• Liebes Handballtagebuch,

    da ich die Berichte von Zeebee und allen andern gerne lese, dachte ich mir ich beteilige mich auch mal am Forum und erzähle euch von meiner bisherigen Saison als Jugendtrainer.


    Erst einmal aber ein bisschen Kontext: Unser Verein, der einzige 3.Liga Verein in Hamburg (Kenner wissen um welchen Verein es sich handelt;)) hat sich vor gut 10 Jahren erbarmt mal eine Jugendabteilung zu gründen und aus einer Mannschaft damals in der mE sind wir mittlerweile auf dem Weg bald alle Altersklassen zu besetzen, auch wenn der tolle Vorstand sich immer noch nicht für die Jugend interessiert. Letzte Saison(24/25) hatte ich das Glück aus Trainermangel mit meinen zarten 15 Jahren und nur ein Jahr Erfahrung als Co-Trainer der mC, das Glück die mE1+2 bei uns im Verein als Trainer zu übernehmen. Vorzeichen waren schon mal super, da ich natürlich nicht alleine das Training leiten darf, musste immer ein Elternteil mit dabei sein um die Aufsichtspflicht zu erfüllen. Die Saison verlief dann in Ordnung, die mE2 verlor alle Spiele in der Hinrunde in der Kreisliga bis auf eins und wir meldeten sie dann zur Rückrunde aufgrund Personalmangels ab. Die mE1 gewann eine Liga höher in der Bezirksoberliga die ersten 3 Spiele mit über 20 Toren Unterschied, trotz meiner Bemühungen das zu verhindern. Nach den Beschwerden zweier Eltern warum Ihre talentierten Söhne nicht so viel spielen würden, (es geht ja nur um den maximalen Erfolg laut Ihnen) gaben wir 5 Jungs die sich langweilten schon in die mD2 ab, weil sie ja schon viel zu gut für die mE seien:rolleyes:. Nach der Abgang der Jungs und der Auflösung der mE2 hatten wir dann eine sehr junge Truppe und verloren die restlichen Spiele deutlich bis auf einen 16:4 Sieg beim Tabellenletzten. Kommen wir jetzt aber zu dieser Saison: Nach dem bekannt wurde das ich knapp 30 Kinder in meine Obhut bekommen würde war klar, das wir definitiv 2 Mannschaften melden werden. Nach ein paar gemeinsamen Trainingseinheiten standen dann auch meine Einteilungen fest. Die mE1 wird mit 10 Jungs bestückt und in der Bezirksoberliga (3.höchste Liga) also der selben Liga wie im letzten Jahr an den Start gehen. Die mE2 wird eine Liga tiefer in der Kreisliga(tiefste Liga) mit 16 Mann an den Start gehen. Die mE2 wird aber viel bei der mE1 den Kader auffüllen und die Minis bei der mE2, in Hamburg ist das nämlich in der mE völlig erlaubt aus unerklärlichen Gründen keiner kann sich in einer Mannschaft festspielen. Die Saison begann dann endlich im September, Ziele waren nicht allzu hoch mit beiden Mannschaften rechneten wir in Ihren jeweiligen Ligen mit einem Mittelfeldplatz, hatten die Turniere uns schmerzlichst zeigen müssen das wir noch viel zu trainieren haben. Die Saison begann dann mit einem Auswärtsspiel der E1 bei der SG Hamburg-Nord 3, dem einzigen Gegner den wir in der vorherigen Saison schlagen könnten, von Beginn waren wir wach und ließen dem Gegner keine Chance auch die Jungs aus der E2 konnten durch die hohe Führung auf viel Spielzeit kommen und den Leistungsträgern viel Verschnaufpause bieten. Endstand 9:24. Am Tag darauf startete auch die E2 in die Saison beim Heimspiel gegen den TuS Finkenwerder, doch Trainer der Gegner war wohl noch etwas zurückgeblieben und dachte das