Spielzüge / Auslösehandlungen / Weder Noch

  • Mich treibt schon länger die Frage um, ob Spielzüge oder Auslösehandlungen im Handball überhaupt notwendig sind. Die Konsequenz wäre ein Spiel, das von der Mannschaft frei gestaltet wird.


    Spielzüge und Auslösehandlungen bereiten die Abwehr darauf vor, dass gleich etwas passieren wird, somit ist die Abwehr gewarnt. Weitere Probleme sind, wenn ein abgesprochenes Vorgehen komplett durchlaufen worden ist, dass der Angriff kurzfristig nicht weiß, was er nun machen soll. Außerdem werden entstehende Lücken nicht erkannt, weil die Spieler auf ein bestimmtes Vorgehen programmiert worden sind.


    Wenn man darauf verzichten möchte, müssen die Spieler situativ die richtig Kleingruppentaktik finden (Sperre-Absetzen, Stoßen, Kreuzen) oder selbst den Torabschluss suchen. Ich empfinde dieses Vorgehen als Trainer und Spieler höchst anspruchsvoll. Ich denke, dass dieses Vorgehen bessere und mündigere Spieler hervorbringt, egal in welchem Leistungsbereich wir uns bewegen.


    Damit möchte ich nicht die Wirkung von Auslösehandlungen und Spielzügen in Abrede stellen. Sie funktionieren und sind wirkungsvoll. Zumindest der Ansatz der Spielzüge und häufig sie selber, sind in einer Zeit entstanden, in der der Handball noch nicht so schnell war wie heutzutage.


    Nun seid ihr dran :)

  • Ich hab als Zuschauer oft den Eindruck, dass Spielzüge in den allermeisten Fällen, sagen wir mal 90 Prozent, nicht wie gewünscht zu Ende geführt werden, meist weil das andere Team den Braten riecht, seltener aus technischer Unzulänglichkeit der Angreifer. Nun könnte man allerdings sagen, die restlichen 10 Prozent reichen auch und meist sind es ja auch drei bis fünf Spielzüge, die pro Match ausprobiert werden. Ich denke aber, die Zahl der in Frage kommenden und erfolgsversprechenden Spielzüge ist arg begrenzt, lass es mal 20, 25 Stück sein..und somit auch für die jeweils verteidigende Mannschaft durchschaubar, wenn der Trainer sie im vorhinein darauf eingestellt hat. Aber ganz will man sie eben nicht opfern, ähnlich wie die Freistoßtricks beim Fußball, deren Repertoire auch hinlänglich bekannt sein dürfte.

  • Ein Spielzug kann jederzeit abgebrochen werden um eine dadurch entstandene Lücke zu nutzen. Die Schwierigkeit ist es natürlich dies den Spielern beizubringen, sodass sie eben nicht jedesmal den Spielzug ganz durchlaufen, sondern auch entstehende Chancen zu nutzen.
    Ich finde, dass vor allem in der Jugend erstmal mehr Wert auf die individuelle Ausbildung und auf grundlegende Sachen wie parallelstoß und Sperre-Absetzen, die du schon erwähnt hast, gelegt werden sollte und nicht unzählige Spielzüge einstudiert werden. Das kann auch funktionieren aber erstmal sollten die Spieler verstehen warum etwas bei einem Spielzug passiert.
    Ansonsten finde ich, dass Auslöse Handlungen die Abwehr vor neue Aufgaben stellt und dass diese das Handballspiel auch einfach attraktiver machen :D

  • Ich halte Spielzüge für sehr wichtig, besonders in unserer Klasse.
    Durch die ganzen Verschiebungen, die der Spielzug mitbringt, wird die Abwehr menthal überfordert und die Lücken öffnen sich.

