Dann ist es 3 Minuten vor Ende und unser Trainer will Time-out nehmen (Spielstand 17-19). Er legt die grüne Karte hin. In unserer absolut topmodernen Halle haben wir allerdings leider keine Sirene. Unsere Zeitnehmer pfeifen also in eine extra Pfeife, die der SR aber einfach mal gekonnt ignoriert. Unsere Spieler legen den Ball auf den Boden, weil "ist ja Team-Time-out". Ne ein gegnerischer Spieler nimmt sich den Ball einfach, wirft aufs leere Tor und kriegt das Tor sogar vom SR!!!!! Antwort vom SR: "Tut mir leid, hab ich nicht gesehen, dass du die grüne Karte hingelegt hast". Kann ich leider ABSOLUT NICHT nachvollziehen. Da würde mich mal interessieren wie Ihr das seht, vielleicht hat der SR ja sogar regeltechnisch Recht. Dann revidiere ich meine Aussage. Zugegeben, mit einer anständigen Anlage hätte es nie diese Situation gegeben und der SR hatte sowas vielleicht auch noch nicht.
Wie Coach85 schon richtig schrieb, kommt es allein auf das Signal des Kampfgerichts an. Da sind die Regeln auch eindeutig. Der Kommentar zu Regel 2:9 lautet:
»Ein Signal des Zeitnehmers/Delegierten unterbricht das Spiel. Auch wenn die Schiedsrichter (und die Spieler) nicht sofort wahrnehmen, dass das Spiel unterbrochen ist, ist jede Handlung auf der Spielfläche nach dem Signal ungültig, also auch ein nach dem Signal gefallenes Tor. Ebenso ist eine Wurfentscheidung für eine Mannschaft (7-m-Wurf, Freiwurf, Einwurf, Anwurf oder Abwurf) ungültig. Das Spiel ist entsprechend der zum Zeitpunkt des Signals gegebenen Situation wieder aufzunehmen. Hauptgründe für ein Signal des Zeitnehmers/Delegierten sind ein beantragtes Team-Time-out oder ein Wechselfehler.«
Hier wäre es Aufgabe des Kampfgerichts gewesen, den Schiedsrichter auf das Time-out noch vor Erzielung des Tors hinzuweisen. Dann hätte das Tor nicht gegeben werden dürfen.
Wie ging das Spiel denn tatsächlich weiter? Wurde das Tor gezählt, das Time-out durchgeführt und dann Spielfortsetzung mit Anwurf?
Nun dann, es reicht noch nicht. Eine Minute vor Schluss steht es 19-20 (immer noch für die Gäste). Wir kriegen einen 7-m-Wurf. Unser Schütze läuft hin zum 7-m, hat den Ball in der Hand. Der Schiedsrichter pfeift schon an. Da läuft der TW der Gegner einfach weg und macht dieses bekannte "Auswechseln-Zeichen". Soweit ich weiß ist das regeltechnisch eine gelbe Karte. Der SR gibt aber den Gegnern Time-out und lässt den Torhüter in aller Ruhe wechseln. Unser Schütze verwirft anschließend und dann ist Schluss.
Auch hier gab es ja schon mehrfach die richtige Lösung: Progressive Bestrafung des Torwarts, da der Schütze wurfbereit war. Mir ist allerdings unklar, wie der Schiedsrichter seinen offenbar ja bereits erfolgten Anpfiff wieder »zurücknehmen« konnte. Er hat wirklich den Ball freigegeben und dann vor dem Wurf doch noch schnell das Time-out? Das ist schon sehr skurril. Da hätte der Werfer mal einfach den Ball ins Tor werfen sollen 😉