die "Fleischmauer" noch in der mE bei körperlicher Überlegenheit erlaubt wäre, unser Schiri wies Ihn dann daraufhin das das nicht okay sei, doch Ihm war das egal er mache das schon seit 30 Jahren so und er würde das nicht ändern. Die Jungs ließen sich jedoch nicht beirren und gewannen durch Ihre tolle Abwehrarbeit mit 12:6 und der gegnerische Trainer durfte danach einige nette Gespräche mit dem Jugendspielwart des Verbandes führen. Die weiteren Spiele der Hinrunde machen wir im Schnelldurchlauf: die E2 gewinnt 5:11 bei der Anfängermannschaft HNT 2, die E1 gewinnt souverän 22:12 gegen Harburg., die E1 gewinnt ein ruppiges Spiel mit einem interessanten Schiri 13:18 bei der SG Osdorf/Lurup, die E2 verliert mit 13:22 gegen Wilhelmsburg 1, die definitiv nichts in der tiefsten Liga verloren hatten, waren doch alle einen Kopf größer als meine Jungs, pressten Ihn schon abseits vom Ball alle Luft aus der Brust und warfen beide meiner Torhüter auf die Bank, sodass ein Feldspieler ins Tor musste. Die E1 gewinnt mit 5:19 bei der SG Altona, die E1 schlägt den bis dahin auch ungeschlagenen TSC Wellingsbüttel mit 26:9, die E1 lässt das erste mal Punkte liegen, die Fleischmauer des TV Fischbek interessierte den Schiedsrichter des gleichen Vereines nicht und trotzte unseren Jungs ein 13:13 ab, die E2 gewann im Anschluss dafür mit 9:20 gegen die 2. von Fischbek, unser Talent Maxi , eigentlich von den Minis, warf mit 10 Toren sogar die Hälfte unserer Treffer. Die E2 gewinnt mit 17:9 gegen den Tabellenführer St.Pauli 3, die E1 verliert nach 20:17 Führung noch 20:23 gegen den neuen Tabellenführer Norderstedt 2, die E2 gibt die Tabellenführung nach einer 24:16 Niederlage gegen Eilbeck 2 wieder ab und gewann die Woche darauf mit 16:15 gegen Wilhelmsburg 2 obwohl diese sich Hilfe aus der 1.Mannschaft holten. Die mE1 gewann mit 30:3 gegen den Niendorfer TSV 3 die Trainerin bat mich während dem Spiel darum weiter mit voller Kapelle zu spielen Ihre Jungs sollten "lernen" und zum Abschluss der Hinrunde gewann die E2 nach 18:14 Rückstand noch mit 20:22 beim HNT 1. Beide Mannschaften standen also nach Abschluss der Hinrunde überraschend weit oben, die mE1 auf Platz 2, die mE2 auf Platz 3 nach dem beide Mannschaften sich super entwickelt hatten. Zur Rückrunde hat man in Hamburg dann die Möglichkeit wenn man möchte die Liga zu wechseln(1 hoch/1 runter) mit der mE1 entschieden wir uns durch die deutlichen Ergebnisse eine Liga hoch in die Landesliga zu wechseln, Tabellenführer Norderstedt 2 tat dies auch. Mit der mE2 entschieden wir uns in der Kreisliga zu bleiben, Tabellenführer Wilhelmsburg entschied sich jedoch in die Bezirksoberliga zu wechseln, dafür kam dann Derbygegner Billstedt zu uns runter in die Kreisliga. Die Rückrunde startete dann erstmal mit einigen Spielausfällen wegen Schneestürmen, dann durfte endlich der Spielbetrieb wieder losgehen für die mE2 mit einem Spiel gegen die HNT 2, die Mannschaft zeigte hier wieder was für eine Entwicklung sie genommen hatte aus einem 6-Tore Sieg im Hinspiel wurde souverän ein 23:8 Erfolg und obwohl sich die Gegner Hilfe aus der 1.Mannschaft geholt hatte. In der Woche darauf ging es dann für die mE2 zum Auswärtsderby nach Billstedt, die Halle dort ist sehr bekannt durch Ihre giftige