Glückwunsch, Eisenach! Willkommen in der HBL!

  • Es wirkt momentan leider so, als wollten jetzt wieder einige ältere Herrschaften das Ruder übernehmen, allein mit dem Argument, schon „immer dabei“ gewesen zu sein. Vielleicht hat den Herren auch nicht gefallen wie er mit deren Geld umgegangen ist wer weiß.

    Das Pille-interview hat das für mich nachvollziehbar erklärt. Der Kernsatz: Die Lagerbildung ging auch schon durch das Sponsorenlager. Es gab Sponsoren die ihre Zusage an die Entfernung von Witte gehängt haben. Damit hatte er keine Lobby mehr und auch keine Argumente. Nachvollziehbarerweise.

    Ich habe die Lage zwar etwas hoffnungslos dargestellt, aufgrund der Struktur, aber es gibt ja auch Beispiele, wo ein fähiger Manager einen signifikanten Unterschied macht. man schaue nach Gummersbach. Da visiert man die CL.

    Ich würde allerdings wenig auf die Person Heinevetter setzen. Es würde mich sehr wundern, wenn er signifikant neue Sponsoren einwirbt und diese bindet. Dafür ist er viel zu lange TW gewesen und zu "extrovertiert". Kann Heinevetter dem lokalen Autohausbesitzer in mühsamen Gesprächen 30K mehr im Jahr rauslocken? Wenn er es kann, will er das den ganzen Tag machen? Nur darauf kommt es doch im Vertrieb/Marketing am End an.

    Vielleicht hat er mehr Grips als C.Hannawald (ähnlich extrovertiert und im Marketing krachend gescheitert) aber ich würde da nicht viele Hoffnungen reinlegen. Bitter in Hamburg hat ne Führungsrolle übernommen, hat aber mit Müller einen Millionär an der Seite, der den Deckel zahlt. Nicht so objektiv vergleichbar.

    Zumal Heinevetter noch ne Saison macht, oder?

  • Pilles Einwand hinsichtlich der spielbetriebstragenden Sponsorenanzahl ist da durchaus wichtig. Nicht jeder der über 100 Sponsoren bringt dem Spielbetrieb etwas.

    Ein guter Freund von mir war vor vielen Jahren mal für einen sehr kurzen Zeitraum Präsi vom Verein und hat dann hingeschmissen, als er merkte, dass viele der Sponsoren an der Vordertür Geld reingegeben aber an der Hintertür das Geld wieder irgendwie rausgetragen haben. Beispiel: Ein Spaßbad hat X DM damals als Sponsoring gezahlt und dann hinten rum dieselbe Summe als angebliche Rehamaßnahmen in Rechnung gestellt. Und am Ende hat man noch den selben Werberaum verlangt, wie andere, die damit keine Gelder erwirtschaftet haben. Er war selbst Sponsor und hat zB Autos gestellt. Er hat dann sehr schnell die Reißleine gezogen, weil er sich ausgenutzt gefühlt hat.

    Und diese Zweiklassengesellschaft scheint es bis heute zu geben. Oßwald und Weber geben wie verrückt und andere sehen zu, dass deren Sponsoring gar nicht auf einen Werbeeffekt angewiesen ist, um buchhalterisch ein Plus zu erwirtschaften. Daran haben sich, wie ich jetzt nachträglich erfahren habe, sehr viele angebliche Affärchen entzündet. ZB die Café-Idee war von Anfang an so aufgebaut, dass die Leistungen von Sponsoren als im Ergebnis entgeltfrei erbracht werden sollten. Stattdessen haben einige entgegen der Ursprungsplanungen Rechnungen geschrieben und selten hat man zwei oder drei Vertreter einer Branche im Pool.

    Ähnlich beim Busunternehmer. Kaum einer hinterfragt, warum das Team seit zwei Jahren nicht mehr mit EA oder WAK Kennzeichen unterwegs ist. Ich will und kann das nicht werten, weil ich die Hintergründe in Zahlen nicht kenne, aber offenbar haben Witte und Co den Wert der Leistung im Zusammenhang mit der Werbedarstellung anders angesetzt, als dieser Sponsor. Und das neue Busunternehmen hat es offenbar auch anders gesehen. Damit kam intern Unruhe auf, aus verschiedensten Beweggründen, leider meistens nicht mit dem Vereinswohl im Herzen.

    Witte hat hier den letzten Euro aus jedem Sponsor rausgeholt und ab einer gewissen Ebene auch knallhart Partner ausgetauscht. Damit machste Dir nicht nur Freunde, erst recht nicht in einer Kleinstadt wie Eisenach, wo jeder einen Sponsor persönlich kennt. Ob die Sponsoren wirklich dem Verein etwas gebracht oder sich damit ein Zubrot verdient haben, wissen am Ende nur ganz wenige und wird auch unterschiedlich interpretiert. Interessant in dem Zusammenhang das häufige Gegenhalten von Wittes Bezügen und das Vergleichen mit Sponsorenleistungen. Dass Witte dafür gesorgt hat, dass die Spielergehälter aktuell einen sehr viel höheren Anteil am Etat haben, als vorher, lässt er sich fürstlich bezahlen, aber das ist auch der Erfolg. Verlierer sind dann die, die früher auch jenseits des Spielerbetriebs an der Titte des Vereins waren.

