Beiträge von Andi.Waffen57

    Man muss sich in der Tat fragen, wieviel Sinn es macht, in der anstehenden Saison eine Champions League in diesem Format auszutragen und so früh bei so ungewisser Sachlage festzuzurren. Die Bundesliga wird kommende Saison bei weniger Zeit mehr Spiele haben als in der abgelaufenen, dazu die CL, im Januar Nationenturnier und Olympia. Wie soll das gehen? Oder anders gefragt, soll die Saison 20/21 diejenige werden, die das Fass der Überbelastung im Profihandball endgültig zum Überlaufen bringt, die den Crash herbeiführt?
    Man muss erstmal sehen, welche Vereine wie im Oktober wo an den Start gehen können. In der Bundesliga, aber auch international.

    https://www.tus-ferndorf.de/1-…uzugang-auf-rechtsaussen/
    Das ist ein Transfercoup: Josip Eres wechselt vom kroatischen Meister Zagreb ins Siegerland. Die Rechtsaußenposition ist damit mit Rüdiger und ihm auf dem Papier vermutlich so stark besetzt wie noch nie in der Geschichte des TuS. Denn: Es entzieht sich meiner Kenntnis, dass schon einmal zuvor ein Spieler seine Zelte unterm Kindelsberg aufgeschlagen hat, der in der Vorsaison 4 Tore in der Champions League erzielt hat. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten.

    Das bedeutet, dass Anfang August Trainingsstart sein wird. Was bedeutet, dass noch über einen Monat Pause sein wird. Ab kommendem Mittwoch ist R. Andersson offiziell zuständig. Man darf gespannt sein auf die Transferentscheidungen der Zukunft. Denn die Frage wird kommen, in wie weit die Kadersituation den Vorstellungen und Wünschen des Coaches entspricht. Das wird eine ganz ganz schwere Saison für den TuS werden.

    Noch haben die Vipers nichts offiziell bestätigt. Die Gerüchte wabern allerdings seit einigen Wochen durch Rumänien/Norwegen, ich denke, da ist es nur noch eine Frage der Zeit bis zur Bekanntgabe. Allerdings hätten die Vipers dann auf Rückraum Rechts alle drei norwegischen Nationalspielerinnen dieser Position und ich kann mir kaum vorstellen, dass die anderen beiden bereit sind, weitere Abstriche in Sachen Spielzeit zu machen. Gut möglich also, dass ein Transfer von Mörk da das internationale Karussell nochmal etwas antreibt. Sucht Bietigheim nicht aktuell noch eine Halb Rechte mit CL-Format? ;)
    Edit: Just heute wurde der Transfer dann doch offiziell mitgeteilt.

    Ich finde Arcosh's ersten Beitrag interessant und durchdenkenswert. Die Verkleinerung er CL auf 12 Teams, auf einen "Elite-Club" sozusagen erscheint mir ansprechend, allerdings (im Gegensatz zu jetzt) mit durchlässiger und transparenter Aufnahmestruktur.


    Wie man die Wettbewerbe darunter dann gestaltet, ist natürlich fraglich. Ich für meinen Teil halte einen reinen Europapokal der Pokalsieger als KO-Wettbewerb für interessant und wiedereinführenswert, im Fußball wie im Handball. Sind Pokalsieger und Meister (CL) oder Platz 2-? als andere Europapokalteilnehmer identisch, können die wählen, welches Turnier sie spielen und wenn sie ihr regulär "erworbenes" nehmen (Was der Fall sein sollte), geht die Teilnahme an das Team auf dem ersten Nicht-Europapokalplatz, fertig.

    Warum sollte man denn Dinamo deutlich besser behandeln oder Motor gegenüber den Vorzug geben?



    Weil sie letzte Saison ein kleines Handball-Märchen geschrieben haben, als sie völlig überraschend die gesamte Champions League 10 Spiele lang ungeschlagen geblieben sind. Zusätzlich sind sie erneut rumänischer Meister geworden. Nicht falsch verstehen: Ich habe keine Sympathien zu Dinamo, mir das ist das letztlich relativ egal. Aber aus handballromantischer Sicht hätten sie den Platz kriegen müssen, egal für wen. Da kann ich verstehen, dass sich die Fans "robbed" fühlen. Aber wie ich schon sagte lohnt es letztlich auch nicht, sich darüber aufzuregen oder zu diskutieren. Denn die EHF ist eh alle drei demokratischen Gewalten auf einmal :)
    PS: Auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache: Politische Beweggründe für sportliche Entscheidungen halte ich in der EHF für real. Ob sich das auf diesen einen konkreten Fall bezieht, weiß ich nicht. Aber grundsätzlich gibt es derartige Vermischungen von Staatlichkeit/Politik und Sport. Besonders in den osteuropäischen Ländern.

