• Schröders Fluch des ewigen Zweiten

    Flensburger Leihgabe will sich bei der HSG für ihren Stammklub und die Nationalmannschaft empfehlen.
    Nicht alle Wege führen zügig nach Düsseldorf. Fast neun Stunden lang quälte sich HSG-Neuzugang Stefan Schröder am Donnerstag auf seiner ersten Dienstreise für den Handball-Bundesligisten über die Autobahn A1. Mit unfreiwilligen Zwischenstopps in Hamburg, Bremen und Münster. Nach jeweils einer Stunde Stau und rund 550 Autobahnkilometern war das Ziel im Stadtteil Gerresheim erreicht.
    Mit einem "weinenden und einem lachenden Auge" betrat Schröder seine neue Wohnung, in der sein künftiger HSG-Teamkollege Rene Wagner kräftig beim Umzug mit anpackte.
    Zwei Jahre lang wird die Leihgabe des amtierenden Deutschen Meisters SG Flensburg/Handewitt Mutter Magitta und Vater Roland sowie ein Dutzend Freunde zurücklassen. Einzig Freundin Stefanie ist ihm von der Förde an den Rhein gefolgt.
    "Für meine sportliche Entwicklung ist der Wechsel nach Düsseldorf das Beste", versichert Schröder. Was auf den ersten Blick überraschen mag. Denn mit seinen heute vollendeten 23 Lenzen befindet sich der Rechtsaußen nach dem Flensburger Doppelerfolg in Meisterschaft und DHB-Pokal auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere.
    Erst mit einem Blick auf die Kehrseite der Medaille wird klar, warum der sechsmalige Nationalspieler für zwei Jahre zum Aufsteiger an den Rhein wechselte. "Ich habe im Schnitt nie länger als zehn Minuten pro Spiel auf dem Parkett gestanden", hatte Schröder in Flensburg auf der rechten Außenbahn als zweiter Mann hinter Sören Stryger das Nachsehen. Auch in der Nationalmannschaft ist Schröder "nur" zweite Wahl.
    Der Fluch des "ewigen Zweiten" lastete bislang auch auf der SG Flensburg/Handewitt. Fünfmal landeten die Norddeutschen in der Meisterschaft auf dem zweiten Platz. Drei Endspiele um den DHB-Pokal gingen verloren. Das "Double" brach den Bann. Auch bei Schröder?
    Mit einer guten Leistung will sich der gebürtige Schweriner bei der HSG auf Rechtsaußen nicht nur gegen Frank Berblinger durchsetzen. Die Visitenkarte soll auch an Flensburgs Meistercoach Kent-Harry Andersson und Bundestrainer Heiner Brand gereicht werden. Schröder gibt sich zuversichtlich: "Ich werde kämpfen! Für einen Stammplatz in Flensburg, der Nationalmannschaft und den Klassenerhalt mit der HSG." :)

    Quelle: NRZ

  • Wenn er seine Abwehrschwäche bei euch ablegen kann, dann wird er ein wirklich guter und bestimmt genauso ein Publikumsliebling wie in Flensburg.
    mfg spiderman

  • Zitat

    Original von spiderman
    Wenn er seine Abwehrschwäche bei euch ablegen kann...

    Ach, das ist schon viel besser geworden in der letzten Saison, die Spielpraxis wird den endgültigen Durchbruch bringen, da bin ich ganz sicher!

    Wer ist eigentlich Flo Kehrmann? :D

  • Na ja, die "Neue Ruhr Zeitung" kann nicht alles wissen, aber dass Schröder drei Finals um den DHB-Pokal verloren hat, halte ich für ein wildes Gerücht. Gegen Tusem Essen mit 8 Jahren, oder auch gegen Wallau Massenheim mit 11 war sicherlich noch nicht mal auf der Ersatzbank. Ich denke auch gegen den THW im Jahr 2000 war er nicht dabei.

    Aber "der Fluch des ewigen Zweiten" kommt immer gut!