Stimmung und auch schon zu meine C/D-Jugend Zeiten sind dort immer wieder nette Worte in Richtung Auswärtsspieler geflogen. Wir waren nur Ersatzgeschwächt und mit einem kleinen Kader angereist und das merkte man von Beginn an, wir gingen früh hoch in Rückstand und die Jungs wurden immer verunsicherte. Die Tribüne trag da zu auch Ihren Teil bei durch konstante Buhrufe oder netten Wörtern wie H*****Sohn oder A****Loch. Die Schiedsrichterin sagte es sei nicht Ihre Aufgabe sich darum zu kümmern. Beim Abklatschen sagte dann auch noch die gegnerische Trainerin zu mir nach dem ich gut gespielt sagte: "Ich wünschte ich könnte das selbe zu euch auch sagen" Und dann wird sich dort im Verein gewundert warum die so unbeliebt sind. Endstand 26:15 Niederlage. Die mE2 gewann dann die Woche darauf mit 6:22 bei der Fleischmauer aus Finkenwerder, selbst der Jugendspielwart scheint wohl keinen Einfluss auf die Wahl der Deckungsform des Trainers nehmen zu können. Durch die netten Spielpläne, Danke an den Verband! Dürften wir am Tag darauf erneut mit der mE2 ran gegen Fischbek 2 die Mannschaft wirkte platt und ausgelaugt und konnte den deutlichen Hinspielerfolg nicht bestätigen, ein knappes Spiel entwickelte sich,welches wir erst durch ein Tor unseres Minis Maxi 5 Sekunden vor dem Ende mit 14:13 für uns entscheiden konnten. Die Woche darauf gewannen wir mit der mE2 erneut diesmal mit 23:19 gegen die nachgemeldete Mannschaft HTS 3, einzig interessantes an dem Spiel, da kein Mann an der Pfeife kommen könnte, habe ich selber gepfiffen und eine Mutter gecoacht. Kommen wir nun aber zur mE1 nach dem Wechsel in die neue Staffel wussten wir nicht so Recht was wir erwarten sollten, das erste Spiel war gegen Niendorf 2 die auch aus der Bezirksoberliga kamen jedoch aus einer anderen Staffel, unser fehlender Torwart schwächte unsere Defensive extrem trotzdem hielten die Jungs super mit und verloren am Ende nur knapp mit 20:22. Das nächste Spiel war dann gegen den Tabellenführer TH Eilbeck 1, der erwartet starke Gegner trat auf, doch die Jungs hielten gut dagegen, am Ende erwies sich die Nummer 8 des THE zu stark und sorgte mit 20(!) Toren für den 22:30 Sieg der Gäste. Heute Mittag ging es dann zum letzten Spiel vor den Ferien nach St.Pauli, die Jungs verschliefen wie gewohnt die Startphase und gingen mit 7:3 in Rückstand ein TTO brachte sie dann vor der Pause jedoch wieder in die Bahn und wir gingen nur mit einem 10:9 Rückstand in die Pause nach der Pause blieb die Partie weiter offen bis wir uns beim 13:16 erstmals absetzen konnten. Ein TTO brachte die Gegner wieder in die Spur und sie drehten auf 18:16 die Partie doch wir kamen nach meinem TTO wieder zurück auf 21:21 weiterhin jedoch konnten wir jedoch nicht die Offensive der Paulianer unter Kontrolle bringen die meistens daraus Bestand, das die kleine Nummer 3 oft seinen Gegner mit Tempo ausprellen konnte und dann eine 2:1 Situation mit der riesengroßen Nummer 13 herstellen konnte. Am Ende brachen wir wieder ein 2 unnötige Würfe aus dem Rückraum wurden geblockt und die Gegner liefen 2 Gegenstöße zum 23:21 Endstand. Nach den Ferien geht's dann weiter für beide, die mE2 verteidigt hoffentlich die mittlerweile eroberte Tabellenspitze und die mE1 holt die ersten Punkte in der neuen Liga.

