Freundschaft!
Ich meine, dass Dr.Brack oder Wandschneider das mal mit Zahlen belegt haben. Es ging damals um das Auffüllen bei Zeitstrafe. Die Chance, bei 6:6 ein Tor zu erzielen ist demnach höher zu bewerten als ein Wurf auf das leere Tor bei Ballverlust, weil ein Konter allein gegen den TW fast genauso wahrscheinlich zum Gegentor führt wie bei leerem Tor.
Ergo, bei Ballverlust ohnehin sehr wahrscheinlich Gegentor, bei 6:6 aber geringere Gefahr, den Ball zu verlieren.
Mir gefällt es dennoch nicht, weder das Auffüllen und noch weniger das 7:6.
Ja, Brack war das. Er sagte damals so ungefähr, dass man analysiert hatte, dass man in Unterzahl in 85 Prozent der Fälle ein Tor bekommt. Wenn man also mit 6:6 statt 5:6 die eigene Angriffsquote um mindesten 15 Prozentpunkte erhöht (was wohl der Fall ist), dann kann es gar nicht mehr negativ für die eigene Mannschaft sein, selbst wenn man in jedem Angriff des Gegners das Ding in leere Tor kassiert.
Mich hat diese Analyse damals ziemlich beeindruckt. Bis mir dann mal aufgefallen ist, dass sie ein logisches Loch hat. Wenn man oft den Ball ins leere Tor kassiert, dann wird das Spiel schneller. Es laufen mehr Angriffe in den zwei Minuten. Man verlängert sozusagen die eigene Unterzahl. Das müsste man berücksichtigen und dadurch die Zahlen für Gleichzahl mit einbeziehen. Dann könnte es schon anders aussehen.
Balingen hatte damals übrigens noch einen weiteren Vorteil. Man hat das mit dem Torwartwechsel in Unterzahl einstudiert und als man es drauf hatte, dann auch in Gleichzahl mit 7:6 gespielt. Da es das einzige Team war, war man selbst sehr gut darauf vorbereitet, die Gegner kannten das so nicht. Heute spielen das viele Teams, dass auch der Gegner darauf eingestellt ist. Ich glaube daher nicht, dass es generell einen Vorteil bringt, oft mit 7:6 zu spielen. Ich sehe das eher als kontraproduktiv an. Ich habe keine Zahlen, weil das für Spaß an der Freude zu aufwendig ist, das zu analysieren. Ich denke, dass es nur situativ sinnvoll ist und da dann tatsächlich was bringen kann. Wenn man es zu oft oder zu falschen Zeit oder in der falschen Situation bringt, schießt man sich oft ins eigene Knie.