Ich denke auch der Meister wird sich aus den ersten 4 nach der Hinrunde (Melsungen, Magdeburg, Berlin und Kiel) herauskristallisieren. Hannover sehe ich knapp dahinter, da sie eine ähnlich schwere Rückrunde wie Melsungen zu bewältigen haben, aber eben auch schon 4 Minuspunkte mehr.
Aber bei dieser, in weiten Teilen noch relativ jungen Truppe ist auch nicht auszuschließen, dass sie sich an sich selbst berauschen und zu einem unerwarteten Höhenflug ansetzen. Genauso gut kann es ihnen allerdings eventuell auch passieren, noch einen richtigen "Durchhänger" im Frühjahr zu erleben. Mit Prokop haben sie allerdings auch einen Trainer, denen ich zutraue sie auch gut durch "stürmische Gewässer" zu geleiten. Warten wir es mal ab.
In der "Pole-Position" sehe ich mit Blick auf den Rückrunden-Spielplan und der hohen individuellen Klasse den SCM. Frage wird halt sein wie gut der Kader mit der permanenten Belastung auf Höchstniveau zurecht kommt. Fast alle Stammspieler werden auch bei der WM ein anstrengendes Programm abzuspulen haben. Für wieviel Stress sorgt noch die CL? Sollten die zuletzt angeschlagenen Spieler, zumindest teilweise noch gut zurück in die Saison finden, ist ihnen aber noch fast alles, was sie erreichen können, auch zuzutrauen.
Ähnliches gilt für die Füchse. Hier bleibt primär abzuwarten, wie lange Gidsel sein "Energie-Level" hoch halten kann. Auch hier könnte noch eine Rolle spielen, wie weit es in der CL für Berlin noch geht. Die beiden deutschen CL-Teams sind nunmal die Mannschaften, die durch das hohe Niveau der HBL, über die gesamte Saison die größte Belastung zu verkraften haben.
Hier könnten die Pluspunkte für Kiel + Melsungen liegen, die in der EL bislang nicht annähernd soviel Körner lassen mussten wie Magdeburg und Berlin. Melsungen gelingt es bisher auch ziemlich gut die Belastung auf den ganzen Kader zu verteilen. Einzig Kristopans und Balenciaga hatten relativ wenig Gelegenheit zum Durchschnaufen.
Die MT scheint mir auch recht "ökonomisch" zu spielen. Kein Vergleich zum "Krafthandball" vergangener Jahre. Und auch, wenn sie bisher noch nie in so einer exponierten Tabellensituation waren, es ist ja keine "unerfahrene" Truppe. Daher traue ich ihnen auch zu, mit den anstehenden "Drucksituationen" klar zu kommen. Ob dann die Homogenität der Mannschaft ausreicht, um den individuell stärker besetzten Konkurrenten in der "Crunch-time" der Rückrunde Paroli zu bieten, bleibt die spannende Frage.
Und der THW, den viele nach dem 10 Spieltag wohl schon abgeschrieben hatten, könnte am Ende wie "Phönix aus der Asche" der lachende Vierte in diesem Bunde sein. Wundern würde mich das nicht mehr.
Auf jedenFall können wir uns noch auf eine Menge spannender Spiele in der HBL freuen, mit einem Meisterrennen, dass ziemlich lange offen bleiben könnte. So viel Spaß hat die Liga schon lange nicht mehr gemacht!