    Viele Grüße

    Tiago


    PS: gebt bitte Rückmeldung zum Bericht, ich weiß er ist etwas lang geworden.

    Einmal editiert, zuletzt von TiagoB79 (23. Februar 2026 um 11:56)

  • Hey Tiago,


    erstmal großen Respekt, dass du das beschriebene alles schon in deinem noch jungen Alter machst. Solch Leidenschaft und Bereitschaft gibt es leider nicht mehr oft in vielen Vereinen. Schade, dass Euer Vorstand diese Arbeit absolut nicht wertschätzt und dich scheinbar auch nicht unterstützt. Ohne jetzt eine "Revolte" starten zu wollen, solltest du aber auch hier dringend nochmal den Dialog suchen - vielleicht auch mit der Unterstützung von einigen Eltern.

    Zu deinem Bericht, dass du Eltern dabei hast die denken sie haben den nächsten Matthias Gidsel (ohne das er nur annährend das Talent hat) wirst du oft haben. Mit einer guten Kommunikation und ein wenig Spielraum (Anzahl der Spieler etc) kannst du das aber auch in Zukunft mit Sicherheit gut abmoderieren oder so wie im beschriebenen Fall mit einem "Aufstieg" in die mD2 lösen.


    Ich bin auf weitere Berichte gespannt und freue mich über die Entwicklung deiner Jungs!

  • Hallo Tiago,

    ich freue mich zu hören, dass es noch möglich ist, mit einer Jugendabteilung frisch an den Start zu gehen und die Bude eingerannt zu bekommen. Und das mit einem "altmodischem" Sport, wie Handball.

    Respekt auch, dass du als Jugendlicher deine Zeit dafür einsetzt, als Trainer zu arbeiten. Ganz toll finde ich, dass du der Beweis dafür bist, dass es noch junge Menschen gibt, die fähig sind, in ganzen Sätzen zu formulieren und dazu noch länger, als eine Insta-Schlagzeile!

    In der Tat ist dein Beitrag recht lange, das darf ein Einstiegsbeitrag aber auch sein. Um den Spannungsbogen hoch zu halten, könnte ich mir vorstellen, dass du mehr punktuell über deine Erlebnisse speziell als junger Trainer berichtest (was für Herausforderungen sich dir stellen, zB mit den Vereinsverantwortlich, den Spielern und den Eltern) und weniger eine Chronologie des Saisonverlaufs. Das wäre sicher für viele *räusper* ältere Menschen hier in der HE ein neuer Blickwinkel.

    Ein Tipp: mit wörtlichen Zitaten und Klarnamen sowie klar zuordenbaren Zitaten wäre ich zurückhaltender. Aber vielleicht bin ich da auch zu vorsichtig.

  • Liebes Handballtagebuch!

    Ulzburgcup - nach einem Dreivierteljahr Eingewöhnung beim neuen Verein ohne die gewohnten Strukturen, dafür mit reichlich Kröten zu schlucken, endlich wieder ein Stück Normalität. Es wird zwei D-Jugend Mannschaften im Verein geben. ZeeBee muss sich also nicht mehr dafür rechtfertigen, dass man sich zuverlässig vom Training abmeldet, dass alle zwei Monate mittrainieren nicht reicht und dass zweimal die Woche Training die Regel sein sollte. Genau zwei Mädchen bleiben folglich vom letztjährigen Kader über, für die das ebenso selbstverständlich ist, bzw. die für höhere Aufgaben in Frage kommen. Von unten kommt nichts nach und dennoch fährt ZeeBee mit elf Mädchen nach Henstedt-Ulzburg. Hausaufgaben gemacht.

    Die Strecke zwischen Hannover und Hamburg ist für Reparaturen längerfristig gesperrt. Die Umleitung kostet rund eine Stunde. Da kommt die Zugverspätung von 50 Minuten doch gerade recht, den Pizzaabend vor Ort nach Ankunft endgültig zu versauen. Die frisch gewonnene Wartezeit verbringt die Mannschaft mit McFlurries. Während der Fahrt gerät ZeeBees Hirn in den roten Bereich. Mathematik ist ohnehin nicht ZeeBees Stärke und die Abfahrtverspätung von 50 Minuten bei einer Umsteigezeit in Neumünster von 13 Minuten ist eigentlich eine glasklare Angelegenheit. Die Deutsche Bahn arbeitet aber nicht mit Mathe- sondern Bistr-O-Matik. Die Anzeige will verkaufen, dass der Zug trotz fünfzigminütiger Verspätung mit Punktlandung Abfahrt des Anschlusszugs ankommt, mal plus, mal minus drei Minuten. Der Lokführer muss eine Abkürzung in der Umleitung gefunden haben. ZeeBee hat die Mädchen längst auf eine längere Umsteigezeit eingestellt, nun wird der planmäßige Anschlusszug plötzlich wieder ein Thema. ZeeBee schwört die Mädchen auf einen blitzschnellen Bahnsteigwechsel ein. Elf Mädchen sprinten los, ZeeBee... ist am Vortag an der Anmeldung beim Kardiologen mit bedenklichen Symptomen weggeschickt worden: "Dummer Junge, was willst Du hier? Geh gefälligst zum Hausarzt, es könnte ja auch die Lunge sein, dann ist der P-N-E-U-M-O-L-O-G-E und nicht wir zuständig." ZeeBee wird mit Vorhofflimmern bei voller Kenntnis der Krankengeschichte vom Hof gejagt und will nun mit unerkanntem Vorhofflimmern den Bahnsteig entlang rennen. Gut, dass die Mädels den Zug ohnehin nicht erwischen, mit Sicherheit hätte niemand an den Trainer gedacht, der noch auf dem Ankunftsbahnsteig liegt und zuckt. Also Pizza in Neumünster in der Pizza Hütte. Dazu muss erst einmal der Bahnhofsvorplatz durchquert werden. Die Mädels, die allesamt offenbar noch nie in Hagen ausgestiegen sind, rücken merklich nervös zusammen und immer dichter an ZeeBee ran. Selbst Hannovers Junkieszene wirkt dagegen wie ein Karnevalsumzug.