    Die EHF hat die finale Teilnehmerliste veröffentlicht und ich denke, nicht nur ich hätte Dinamo gerne dabei gesehen. Zumal sie das einzige Team der letzten Saison waren, dass ungeschlagen geblieben ist. Meines Ermessens nach hätte man auf Motor getrost verzichten und dafür die Rumänen dazu holen können, auch aus (hier schon dargelegten) stimmungstechnischen Gründen. Aber gut, man weiß seit Jahren, was für ein korrupter und mafiaähnlicher Laden die EHF ist, daher wunderts mich nicht bzw. rege ich mich über solche Sachen gar nicht mehr auf.

    Man stelle sich vor, es findet sich kein adäquater Hauptsponsor (Die Bekanntgabe ist ziemlich kurzfristig und die COVID19-Pandemie bringt gewaltige ökonomische Rezessionsentwicklungen mit sich, Branchenübergreifend), und der Verein geht daran zu Grunde. Der Spielermarkt würde geflutet mit Weltklasse- und Topspielern. Ob Kielce das erste große Corona-Opfer im Profihandball wird? Ich gehe nicht davon aus, dass in diesem Jahr noch vor Zuschauern gespielt wird. Und ich gehe davon aus, dass es in zahllosen Fällen so kommen wird, wie im Fall Kielce: Sponsoren können sich ob der Rezession und argumentativ vor ihren Betriebsräten solche Spielchen nicht mehr leisten. Ob der Handball zerstört wird? Keine Ahnung. Aber für Pessimisten dürfte der Fall Kielce da ein erster Vorbote sein.

    Mittlerweile haben beide Schneiders verlängert und damit werden auch nächste Saison zwei Brüder-Paare aus Ferndorf in Ferndorf spielen. Hat das noch wer in der zweiten Liga? Der Kader des TuS weist nun "nur noch" Handlungsbedarf auf drei Positionen auf, Rückraum Mitte und beiden Außen. Ich halte das defensive Vorgehen nach wie vor für richtig, allerdings muss man angesichts der dann doch relativ regen Transfertätigkeit der Konkurrenz auch den Blick auf die sportliche Qualität richten. Und das sieht aktuell trist aus. Ein erfolgreiches Konzept ist lange gespielt und verfeinert worden, jetzt ist es weg und mit ihm, in Trainer und zwei Spielmachern, seine drei Protagonisten. Solche "Umschaltmomente" sind für alle Sportvereine empfindliche Phasen in denen es gilt, behutsam und meist auch mit etwas Zeit, aus dem Alten das noch da ist und dem Neuen das kommt eine funktionierende und entwicklungsfähige Einheit zu formen. Soweit die Theorie. Diese Chance, die eigene Spielphilosophie mit einem Neustart aufbauen und umsetzen zu können, war es wohl, die R. Andersson an der Aufgabe in Ferndorf und der 2. Liga in DE gereizt hat. Der TuS hatte sich dank Lerschts Arbeit einen sicheren Platz im Mittelfeld der Liga hart erarbeitet, nun wird die Gefühlslage am Kindelsberg allerdings ziemlich rasant wieder auf knallharten Abstiegskampf abstürzen. Was bedeuten wird, dass Andersson von Anfang an Druck haben wird. Und nicht den Kader, den er vielleicht wollte. Wenn es hart kommt und man niemanden holen können wird, vielleicht auch nur einen Kader aufgefüllt mit Oberligaspielern. Das kann ich mir allerdings nicht wirklich vorstellen. Ich denke auch, er wird da in einer gewissen Weise Forderungen haben. Die erste Post-Corona-Saison hat jedenfalls bereits jetzt, da die alte noch nicht einmal offiziell ins Archiv gestellt wurde, das Potential, den ehrlich erarbeiteten Fortschritt (als Gegenmodell zum schnell erkauften) der Ära Lerscht zu zerstören. Andersson kann eine Unglücksfigur in der Geschichte des TuS werden, er kann aber auch mit einem erneuten Klassenerhalt schlagartig nach seiner ersten Saison Helden-Status erreichen. Denn der Klassenerhalt wird in der kommenden Saison vermutlich schwerer, als in der aktuellen und auch als in der davor.

