Beiträge von nicnamejue

    Du wechselt zwischen Kritik an der Sportförderung und komischen Rechnungen bezüglich des Medaillenspiegels („dann bleiben nur noch sechs Medaillen übrig“). Worum geht es dir jetzt? Du sagst, nicht um den Medaillenspiegel, aber trotzdem kommen Argumente von wegen „Ohne Eiskanal ständen wir da und da“. Man kann doch über Probleme in der Sportförderung reden, auch ohne irgendwelche völlig hypothetischen Gedankengäge.

    Immer noch nicht verstanden? Letzter Versuch, mal andersrum:

    Ich stelle in den Raum, dass es Faktoren gibt, die dazu führen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen (Winter)sportler im internationalem Vergleich zurückgeht.

    Bei Olympia wird Erfolg (als Output der individuellen Leistungsfähigkeit der Sportler) bekanntlich weitgehend in Medaillen gemessen. Dafür gibt's dann, ob uns das jetzt gefällt, oder nicht, den Medaillenspiegel. Ob es sinnvoll ist, den primär nach Goldmedaillen zu ranken, sei mal dahin gestellt, tut aber hier nichts zur Sache.

    In diesem Medaillenspiegel ist Deutschland, Stand heute, weit hinter den bisherigen Ergebnissen zurück geblieben. Mit und ohne Eiskanal. Dazu habe ich mir nur den Hinweis erlaubt, dass das Bild auf gesamte Breite der olympischen Sportarten noch deutlicher wird, wenn man den Eiskanal mal außen vor läßt.

    Als Matheallergiker kann man sich gerne auch ganz ohne "komische Rechnungen" Gedanken machen, ob es solche Faktoren gibt, welche das sind und was erforderlich wäre, um diese so zu beeinflussen, dass der negative Trend verlangsamt, gebrochen, oder sogar umgekehrt werden kann.

    Ohne Uni Freiburg mit freier Hand und Wiener Blutbank wird es halt schwer gegen die norwegischen Asthmatiker...

    Gibt es keinen belgischen Pferdedoktor oder spanischen Frauenarzt, der sich erbarmt?

    Achtung: Dieser Beitrag könnte Sarkasmus und Polemik enthalten. 😉

    Man ist geneigt, auf solche Gedanken zu kommen. Mir geht es ähnlich zB bei den Erfolgen der französischen Biathleten und Biathletinnen.

    Wenn dem so ist, haben wir eine Erklärung. Sollten es aber nur Einzelfälle sein, gehen wir mal davon aus, dann muss es doch irgendwie mit Strukturen zusammenhängen, oder nicht?

    Dann stellt sich die Frage, ob man von anderen Nationen lernen kann.

    Das ist etwas völlig anderes, als hier sinnlose Rechnungen mit/ohne Eiskanal aufzumachen, die auch halbwegs respektlos den Eiskanal-Athleten gegenüber sind.

    Sorry, das ist doch völliger Blödsinn. Klar, wenn man will, kann man alles falsch verstehen. Wo du Respektlosigkeit erkennen willst, ist mir schleierhaft, aber, sorry, auch schnuppe. Dein persönliches Problem. Ich glaube, ich habe deutlich gemacht, um was es mir geht. Wer das missverstehen will, gerne, freie Welt. Wer sich von den tollen Erfolgen im Eiskanal den Blick nicht ganz verstellen lassen will auf den Rest der Wintersportwelt, wird mir zustimmen, das nicht alles golden glänzt und die Tendenz einem Sorge bereiten kann.

    Leider ist die Rechnung auch nicht so sinnlos, wie du es gerne hättest. Die Sportförderung richtet sich bekanntermaßen in hohen Teilen am olympischen Erfolg aus und die Medaillen sind da höchste Währung. Ich hätte es gerne anders, aber für eine Diskussion darüber bin ich hier auch erkennbar falsch in der HE. War ein Versuch. Try and Error.

    Olympische Winterspiele finden aber nunmal MIT Eiskanal statt!