    Offense wins games, Defense wins Championships. - Junior Seau

  • Ein Spielzug kann jederzeit abgebrochen werden um eine dadurch entstandene Lücke zu nutzen. Die Schwierigkeit ist es natürlich dies den Spielern beizubringen, sodass sie eben nicht jedesmal den Spielzug ganz durchlaufen, sondern auch entstehende Chancen zu nutzen.
    Ich finde, dass vor allem in der Jugend erstmal mehr Wert auf die individuelle Ausbildung und auf grundlegende Sachen wie parallelstoß und Sperre-Absetzen, die du schon erwähnt hast, gelegt werden sollte und nicht unzählige Spielzüge einstudiert werden. Das kann auch funktionieren aber erstmal sollten die Spieler verstehen warum etwas bei einem Spielzug passiert.
    Ansonsten finde ich, dass Auslöse Handlungen die Abwehr vor neue Aufgaben stellt und dass diese das Handballspiel auch einfach attraktiver machen :D

    Du sprichst zwei Dinge an. 1. Im Jugendbereich sollten keine Spielzüge oder Auslösehandlungen einstudiert werden, sondern die individuelle Ausbildung überwiegen. 2. wenn es gut läuft, erkennen die spieler entstehende Lücken. Doch dafür muss der Trainer auch hinweisen.

    Es gibt fast keine Spielzüge mehr im Handball. Fast nur noch Auslösehandlungen.

    Im unteren Leistungsbereich werden immer noch viele Spielzüge gespielt. aber du hast recht, dass die Auslösehandlungen überwiegen.


    Aber braucht man sie?

  • Es gibt eigentlich zwei Perspektiven:


    1) Auslösehandlungen um die Schwächen der Gegner zu nutzen. Zum Beispiel breit angelegte, mit viel Raumgewinn gespiele Kreuzbewegungen gegen defensive Abwehrformationen in Zusammenspiel mit dem Kreis um Probleme beim Verschieben hervorzurufen. Oder um bestimmte Gegenspieler in 1-1 Situationen mit viel Raum zu zwingen, etc. etc.!


    2) Auslösehandlungen um eigene Schwächen zu kompensieren (2 Komponenten):
    1. Komponente Zum Beispiel, wenn bestimmte Rückraumspieler einen bestimmten Anlauf benötigen um hochprozentig zu treffen (Kompensation technischer Mängel).
    2. Komponente: Um den Spielern eine bessere Entscheidungsgrundlage zu bieten.
    Die Entscheidungen für die Angriffsspieler werden umso schwieriger, je größer die Verhaltensunsicherheit der eigenen Spieler und der Gegenspieler ist. Mit Auslösehandlungen wird die Verhaltensunsicherheit der eigenen Spieler reduziert, weil man in der Regel weiß wohin sie laufen. Außerdem kann das Verhalten der gegnerischen Spieler auf bestimmte Muster zurückgeführt werden. In der zweiten Perspektive sind Auslösehandlungen also eigentlich nur ein Versuch die Komplexität des Handballspiels auf bestimmte Schlüsselmomente herunterzubrechen und für den einzelnen Spieler beherrschbarer zu machen.


    Am Ende dienen Auslösehandlungen dazu dem eigenen Spieler einen Vorteil zu verschaffen. Ab einem bestimmten Niveau kommt es in den seltensten Fällen dazu, dass allein durch "Laufwege" großartige Lücken entstehen. Dafür sind die Abwehrspieler zu gut geschult. Irgendwo muss ein 1-1 (oder 2-2) gewonnen werden. Die Auslösehandlung hilft mir nur dazu die Chancen der eigenen Spieler zu erhöhen dieses 1-1 oder 2-2 erfolgreich zu bewältigen indem ich ihre Schwächen kompensiere oder gegnerische nutze.


    Zum Thema "Sind Auslösehandlungen notwendig?":
    Das kommt auf die Spieler an. Je besser, desto weniger brauche ich Auslösehandlungen.


    Edit: (Und zwar "je besser" im Vergleich zur gegnerischen Mannschaft ;) )

  • erreiche ich das nicht auch durch stoßen und der daraus situative entscheidung, ob sperre/absetzen, hinterlaufen, rückstoßen, doppelpass, und kreuzungen gespielt wird? je nachdem welche techniken beherrscht wird, können sich die situativen entscheidungen unterscheiden.


    muss ich dafür laufwege einstudieren oder eine bestimmte aktion haben als startsignal? schränken vorher festgelegte aktionen nicht die entscheidungsfähigkeit ein? dadurch werden signale/reize nicht verarbeitet und chancen nicht wahrgenommen

  • Das ist ja genau das was ich meine :-).