    Die erste CL-Saison der Herren in der Post-Corona Zeit findet im neuen Modus statt und die ersten 10 gesetzten Teilnehmer stehen fest. Vardar mit neuem Mäzen wird eine Wundertüte sein. Der Kader ist zu schwach, um an vergangene Tage anzuknüpfen aber Kanonenfutter dürfte das Team auch nicht werden, besonders bei Heimspielen. Ich gehe fest davon aus, dass Elverum auch in der CL spielen wird, die mausern sich gerade still und leise zum Top-Verein Skandinaviens und unterstreichen diese Ambition mit interessanten Transfers. Die EHF wird der gesteigerten Aufmerksamkeit, die Elverum auf sich zieht, nicht in die Quere kommen wollen. Grundsätzlich kann man bei dem korrupten Scheißladen EHF wohl davon ausgehen, dass Einschaltquoten zumindest ein Faktor sein werden wenn es darum geht, zu entscheiden, wer von den Upgrade-Antragstellern teilnehmen darf.


    Die bisherigen Teams sind:


    • CRO - HC PPD Zagreb
    • DEN - Aalborg Handbold
    • ESP - FC Barcelona
    • FRA - Paris St. Germain Handball
    • GER - THW Kiel
    • GER - SG Flensburg-Handewitt
    • HUN - Telekom Veszprem
    • MKD - HC Vardar 1961
    • POL - PGE Vive Kielce
    • POR - F.C. Porto


    Quelle: 301 Moved Permanently
    PS: Ganz ehrlich, das ist das schlechtest programmierteste Forum in dem ich je unterwegs war. Der Punkt vor CRO bei Zagreb zb. springt einfach mal willkürlich nach oben und es ist nicht so, als wäre es das erste Mal, das solche Probleme auftreten. Zeilenumbrüche sind beispielsweise auch absolute Glückssache. Was für Amateure sind hier am Werk?

    Damit schon die zweite Neueinstellung außerhalb der Mannschaft innerhalb weniger Tage. Und beide Entscheidungen finde ich gut. Hierdie erste. Bei der Frage ich mich, ob der neben Eickelmann steht. Sind teilweise dieselben Arbeitsgebiete. Weiß das jemand?


    Als neutraler Beobachter (mit einem Hauch von Sympathie für den VfL) stelle ich fest, dass der VfL des 5.6.20 in Punkto Professionalität nicht mehr ansatzweise mit dem VfL aus Erstligazeiten vergleichbar ist. Da hat es Sprünge gegeben, die honorierenswert sind. Aus einem besonderen Grund: In Traditionsvereinen und solchen mit lange gewachsenem (und verwachsenem) "Überbau" sind eingeschlagene Kurse meist eine Einbahnstraße. Wenn sich der unschickliche Umstand ergibt, dass sich besagter Kurs nicht "auf dem Markt platzieren lässt" (wie man heute so schön sagt), donnern diese Vereine aller Regel nach im Dampfwalzenmodus in die Insolvenz und die sportliche Bedeutungslosigkeit. Ruder umreißen is' meist nicht. Massenhaft dokumentierbar in den Ligen Nummer Drei und Vier des (nicht nur) deutschen Fußballs. Der VfL fällt da, zu seinem Glück, aus der Reihe. Schindler hat sich bei mir, und ich denke auch bei vielen anderen Menschen in Handballdeutschland, nicht nur wegen des Videos letzten Monat und den darin offengelegten Entwicklungen sehr viele Pluspunkte gemacht. Die gegenwärtigen Personalentscheidungen sind für mich die Kontinuität dessen. Das sieht wohlüberlegt aus, reichlich Reflexion zugrundeliegend und immer mit der (bisher) aufgehenden Kalkulation des "Mehrwerts" (wie man heute so schön sagt) für den VfL. Denn leisten wird man sich alles können, was man verkündet. Man muss es zumindest. Ob ich Schindler als Mensch mag ist irrelevant, was er und der VfL da momentan tun, verdient aus der neutralen Sicht Respekt.

    Schöne Auszeichnung für Julius:


    Die Trainer und Manager der 2. Handball-Bundesliga haben entschieden: Der wertvollste Spieler der 2. HBL in der abgebrochenen Saison 2019/20 kommt in Julius Lindskog Andersson aus Ferndorf.