    Die kleinere der beiden Haupthallen des Turniers verfügt über vier gestaffelte Sitzreihen und ist zum Spielfeld hin mit einem Geländer nebst Glaswand abgetrennt. Jedes Jahr dasselbe Phänomen, alle Arschlöcher stellen sich vorne an das Geländer und blockieren die Sicht für sämtliche Sitzplätze dahinter. Kurz vor dem ersten Gruppenspiel aus der eigenen Todesgruppe, das sich ZeeBee anschauen möchte, stellt sich eine volle C-Jugend von St. Tönis sowie die komplette Elternschaft der D-Jugend von St. Tönis an das Geländer und blockiert die Sicht. Mit Anpfiff äußert ZeeBee sehr lautstart, bestimmt und unhöflich seinen Unmut. Achselzucken beim neuen Lieblingsverein, alles bleibt stehen. Wasserpistolen... ZeeBee hat die Wasserpistolen vergessen! Letztes Jahr noch fest eingeplant.

    Der Auftakt gegen den vermeintlich leichtesten Gruppengegner Nord Harrislee. Die Mädels sind alles andere als eingespielt, die halbe Mannschaft wird mit Zweitspielrecht die Saison bestreiten und die Spielerinnen trainieren ein bis dreimal die Woche bei ZeeBee, ansonsten teils beim Heimverein. Beide Teams agieren auf Augenhöhe, Nord Harrislee im Angriff stärker, dafür aber mit Feldspielerin im Tor. ZeeBee hat vor dem Turnier zunächst lange keine Torhüterin, hakt dann beim Kooperationsverein nach. In der zweiten Mannschaft in der Kreisklasse spielt Nele im Tor, die mal ins Training reinschnuppert. Unten gar nicht schlecht, zeigt schon ein paar gute Basics, oben noch Verbesserungsbedarf, im Sand sogar insgesamt deutlich stärker. Wechselt den Verein, im Training still, schüchtern, zurückhaltend. Nun im ersten Turnierspiel... im Stile einer D-Jugend Spitzentorhüterin. Und die sind bei den Mädchen ganz, ganz rar gesät. Eine Glanzparade jagt die nächste. "Wer bist Du und müssen wir für Nele Lösegeld zahlen?!" Die Keeperin bringt das Spiel mit einem Tor Vorsprung nach Hause. In über 35 Jahren hat ZeeBee noch nie eine solche Steigerung von Training zu Wettkampf erlebt. Um eine lange Geschichte kurz zu machen, Nele wird sich noch weiter im Turnier steigern und nicht nur ihren Trainer sprachlos zurücklassen.

