Also ungeachtet des Wettbewerbs, in dessen Rahmen das Nordderby steigt, kann ich mir aus Flensburger Sicht kaum vorstellen, dass da heute Abend nicht auch der Letzte heiß wie Frittenfett ist. Es ist das erste Heim-Pflichtspiel im neuen Jahr, wir haben ein gruseliges und ein solides Auswärtsspiel gezeigt. Dieses Spiel hätte, also egal, gegen welchen Gegner und in welchem Wettbewerb, Signalwirkung, wie man in die Heim-Saison startet. Und dann ist es auch noch Schwarz-Weiß Schwentinental-West.
Schon vor dem Spiel zu bagatellisieren, dass die Bedeutung gering und eine womögliche Niederlage halb so wild sei, ist halt schon ein Vorbereiten von Ausflüchten. Als wenn es auch nur einen einzigen Fan (auf beiden Seiten) gäbe, dem eine Niederlage heute Abend wirklich egal wäre.
Es bleibt im Handball einfach DAS Derby, die Partie, die einen immer kitzelt. Wo man Tage vorher schon dieses Kribbeln verspürt, wo man seine eigene Bubble schon seit Tagen mit nervt oder anstachelt. Natürlich kann ich nur für mich sprechen, aber für mich wird das Nordderby niemals etwas Alltägliches sein. Eine Niederlage (und derer gab es in den Zehnern ebenso reichlich wie regelmäßig) schmerzt immer wieder auf´s Neue, wohingegen ein Derbysieg (am besten auswärts) wochenlange gute Laune auslösen kann.
Das macht den THW zu meinem absoluten Lieblingsgegner und zwar nicht, weil ich sie hasse oder sch... finde, sondern aus der Tatsache heraus, dass nur der THW mir dieses Gefühl des HEUTE GILT ES, BLAUWEISSROT GEGEN SCHWARZWEISS geben kann. Man hat die Bedeutung und das Prestige in sich aufgesogen und das macht es allein schon wert, dass man diese (in der Regel ja zwei) Spiele pro Saison auf einen inneren Podest stellt.