    Wenn deine Spieler gut genug sind um das zu lösen, dann braucht man keine Auslösehandlungen.


    Auslösehandlungen beschränken die Komplexität und vereinfachen die Entscheidungsfindung. Die EntscheidungsFÄHIGKEIT wird dadurch aber sicher nicht eingeschränkt. Nur die Zahl der EntscheidungsALTERNATIVEN.

  • erreiche ich das nicht auch durch stoßen

    stoßen ist ja letztlich nur eine folgehandlung, die auf eine auslösehandlung folgt. irgendwer muss ja schließlich irgendwie mal anfangen ... bei einer auslösehandlung sollen ja letztlich nur die räume für die folgende individuelle handlung oder das kleingruppenspiel vorbereitet werden.

  • Auslösehandlungen beschränken die Komplexität und vereinfachen die Entscheidungsfindung. Die EntscheidungsFÄHIGKEIT wird dadurch aber sicher nicht eingeschränkt. Nur die Zahl der EntscheidungsALTERNATIVEN.

    stimmt, da habe ich einen fehler gemacht. dadurch dass die entscheidungs- besser handlungsalternativen eingeschränkt werden, werden die anderen alternativen nicht gefordert und gefördert. diese können also nur eingeschränkt abgerufen werden. foglich hindere ich als trainer die spieler in ihrer entwicklung, weil sie in dieser speziellen situtation alternativen fehlen.


    stoßen ist ja letztlich nur eine folgehandlung, die auf eine auslösehandlung folgt. irgendwer muss ja schließlich irgendwie mal anfangen ... bei einer auslösehandlung sollen ja letztlich nur die räume für die folgende individuelle handlung oder das kleingruppenspiel vorbereitet werden.

    worauf ich mich vielleicht einlassen würde ist, wenn man sagt, dass das stoßen schon an sich eine auslösehandlung wäre. stoßen kann eine folgehandlung sein, nachdem eine auslösehandlung war. aber ich brauche keine auslösehandlung, um zu stoßen. die räume bekomme ich auch durch das 1gg1 verhalten oder kleingruppenspiel ohne vorher einen bestimmten ablauf zu haben.

  • definier doch mal auslösehandlung! und was ist für dich stoßen? im grunde genommen kann auch ein 1-1 eine auslöshandlung sein oder ein 2-2 mit dem kreis (sperre/absetzen). aber auch das stoßen muss irgendwer auslösen!

  • Zitat

    die räume bekomme ich auch durch das 1gg1 verhalten oder kleingruppenspiel ohne vorher einen bestimmten ablauf zu haben.

    Wenn deine Spieler gut genug sind, dann ja ;-). Da bin ich ja völlig bei dir.
    Aber 1):
    Was wenn nicht?
    und 2):
    Warum sollte ich ihnen das Leben nicht leichter machen indem ich Auslösehandlungen nutze, die ihre Stärken unterstützen und die Schwächen des Gegners ausnutzen?




    Du hast jetzt plötzlich den Aspekt der Entwicklung von Spielern ins Gespräch gebracht. Da sind wir irgendwie plötzlich bei einem ganz anderen Thema. Natürlich versuche ich meine Spieler ganzheitlich zu entwickeln und ihnen einen vollständigen "Werkzeugkoffer" zu geben. Ich bin gerade gedanklich die ganze Zeit im Seniorenbereich.


    Und wegen der Gefahr aneinander vorbeizureden:
    Für mich ist eine Auslösehandlung eine bestimmte Auftaktbewegung oder eine Kombination davon (z.B. Kreuzen, Positionswechsel, Übergang, Einlauf, Sperre-Absetzen, etc.) an die sich beliebige Folgehandlungen anschließen.

