Freundschaft!
Nein, denn wenn eine Mannschaft einen Rückstand oder Vorsprung hat, wegkommt oder nicht rankommt, gestaltet sich ein Spiel anders. Gleichzeitig kommt es ja gerade wenn das Spiel durch sein sollte sowohl zu weniger konsequenten Defensiv oder Offensivaktionen. Eine Parade kann in Minute 50 zwei völlig verschiedene Bedeutungen haben.
Ich geh bei dir mit was Schiris angeht, da gerade die überzogene Kritik fast immer auf die Schlussphase oder Karten gemünzt sind und selten auf die Gesamtleistung, die viel größeren Einflüsse auf das Spiel nimmt.
Es ist erst mal grundsätzlich eine philosophische Frage, ob wir in einer Welt leben, in der ein Ereignis A, dass vor Ereignis B liegt, Ereignis B tatsächlich beeinflusst. Wir gehen stillschweigend davon aus, dass das so ist. Wir könnten aber genauso gut in einer Welt leben, in der alles bereits von Anfang an feststeht, was passieren wird, und wir mit der Zeit lediglich Kenntnis davon erlangen. Wir können beides nicht voneinander unterscheiden, weil wir alles genau einmal erleben und diese nicht beliebig wiederholen können. Es ist empirisch ununterscheidbar.
Gehen wir mal von einer kausalen Welt aus. Dann ist es natürlich so, dass die Siegwahrscheinlichkeit steigt, wenn ein Torhüter die ersten drei Bälle hält im Vergleich zu einem Szenario, in dem er drei Tore zulässt. Weil eben noch offen, was danach passiert. Bei dem Szenario "es ist egal, wie viele Paraden, aber nicht wann" wissen wir aber bereits, wie viele Paraden es gab. Da sind sieben Paraden in der ersten Halbzeit genauso viel wert wie sieben Paraden in der zweiten Halbzeit. Es ist ein reines Sortierungsproblem. Wenn ein Spiel 30:30 ausgeht, sagt hinterher auch niemand, dass es ein anderes Resultat gegeben hätte, wenn die Reihenfolge der Tore eine andere gewesen wäre. Ja, es hätte sich beim Zuschauen anders angefühlt. Aber es stand trotzdem immer fest, dass es ein 30:30 ist.