WM 2027 der Männer in Deutschland

  • Ich wundere mich einfach, wie bei einer WELTmeisterschaft alle Gruppenköpfe aus dem gleichen Kontinent kommen können. Das treibt die Internationalisierung sicher nicht voran

    Die "Gruppenköpfe" haben keinen sportlichen Wert, sondern sind eine organisatorische Festlegung bzw. ein Benefit für den Gastgeber. Es soll primär dazu dienen, dass die Gastgeberländer die Verteilung von Fangruppen steuern können und zum Beispiel für Nachbarländer grenznahe Spielorte festlegen können. Da spielen bei Austragung in Europa primär die europäischen Fangruppierungen eine Rolle. In der Praxis wird es von den Gastgeberländern auch dazu genutzt, um den eigenen Turnierweg zu gestalten und unliebsamen Gegnern möglichst aus dem Weg zu gehen.


    Für 2027 ist nachvollziehbar, dass die Kroaten in München, die Schweizer/Italiener und Franzosen in Stuttgart und die Dänen und Schweden in Kiel spielen, damit die Fans kurze Anreisen haben. Island und Portugal in Magdeburg erscheinen auf den ersten Blick eine verwunderliche Wahl, denn in Magdeburg gibt es (da Polen noch nicht qualifiziert ist) keinen geographisch offensichtlichen Gruppenkopf. Schaut man aber genauer auf die Lostöpfe, dann stellt man fest, dass dadurch sechs der acht Mannschaften aus Lostopf 1 bereits für feste Gruppen gesetzt sind. Nur Ägypten und Argentinien werden noch auf die Stuttgarter Gruppen B und D gelost und damit ist klar, dass diese beiden Mannschaften die möglichen Hauptrundengegner für Deutschland sind. Eine Gruppe B, aus der die deutschen Hauptrundengegner kommen werden, mit Argentinien und Italien wäre aus Sicht des DHB wohl der Optimalfall und selbst Ägypten und die Schweiz wären eine akzeptable Herausforderung.

  • Hm.. hoffe diese Antwort hat wenigstens dir an diesem Freitagmorgen ein Lachen ins Gesicht getrieben.


    Ich wundere mich einfach, wie bei einer WELTmeisterschaft alle Gruppenköpfe aus dem gleichen Kontinent kommen können. Das treibt die Internationalisierung sicher nicht voran

    Henne-Ei-Dilemma. Gem. Regularien sind die besten Teilnehmer der letzten WM im Ranking vorne. Wenn es außer Ägypten (oder zusammengekaufte Qatar-Teams) niemand schafft, da reinzurutschen, wird es wohl immer so bleiben. Außerhalb Europa ist Handball maximal Randsportart, würde sich das ändern, wenn man regelmäßig Japan, Kuwait, Cap Verde & Co. als Gruppenkopf setzte und die dann jedes Spiel mit 20 Toren Differenz verlieren? Ist doch die gleiche Diskussion wie mit den europäischen Vereinswettbewerben und der Anzahl deutscher Teilnehmer..

  • Nach zwei EM-Teilnahmen 2024 und 2026 muss Georgien noch mindestens drei weitere Jahre auf eine WM-Teilnahme warten, denn in der 2. Qualifikationsphase sind sie nach einer 29:32 Heimniederlage und einem 30:28-Auswärtssieg im Rückspiel gegen Israel denkbar knapp ausgeschieden. (Da der Gegner in der 3. Runde Spanien heißt, dürften die Chancen auf eine WM-Teilnahme Israels aber gering sein.)

  • Freundschaft!

    In dem Zusammenhang mal erwähnt. Es gab bereits einige Georgier, die mit der Sowjetunion an der WM teilgenommen haben. Aleksandr Anpilogow war der letzte. Aber in den 1960er war der sowjetische Handball sehr durch Georgien geprägt. Mit einigen Nationalspielern, unter anderem Djemal Zerwadse als Star und Georgi Sharashidze als Nationaltrainer.