Neue Deckungsvorgaben

  • Ich brauche in der C nicht so dringend den 7. Feldspieler. Wir spielen das halt während der Zeitstrafen... weil es SPASS macht.


    Dagegen sage ich nur, dass man im Regeldschungel schon begonnen hat, auch im Angriff ein Einfallstor für taktische Zwänge zu schaffen. Der nächste Schritt ist nicht weit, meine satirisch gemeinten Ratschläge zu befolgen und die Ausbildung der Kinder immer mehr in die Hände der Schieris zu legen.


    Bei uns gilt in E und D-Jugend die Regel, dass bei Verstößen gegen die vorgeschriebene Deckungsweise auch nach Ermahnungen des Schieris auf 7m erkannt werden kann. Nach dem 7m bleibt der Angriff aber in Ballbesitz! Ich habe noch nie gesehen, dass dies so praktiziert wurde und rechne dann mit brennenden Kreuzen vor der Halle. Was machen wir denn, wenn der Trainer sich im Angriff nicht an die Vorgaben hält? Jedesmal Freiwurf für die Abwehr?


    Handball hat wirklich mal Spaß gemacht...

    Gestatten, K., Josef "ZeeBee" K.

    • Offizieller Beitrag

    Dann müsste jede Mannschaft einen Juristen beschäftigen und alles wäre gut.


    Dann habt ihr ja kein Problem :D ... und es tun sich ganz neue Betätigungsfelder für unterbezahlte Anwälte auf! Vielleicht könnte man die dann auch - so für Synergie-Effekte - auf Trainerlehrgänge schicken :irony:


  • Dagegen sage ich nur, dass man im Regeldschungel schon begonnen hat, auch im Angriff ein Einfallstor für taktische Zwänge zu schaffen.

    die taktischen zwänge sind doch schon da. bei jedem trainer, der mit seinen kindern bis inkl. c-jugend auslösehandlungen übt, anstatt sie individuell zu fördern und frei spielen zu lassen. und damit die ursache dafür ist, dass der verband es für nötig ansieht über die regeln einen taktischen ausbildungsrahmen vorzugeben. und dafür, dass wir in der nationalmannschaft keine kreativen spieler haben im gegensatz zu nationen, wo es noch echte straßenhandballer gibt ...

  • Sorry aber das ist der größte Blödsinn den ich jemals gehört habe. Man versucht über eine Regulierung im Spiel das Training in den Vereinen zu ändern. Ich denke indivuelle Förderung sollte und steht in jedem Jugend-Training bis zur C-Jugend (inclusive) im Vordergrund des Trainings. Aber meiner Meinung nach sollten auch gewisse taktische Abläufe geübt werden. Ich habe mittlerweile nämlich oft den Eindruck dass oft die Kinder das Handballspiel überhaupt nicht mehr verstehen. Und das kann ich nachvollziehen wenn ich alle 2 Jahre quasi ein anderes Spiele spiele. Mal abgesehen davon, dass die meisten Aktivenmannschaften auch so Ihre Probleme hätten wenn Sie die Spielbestimmungen für Jugenmannschaften umsetzen müssten. Und dann zu den echten Straßenhandballern, wenn ich zu Spielen meiner 2 Neffen über die Grenze das eine oder andere Mal gehe, habe ich nicht den Eindruck, dass dort ohne Taktikvorgabe gespielt wird. In Frankreich wurde schon immer, da gebe ich dir Recht, mehr Wert im Training auf das Individuelle gelegt. Aber deswegen haben die nicht mehr Straßenhandballer. Was Frankreich hat sind mehr Rückraumspieler mit einem sehr ausgeprägten Körper und damit mit sehr viel Durchsetzungskraft haben. Das ist das was dem deutschen Handball wirklich fehlt nämlich fehlt gute Rückraumspieler und die bekommt man nur nur über eine ordenliche Anschlussförderung und das bekommt man auch nicht mit den superschlauen Spielvorgaben in der Jugend hin.

