Beiträge von Handballer2105

    Im Eishockey hat es sich völlig problemlos etabliert, dass es kein Remis mehr gibt.

    Im Handball würde ein direkter Sieg (nach okoModifikation) nach 60 Spielminuten am meisten gewürdigt. Ein Remis bringt für beide Kontrahenten eine (Teil-) Würdigung, mit der Aussicht auf einen Bonus bei gewonnenem Siebenmeterwerfen. Nur der Loser kriegt generell gar nix.

    Mir würde das gefallen, unabhängig von allen grauen Theorien und Statistiken. Da käme zusätzlich Feuer rein.

    Ein Vergleich mit dem Eishockey passt für mich nicht. Nach 60 Minuten gibt es beim Eishockey deutlich mehr Unentschieden, weil einfach deutlich weniger Treffer erzielt werden.
    Mir gefällt es so wie es ist.

    Über weite Strecken der Saison weiß eine Mannschaft nicht, wie viele Punkte sie braucht. Ziel ist es in jedem Spiel möglichst viele Punkte zu bekommen.

    Beim Thema 7:6 hatte Dr. Rolf Brack es stochastisch betrachtet und sinngemäß argumentiert, dass diese taktische Variante für schwächeren Mannschaften die statistische Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs im Positionsangriff mehr erhöht als das Risiko von (zusätzlichen) Gegentoren durch Würfe ins leere Tor zunimmt.

    Die in Frankreich eingeführte neue Punkte-Regel kann man ebenfalls mathematisch betrachten. Wie ist der Erwartungswert hinsichtlich der Punkte, wenn es nach 59:30 Minuten unentschieden stehen sollte und meine Mannschaft in Ballbesitz ist. Sollte ich dann auf Sieg spielen oder lieber das Unentschieden halten und ins Siebenmeterwerfen gehen.

    • Die einfachste Annahme ist, dass ein Siebenmeterwerfen zu 50% gewonnen und zu 50% verloren geht. Das bedeutet, wenn ich meiner Mannschaft vorgebe das Unentschieden zu halten, dann ist der Erwartungswert: 0,5 * 2 Punkte + 0,5 * 1 Punkt = 1,5 Punkte
    • Gebe ich meiner Mannschaft die Anweisung auf Sieg zu spielen, dann müssen wir uns Gedanken machen wie die Chancen auf den Siegtreffer, ein Unentschieden oder gar noch eine Niederlage in dieser Situation sind. Wenn ich meiner Mannschaft eine 60%-Chance auf einen Torerfolg zuschreibe und die übrigen 40% gleichmäßig auf die Risiken verteile, dass es beim Unentschieden bleibt oder dass sich meine Mannschaft sogar noch ein Gegentor einfängt und verliert, dann wäre der Erwartungswert: 0,6 * 2 Punkte + 0,2 * 1 Punkt + 0,2 * 0 Punkte = 1,4 Punkte

    Mathematisch betrachtet sieht man, dass ich meiner Mannschaft eine deutlich höhere Erfolgsquote im letzten Angriff zutrauen müsste als in einem Siebenmeterwerfen, damit es objektiv sinnvoll ist in dieser Situation auf Sieg zu spielen. In der HBL erreichen die Topmannschaften ein Offensivrating (ORTG), d.h. Tore pro 50 Angriffe, von 30 bis 32. Das entspricht einer Angriffsquote von 60% bis 64%. Das bedeutet selbst für Topmannschaften mit einer hohen Angriffsquote wäre es bei der neuen Punkteregel in der zweiten französischen Liga besser in den Schlusssekunden ein Unentschieden zu halten anstatt auf Sieg zu spielen.

    Ich habe zwei Fragen zu deinen Aussagen:

    Gibt es kein Risiko für ein weiteres Gegentor wenn ich auf Unentschieden spiele?

    Sind 20% nicht ziemlich hoch als Wahrscheinlichkeit für ein Gegentor?

