Freundschaft!
Und Zebu meinte im KN-Podcast noch, dass jeder in der Abwehr ein paar Prozentpunkte mehr geben muss.
Da kommt dann bei mir die Frage auf, warum man bisher nicht alles gegeben hat? Denn es muss noch Potenzial da sein, wenn man jetzt mehr geben will.
Es ist definitiv so, dass in einer Mannschaft, in der es nicht läuft, auch der Einzelne nicht soviel investieren kann. Das geht uns beim Klatschen in der Halle auch so, es ist viel leichter, Alarm zu machen, wen die eigene Mannschaft führt oder eine Aufholjagd startet, als wenn sie gerade den Bach runter geht. So funktionieren Menschen. Wir sind sozial und lassen uns von den Menschen um uns anstecken. Im Positiven und im Negativen.
Da kann es natürlich sein, dass man nicht alles geben konnte, weil es einfach nicht geht. Aber dass man einfach sagen kann, wir geben jetzt einfach mal bewusst ein paar Prozent mehr? Das geht vielleicht zwei Abwehrsequenzen lang, solange man sich das bewusst macht. Aber das hält man nicht ewig durch. Und könnte man es, würde man sich psychisch völlig verschleißen. Man wäre permanent im Ausnahmezustand. Es würde nicht lange dauern, bis man schlechter ist als vorher. Ich gehe immer davon aus, dass solche Profis sind immer am Rande dessen bewegen, was an Einsatz dauerhaft leistbar ist.
Wenn man ein Spieler also sagt, dass man "mehr geben muss", ist das eigentlich nur ein Ausdruck dafür, dass man mehr will, als man kann. Und es in der Mannschaft / im Verein gerade keine Idee gibt, wie man besser wird. Besser wird man nämlich, in dem man versteht, wo man sich wie verbessern kann und das dann entsprechend trainiert. Besser wird man auch, wenn bessere Spieler kommen etc. Wird die Substanz der Mannschaft - personell oder systematisch - besser, kommt ein psychischer Aktivierungseffekt mit ziemlich Sicherheit obendrauf. Dann gibt auch der Körper ein paar Prozent mehr Leistungsfähigkeit dazu.