    Damit hat man einen schönen Maßstab dafür, wie sehr er dem TuS in der kommenden Saison fehlen wird. Zusätzlich ist die Kadersituation gegenwärtig katastrophal. Kein Linksaußen, nur ein Rechtsaußen. Weder Lucas noch Julian Schneider haben bisher offiziell verlängert, was in diesem Moment auf dem Papier Linus Michel als einzigen etatmäßigen Mittelspieler stehen lässt. Dafür hat man 3 Torhüter, 3 Halblinke und 3 Kreisläufer. Den Markt kann niemand momentan einschätzen, die Existenzsituation der Zweiten Liga und des gesamten Profihandballs kann niemand einschätzen. Ich halte das bisherige behutsame Vorgehen daher für vernünftig, wenngleich man Gefahr läuft, viele passende Spieler zu "verpassen". Wer weiß, vielleicht ist der Schlüssel zum Kader des TuS in der Saison 20/21 am Ende doch der bereits von mir erwähnte Einblick R. Anderssons in die schwedischen Ausbildungsstrukturen. Aber das ist nur Spekulation.

    Aus "deutscher Sicht" spielt noch Gordana Mitrovic in Frankreich (in Nantes), vorher war sie beim THC und in Blomberg aktiv. Die Liga dürfte kommende Saison in der Spitze etwas spannender werden. Metz hat mit Zaadi und Smits das Rückgrat der jüngeren Epoche im Rückraum verloren und durchlebt einen kleinen Umbruch. Brest dagegen mit Jaukovic aus Buducnost stark auf Rückraum Links und für die Deckung aufgerüstet. In der Breite dürfte es aber ein Zweikampf bleiben, die anderen Teams sind wie schon diese Saison zu schwach.


    Das wäre dann der nächste Halblinke, der am ausgestreckten Arm von A. Schmid verhungert :hi: Finanziert Hopp dann die Ablöse?
    wasp


    Ich bin zwar absolut kein Löwen-Fan, aber 15/16 und 16/17 war Schmids Arm dann scheinbar so dermaßen lang, das der den THW abgeschlagen auf Platz 3 verhungern lassen konnte, während er mit dem anderen Meister wurde.

    Die Sportwelt und auch dieses Forum ruht in großen Teilen, hinter den Kulissen gehen derzeit aber überall in den relevanten Handballigen Deutschlands bange Tage über die Bühne. Über die Geschehnisse beim TuS wird der geneigte Siegerländer (noch etwas retro) ausschließlich über die Printmedien informiert. Dabei waren besonders zwei Artikel der letzten Tage von Relevanz und einer sogar kommentierenswert.


