es gäbe keine gegenseitigen Probleme und die Halle wäre auch nicht für Schwierigkeiten bekannt. Die Realität war dann eine andere. :)

    15-20 Zuschauer, die lautstark jede Entscheidung auf der Platte in Frage stellten, die - ungewöhnlich kompetent und lautstark - über die Schiedsrichter lästerten, wenn sie nicht gerade wütend brüllten, weil der Heimmannschaft übles angetan wurde (z.B. ein Pfiff nach Schritten^^). Beide Mannschaften ließen sich aufstacheln.

    Das Kampfgericht war zu 50% Neu und zu weiteren 50% Jung. Die Uhr ließ sich nicht von 25 auf 30 Minuten umstellen. Man war dann der Meinung man hätte es geschafft. Im Ergebnis allerdings nicht.

    Das Kampfgericht hatte 2 Minuten für einen Heimspieler notiert, hat sich dabei aber um eine Minute vertan und tatsächlich nur 1 Minute aufgeschrieben. Und, welch Überraschung, wir auf der Platte waren auch nicht fehlerfrei. Die Spieler übrigens auch nicht.^^


    Ich möchte mich erstmal auf 3 Dinge beschränken:

    - Das Kampfgericht hat bei einer 2 Minutenstrafe für die Heimmannschaft sich in der aufzuschreibenden Minute geirrt. Der Spieler wurde also nach einer statt zwei Minuten wieder auf die Platte gelassen. Das Kampfgericht bemerkt den Fehler, unterbricht und fragt was zu tun ist. Insestiert, ob der Spieler noch 1 Minute auf die Bank soll. Mit der Begründung, dass es sich um unseren Fehler (Kampfgericht/Schiedsrichter) handelt, entscheide ich spontan, den Fall nicht aufzurollen sondern weiterzuspielen. Anders als man vermuten könnte spielte die aufgeheizte Stimmung für mich dabei keine Rolle. Ich hätte vermutlich in jeder Situation so entschieden, dass Problem nicht zu thematisieren. Trägt meine Argumentation, dass die Mannschaft keinen Fehler gemacht hat und daher eine Fortsetzung akzeptabel ist? Es öffnet natürlich dem Kampfgericht Tür und Tor weitere Fehler zugunsten der Heimmannschaft zu machen.

    - Der Uhr-Fehler wurde natürlich uns Schiedsrichtern angelastet. Als also nach 25 Minuten die Sirene ertönte, in dem hitzigem Spiel, war es die zusätzliche Krönung des Spiels. Wir haben dann mit einer Standuhr die weiteren 5 Minuten rumgebracht, weil die Uhr oben nicht zu aktivieren war, laut Kampfgericht (ja, ja, natürlich musste das irgendwie gehen, aber die waren unter Strom und unter Zeitdruck). Dabei muss es weitere Probleme gegeben haben, weil nach einiger Zeit erst 30 Sekunden auf der Uhr vergangen waren. Irgendwann endet die Halbzeit.
    Zu Beginn der neuen Halbzeit hatte das Kampfgericht eine gute Idee, hat aber vergessen uns zu informieren. Sie haben die ersten 5 Minuten über die Standuhr gemacht und erst die restlichen 25 Minuten über die Uhr oben. Damit würde das Ende richtig über die Signaluhr gehen. Da wir und die Halle nicht informiert waren gab es trouble mit der nicht laufenden Hallenuhr. ;)
    Wir Schiedsrichter sind für die Zeit verantworlich. So wie es gelaufen ist, war es eine Katastrophe und wäre es wohl auch in einem normalem Spiel gewesen. Hat jemand einen Praxistip, wie man das beim nächstenmal besser löst?

    - In der zweiten Halbzeit wurde es etwas ruhiger. Beide Mannschaften haben den Stresspegel etwas runtergefahren, die 10 Tore Differenz wird geholfen haben. Dafür gab es den Dauerredner, der jeden kleinen Schritt von uns Schiedsrichtern negativ kommentiert hat. Mein Partner war dagegen den Trainer aufzufordern einzugreifen, weil er befürchtete, dass aus dem verbalem Problem eine Schlägerei wird. In der Annahme, die Randalierer wären angetrunken. Andererseits hätte es uns ja schon Wesentlich geholfen, wenn der Ex(?) Schiedsrichter seine Kommentare gelassen hätte. Wie sind Eure Erfahrungen/Meinungen?

    Vielen Dank für Eure Mühewaltung vorab.

  • 1. Geht ein Spieler auf Grund des Kampfgerichtes oder einer falschen Anzeige zu früh ins Spielfeld zurück, wird die Zeit angehalten und der Spieler wieder vom Feld geschickt, wo er dann die restliche Strafzeit absitzen muss. Es gibt aber keine weitere Strafe für ihn.