  • auslösehandlung: einstudierte laufwege, die an ihren knotenpunkten mehrere festgelegte handlungsalternativen haben. das ziel ist es, eine gute position mit einer hohen torwahrscheinlichkeit zu erreichen.
    im unterschied dazu entfallen bei den spielzügen die handlungsalternativen.


    deshalb sind in meinen augen die kleingruppentaktischen handlungen keine auslösehandlungen, da sie nicht einen vorher definierten ablauf haben. ebenso werden die handlungsalternativen nicht eingeschränkt. da haben wir ein freies spiel.


    bsp: 2vs2 sperre-absetzen. auslösehandlung: kreis steht immer zwischen den abwehrspielern, angreifer muss sich aus der 1vs1 situation entscheiden: torwurf oder anspiel
    freies spiel: kreis kann sich situativ hinstellen, der rest bleibt gleich. aber dadurch, dass sich der kreis frei positionieren darf, durchbrechen wir die festgelegten strukturen.
    das ist anspruchsvoller für den angriff, wie es orange auch schon dargelegt hat.


    Du hast jetzt plötzlich den Aspekt der Entwicklung von Spielern ins Gespräch gebracht. Da sind wir irgendwie plötzlich bei einem ganz anderen Thema. Natürlich versuche ich meine Spieler ganzheitlich zu entwickeln und ihnen einen vollständigen "Werkzeugkoffer" zu geben. Ich bin gerade gedanklich die ganze Zeit im Seniorenbereich.

    als trainer muss ich doch auch im seniorenbereich die spieler weiter entwickeln. mir ist völlig klar, dass ein spiel ohne auslösehandlungen sehr anspruchsvoll und kompliziert ist. dennoch wird das spiel kreativer und überraschender, wenn die spieler frei ihre handlungen entscheiden können und nicht durch vorstrukturierte handlungen eingeschränkt werden. darum denke ich, dass es unabhängig vom könnensstand machbar ist.

  • Zu deinem Beispiel:


    Der Spieler kann aus dem 2-2 auch zum nächsten Rückraumspieler weiterspielen und dieser dann verschiedene Folgehandlungen ausführen. Dadurch kommt man aus der Auslösehandlung ja ins freie Spiel. Es ist ja gerade ein Kennzeichen der Auslösehandlungen, dass sie kein festgelegtes Ende haben.


    Mal davon abgesehen sind für mich Auslösehandlungen durchaus vom Ablauf her nicht vorgeschrieben. Spieler dürfen davon natürlich abweichen, wenn es sinnvoll ist. Der Kreisspieler könnte z.B. mit einer Scheinsperre agieren. Insofern kehrt sich das Wissen der Gegner um eine bestimmte Auslösehandlung auch schnell ins Gegenteil um.


    Ja, du hast Recht. Ich muss auch im Seniorenbereich meine Spieler entwickeln. Aber während eines Spieles werde ich bei den Erwachsenen viel mehr am Ergebnis gemessen als im Jugendbereich. Ich verzichte bei den Junioren gezielt auf solche unterstützende Mittel wie Auslösehandlungen - auch, wenn sie mich dem Sieg näher bringen würden -, weil es für die Förderung sinnvoller ist. Im Erwachsenenbereich muss ich in der Regel gewinnen und werde dafür auch alles tun. Man muss sicher die Zielsetzung bei dem Ganzen im Auge behalten.

  • letztlich lässt sich auch 1-1 und kleingruppenspiel auf festgelegte grundhandlungen reduzieren. beim sperre/absetzen beispielsweise muss der kreisläufer auch zwischen zwei abwehrspielern stehen und hat grundaufgaben. eine auslösehandlung ist nicht durch ihre komplexität oder die anzahl der beteiligten spieler definiert. und auch sind bei keiner auslösehandlung an den knoten handlungsalternativen festgelegt. da wären wir wieder beim spielzug. in dem moment, in dem ich alternativen ausschließe ist es keine auslösehandlung mehr. auf jede auslösehandlung folgt freies spiel, das durch die qualität der einzelspieler lebt. und btw: auch ein freies spiel muss irgendwer irgendwie anfangen. wie legst du das fest?