    Den Anfang macht die Siegener mit ein paar Bildern vom Hallenumbau und einem Bericht, in dem steht, dass vor Dezember keine Zuschauer auf der neuen Tribüne stehen und sitzen werden. Sofern Corona sich benimmt. Ansonsten erst nächstes Jahr. Das ist trotzdem aber eine sehr erfreuliche (und historische) Nachricht, denn im April 2020 wurde tatsächlich mit dem Umbau der altehrwürdigen, seit Jahrzehnten an ihrer Bausubstanz kaum veränderten Stählerwiese begonnen. Jeder Mensch, der wie ich schon seit langen langen Jahren dorthin pilgert, wird unheimlich gespannt sein auf das Endresultat. Ich freue mich riesig und glaube, viele haben noch vor ein paar Jahren nie für möglich gehalten, dass es am Ende dann doch passiert. Weiterhin haben viele Menschen den TuS und die Stählerwiese nur so kennen gelernt, wie sie beim letzten Heimspiel noch aussah. Und bald wird es Menschen geben, die sie nur so kennen, wie sie nach dem Umbau aussieht. Jedenfalls möge sich der gemeine TuS-Fan das Bild vom Inneren des 70er-Stahlklotzes gut einprägen, man gewöhnt sich sehr schnell sehr stark an Veränderungen (Könnt ihr euch noch dran erinnern wie die "Gegengerade" vor der Otto-Quast-Tribüne aussah, als alle noch auf den Sportunterrichts-Kästen etc. saßen? :-)).
    Der zweite Artikel stammt aus der Westfalenpost und er stimmt mich ein bisschen weniger euphorisch als das Hallen-Thema. Geschäftsführer Mirza Sijaric sagt darin zunächst, dass dem TuS ein hoher fünfstelliger Betrag durch das ausgefallene GM-Spiel flöten geht, was nicht ganz einem Zehntel des Saisonetats entsprechen dürfte. Dabei handelt es sich offenbar um eine Summe, die in Spielergehälter gesteckt werden sollte. Die Corona-Krise hat den gegenwärtigen Transfermarkt seiner Bedeutung beraubt, weil noch nicht abzusehen ist, wie die ökonomische Situation der Vereine am formalen Saisonende aussehen wird. Das trifft natürlich auch den TuS, bei dem laut WP nächste Saison auch Wicklein und Neitsch nicht mehr auf der Gehaltsliste stehen werden. Das macht summa summarum 1 von 4 Außenspielern im Kader der nächsten Saison (Man wird hoffentlich nicht mit nur Dreien starten) und nur Julian Schneider ist aktuell etatmäßiger Spielmacher. Die WP kommt auf die grandiose Idee, Schneider als Kandidaten für die etatmäßige Linksaußenposition ins Spiel zu bringen, aber ich gehe davon aus, das dieser Vorschlag nicht weiter ernstgenommen wird. Schneider (J. natürlich) hat offiziell noch nicht verlängert und wenn er geht oder auf Etat-LA wechselt, verliert der TuS ALLE. DREI. MITTELSPIELER. der aktuellen Saison und das wäre in meinen Augen eine Katastrophe. Andersson (Coach) würde beim 100-Meter-Schwimmen anstatt auf dem Startblock quasi auf dem Boden des Beckens mit einem 100kg-Gurt um die Füs starten, aber wahrscheinlich tut er das so oder so schon, Corona sei Dank. Mit den fehlenden finanziellen Kader-Mitteln dürfte die Suche nach insgesamt 5 neuen Spielern jedenfalls doppelt schwierig sein. Weiterhin wird die Vertragsverlängerung mit Jonas Müller und Toni Sario in einer Aufzählung am Ende des Artikels bekanntgegeben, beide hatten laut der offiziellen LIQUIMOLY-HBL-Teamseite sowie Pressemeldungen nur bis 2020 Vertrag. Warum man diese Neuigkeiten nicht über Homepage, Social Media und sonstiges verkündet und vermarktet erschließt sich mir ob der Steilvorlage für Content in der (beim TuS überaus) tristen Corona-Social-Media-Zeit nicht wirklich. Das Kaderthema dürfte aber insgesamt das mit der größten Kurzlebigkeit für gültige Nachrichten sein, ob des gigantischen Problems, vor dem nicht nur der TuS sondern wie gesagt alle Vereine stehen: Das Wirtschaftliche. Diese Krise wird ziemlich wahrscheinlich Vereinsexistenzen kosten. Sijaric kommentiert, dass bisher noch keine Sponsoren abgesprungen sind oder ihre Beträge verringert haben und führt als Vorteil für den TuS an, dass man sponsorentechnisch auf breit gebautem Fundament stehe und nicht von einzelnen Unternehmen abhängig sei. Da widerspreche ich ihm allerdings. Denn die vielen unterschiedlichen Betriebe (Sijaric nennt rund 100 (also nicht beim Namen..)) entstammen zu maßgeblichen Anteilen dem Mittelstand. Und der wird es sein (und ist es teilweise auch schon) der von der Corona-Krise ökonomisch wohl mit am härtesten getroffen wird. Das Eintreffen der Sorge Sijarics, dass der Etat der kommenden Saison nach unten korrigiert werden muss, halte ich für unausweichlich und ich glaube, es kann da wirklich hart kommen. Aber das kann (und wird) es dann bei allen anderen genauso, die 2. Handball-Bundesliga und die Erste in Teilen auch noch, ist in der Breite nunmal eine Mittelstandsliga. Ich hoffe, auch vom TuS selbst geht noch irgendeine Finanzierungs-Aktion aus, das Publikum dürfte da sicherlich zahlungswillig sein. Der TuS ist mittlerweile ein gewichtiges Stück Kreuztaler und Siegerländer Identität und diese Identität halte ich umgekehrt für überaus vermarktungsfähig, wenn es um Unterstützungsaktionen geht. Alles weitere wird man sehen. Es sind enorm schwierige Zeiten und man kann den handelnden Personen nur alles Gute und viel Geschick dabei wünschen, den TuS durch sie hindurch zu lenken.


    achja: für den fall, dass irgendwelche leute meinen, meine posts einfach wieder auf irgendwelchen mäßig aussehenden facebookseiten veröffentlichen zu müssen, bitte ich hiermit darum das zu unterlassen. urheberrecht dies das