  • Ich denke indivuelle Förderung sollte und steht in jedem Jugend-Training bis zur C-Jugend (inclusive) im Vordergrund des Trainings.

    bis zu dem wort sollte bin ich noch bei dir ... in der realität sieht es leider anders aus. die kinder haben im regelfall maximal zweimal training. wenn ich hier noch die zeit, die für motorisches grundlagentraining nötig ist, abziehe und dann noch regelbewegungen einer 3:2:1 einführe und die mannschaftstaktischen angriffsmittel dagegen ... was bleibt dann übrig? 15 - 20 min in der woche?


    klar gibt es auch positive beispiele, wo öfter trainiert wird und man dann auch alles unter einen hut bekommt... aber das ist halt die ausnahme.


    bis zur c-jugend müssen die kinder das spiel auch noch nicht verstehen. sie müssen ein gefühl dafür entwickeln. das ist wie sprachen lernen. nur leider werden bei uns - aufs handballerische übertragen - selbst muttersprachler ausgebildet als würden sie eine fremdsprache lernen ...


    was die anschlussförderung betrifft, gebe ich dir recht. auch was die körperlichkeit betrifft. um in der bundesliga heute als rückraumspieler zu "überleben" braucht der körper einfach ein paar jahre krafttraining ... aber das, was ich an individueller ausbildung insbesondere im bereich spielfähigkeit bis zur c-jugend verpasse, kann ich halt auch mit 20 jahren kraftraum nicht mehr aufholen!


    nicht die kinder sind zu unflexibel für die regeln im jugendbereich. das sind die erwachsenen.

  • nicht die kinder sind zu unflexibel für die regeln im jugendbereich. das sind die erwachsenen.

    Genau das ist es!


    Leider muss man versuchen, über die Regeln, wie man Spielen darf, das Training zu regulieren. Deshalb darf man auch nicht mehr 3:2:1 in der C spielen. Dann fällt die Zeit schon mal weg, in denen ich Regelbewegung trainieren muss. Da kann man sich dann wieder Prima dem individuellen, koordinativen und kraft Training widmen.


    Der eine oder andere Trainer wird gegen die 1:5/3:3 Abwehr trotzdem wie blöde den Einläufer herausholen oder wünscht sich den 7. Feldspieler um weiter seine schwächen als Trainer zu kaschieren und trotzdem Spiele zu gewinnen oder was auch immer man sich ausdenkt um ein Spiel zu gewinnen, anstatt die Kinder die man hat einfach mal besser zu machen.


    Ich würde mal raten, das Krafttraining bei den Franzosen auch schon ab der D/C Jugend Anfängt und das dann immer weiter Ausgebaut wird. Wenn ich mir einen Paul Drux, zB., mal angucke, was das für ein Tier mit 18/19 schon ist. So stelle ich mir das vor. Es sollte doch möglich sein, in einem Jahrgang 4-5 in Deutschland so auszubilden.
    Dann gewinnt man auch gegen Katar ;) , haben die Franzosen mit ihren Monstern in der Deckung ja super hinbekommen, besonders Sohraindo + 2mal Karabatic. Da sieht man einfach, was das Ziel einer solchen Ausbildung sein muss. Genau diese Spielertypen herzubekommen.


    Vielleicht muss ich als Trainer auch mein Umfeld anders sensilibisieren. Sprich Eltern und Spielern erklären und ihnen die Augen öffnen, dass es zwar kurzfristig Erfolg bringt, mit dem Freiwurfblock und wir deswegen verlieren, aber in Zukunft, wenn bei uns eine Wachstumsphase gekommen ist, das nicht mehr so einfach passiert. Als Beispiel. Dann stehen alle vielleicht auch mehr dahinter und 3-4 Jahre später fragen mich vielleicht andere Trainer, warum meine Mannschaft so gut geworden ist und dann könnte ich das genau so sagen und dann machen die das vielleicht nach. Daraus könnte sich ein Schneballsystem entwickeln. Aber das ist auch nur Wunschdenken und schwarze Schaafe wird es, wie schon erwähnt, immer geben. Die muss man dann einfach ignorieren und sie sich über ihre EJugend Meisterschaft freuen lassen...