    Nu ratet mal, welche Seite dem Verein/Club die Pistole auf die Brust gesetzt haben. Irgendwie soll es am Schluss aber auch Verstimmungen zwischen Weber (Mantos) und Witte gegeben haben, weshalb der wichtigste Unterstützer plötzlich nicht mehr den notwendigen Rückhalt gegeben hatte. Es stehen da auch noch ziemlich heftige Vorwürfe im Raum, die Verstimmungen haben aber mMn ihren Ursprung in dieser absoluten Bereitschaft, für den Verein auch alte Seile zu kappen.

    2 Mal editiert, zuletzt von BigRick (17. Mai 2026 um 23:44)

  • Schöner und nachvollziehbarer Beitrag. Die Wahl des neuen GFs wird entscheidend. Die positiven Nachricht ist doch: die alten Seilschaften sind schon mal gekappt. Der Werbewert des ThSV ist immens gestiegen. Jeder Sponsor sollte stolz das ThSV Logo in sein Schaufenster hängen können. Sportlich und durch die Atmosphäre ist Eisenach überhaupt erstmals bundesweit nebem Wartburg und Opel im Gespräch.

    Meine Befürchtung ist, dass im Umkreis von 50 - max. 100 KM fährt kein Sponsor zum Spiel - einfach zuwenig Kapital ist, um einen 5-6 Mio. Etat zu stemmen, den es mittlerweile braucht, um sicher dabei zu sein. Da ist einfach kaum was. Selbst im Raum Erfurt. Nur öffentliche Jobs, Zalando hat dicht gemacht. X-FAB als einziges Hightechunternehmen. Ansonsten nur Automotive.

    Die neue Halle bringt mehr Tickets und die Miete wird sehr gnädig sein - immerhin.

  • Sehr geehrter Herr BigRick,

    gern möchte ich etwas Licht ins Dunkel bezüglich der Busunternehmen aus EA und WAK bringen.

    Wir waren von 2007 bis 2024 mit unserer Firma Gabriel-Reisen Partner der 1. Mannschaft des ThSV Eisenach und haben die Mannschaft über viele Jahre zuverlässig begleitet. Dass es im Sport gelegentlich zu Zahlungsschwierigkeiten kommt, ist sicherlich nichts Ungewöhnliches. Wenn jedoch fünfstellige Außenstände entstehen und sich seitens der ThSV Marketing GmbH niemand meldet, ist dies aus unserer Sicht nicht mehr akzeptabel.

    Es hätte durchaus Möglichkeiten gegeben, die bestehenden Verbindlichkeiten schrittweise abzubauen. Leider bestand daran seitens der ThSV Marketing GmbH offenbar kein Interesse.

    In der Saison 2023/2024 haben wir zudem Busse von Berufskollegen für den ThSV angemietet, wenn wir selbst keine Fahrzeuge zur Verfügung stellen konnten. Auch diese Rechnungen wurden erst nach massiven Mahnungen beglichen. Damit hat die ThSV Marketing GmbH leider selbst dazu beigetragen, dass sich über den Wartburgkreis hinaus herumgesprochen hat, dass Rechnungen nicht zuverlässig bezahlt werden.

    Möglicherweise ist genau das ein Grund dafür, weshalb heute kein Busunternehmen mit den Kennzeichen EA, WAK oder MHL für die ThSV Marketing GmbH fährt.

    Es hat auch nie eine nennenswerte Werbedarstellung im Zusammenhang mit unserer Firma gegeben, weil es bis heute keinen entsprechend folierten Mannschaftbus gibt. Die Kosten dafür wollte immer der Verein tragen, es kam aber nie dazu. Wir hatten lediglich einmal im Jahr einen Eintrag im Hallenheft.

    Auch die Kommunikation verlief über Jahre hinweg äußerst schwierig. Teilweise wurden uns Spieltermine nicht mitgeteilt, sodass wir diese selbst im Internet recherchieren mussten. Fahrerübernachtungen wurden nicht organisiert bzw. Zimmer nicht gebucht. Wenn man darüber hinaus als Sponsor sogar darum bitten muss, die Sponsorenrechnung zu erhalten, um überhaupt eine zahlungsbegründende Unterlage für den Steuerberater zu haben, ist das mehr als enttäuschend. Als Jurist werden Sie nachvollziehen können, wie problematisch ein solcher Umgang ist.

    Letztlich haben wir unser Geld erst nach einer Intervention beim Präsidenten des ThSV Eisenach e. V. erhalten. Für die darauffolgende Saison wurden wir dann nicht mehr berücksichtigt – worauf wir dankend verzichten können.

    Unabhängig davon sind wir weiterhin Partner des ThSV-Fanclubs und fahren auch die 2. Mannschaft des ThSV Eisenach e. V. Dort werden Rechnungen ordnungsgemäß bezahlt. Darüber hinaus erhält die 2. Mannschaft von uns jedes Jahr einmal kostenfrei einen Bus gestellt, gegen eine Spendenquittung.