    Der TuS Ferndorf macht laut der SZ durch die Coronavirus-Krise mindestens 100.000 Euro Verlust. Kurzarbeitergeld ist beantragt, Mannschaft und Trainerstab verzichten damit auf Gehalt. Ein solcher Betrag kann für einen kleinen Dorfverein schnell existenzbedrohend werden - jüngst rechnete der Chef der SG Flensburg-Handewitt, Boy Meesenburg, damit, dass 1/3 der Handball-Profivereine insolvent gehen würden. Ich halte diese Zahl auch in der zweiten Liga für realistisch und in Anbetracht der größeren Zahl an Dorfklubs dort vielleicht sogar noch für zu gering. Der TuS hat also harte Zeiten vor sich, kann sich allerdings auf die Unterstützung seiner Fans verlassen, die Brigade C verkauft Solitickets mit inbegriffenem Solishirt. Ein gutes hat die Krise für den TuS im übrigen auch: Eventuell ist die "neue" Halle durch den frühen Baubeginn bereits zum Saisonstart der kommenden Spielzeit fertig. Im worst case hat Micha Lerscht sein letztes Heimspiel in der Stählerwiese bereits hinter sich gebracht, im worst case sieht das Ferndorfer Publikum auch den überragend aufspielenden Julius Andersson nicht mehr (nie wieder?) im roten Trikot. Was natürlich halb so schlimm wäre, wäre sicher, dass es den TuS Ferndorf in seiner jetzigen Form auch in den nächsten Jahren noch gibt. So sind es aber zahlreiche Fragezeichen, die um den Kindelsberg herumwabern und trotz positiver Signale dürfte der Blick aller, die es mit rot-weiß halten, von Sorgenfalten gezeichnet sein.

    Mit Barwitzki, Neitsch, Rüdiger und neuerdings auch Wicklein fehlen dem TuS nun also alle vier gelernten Außenspieler, noch dazu ist Bornemann der einzig verbliebene etatmäßige Linkshänder des Zweitligakaders. Zum Glück hat sich die Mannschaft nach einem mäßigen Start ab Dezember gefangen, deutlich gesteigert und deshalb derzeit 6 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Nicht auszudenken was die aktuelle Verletzungsmisere in einer deutlich engeren Situation im Abstiegskampf für Auswirkungen gehabt hätte. Aber so ist die Welt im Siegerland im Moment absolut in Ordnung und das gibt den Verantwortlichen die Chance, in aller Ruhe am Aufbau des Kaders für die neue Saison zu arbeiten. Wäre da nicht die Organisation der Hallensituation mit dem Heimspiel gegen Gummersbach und dem weiteren Verfahren zum Ende der Saison, an welchem Micha Lerscht sein letztes Heimspiel als TuS-Trainer ebenfalls außerhalb der altehrwürdigen Stählerwiese austragen werden muss, ob es ihm passt oder nicht (Ich kann mir vorstellen, es passt ihm nicht).


    Geo hat in der SZ nach dem Rimpar-Spiel einen Vergleich zwischen dem TuS und Rimpar angestellt, deren Gemeinsamkeit der Kampf als die "Kleinen" gegen die "Großen" wie Hamburg und Essen ist. Zwar mag das was die Einwohnerzahl angeht stimmen, aber wenn man sich die Ausführungen (301 Moved Permanently) der Rimparer über ihre Leistungsförderungsprogramme und Internatsstrukturen anschaut, muss man eher von den "Großen", den "Kleinen" und den "Ganz ganz Kleinen" reden. Ferndorf hat gewaltige Nachholbedarfe was das strukturelle Wachstum der Handballabteilung, nicht nur der Jugendausbildung, angeht und ich werde nicht ermüden, darauf aufmerksam zu machen. Ungleiches Wachstum war und wird immer ein immenser Risikofaktor für Vereine sein. Und als Mensch, dem der TuS am Herzen liegt, ist mir die Nachhaltig- und Langfristigkeit des seit 2012 laufenden Etablierungsprozesses von der regionalen auf die bundesweite Ebene wichtig. Der TuS tut gut daran, mögliche zusätzliche Sponsoreneinnahmen der Zukunft in andere Baustellen zu investieren, als den Lizenzspielerkader. Was dessen besagte Aufbauarbeit für die Verantwortlichen nicht minder kompliziert macht.

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