    Wenn du tot bist,
    dann weisst du nicht,
    dass du tot bist.


    ES IST NUR SCHWERER FÜR DIE ANDEREN.


    Genauso ist es,
    wenn du blöd bist.

  • Am Anfang gleich die Zusammenfassung, für diejenigen, denen das hier zuviel Geschwafel ist:


    Individuelle Ausbilder der Kinder / Jugendlichen : JA !
    Überregulierung des Kinder / Jugendhandballs: NEIN !



    Also, da kann ich nicht vollständig mitgehen.
    In unserem Ort gibt es neben Handball auch noch einen Fußball-Verein. Beide Vereine konkurrieren um die Kinder / Jugendlichen. Derzeit liegt bei uns der Fußball eindeutig im Trend und wir sind froh, wenn wir in jeder Jugend überhaupt eine Mannschaft zusammen bekommen. Ich denke mal da sind wir nicht ganz allein in der Republik.
    Wenn ich jetzt Kinder / Jugendliche auf Ihren jeweiligen Mannschaftssport anspreche und wie es Ihnen gefällt, dann ist meistens der Bezug zu gewonnenen Spielen, zu Liga-Platzierungen, zu geworfenen (geschossenen) Toren und solchen Dingen zu hören. Also sind diese Dinge den Kindern in Ihrem Sport wichtig. Dabei ist es egal, ob es das sein sollte oder nicht. Die Kinder empfinden es als wichtig.


    Auch wenn Ausbildung Zeit und Arbeit kostet, so denke ich doch, dass die Kinder / Jugendlichen Erfolgserlebnisse brauchen, die sie nach außen tragen können. (Gewonnenes Spiel, Medaille, schönes Tor, gehaltener 7m, usw.) Und ich muss, so hart diese Wahrheit ist, die Kinder bei der Stange halten, damit ich eine Mannschaft habe, mit der ich überhaupt spielen kann. Die Kinder brechen nämlich aus vielen Gründen weg und u.a. auch weil man als Mannschaft nicht erfolgreich ist. Immer auf die Zukunft "vertrösten" funktioniert vielleicht ab B-Jugend (oder C-Jugend) aber in den jüngeren Jahrgängen schauen die Kinder nicht so weit und sind auch nicht bereit zu warten. Weg ist die Lust am Spiel - weg ist der Spieler - und habe ich dann noch ausreichend Kinder, die dabei bleiben?


    Ich gebe ja allen recht, die hier sagen, dass eine individuelle Ausbildung richtig und wichtig ist. Das unterschreibe ich sofort. Damit ich das aber gewährleisten kann, brauche ich auf der einen Seite Trainer, die "ordentliches" Training geben und sich fortbilden, aber ich brauche auch ausreichend Kinder, die spielen wollen und die ich entsprechend ausbilden kann.
    Jetzt kommt ein immer komplizierter werdendes System, das nicht mit der Erlebenswelt der Kinder (im gleichen Sport) übereinstimmt, wo ich Aufklärungsarbeit als Trainer bei Kindern und Eltern leisten muss, wo ich damit leben soll, dass die Schiedsrichter nicht mehr durchblicken, weil man es Ihnen zu kompliziert macht?


    Puuhh, wie gut haben es da Sportarten, wie Tischtennis, Fußball, Volleyball, Judo, und was wir hier im Ort noch so haben....da gelten zwischen Jugend und Erwachsenen (fast) die gleichen Regeln und Eltern, Trainer und Spieler haben das gleiche Verständnis vom Spiel.