    im grunde ist das ganze aber eine äußerst philosophische diskussion. um im reinen freien spiel -sofern das überhaupt existiert - erfolg zu haben, müsste meine mannschaft zumindest auf einer position individuell deutlich besser sein als der gegner, damit aus einem 1-1 ohne jegliche vorbereitung überhaupt folgehandlungen entstehen. und dann wäre ich auf das 1-1 dieses spielers wieder als auslösehandlung festgelegt. wäre das nicht der fall, würden sich die beiden mannschaften gegenseitig neutralisieren.

  • Zitat

    Wenn deine Spieler gut genug sind um das zu lösen, dann braucht man keine Auslösehandlungen.


    Wenn ich sechs Nationalspieler auf der Platte stehen habe und wir spielen in der Bezirksliga... brauche ich keinen Trainer. :D


    Ohne jetzt alles durchgelesen zu haben:


    1. Nicht jeder Trainer hat den Luxus über eine großartig ausgebildete Mannschaft zu verfügen.
    2. Nicht jeder Trainer trainiert Männer/Jungs. Im Damen- /weiblichen Bereich gelten andere Gesetzmäßigkeiten.
    3. Nicht jeder Trainer mag ein individuell geprägtes Spiel. Ist ein durch und durch konzeptionell denkender Trainer, der seine Mannschaft akribisch vorbereitet, schlechter als der "Freigeist", der auf die individuelle Stärke baut und offene Lösungen bevorzugt? Ich denke, beide Trainertypen haben ihre Berechtigung.


    Erfahrungsgemäß gibt es immer Situationen, in denen dringend mal was klappen muss. Kurz vor der Halbzeit, kurz vor Spielende, in der Chaosphase eines Spiels, im Formtief der eigenen Mannschaft. Wohl dem, der da einen Spielzug ansagen kann, damit die Mannschaft einfach mal für einen Angriff Sicherheit hat und zum erfolgreichen Abschluss kommt. Spielzüge sind nicht Teufelswerk, sondern haben ihre Berechtigung. Wer nur auf Spielzüge setzt, muss die Schattenseiten in Kauf nehmen (Roboter trainieren; keine Alternativen, wenn die Abwehr unerwartet agiert).


    Ich bin großer Freund eines einfachen Postionsspiels mit druckvollem Stoßen. Kann mit einer guten Mannschaft gegen 60, 70, 80 % aller gleichaltrigen Gegner erfolgreich sein, je nach Stärke meiner Spielerinnen. Irgendwann treffen wir aber auf die Deckung, die das im Verbund ohne Weiteres verteidigen kann. Wenn ich jetzt in der Kleingruppe keine neuen Aufgaben für den Gegner stellen kann (Auslösehandlungen), dann verliere ich dieses Spiel.


    Aber letztlich kommt es doch auf so viele Faktoren an (eigene Mannschaft, Stärke der Gegner, Altersklasse, Zielsetzung Trainer/Mannschaft/Verein), dass keine pauschale Weisheit passt. Ich trainiere eine weibliche C in der höchsten Liga. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich in der Altersklasse in der Liga mit angesagten Auslösehandlungen extrem erfolgreich sein kann. Man kommt sich vor wie Harry Potter: Ansage Auslösehandlung - Durchführung Übergang/Sperre/Einlaufen - Tor. Sehr verlockend, das so zu spielen. Auf der Strecke bleibt aber zu viel. Diese Saison halten wir die Auslösehandlungen bei einem Minimum und konzentrieren uns auf Schlagwürfe, Sprungwurfvarianten, Expresspässe, Nachlaufen/Gegenziehen Kreiskläufer, Zusammenspiel Rückraum-Kreis. Je besser die Musiker...

