Freiwurfausführung nicht innerhalb von 3 Sekunden

  • Danke.

    Somit ist es aber nur Hörensagen bzw. die individuelle Meinung eines Rechtswarts und nicht zwingend geltende Rechtsauffassung.

    unbestritten - Du musst das auch situativ sehen. Man spielt selbst unfair auf Zeit und fühlt sich dann noch vom Schiedsrichter betrogen, der ggf. mit besten Absichten gehandelt hat (keiner weiß es, es wurde nicht aufgearbeitet). Wir waren uns damals einig, dass wir auf diesbezügliche potentiell reputationsschädigende Artikel in der Zeitung gerne verzichten wollen.

  • "Unfair"? Ist es unfair in Unterzahl zwei, bis drei Sekunden länger zu brauchen, um den Ball zum Anwurf zu bringen? Ist es unfair bei eigener Führung die Angriffe lange auszuspielen? Meiner Meinung nach ist Zeitmanagement Teil des Spiels. Es ist Aufgabe der Schiedsrichter die Grenze zwischen tolerierter Tempoverschleppung und nicht akzeptablem Zeitspiel zu ziehen und darauf regelkonform zu reagieren, siehe Regel 15:5.


    Ich bleibe dabei, dass eine Änderung der Freiwurfausführung aufgrund von vermeintlicher Spielverzögerung ohne zuvor erfolgten Anpfiff des Freiwurfes im geschilderten Beispiel des Fragestellers einen Regelverstoß seitens der Schiedsrichter darstellt. (Wie auch schon zahlreiche andere User dargelegt haben.)

  • In dem Beispiel, welches ich geschildert hatte, pfiffen die Schiedsrichter dann einen Freiwurf für die abwehrende Mannschaft.

    Die nutzten die wenigen restlichen Sekunden, um den Siegtreffer kurz vor der Schlusssirene zu werfen.

    Es wurde kein Einspruch eingelegt. Ich denke, dass den Allermeisten nichts komisch vorkam. Zumindest war der allgemeine Tenor, selbst unter Schiedsrichtern in den Zuschauerreihen, dass sie richtig gepfiffen hätten und das Team selbst Schuld sei.

    Ich denke, dass die Spielverzögerung nicht wegen unfairen bewussten absichtlichen Zeitspiel, sondern wegen einem Blackout des entsprechenden Spielers zustande kam.

    Es ist aber auch die unterste Herrenliga. Da hat sich schon dreißig Minuten nach dem Spiel keiner mehr groß darüber geärgert.

  • "Unfair"? Ist es unfair in Unterzahl zwei, bis drei Sekunden länger zu brauchen, um den Ball zum Anwurf zu bringen? Ist es unfair bei eigener Führung die Angriffe lange auszuspielen? Meiner Meinung nach ist Zeitmanagement Teil des Spiels. Es ist Aufgabe der Schiedsrichter die Grenze zwischen tolerierter Tempoverschleppung und nicht akzeptablem Zeitspiel zu ziehen und darauf regelkonform zu reagieren, siehe Regel 15:5.


    Ich bleibe dabei, dass eine Änderung der Freiwurfausführung aufgrund von vermeintlicher Spielverzögerung ohne zuvor erfolgten Anpfiff des Freiwurfes im geschilderten Beispiel des Fragestellers einen Regelverstoß seitens der Schiedsrichter darstellt. (Wie auch schon zahlreiche andere User dargelegt haben.)


    Ich stelle weder Deine Meinung noch die anderer Diskussionsteilnehmer infrage – im Gegenteil, ich tendiere ebenfalls zur Anwendung von 15:5. Trotzdem möchte ich, weil ich es interessant finde, (habt ihr bestimmt schon gemerkt ;) ), einmal aus der Erinnerung unseren damaligen Gedankengang schildern:

    Objektiv liegt doch zum Spielende hin folgende von Lernender beschriebene Situation vor:

    • Freiwurf wird Team A zugesprochen.
    • Es vergehen etwa 5 Sekunden.
    • Es ertönt ein weiterer Pfiff, die Schiedsrichter entscheiden auf Freiwurf für Team B.
    • Team B führt aus.