    Ich glaube, das "überregulieren" in diesem Fall dem Handball nicht förderlich ist. Und die Dimension in Richtung Nationalmannschaft ist mir viel zu weit weg. Es werden sich in Deutschland mehr als genug Talente finden. Da sind der DHB und die jeweiligen Landesverbände gefragt um eine Auswahl, die auch den Namen verdient, zusammen zu finden, die die besten Spieler eine Jahrganges vereint.



    Nun denn...genug geschrieben

    Licht ist schneller als der Schall - Deswegen glaubt man bei manchen Menschen sie wären ganz helle, bis sie den Mund aufmachen! :cool:

  • wieso werden die trainer vom dhb bzw. den lv nicht darauf hingewiesen, was erreicht werden soll, anstatt alles zu regulieren. inkl. unterschiedlicher regelungen in der selben altersklasse. also müssen die verbände in lehrgängen den trainer erklären, wie und warum es die rtk gibt. unabhängig von deren lizenzierung.


    der vergleich mit frankreich hinkt etwas, da deren verband zentralistisch organisiert ist und nicht förderalistisch.

  • werden sie ja ... alle vier jahre, wenn sie ihr lizenz verlängern. wie überall im leben scheitert es nicht am wissen, sondern an der umsetzung. mal ganz davon abgesehen, dass speziell natürlich die vereine, die die von waylander - zurecht - angesprochenen probleme haben, häufig trainer haben, die gar keine ausbildung besitzen. sondern eben einen vater oder eine mutter auf der bank, weil sich sonst niemand findet. darüber hinaus gibt es aber auch genügend beispiele von trainern, die die rtk sehr wohl kennen, aber aus eigenem ehrgeiz heraus bewusst ignorieren oder versuchen, ihre taktischen schwachstellen auszunutzen. natürlich wollen die kinder gewinnen ... und natürlich wollen sie die belohnung für ihr training sofort und nicht erst in 5 jahren ... der tatsächliche leistungsanspruch wird ihnen aber immer noch hauptsächlich von uns den erwachsenen vorgelebt ...



  • Der bisher beste Beitrag zum Thema! Denn die Kinder schauen auch Handball im Fernsehen/live und wollen ihren Idolen nacheifern.
    Bis sie dann merken, dass sie ein ganz anderes Spiel spielen, was ihrer Motivation erfahrungsgemäß leider einen deutlichen Dämpfer verpasst.


    Letztens hatte ich dazu das Beispiel Aufsetzerball.
    Ein Kind fragte mich sinngemäß:"Warum spielen die Profis kein Aufsetzerball?"


    Wie erklärt man das ihnen gut...


    Ich habe ihm dann erklärt, dass sie das flach werfen erst noch lernen müssen. Bis dann die Frage kam, warum sie nicht hoch werfen dürfen, obwohl sie das auch lernen müssen.
    Und da hatte ich große Probleme, ihm das zu erklären, da ich dieses Detail an der Spielform auch nicht gut finde.
    Schlussendlich habe ich ihm dann erklärt, dass sie beides nacheinander lernen sollen...


    P.S.: Ich setze es natürlich trotzdem um.

    Offense wins games, Defense wins Championships. - Junior Seau

  • Tor bleibt Tor egal wie groß. Aber Spielzeit, Spielgerät und jetzt halt auch das Tor sind bei den Kleinen halt kleiner .... Ist im Fußball ja auch nicht anders nur dass dort die Regel auch gleich sind.

  • Ich weiss ja nicht aber so viel ich bis jetzt mtbekommen habe, sind die Regeln für Kinderfußball einfacher. (Kein Abseits, Rückspiel zum Torwart erlaubt etc..)
    Für mich vergleichbar damit, dass keine Schritte, Doppelt, etc... im Handball bei den F und teilweise bei den E-Jugendlichen gepfiffen wird. Klär mich auf gibt es dort solche Regeln, dass Manndeckung oder ähnliches nur gespielt werden darf. Gibt es Regel die nur für bestimmte Spielklassen gelten und in der Landesklasse nicht ?