    Der Ulzburgcup: Die Spitzenmannschaften sind meist Jahrgangsmannschaften, spielen schon seit mindestens drei Jahren zusammen. ZeeBee hat nie Jahrgangsmannschaften, kann sich glücklich schätzen, wenn die Jüngsten schon während der E-Jugend mittrainiert haben. Das Ziel ist stets, in der Vorrunde möglichst ein Spiel gewinnen, dann ums Verrecken nicht das Viertelfinale zu erreichen. Vor zwei Jahren hat ZeeBee genau das verbockt, die Mädels sind mit zwei Klatschen im Gepäck aus dem Turnier gegangen. Dann lieber sowohl pädagogisch wertvoll die Klatschen am ersten Tag in der Vorrunde kassieren, sich steigern und dann psychologisch wertvoll möglichst am zweiten Turniertag alles gewinnen. ZeeBee schwört vor dem Spiel gegen St. Tönis die Eltern ein, dass es so oder so keinen Sieg geben wird, selbst wenn der Gegner schwächer sein sollte. Die Mädels weiht ZeeBee nicht ein, lässt sie eine Halbzeit ohne Support im Regen stehen, klärt dann erst in der Halbzeit über die Turnierstrategie auf. Es ist ohnehin fraglich, ob es eine Chance gegeben hätte. In der zweiten Hälfte coacht ZeeBee aber wieder im Wettkampfmodus, der deutliche Rückstand verringert sich zwischenzeitlich auf zwei Tore... letztlich geht das Spiel planmäßig verloren. Im letzten Gruppenspiel dann der regelmäßige Turniersieger Berliner TSC I. Gruppengegner 2 und 3 werden letztlich Turnierdritter und -zweiter - die Vorrunde ist jedenfalls schon mal anspruchsvoll. Gegen Berlin können die Mädels sechs, sieben Minuten gut mithalten, dann siegt die deutlich eingespieltere Mannschaft mit neun Toren. ZeeBee könnte schwören, dass Rückraum Links größer ist als er und die 1,80 erreicht.

    Fortsetzung folgt

    From the makers of

    "Michael - the king of pop"

    the new bio pic from the island:

    "Jeffrey"

    If you have the right friends, you get away with anything. If you don't, you go swingin'.

    Einmal editiert, zuletzt von Zickenbändiger (1. Juni 2026 um 14:54)

  • ZeeBee hat die Kaderplanung fleißig vorangetrieben. Ein Gespräch im Januar zwischen ZeeBees Nachfolgerin als D-Jugend Trainerin im alten Verein und dem dortigen C-Jugend Trainer:

    "Laatzen hat doch noch ein großes Talente."

    "Trainiert schon bei Karsten mit."

    "Und die Spielerin aus Großburgwedel?"

    "Trainiert auch bei Karsten mit."

    "Was ist mit der aus Bothfeld?"

    "Trainiert ab nächster Woche bei Karsten mit."

    Das Puzzle fügt sich allmählich zusammen. Im alten Verein hat ZeeBee eine starke Mannschaft hinterlassen, die gewinnt Ostern souverän den Rödspätte Cup. Allerdings sind schon erste Erschütterungen der Macht zu spüren...

    Traditionell meidet ZeeBee bei Turnieren die Betreuerunterkünfte, sucht sich beim Ulzburgcup Schlafplätze wie Heizungskeller, Treppenhäuser oder Flure. Die Mädchen sind in erster Etage in einem kleinen Zwei-Klassenzimmer-Trakt untergebracht. Der kleine Flur zwischen den Klassenzimmern muss dann mal als Schlafplatz herhalten. Die erste Nacht ist es ruhig, in der zweiten Nacht hat irgendwer etwas in den Kakao der Nachbarmannschaft getan. Die C-Jugend von... ach... St. Tönis. Bis weit nach 23:00 schreien die Mädchen in ihrem Klassenraum rum, die Abgelegenheit des Trakts macht es möglich, die Security hört wohl nicht so weit. ZeeBee macht es sich soweit möglich bequem. Dann verlassen drei der Grazien ihr Zimmer, setzen sich genau neben ZeeBee und krakeelen auf dem Flur herum. ZeeBee richtet sich auf, ob der Lärm denn wirklich Not täte? Die Damen scheinen den besetzten Schlafsack auf dem Boden gar nicht wahrgenommen zu haben, die mutmaßlichen Chemikalien aus dem Kakao leisten ganze Arbeit.

    "Äh... oh... äh... dann gehen wir wohl mal ins Zimmer zurück."

    Hält ZeeBee für einen ausgezeichneten Plan. Die Luder gehen nicht ins Zimmer zurück, marschieren zur Security:

    "Da liegt ein Mann bei uns auf dem Flur. Wir fühlen uns da nicht wohl."

