Morgen Abend kommt es zum ersten Mal seit exakt 1034 Tagen wieder zu dem Handball-Kracher in der Region: Das Südwestfalenderby "Hagen gegen Ferndorf". Auswärts in Hagen. Für alle Ferndorfer ist es das Auswärtsspiel aller Auswärtsspiele. Ich weiß nicht, wie lange es den Slogan "Heimspiel in Hagen" schon gibt. 15 Jahre? 20? Ich weiß auch nicht, wie lange Hagen schon kein Heimspiel mehr in Hagen hatte, wenn Ferndorf zu Gast war. Lange.
Ein Spiel mit einer fast schon legendären Historie. Eine jahrzehntelange Rivalität. Ein Spiel mit großer Strahlkraft, wie auch der Ticket-Vorverkauf zeigt. Die Vorzeichen sind dabei jedes Mal völlig andere. Unvergessen, als Kai Rottschäfer nach dem entscheidenden Ball zum 40-Meter-Vollsprint zu den Ferndorf-Fans ansetzt. Unvergessen, als die Brigade C mit einer sensationellen Choreographie auf der seitlichen Tribüne ein Spiel krönte, bei dem man Hagen in Liga 3 schoss. Unvergessen auch das letzte Mal, als wir in der Ischelandhalle zu Gast waren. Es war, wie morgen, ein Zweitligaspiel: Der TuS war abgeschlagen letzter, die Eintracht stand im oberen Mittelfeld und galt ein bisschen als das Überraschungsteam der Liga. Wir gewannen aus dem Nichts mit +10 Toren, starteten damit einen sensationellen "Run" in der Rückrunde - und stiegen am Ende doch maximal bitter ab.
Morgen ist die Ausgangslage (mal wieder) eine komplett andere. Und für viele aktuelle TuS-Spieler wird es das erste Südwestfalenderby ihrer Karriere. Auch wenn ein Donnerstag Abend die wohl lausigste Terminierung überhaupt in der Geschichte dieses traditionsreichen Derbys ist, hoffe ich auf viel "Rot" in der Ische - damit die Hidegs, Kevics und Co. ordentlich eingeheizt bekommen und am eigenen Leib spüren, was dieses Spiel für eine Eigendynamik entfalten; für eine Handballschlacht werden kann.
Hoffen wir auf ein hartes, faires und attraktives Spiel, bei dem man sich trotz aller Rivalität hinterher Shake-Hands gibt. Und hoffen wir natürlich auch auf 2 Punkte für den TuS, sie wären im Abstiegskampf auch mal wieder nötig.