    Freut mich für dich, wenn für dich Platz 7 (mit Eiskanal) statt früher regelmäßig 1 bis 3 kein Warnsignal darstellt.

    Mir wird durch eure Reaktionen auf meinen Beitrag hier aber immer bewusster, gegen welche Wände alle (Winter)sportler rennen, wenn Sie über die Missstände im Fördersystem sprechen wollen. Wenn selbst die Fans kein Problem erkennen können, dann haben es die Funktionäre und auch die Politiker leicht, alles abtropfen zu lassen und weiter so laufen zu lassen wie bisher. Dann soll es wohl so sein. Für mich persönlich bedauerlich.

    PS: übrigens macht sich das IOC anscheinend Gedanken darüber, die Wettbewerbe im Eiskanal von Olympia auszuschließen, da zu sehr von Deutschland dominiert. Ist dann auch noch alles in Butter?

    Warum sollte man die Eiskanal-Medaillen rausrechnen? Rechnen die Schweden ihre Langlauf-Medaillen raus? Die Franzosen ihre Biathlon-Medaillen? Die Niederländer ihre Eisschnelllauf-Medaillen? Die Schweizer ihre Alpin-Medaillen?

    Bei Platz 7 nach Jahrzehnten Stammplatz auf Platz 1 ist nichts rausgerechnet.

    Ohne Eisbahn steht Deutschland auf Platz 18.

    Mir geht es auch nicht um den Platz in der Medaillenwertung, sondern um die Frage, warum in nahezu allen Disziplinen Deutschland so viel an Boden verloren hat, während die Leistungen andere Nationen stabil gebliebe ist. Man kann sich auf die Diskussion einlassen, oder es auch bleiben lassen.

    Desaster? Bereits 21 Medaillen für deutsche Sportlerinnen und Sportler, zahlreiche weitere Top10-Platzierungen und sportliche Höchstleistungen, die Anerkennung verdienen. Sportlerinnen und Sportler anderer Nationen betreiben ihre Sportarten mit ähnlichem Einsatz und Professionalität. Oft entscheiden Kleinigkeiten und gerade bei Outdoor-Sportarten unterliegen diese nicht immer der Kontrolle der Sportlerinnen und Sportler.


    Strukturen und Förderkonzepte können und sollten überprüft werden, aber ein Desaster kann ich nicht erkennen.

    Schrieb ich nicht "abseits der Eisbahn"? Bleiben von den 21 Medaillen sechs übrig...

    Für die Nation, die historisch bei Winterspielen am meisten Gold, Silber und Medaillen insgesamt gewonnen hat, finde ich das schon bedenklich.

    Inklusive Eisbahn steht Deutschland aktuell auf Platz 7 der Medaillenwertung. Norwegen, die Nation, die in der ewigen Rangliste hinter Deutschland auf Platz 2 liegt, steht auf Platz 1 und hat alleine dreimal soviele Goldmedaillen wie Deutschland.

    Deine Argumente sind nicht verkehrt, aber es sind genau die Argumente der Funktionäre und sie lenken ab von den echten Problemen. Man könnte sich ja mal fragen, was die Norweger anders gemacht haben, dass sie nicht so gnadenlos abgestürzt sind, wie die Deutschen? Eine Nation, die mindestens genau so wohlstandssatt ist, wie wir und es trotzdem schafft, dass sich Sportler finden und motivieren lassen.

    Ich habe keine Ahnung, ich wundere mich nur.

    Abseits der Eisbahn entwickelt sich die Olympiade aus deutscher Sicht leider immer mehr zum Desaster. Ein paar Achtungserfolge können nicht darüber hinwegtäuschen, dass im einst erfolgsverwöhnten Sportland Deutschland irgend etwas grundlegend schief zu laufen scheint. Mein Mitgefühl ist bei den Athleten, die ganz sicher alles geben. Der Fehler liegt in den Verbandsstrukturen und dem Sportfördersystem.