Ich spreche den Neuzugängen definitiv die Qualität nicht ab, habe aber auch hier das Gefühl, dass man mehrere sehr gute Spieler verpflichtet hat, die aber für unterschiedliche Spielsysteme stehen. Die dazu passende Trainerdiskussion fange ich nicht an, das könnt ihr selbst besser.
Das ist m.E. der entscheidende wunde Punkt, auf den ich bereits vor längerem hingewiesen habe. Es wurden und werden wahllos Spieler verpflichtet, die für sich genommen alle durchaus Stärken haben bzw. so von den Verantwortlichen angekündigt wurden (z.B. auch ein Wallinius).
Wie die aber zusammenpassen sollen oder gar in ein Spielsystem einzufügen sind, war und ist für mich seit längerem nicht zu erkennen. Mag ja sein, dass ich dafür zu blind bin. Aber selbst wenn sie alle zusammenpassen würden, bräuchte es eine erhebliche Einspielzeit. Der THW fing damit in den letzten Spielzeiten sogar immer wieder von vorne an. Dies wurde ja vom Trainer auch mehr oder weniger so bestätigt (seine jungen Spieler hätten noch viel zu lernen).
Beim SCM und auch bei den Füchsen erkenne ich hingegen die Spiel-Philosophie und seit Jahren einen kontinuierlichen Fortschritt. Da passen dann auch Neuverpflichtungen nach einer Einspielzeit nahtlos ins System. Es werden auch Spieler "aussortiert" bzw. so gut wie nicht mehr eingesetzt, wenn sie nicht mehr ins Spielsystem passen.
Der THW hingegen kann sich dies vielfach garnicht leisten und spielt teilweise mit Formationen, die so nicht zusammenpassen, indem insbesondere im Angriff immer wieder etliche garnicht richtig ins Spiel eingebunden sind.
Sollte der THW in den kommenden Spielzeiten also grundsätzlich in der Lage sein, um die CL-Plätze mitspielen zu können, muss sich sehr viel optimal entwickeln. Mit der reinen Verpflichtung der Spieler ist noch nicht viel gewonnen. Wenn ich dann sehe, dass ein Trainer mit entsprechendem Entwicklungspotential nicht oder nur eingeschränkt vorhandenen ist, hält sich mein Optimismus in Grenzen.