    Schönen Gruss,

    Block-O

    Gruss,

    Block-O

  • Stefan Schröder will sich mit Klassenerhalt & Leistung bei Heiner Brand empfehle

    Der 23jährige Stefan Schröder wohnt seit Mitte Juli in Gerresheim und fühlt sich gemeinsam mit seiner Freundin in Düsseldorf schon pudelwohl. Für zwei Jahre ist der Rechtsaußen, der bereits sechs Einsätze in der Deutschen Handball-Nationalmannschaft aufweisen kann, wurde der sympathische Schröder vom Deutschen Meister SG Flensburg/Handewitt an die HSG ausgeliehen. Er will sich in dieser Zeit in der Bundesliga etablieren, Stammspieler in Düsseldorf werden und sich mit guten Leistungen endgültig für den Kader von Heiner Brand aufdrängen.
    Stefan Schröder sprach über seinen Wechsel zum Bundesliga-Aufsteiger HSG Düsseldorf, über seine Chance in der Nationalmannschaft und über den Auftakt gegen den VfL Gummersbach.
    Frage: Mitte Juli bist Du gemeinsam mit Deiner Freundin Stefanie nach Düsseldorf gezogen. Hast Du Dich bereits eingelebt und etwas von der Stadt und der Umgebung hier gesehen ?
    Schröder: Wir beide fühlen uns hier pudelwohl und das Umfeld ist bislang fantastisch. Der Umzug hat hervorragend geklappt und ich war positiv überrascht, dass mir so viele dabei geholfen haben. Rene Wagner, Bernd Göltenboth sowie zahlreiche Mitglieder des HSG-Fanclubs Blue Lions haben uns tatkräftig unterstützt. Unsere Wohnung ist eingerichtet und wir hatten schon Zeit uns die Stadt, die Königsallee anzusehen. Zudem waren wir schon mehrfach am Rhein spazieren und genießen das Flair dieser Stadt. Zudem haben wir uns auch Ratingen angesehen. Am Mittwoch habe ich mit Steffi gemeinsam mit Jens Sieberger, Ronny Rogawska und Markus Hausdorf „Die italienische Hochzeit“ im Open Air Kino angesehen – ein tolles Event !
    Frage: Du hast mit der SG Flensburg/Handewitt das Double (Meisterschaft + Pokalsieg) gewonnen und ihr standet im Endspiel um die Champions League. Nicht nur für einen erst 23jährigen sicherlich eine unglaubliche Saison. Dennoch folgte dann der Abschied aus Flensburg. Welche Gründe sprachen für einen Wechsel ?
    Schröder: Hinter dem Dänen Sören Stryker, mit dem ich mich aber sehr gut verstanden habe, bekam ich in Flensburg nur selten Spielanteile. Ich habe mir dann natürlich Gedanken über meine Zukunft gemacht und mit SG-Manager Torsten Storm gesprochen. Dabei kam uns dann die Idee, dass die SG mich zwei Jahre lang ausleiht. Und da war die HSG natürlich eine hervorragende Adresse.
    Frage: Was waren die Gründe für einen Wechsel zur HSG Düsseldorf ?
    Schröder: Das waren einfach viele kleine Faktoren. So hat mich natürlich die Stadt an sich schon gereizt, aber auch die Mannschaft, die eine große Perspektive hat. Zudem ist es natürlich eine große Herausforderung mit der HSG den Klassenerhalt zu realisieren. Hier hat mich auch Jan Holpert bestätigt, der in Milbertshofen und in seinen ersten Jahren in Flensburg im Kampf um den Klassenerhalt wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Ich freue mich jedenfalls schon auf diese neue Aufgabe.
    Frage: In Düsseldorf hat Frank Berblinger eine starke Saison gespielt. Welche Chancen rechnest Du Dir persönlich aus, zum Saisonbeginn in der Startformation zu stehen ?
    Schröder: Ich habe schon gehört, dass Frank eine sehr, sehr gute Saison gespielt hat. Aber in der Vorbereitung fängt jeder wieder bei Null an und ich möchte mich über Leistungen in der Vorbereitung empfehlen.
    Frage: Unter anderem bist Du ja auch wegen Richard Ratka nach Düsseldorf gewechselt. Nun kam der Wechsel von Ratka für alle überraschend. Was denkst Du darüber und was denkst Du über seinen Nachfolger Nils Lehmann ?