    Nun sind die Antworten nicht unabhängig voneinander.
    Die Mannschaft kann ja den Torerfolg erst kurz vor Spielende suchen und damit die Wahrscheinlichkeit sowohl für den eigenen Torerfolg als auch für ein Gegentor reduzieren.
    Mit dieser Taktik wäre es erfolgversprechender noch den Torerfolg anzustreben.

    Ich schätze Schluroff als besser ein als Grgic.

    Ich bin dagegen, aber dein Beispiel sehe ich nicht im realen Leben. Man kann im Handball nicht auf unentschieden spielen. Wenn eine Mannschaft zwei Punkte braucht, wird sie kurz vor Schluss sich nicht mit einem Unentschieden zufrieden geben, in der Erwartung das 7m Werfen zu gewinnen.

    und wird es auch aktuell weitere geben und die Füchse werden spätestens zu Weihnachten bereuen, Pytlick nicht früher verpflichtet zu haben. Das hält deren Kader mit der Dreifachbelastung nicht durch. Hoffen wir es :hi:

    Zu einem vorzeitigen Wechsel gehören drei Parteien. Ich schließe nur Pytlick aus, wenn es um die Frage des Wechsels geht.
    Für mich vergleichbar mit den Wechsel der Costa Brüder. Ich glaube, dass Flensburg Kiko Costa auch schon gerne diese Saison gehabt hätte.

    Die Mannschaft ist doch viel zu schnell für ihn. Was will er denn Emil und Kiko hinterherrufen? "Wartet, bis der Rest soweit ist?" Pajovic lässt sie vorne laufen und hat schon damit Mühe, sie hinten wieder einzufangen, das wird diese Saison die Herausforderung. Da sehe ich in Kehrmann keine Verbesserung, im Gegenteil.

    Kehrmann ist für mich ein Trainer, der nicht nur Angriff kann. Lemgo stellt eine vergleichsweise gute Deckung. Und das hat Pajovic noch nicht gezeigt. Allerdings würde ich das Pajovic auch zutrauen. Der THW hält zu lange an seinen Trainern fest; die SG gibt ihnen eher zu wenig Zeit. Vielleicht sollte man da mal ansetzen.

    Du findest, dass die Verpflichtung von Roganovic und Sindrason den Abgang von Köster voll kompensiert? Oder meinst Du, dass sich der Fokus auch mit auf Dujshebaev verschiebt? Was Schluroff kann, hat er ja direkt wieder gezeigt. Aber der war ja letzte Saison auch schon da.

    Smits ist gesund zurück und Dujshebaev ist auf RR dazugekommen. Für mich ist der VfL damit auf RR deutlich stärker als letzte Saison. Und Roganovic ist ein wichtiges Teil im Puzzle. Sigurdsson hat gezeigt, dass er eine Spielidee entwickeln kann, die zu seinen Spielern passt.
    Ja, die Feldspieler als Kombo halte ich für stärker als die der letzten Saison.

    Von den Top 6 hat sich der THW sicherlich am besten verstärkt und ist deutlich besser aufgestellt wie letzte Saison. Dazu noch Madsen als Rückkehrer und der ein oder andere ausgeruhtere Spieler. Der Trainerwechsel wirkt auch wie ein Brustlöser und die Spieler wirken irgendwie befreiter. Lemgo, Gummersbach und Berlin eher schwächer wie letzte Saison und bei Magdeburg muss man sehen, ob der Peak noch anhält oder die Leistung dort das ein oder andere Prozent nachlässt. Insgesamt für mich aber immer noch Anwärter Nr. 1 auf den Titel. Den THW sehe ich diese Saison tatsächlich in der Region 1.-3.. Die aktuelle Entwicklung gefällt mir sehr. 👍

    Gummersbach ist nicht unbedingt schlechter als letzte Saison. Ein Fragezeichen habe ich bei den Torhütern; bei den Feldspielern sehe ich den VfL stärker aufgestellt als letzte Saison.