    Der Grund für die Verzögerung (z. B. wie Lernender in seinem zweiten Beitrag präzisiert, weil der Angriff noch seinen Schirm für den Werfer vorbereitet) ist meiner Meinung nach für die Beurteilung unerheblich.

    Nun zur eigentlichen Frage:
    Worin unterscheidet sich das regeltechnisch von einer anderen Spielsituation _mitten_ im Spiel, in der auf Freiwurf für A entschieden wird, alle bereit stehen, der Freiwurf aber noch nicht ausgeführt wurde – und dann, nach etwa 5 Sekunden, die Schiedsrichter erneut "Korrektur" pfeifen und auf Freiwurf für B umstellen?

    In beiden Fällen kann man, ohne weitere belastbare Informationen, nicht objektiv sagen, warum sich die Entscheidung geändert hat. Und wer kann diese Informationen beisteuern? Wohl doch nur die Schiedsrichter selbst und die müssen sich nicht selbst belasten.

    Wir kamen damals bei unserer Diskussion zum Schluss, dass sich die beiden Situationen regeltechnisch nicht unterscheiden. Daher haben wir den Einspruch, insbesondere auch nach dem Gespräch mit dem Verbands-Rechtswart, letztlich zurückgezogen. Ich habe damals so einiges über Rechtsfragen mitgenommen und bin seitdem bei allen Regelauslegungen und -deutungen speziell im Handball sehr vorsichtig, lese aber meistens hier in der Regelecke nur mit.

    Unbefriedigend ist das Ergebnis zwar, aber aus meiner Sicht trotzdem nachvollziehbar, wenn man den gesamten Gedankengang berücksichtigt bzw. wenn man alle meine Einlassungen zum Thema gelesen hat.

    Wäre toll, wenn es hier jemand gäbe, der einen ähnlich gelagerten Fall mit einer offziellen Entscheidung dazu hätte.

  • In dem Beispiel, welches ich geschildert hatte, pfiffen die Schiedsrichter dann einen Freiwurf für die abwehrende Mannschaft.

    Die nutzten die wenigen restlichen Sekunden, um den Siegtreffer kurz vor der Schlusssirene zu werfen.

    Es wurde kein Einspruch eingelegt. Ich denke, dass den Allermeisten nichts komisch vorkam. Zumindest war der allgemeine Tenor, selbst unter Schiedsrichtern in den Zuschauerreihen, dass sie richtig gepfiffen hätten und das Team selbst Schuld sei.

    Ich denke, dass die Spielverzögerung nicht wegen unfairen bewussten absichtlichen Zeitspiel, sondern wegen einem Blackout des entsprechenden Spielers zustande kam.

    Es ist aber auch die unterste Herrenliga. Da hat sich schon dreißig Minuten nach dem Spiel keiner mehr groß darüber geärgert.

    Das ist doch mal erfreulich, dass es kein Ding mehr war nach Spielende. Auch wenn es vielleicht nicht ganz ok war, wurde es akzeptiert, dafür steht Handball! Habt ihr ein Bierchen drüber getrunken? :)

  • Objektiv liegt doch zum Spielende hin folgende von Lernender beschriebene Situation vor:

    • Freiwurf wird Team A zugesprochen.
    • Es vergehen etwa 5 Sekunden.
    • Es ertönt ein weiterer Pfiff, die Schiedsrichter entscheiden auf Freiwurf für Team B.
    • Team B führt aus.

    Der Grund für die Verzögerung (z. B. wie Lernender in seinem zweiten Beitrag präzisiert, weil der Angriff noch seinen Schirm für den Werfer vorbereitet) ist meiner Meinung nach für die Beurteilung unerheblich.

    Nun zur eigentlichen Frage:
    Worin unterscheidet sich das regeltechnisch von einer anderen Spielsituation _mitten_ im Spiel, in der auf Freiwurf für A entschieden wird, alle bereit stehen, der Freiwurf aber noch nicht ausgeführt wurde – und dann, nach etwa 5 Sekunden, die Schiedsrichter erneut "Korrektur" pfeifen und auf Freiwurf für B umstellen?

    Ich würde sagen, die Situationen unterscheiden sich nicht. In beiden Fällen ist der Ballwechsel falsch.