Moin,
wenn es generell nur nach der Gesundheit der Spieler gehen würde, dürfte so manch ein Spieler im Laufe der Saison durch den Heimatverein zwischenzeitlich nicht eingesetzt werden, denn im Laufe der Saison spielt so mancher Spieler mit einer Verletzung, die ein Pausieren eigentlich sinnvoll machen würde - wobei ich hier nicht nur die Vereine in der Verantwortung sehe sondern eben auch den mündigen Spieler, denn an der Stelle ist er erstmal nix anderes als ein "normaler" Arbeitnehmer. In der "normalen" Arbeitswelt geht der Arbeitnehmer in der Regel eben auch zum Arzt und lässt sich krank schreiben, wenn es ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist auf der Arbeit zu erscheinen und genau diese Möglichkeit hat meiner Meinung nach auch ein Sportprofi. Wenn er diese Möglichkeit nicht wahrnimmt, gibt es zwar ebenso die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, aber hier werden die wenigsten Trainer ebenso wie die wenigsten Arbeitgeber in der freien Wirtschaft ihren Arbeitnehmer nach Hause schicken und auf die angebotene Leistung verzichten!
Die generelle Teilnahme von Dule an der EM selbst ärgert mich tatsächlich nicht so sehr, denn er hat bereits vorher wieder für den THW auf der Platte gestanden und ich kann es keinem Spieler verübeln, dass er an einer Heim-EM teilnehmen möchte, denn diese Chance hat er eben nicht allzu oft in seiner Sportlerkarriere. Etwas anders sieht es dann schon mit der Einsatzzeit im ersten Spiel aus, denn da war es nicht notwendig, dass Dule zu dem Zeitpunkt noch ins Spielgeschehen eingegriffen hat, aber auf der anderen Seite kann man auch damit argumentieren, dass der Spieler aufgrund der langen Ausfallzeit etwas Spielpraxis mit der Mannschaft bekommen sollte und dies in einem bereits entschiedenen Spiel im Normalfall ganz gut funktioniert.
Richtig ärgerlich finde ich es jedoch, wenn der Vorwurf der schlechten bzw. nicht auf Langzeitgenesung angelegten medizinischen Versorgung und der vor allem der fehlenden Kommunikation zutrifft. Aus Verbandssicht kann ich sogar noch irgendwie verstehen, dass man versucht die Spieler für entscheidende Spiele noch einmal "zusammenzuflicken" und nichts anderes machen eben auch die meisten Vereine, solange der Spieler nicht von sich aus signalisiert, dass es gesundheitlich nun wirklich nicht geht. Wenn es aber nun tatsächlich das zweite Turnier in Folge ist, wo die Zusammenarbeit des Vereins mit dem kroatischen Verband nicht wirklich funktioniert hat und eben nicht alles für die Genesung des Spielers getan wurde, dann ist das ein Verhalten, was meiner Meinung nach eine absolute Frechheit ist und zwar sowohl gegenüber dem Spieler als auch gegenüber dem Verein, der eben auch der Arbeitgeber und somit Geldgeber des Spieler ist. Vor allem stellt sich mir die Frage, welche Vorteile die fehlende Kommunikation dem Verband gebracht haben soll, denn der Verein hätte den Spieler wohl kaum dazu zwingen können vorzeitig abzureisen und ebenso hätte der Verein auch kaum weitere Einsätze aktiv verhindern können - es sei denn, dass man eben den Spieler hätte davon überzeugen können, dass eine vorzeitige Abreise bzw. "Krankschreibung" auch in seinem Interesse wäre.
Glück auf
smoerf