    Besonders gefreut hat es uns, anlässlich unseres 80-jährigen Firmenjubiläums am 31.01.2026 den Präsidenten des ThSV Eisenach e. V., Vertreter des Fanprojekts sowie Vertreter der 2. Mannschaft bei uns begrüßen zu dürfen.

    Seit Februar 2026 sind wir zudem nicht mehr Sponsor der ThSV Marketing GmbH, beziehungsweise der 1. Mannschaft.

    Mit freundlichen Grüßen

    Elke Gabriel

  • Sehr geehrte Frau Gabriel,

    vielen Dank für die offenen Worte, und aus Ihrer Sicht kann ich auch alles nachvollziehen. Aus Ihrer Sicht - ich kenne Ihr Unternehmen ja - ist das, was die Marketing im Konzert der ersten und zweiten Liga braucht, schlichtweg nicht leistbar. Und das ist die Wahrheit, der man sich stellen muss. Will Eisenach Erstligahandball weiterhin bieten, dann braucht es mit den Worten von Dirk Pille mehr als zwei Sponsoren, die am Ende des Tages Geld beim Verein lassen.

    Ich gehe jede Wette ein, dass es in der ersten Liga keine 5 Vereine gibt, bei denen Rechnungsbeträge in 5-stelliger Höhe anfallen können, schlichtweg, weil es keine tatsächlich zu bezahlenden Rechnungen gibt. Auch der Bus wird durch den Unternehmer foliert und den Reisekalender bzw. die Busfahrerhotelbuchungen sind keine Themen des Vereins, sondern das erledigen die Unternehmer in Eigenregie, ist jetzt auch nicht wirklich Raketenwissenschaft. Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht, welche Erwartung da an den Verein gestellt wird.

    Der Buspartner für die Füchse Berlin hat 31 Busse und kommt aus Greifswald, Stuttgart und Frisch Auf haben je einen Mannschaftsbus, sogar bei einem Unternehmen, welches mehrere Standorte in BaWü mit reichlich Bussen betreibt. Diese Bus sind geil foliert und ausgestattet. Das allein sind Hingucker, die als Werbeträger für den Unternehmer fast mehr Geld wert ist, als die tatsächlich zu bezahlenden Bustouren.

    AK Touristik kennt man im Handballkosmos deutschlandweit, als Busunternehmen des THW Kiel mit dem Kennzeichen KI-EL 1. Das sind alles Unternehmen mit dem Faktor 10 Ihrer Größe und die können es sich leisten und für die macht es auch durchaus Sinn. Ich wette mit Ihnen, dass der eine oder andere Sponsor oder Sympathisant von diesen Vereinen sagt: "Mach mir mal nen Preis, ich will aber den Bus der ersten Mannschaft haben." Dann rentiert sich das auch für die Dienstleister und teilweise gibt es sogar noch Geld obendrauf.

    Da liegt der Hase im Pfeffer. Während andere Vereine in ihrem Umfeld nicht nur keine Kosten haben, sondern teilweise sogar noch Geld mit dem offiziellen Mobilitätsdienstleister verdienen, soll der ThSV hier die Leistung und die Folierung bezahlen. Wie gesagt, aus Ihrer Sicht alles nachvollziehbar, aber mit diesem Kostenblock muss auch der ThSV konkurrieren. Ich will nicht ausschließen, dass es hier seitens der Marketing zu unterirdischem Kommunikationsstil gekommen ist, aber die Erwartungshaltungen gehen hier diametral auseinander. Ich hoffe, ich trete Ihnen nicht zu nahe. Ich weiß, sie tragen blau-weiß im Herzen. Dass man hier aber die Netzwerke nutzt, um andere Busunternehmer auch davon abzuhalten, sogar die Folierung zu verhindern, habe ich hoffentlich falsch verstanden.

    Ich persönlich möchte Erstligahandball in Eisenach sehen, da gibt es wirtschaftliche Zwänge und Regeln, die bestimmte Handlungsweisen unabdingbar machen. Das schließt gute und partnerschaftliche Kommunikation natürlich nicht aus, aber genauso muss auch auf allen Ebenen Geld gespart, wenn nicht sogar verdient werden. Jetzt kommen wir aber mal zur Aussage von Pille zurück: Wenn die Mehrheit der Eisenacher das auch will, dann sollte meiner Meinung nach die Frage eher lauten, wie kann ich den Club entlasten. Ich bitte Sie, den Spielekalender aus dem Internet ziehen, das war ein Problem?

    Hier hat Witte meiner Meinung nach, und dazu stehe ich auch, versucht, die eingetretenen Pfade in Eisenach zu überwinden. Das hat ihn viele Feinde eingebracht, aber genau das ist der Grund, warum wir Erstligahandball in Eisenach haben. Wenn sich das wieder so einschleift, sehe ich schwarz für die Zukunft.

    Mit freundlichen Grüßen
    RO