Man kann ja immer aus der nationalen Brille die Frage stellen, ob es jetzt besser für Deutschland ist, dass der THW Talente aus 700km Entfernung mit 16 rekrutiert, oder ob es besser ist, wenn sie es nicht machen. Aber dann machen es eben die Füchse oder sonst wer. Insofern gibt es schon mal gar nichts zu kritisieren.
Wenn man aber rekrutiert, dann ist es auch irgendwie logisch, wenn mehr Spieler vom THW in den U-Mannschaften stehen, wie Schweikert festgestellt hat, denn man wird sicher keine Spieler holen, die nicht (wesentlich) besser sind, als lokale Talente. So für mich ist es zumindest schwierig zu erkennen, ob die Nachwuchsarbeit beim THW nun inhaltlich besser geworden ist oder das Rekrutieren. Gefühlt ist es auch inhaltlich, aber das kann auch täuschen, schon alleine durch Ankermann.
Die Frage war für mich daher, ob der THW die Pipeline über die Jugend wirklich ernsthaft verfolgt und daher auch entsprechend rekrutiert? Bei den Füchsen hat man als junger Spieler keine Frage, ob man dort bei entsprechenden Leistungen eine Chance bekommt. Das ist dort auch entsprechend durch Hanning klar verankert. Für die (meisten) Fans ist es doch auch immer ein Highlight, wenn jemand aus der Jugend sich bei den Profis beweisen kann und sich am besten auch noch durchsetzt. Auch wenn er mal mit 16 von ganz woanders gekommen ist. Trotzdem irgendwie immer die Wahrnehmung als "einer von uns".
Das wird sicher auch den ein oder anderen Euro kosten, wenn man im Jugend-Bereich so vorgeht, dass man da auch nationale Spitze ist. Wenn daraus Spieler für den Profi-Kader werden, dann ist das vlt. sogar ganz okay investiert, aber wenn nicht? Macht man das nur so rein für die Reputation? Ich meine jetzt nicht die reine Jugendarbeit im lokalen Bereich, sondern explizit das Anwerben von Talenten von weiter weg.
Beuthner wurde übrigens nicht vom THW rekrutiert, sondern hat sich selbst beim THW gemeldet…