Da sind wir dann wieder beim leidigen Ausbildungsthema. So lange die vielen schlecht oder gar nicht ausgebildeten ehrenamtlichen Übungsleiter die unverzichtbare Lebensversicherung für Nachwuchsarbeit sind, wird es eben schwierig bleiben, Individualität und Kreativität anzubahnen. Da runzeln halt viele die Stirn, wenn Spielformen festgelegt werden, die nicht zur eigenen früheren Ausbildung konform sind, dann wird geschimpft über die Idioten, die sich so etwas ausdenken und propagiert, dass man auch in der E-Jugend schon RICHTIG Handball spielen will, am liebsten mit ner 6:0 Abwehr und ordentlichen Stoppfouls. Diskussionen dazu werden im Ausbildungs-Pfad geführt und sind im Handballtahebuch des Zickenbändigers nachzulesen.
Einen Punkt erwähnte Lars Christiansen im Podcast mit Schmiso: In Dänemark kannst du dich in der Ausbildungsphase ausprobieren. Wenn da mal Dreher von außen oder beim 7m schief geht, wird weitergemacht. Nur durch ausprobieren schaffst du es, dir sicher zu sein, letztendlich die Dinger auch bei 29:30 gegen dich und 5 sec auf der Uhr sicher reinzumachen. Bei uns wirst du zu oft direkt anschließend runtergenommen und (wenn es blöd läuft) vom Trainer zusammengefaltet. Was wird der Spieler beim nächsten Mal dann wohl machen?
Zu dem Thema auch ein interessantes Interview mit Nikolaj Jacobsen
in der KN:
Ist leider hinter Bezahlschrank, daher zu dem Thema ein Auszug:
Was macht Dänemark so viel besser als Deutschland?
Ich glaube, da gibt es mehrere Antworten. Wir haben in Dänemark eine andere Struktur als in Deutschland. Ich habe einen guten Vergleich: Mein Sohn und meine Tochter haben in Leimen mit festen Trainingsterminen Handball gespielt... In Dänemark ist es anders, eher ein Leben in der Halle. Wenn mein Sohn samstags nichts zu tun hat, kann er in die Halle fahren, dann kann er sieben Stunden da mit seinen Kumpels trainieren, spielen, Spiele anschauen… Und dann haben wir unsere Sportschulen. Wenn du neunte, zehnte Klasse bist oder im Abitur steckst, kannst du dich in Dänemark fast ganz auf Handball konzentrieren. Das ist ein Riesenunterschied zu Deutschland. Die Kinder lernen dort, zu leben wie professionelle Handballer, bekommen gutes Essen, Hilfe beim Krafttraining. Da haben wir eine viel bessere und breitere Ausbildung…