    Schröder: Natürlich war ich schon etwas geschockt, als ich gehört habe, dass Richard nach Gummersbach wechselt. Aber ich blicke nach vorne. In der vergangenen Woche habe ich mich mit Nils getroffen und ein erstes Gespräch geführt. Er macht einen soliden Eindruck und ich bin mir sicher, dass er seine Aufgabe sehr gut machen wird. Schließlich hat sich die Mannschaft für Nils als Trainer ausgesprochen.
    Frage: Bislang stehen gerade einmal 9 Feldspieler plus 2 Torhüter im Kader der HSG, Du kennst die Bundesliga aus den letzten Jahren – wie siehst Du die Chancen in Sachen Klassenerhalt ?
    Schröder: Natürlich ist der Kader sehr gestrickt. Wenn wir ohne größeren Verletzungen durch die Saison kommen, wird das auf jeden Fall reichen. Eng wird es nur, wenn sich 2-3 Spieler schwerer verletzten und länger ausfallen würden. Aber in Flensburg sind wir auch mit 8 Feldspielern und 2 Torhütern Deutscher Meister geworden. Die HSG ist mit dem kleinen Kader aufgestiegen und sich gezielt verstärkt. Ich bin mir ganz sicher, dass wir den Klassenerhalt realisieren werden.
    Frage: Dein Ex-Verein SV Post Schwerin ist ebenfalls nach dem „Wunder von Schwerin“ aufgestiegen – was sagst Du dazu ?
    Schröder: Natürlich freue ich mich, dass der SV Post Schwerin in die Bundesliga aufgestiegen ist und ich freue mich auch schon auf unser Gastspiel in der Schweriner Sport- und Kongresshalle. Aber auch für uns sehe ich das positiv. Schwerin wird mit uns um den Klassenerhalt kämpfen, die SG Kronau/Östringen wäre sicherlich deutlich stärker gewesen.
    Frage: Am Montag, dem 02. August beginnt das Training unter Nils Lehmann. Kennst Du den Vorbereitungsplan schon und was sagst Du zu den bevorstehenden 6 Wochen Vorbereitung ?
    Schröder: Die Vorbereitung ist immer die schlimmste Zeit des Jahres, aber natürlich ein notwendiges Übel, denn ohne würdest Du die Saison gar nicht durchstehen können. Und nach dem Urlaub freut man sich schon darauf, dass es los geht. Ich fiebere dem ersten Spiel schon jetzt entgegen.
    Frage: Mit dem VfL Gummersbach muss die HSG gleich am 1. Spieltag gegen einen Top-Favoriten antreten – welche Chancen rechnest Du Dir vor heimischen Publikum aus ?
    Schröder: Wir haben eine hervorragende Chance gegen Gummersbach zu gewinnen. Als Neuling schwebt man natürlich auf einer gewissen Euphoriewelle. Zudem sorgt der Wechsel von Richard Ratka nach Gummersbach natürlich für zusätzliche Motivation, so dass man auf diesen Wechsel im ersten Spiel direkt eine sportliche Antwort geben kann. Zudem haben wir ein Heimspiel und werden sicherlich in einer ausverkauften Sporthalle an der Gothaer Straße auch von den Fans lautstark zum Sieg getragen.
    Frage: Sechsmal hast Du bereits das Deutsche Nationaltrikot überziehen dürfen. Wie siehst Du Deine Chancen in Zukunft auch ständig im Kader der Nationalmannschaft zu stehen ?
    Schröder:Ich habe mit Heiner über meine Zukunft in der Nationalmannschaft zuletzt ein Gespräch geführt. Erst einmal möchte ich mich in Düsseldorf etablieren und Stammspieler werden. Und dann kann ich mich wirklich nur mit guten Leistungen empfehlen und bei Heiner Brand so aufdrängen.

    Quelle: Markus Hausdorf, Pressesprecher HSG

  • Zitat

    Original von block-o
    Gegen Tusem Essen mit 8 Jahren, oder auch gegen Wallau Massenheim mit 11 war sicherlich noch nicht mal auf der Ersatzbank.

    Stimmt, zu der Zeit hat er noch nicht mal Handball gespielt! :lol:

    Genau gelesen beziehen sich die verlorenen Final-Spiele auch nicht auf Stefan sondern auf die SG FleHa. :)

    Einmal editiert, zuletzt von Micha (30. Juli 2004 um 10:12)