    Bei dem Uhr-Problem: Wenn die Zeitmessanlage Probleme macht oder ihr sie nicht einwandfrei steuern könnt, muss entweder eine analoge Tischuhr mit mindestens 21 cm Durchmesser oder der digitale Handball-Timer verwendet werden. Oder man nimmt am besten eine elektronische Tisch-Spielstandsanzeige, wenn die ZMA garnicht bedienbar ist.

    Ansonsten, es gibt ja sicher auch noch die berühmten Klapp-Punktetafeln mit der digitalen oder analogen Tischuhr zusammen.

    Wenn euch jemand anpöbelt, hat der Heimverein dafür Sorge zutragen, dass derjenige dann durch Ordner im Notfall aus der Halle geworfen wird, da der Heimverein Hausrecht hat und für eure Sicherheit verantwortlich ist, daher müssen ja auch Ordner gestellt werden.

  • Bei dem Uhr-Problem: Wenn die Zeitmessanlage Probleme macht oder ihr sie nicht einwandfrei steuern könnt, muss entweder eine 21er-Uhr (also die analoge Tischuhr) oder der digitale Handball-Timer verwendet werden. Oder man nimmt am besten eine elektronische Tisch-Spielstandsanzeige.

    Du empfiehlst also, diese immer dabei zu haben, als Schiedsrichter?

    Ich hatte es (im Nachhinein) befürchtet, dass die Minute hätte rangehängt werden müssen.

  • Wieso du? Die Tischuhr (analog oder digitaler Timer) gehört zur Ausrüstung eines Z/S-Koffers (wenn sie nicht woanders aufbewahrt wird) und muss daher vom Heimverein bereit gestellt werden. Der Heimverein hat auch Sorge zu tragen, dass die Technik funktioniert. Und er stellt deshalb auch die ZMA-Bedienung bereit. Diese wird dann auch überprüft (auch vom Zeitnehmer / Sekretär), ob.alles funktioniert (Hupe in Ordnung, Bedienbarkeit vorhanden usw). Und wenn es dann Probleme mit der ZMA gibt, muss im Notfall dann entweder die 21er-Uhr oder der Handball-Timer bereitstehen, zwecks Verwendung. Ach ja, wenn die Tischuhr benutzt wird, muss bei jeder Spielunterbrechung die Zeit angesagt werden. Und wenn auch noch die ganze Technik versagt, muss der Heimverein eine Klapptafel oder eine elektronische Tisch-Spielstandanzeige nutzen.

  • 1. Geht ein Spieler auf Grund des Kampfgerichtes oder einer falschen Anzeige zu früh ins Spielfeld zurück, wird die Zeit angehalten und der Spieler wieder vom Feld geschickt, wo er dann die restliche Strafzeit absitzen muss. Es gibt aber keine weitere Strafe für ihn.

    Ich treibe es auf die Spitze: der Spieler mit der falschen Wiedereintrittszeit erzielt in seiner (falschen) Feldzeit ein Tor.....

  • Die Tischuhr war ja auch da. Es war nur nicht sonderlich.. effizient. Zumal die nur von der Kampfgerichtseite aus lesbar war.

    Wenn ich also nach einem Tipp frage wie ich das beim nächstenmal effizienter löse und Du auf die Tisch-Spielstandsanzeige verweist, kann das für mich als "Reisenden" ja nur bedeuten, dass ich die mitnehmen muss. :)

  • Ich treibe es auf die Spitze: der Spieler mit der falschen Wiedereintrittszeit erzielt in seiner (falschen) Feldzeit ein Tor.....

    Und wird es wenigstens noch vor dem Anwurf bemerkt? Dann zählt das Tor natürlich nicht. Freiwurf für die gegnerische Mannschaft. Ansonsten, Pech gehabt, Regelverstoß und ein Einspruchsgrund.

    Die Tischuhr war ja auch da. Es war nur nicht sonderlich.. effizient. Zumal die nur von der Kampfgerichtseite aus lesbar war.

    Wenn ich also nach einem Tipp frage wie ich das beim nächstenmal effizienter löse und Du auf die Tisch-Spielstandsanzeige verweist, kann das für mich als "Reisenden" ja nur bedeuten, dass ich die mitnehmen muss. :)

    Nochmal. Wenn es zu der Situation kommt, wo die Tischuhr zum Einsatz kommt, hat der Zeitnehmer die gespielte Zeit bei einer Spielzeitunterbrechung anzusagen. Du musst nur deine eigenen Schiedsrichter-Sachen mitbringen. Das hier, hat der Heimverein bereitzustellen (hier scheint wohl die ZMA nicht bedienbar zu sein, sonst wäre ein Bedienteil da).