Entwicklung backeloser Ball?

  • Vor ein paar Jahren kündigte die IHF an, dass bei ihren Spielen in absehbarer Zeit nur noch ohne Haftmittel/Harz/Backe gespielt werden solle und ein Ballhersteller (war das Molten?) mit der Entwicklung eines selbstthaftenden Balles beschäftigt sei.


    Ist meine Erinnerung soweit korrekt? Dann die Frage: Was ist eigentlich daraus geworden? Kann mir schwer vorstellen, wie die Balloberfläche die Hand erkennen soll und nicht noch mehr Staub, Schmutz, Partikel anzieht als vorher schon?

  • Nimmst Du mal richtig Geld in die Hand, dann bekommst Du den perfekten Ball. Ich habe mich mal länger mit einem Materialforscher unterhalten, der meinte das wäre machbar, würde aber durchaus auch Tüftelei bedeuten. - Hat beim Volleyball richtig gut geklappt, die modernen Premiumbälle sind wahnsinnig gut, wer mal einen ausprobiert hat, der kann das auch erfühlen. Die Entwicklungskosten waren aber so hoch, dass ich bezweifele, dass dieser Aufwand für Handball betrieben wird, dafür ist der Markt einfach zu klein.

    Immerhin geht das Produkt von Molten schon in die richtige Richtung und wahrscheinlich könnte man damit leben, wenn man mehrere Bälle pro Spiel einsetzt und die, die gerade nicht in Benutzung sind, während des Spiels aufbereitet. Saubere, geputzte Halle hat auch noch nie geschadet... :cool:

  • Danke für eure Antworten.

    Der verlinkte Beitrag ist echt, äh, gefärbt.

    Sind die Bälle im Frauenbereich, wie dort behauptet, tatsächlich kleiner geworden?


    Ist Volleyball weltweit ein größerer und finanziell potenterer Markt als Handball ( da habe ich keine Ahnung).


    Ich frage mich, was die Konkurrenzmarken entwickelt haben und was aus der geplanten Verbindlichkeit seitens der IHF geworden ist.

  • Perplexity gibt dazu folgendes an:


    Die weltweiten Marktkapitalisierungen bzw. Marktgrößen für Volleyball und Handball unterscheiden sich deutlich:

    • Volleyball: Die globalen Schätzungen für den Volleyball-Markt im Jahr 2024 liegen je nach Quelle zwischen ca. 450 Mio.$ und bis zu 12,6 Mrd.$. Die hohe Diskrepanz hängt davon ab, ob nur der reine Ausrüstungsmarkt oder die gesamte Wertschöpfung inkl. Profisport, Medienrechte, Sponsoring und Fanartikel betrachtet wird. Die größten, umfassenderen Schätzungen (inkl. Profisport und Medien) bewegen sich allerdings im unteren Milliardenbereich mit starker Dominanz in Nord- und Südamerika, Europa und Asien.
    • Handball: Für Handball schwanken die aktuellen globalen Schätzungen für 2024 je nach Berechnung und Marktdefinition zwischen ca. 55 Mio.$ (Ausrüstung) und ca. 1,2 bis 1,5 Mrd.$ (gesamter Profimarkt inkl. Medien, Sponsoring usw.). Europa ist hier mit Abstand der wichtigste Markt, gefolgt von einigen Wachstumsmärkten in Asien.
  • Harzfreie Bälle dürfen laut Reglement etwas kleiner sein. In den Bundesligen (Männer, Frauen, Jugend) sind harzfreie Bälle allerdings nicht erlaubt.



    Folgende Marken werden immer wieder genannt


    Molten d60 PRO

    • Häufig als Referenz genannt, insbesondere wegen seines exzellenten Grips (auch mit leicht feuchten Händen) und sehr guten Dämpfungs- sowie Sprungeigenschaften.
    • IHF-zertifiziert, innovative Oberfläche, Praxistest in renommierten Camps ("super griffig", sehr gute Ballkontrolle).
    • Besonders empfohlen für Spielbetrieb und ambitionierte Teams.

    Kempa Spectrum Synergy Plus

    • Sehr griffig auch ohne Harz, mit Mikrofaser-Obermaterial und Schaum-Laminierung; überzeugt durch gutes Handling, professionelle Verarbeitung und IHF-Zulassung.
    • Von Spielern auf unterschiedlichen Leistungsniveaus gelobt.

    Hummel Evolution PRO AR HB

    • Bietet kräftigen Grip durch spezielle Panel-Struktur, angenehmes Ballgefühl und robuste Hülle.
    • Explizit für harzfreies Spielen entwickelt und weit verbreitet im Vereins- und Schulsport.

    Erima Magic White

    • Sehr guter, „regenerierbarer“ Grip durch Soft-Gel-Beschichtung, hohe Spielqualität und langlebiges Material.
    • Häufig im Training und bei Einsteigerteams verwendet, aber auch als Matchball genutzt.

    Select Campo DB Resin Free.

    • SEHF-zertifiziert, sowohl für Training als auch für den Spielbetrieb geeignet.
    • „Dual Bonded“-Herstellung (Kleben und Nähen) und eine spezielle Schaumschicht für besonders weichen Ballkontakt und Griffigkeit, ohne dass Harz benötigt wird.
  • Herzlichen Dank für die Aufklärung.


    Im globalen Süden kosten Volley- und Handbälle der Spitzenklasse demnach leicht einen Wochen- bis Monatslohn…


    Wir haben in unserer Halle sogar noch drei verschieden große Handbälle, die aus Streifen (sic) zusammengenäht sind und richtig, richtig schmerzhaft sind. Die sollte ich für ein Museum sichern. Oder Lucy Bronze schicken 😉

  • Lederbälle hart wie Beton, gerne auch mit Außennaht, kenne ich auch noch. Da bist Du selten ohne kaputte Finger aus dem Training heim gekommen. Schnittwunden gab es auch ab und an. Eigentlich unglaublich, mit was für Pillen man damals spielen musste. In meiner Jugend war gefühlt kein einiziger Ball richtig rund und gut.

  • Oh ja, Rasenturniere. Das einzige für das die Bundeswehrsportschuhe noch gut waren, wenn Stollenschuhe nicht erlaubt waren.


    Um im Thema zu bleiben: Auch auf Rasen kann man "harzen", die Rugby-Spieler machen es vor. Deshalb bekommt man in Frankreich in jedem größeren ...athlon auch Sportkleber.

  • Die mittlerweile eingeführten halben Größen für ohne Haftmittel, sind wohl auch nicht so schlecht. Wobei das Spektakel im Weltklassehandball deutlich verlieren würde. Da ist Harz unausweichlich...