    ZeeBee schaut ein Spiel der weiblichen E-Jugend in eigener Halle. Es wird im 2x3:3 System gespielt. Der Gästetrainer brüllt wieder und wieder:


    :schrei:>>Macht das Spielfeld breit!<<


    Parallel zum Spielgeschehen beobachtet ZeeBee gebannt die Seitenauslinien. Tut sich schon was? Nach dem Spiel schreitet ZeeBee die Mittellinie ab. Die Taktik des Trainerkollegen war nicht aufgegangen. Immer noch genau 20 m. :lol:

  • letztlich lässt sich auch 1-1 und kleingruppenspiel auf festgelegte grundhandlungen reduzieren. beim sperre/absetzen beispielsweise muss der kreisläufer auch zwischen zwei abwehrspielern stehen und hat grundaufgaben. eine auslösehandlung ist nicht durch ihre komplexität oder die anzahl der beteiligten spieler definiert. und auch sind bei keiner auslösehandlung an den knoten handlungsalternativen festgelegt. da wären wir wieder beim spielzug. in dem moment, in dem ich alternativen ausschließe ist es keine auslösehandlung mehr. auf jede auslösehandlung folgt freies spiel, das durch die qualität der einzelspieler lebt. und btw: auch ein freies spiel muss irgendwer irgendwie anfangen. wie legst du das fest?


    im grunde ist das ganze aber eine äußerst philosophische diskussion. um im reinen freien spiel -sofern das überhaupt existiert - erfolg zu haben, müsste meine mannschaft zumindest auf einer position individuell deutlich besser sein als der gegner, damit aus einem 1-1 ohne jegliche vorbereitung überhaupt folgehandlungen entstehen. und dann wäre ich auf das 1-1 dieses spielers wieder als auslösehandlung festgelegt. wäre das nicht der fall, würden sich die beiden mannschaften gegenseitig neutralisieren.

    da gebe ich dir recht, dass eine auslösehandlung komplex sein muss. da habe ich einen gedankenfehler gemacht.
    das ist mir zu einfach, jede handlung als auslösehandlung zu bezeichnen. das ist nur dann möglich, wenn die entsprechende handlung eben als solche kenntlich gemacht worden ist (im training einstudiert). sie hat dann eingeschränkte handlungsalternativen. beim spielzug gibt es keine handlungsalternativen, sondern einen klaren ablauf.
    orange hat es schon richtig angemerkt, dass auslösehandlungen oder spielzüge die komplexität des spiels verändern. beim freien spiel ist diese einschränkungen nicht. im freien spiel darf der spieler alles machen was wer will. in der auslösehandlung nicht. ich denke auch nicht, dass ein spieler seinem gegenspieler deutlich überlegen sein muss. es reicht, wenn er eine nuance besser ist. dann ist der vorteil schon geschaffen worden. deshalb kann ein freies spiel ohne eine auslösehandlung/ einen spielzug entstehen.


    mir ist gerade noch etwas anderes durch den kopf gegangen und habe erstmal keine ahnung. führt die folgehandlung einer auslösehandlung automatisch ins freie spiel oder besteht eine auslösehandlung aus einer auftakthandlung und einer oder mehrerer folgehandlungen, die durch eine einschränkungen von handlungsalternativen dann in eine folgehandlung münden, die dann ein freies spiel ist?

  • bei dem, was du unter auslösehandlung verstehst, versucht man lediglich einem spieler einen stellungsvorteil für eine 1-1 situation zu verschaffen, falls er eben nicht die nuance besser ist als sein gegenspieler. die folgen aus dem 1-1 (und auch das 1-1 an sich) sind dann letztlich wieder "freies spiel". das, was du gerade unter freiem spiel verstehst, würde einfach bedeuten, das irgendein spieler zu einem beliebigen zeitpunkt ohne vorbereitung in eine 1-1 situation geht. ist er besser als sein gegenspieler, werden sich folgehandlungen ergeben. ist er es nicht, ist der angriff hier vorbei. nur wer legt fest, welcher spieler, wann in einen zweikampf geht? darf das jeder für sich frei entscheiden, wann er lust und laune hat? dann befindest du dich bei gleichwertigen oder besseren gegenspielern schnell in der von zickenbändiger erwähnten chaosphase...

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