    Die nächtlichen Ruhestörerinnen werden von der Security zum Klassenzimmer geleitet, ZeeBee muss umziehen. Nennt man wohl Täter-Opfer-Umkehr. ZeeBee hat nun definitiv einen neuen Lieblingsverein.

    Die obere Hälfte des Turnierbaums darf in Henstedt-Ulzburg bleiben, der Rest muss raus auf's Dorf. Dort wird nun um Platz 13 bis 22 gespielt. Das Gefälle ist gewaltig, Platz 3 und 4 der Todesgruppe plus Berliner TSC II dominieren das hiesige Feld. Im ersten Spiel haben es die Mädchen mit einer Anfängermannschaft zu tun. Todesfelde/Leezen - Ihr müsst noch etwas üben, bis es für Eure Damen reicht. Im zweiten Spiel die Zweitvertretung des Gastgebers, die auch deutlich überfordert ist. Rückraum Mitte von Henstedt/Ulzburg hat nach dem Spiel etwas an ZeeBees Coaching auszusetzen, klatscht brav mit den Mädels ab, klatscht ZeeBee demonstrativ verächtlich nur mit dem Zeigefinger ab. Entzückend.

    Es wird der Gegner im Spiel um Platz 13 ermittelt. Aus der Todesgruppe Nord Harrislee gegen die Zweitvertretung vom Berliner TSC. Ein packendes Spiel zweier gleichstarker Mannschaften. Berlin nur mit dem jüngeren Jahrgang bestückt, im Tor, auf Rückraum Mitte und Rückraum Links aber bärenstark besetzt. Unentschieden. Dank der stärkeren Torhüterin gewinnt Berlin und ist der letzte Gegner.

    Pep talk in der Kabine. Das wird alles andere als leicht, mit einem Sieg aus dem Turnier zu gehen:

    "Ihr habt Berlin gesehen. Auf drei Positionen wahnsinnig stark besetzt. Die haben gerade im 7m Werfen gewonnen, haben den Kopf in den Wolken, kommen mit breiter Brust in das Spiel, sind fast nicht zu schlagen."

    ZeeBee wendet sich zur Ausgangstür, ergreift die Türklinke. Talina ist unzufrieden:

    "Na das ist ja eine tolle Motivation."

    ZeeBee grinst, greift auf Alan Shore/James Spader zurück, wendet sich wieder der Mannschaft zu.

    "ES SEI DENN..."

    Jüngst hat ZeeBee eine brutal offensive Halbfeldmanndeckung beobachtet, die bei Ballannahme den Rückraum mit kurzen harten stakkatoartigen Kontakten bei Ballannahme gestört und mächtig beeindruckt hat. Die drei Turniergegner waren jeweils konsterniert und die Deckung hat keinerlei Anlass für Progression gegeben. Voraussetzung ist natürlich eine unfassbare Laufbereitschaft. ZeeBee erklärt, was er von der Abwehr fordert - und dass der Moment im Turnier angekommen ist, in dem nicht mehr bunt durchgewechselt wird.

    Die Mädels setzen die geforderte Deckung 1:1 um. ZeeBee hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, auf Halb Links sein Abwehrsorgenkind aufgeboten und selbst sie arbeitet wie ein Abwehrdämon mit. Die Berliner Talente sind vollkommen überfordert, obwohl sie aus dem Berliner Landrecht eine extrem offensive Deckung kennen und der TSC in den vergangenen Jahren auch immer fleißig selbst eine Halbzeit weit jenseits der Mittellinie die Bälle abgeholt hat. Binnen Augenblicken liegen die Mädels mit fünf Toren vorne und bauen den Vorsprung fleißig aus, verteidigen brutal effektiv und haben die Körpersprache der Berlinerinnen schon binnen der ersten Hälfte auf einem Tiefstand. ZeeBee staunt Bauklötze. Die Mädels beginnen das Turnier mit einem hart erkämpften Spiel gegen einen gleichstarken Gegner und beenden das Turnier mit einem 21:8 gegen einen mindestes gleichstarken Gegner. Und das ist nicht mal Bestbesetzung gewesen. Die neuen Aufgaben können kommen.


    Dein
    Karsten

    From the makers of

    "Michael - the king of pop"

    the new bio pic from the island:

    "Jeffrey"

    If you have the right friends, you get away with anything. If you don't, you go swingin'.