Regelfrage - Auslegung

  • Bei einem hochwertig besetztem Vorbereitungstunier gab es beim Spiel Handewitt - Buxehude, wA, folgende Situation:

    Zuschauersicht:
    Tempogegenstoss. Verteidigerin gleich auf. Greift der Angreiferin ins Trikot. 2-3 Schritte noch, "gleichgewicht", dann erst stürzt die Angreiferin.

    Schiedsrichtersicht nach Sicht der Videos inklusive Einzelbilder:

    Verteidigerin kommt mit Tempoüberschuss von hinten. ist etwas vorn und greift erst dann ins Trikot. Aber natürlich immernoch von der Seite.

    Es gab 2 Minuten.

    Ich frage mich, wenn das nicht rot ist, wann soll ich den dann in der Jugend jemals rot im Tempogegenstoss geben?

  • Mich interessiert da eher, wie man eine mögliche blaue Karte anhand eines Videobeweises in einem Freundschaftsspiel behandelt, wenn der Videobeweis überhaupt nicht zugelassen war.

  • Mich interessiert da eher, wie man eine mögliche blaue Karte anhand eines Videobeweises in einem Freundschaftsspiel behandelt, wenn der Videobeweis überhaupt nicht zugelassen war.

    Blaue Karte sind solche Aktionen leider in der Regel nicht. Selbst ein nicht ballorientiertes Schieben/Hubsen/Hineinrennen (wenn nicht besonders aggressiv ausgeführt) soll leider nur rot geben. X/


    Zur Aktion selbst. Bei nicht ballorientiertem Kontakt im Gegenstoß mit Folgen für den Angreifer ist man eigentlich immer bei rot. Bei ballorientiertem Kontakt kommt es auf die Art und Weise des Sturzes und es Kontakts an (stürzt, kann sich nur schwer abfangen, rot... Verliert etwas das Gleichgewicht, kann sich aber gut abfangen und steht direkt, 2min... Beim Versuch des Rausprellens wird auf den Arm geschlagen, 2min... Leichtes Streifen ohne Auswirkung, weiter geht's mit eindringlicher mündlicher Ermahnung, das sein zu lassen...).

  • Nee, das ist natürlich meiner verkürzten Darstellung zu verdanken.

    Im Spiel wurden direkt die 2 Minuten vergeben. Nach dem Spiel sind mehrere Personen auf die Schiedsrichter zugegangen und haben "Zweifel" angemeldet. Diese sind anschließend zur Besprechung der stattgefundenen Beobachtung nach hinten gegangen und haben in dem Zuge die Szene intensiv auseinandergenommen. Dankenswerterweise ist dann einer der Schiedsrichter nochmal auf die Tribüne gekommen und hat die Situation aus seiner Sicht geschildert. Hier insbesondere dem Buxhtehuder Betreuer.

  • Blaue Karte sind solche Aktionen leider in der Regel nicht. Selbst ein nicht ballorientiertes Schieben/Hubsen/Hineinrennen (wenn nicht besonders aggressiv ausgeführt) soll leider nur rot geben. X/


    Zur Aktion selbst. Bei nicht ballorientiertem Kontakt im Gegenstoß mit Folgen für den Angreifer ist man eigentlich immer bei rot. Bei ballorientiertem Kontakt kommt es auf die Art und Weise des Sturzes und es Kontakts an (stürzt, kann sich nur schwer abfangen, rot... Verliert etwas das Gleichgewicht, kann sich aber gut abfangen und steht direkt, 2min... Beim Versuch des Rausprellens wird auf den Arm geschlagen, 2min... Leichtes Streifen ohne Auswirkung, weiter geht's mit eindringlicher mündlicher Ermahnung, das sein zu lassen...).

    Exakt so hatte ich es im Kopf. Wobei es aus meiner Sicht nicht Ballorientiert war. Kann man aber ggf. streiten.
    Und oben nicht deutlich genug formuliert, weil es irgendwo in der Mitte war:

    Es war schon ein ordentlicher "platsch" sturz und sie hat auch direkt geweint. Der Sturz war aber "gefühlt, irgendwie" nicht komplett unkontrolliert, weil relativ spät. Sorry, aber ich hatte halt keine Videobilder.^^

  • Mal aus dem Schiedsrichter-Portal die Links reingesetzt, wann es eine ✌🏻 und wann es eine 🟥 geben muss (bitte auf Smiley klicken).

    Die Frage ist halt, war es ein tatsächlicher Verlust der Körperkontrolle, der durch die Aktion zustande kam. Dann ist es 🟥. Bei Versuch ist es nur ✌🏻.

  • Ich frage mich, wenn das nicht rot ist, wann soll ich den dann in der Jugend jemals rot im Tempogegenstoss geben?

    Eine Verteidigung von der Seite bzw. von (schräg) hinten, die zum Sturz des Angreifers führt, ist für mich in 90 % der Fälle eine – zudem unnötige – Disqualifikation. Meistens findet die Aktion bei hoher Geschwindigkeit statt und birgt damit eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr. Erschwerend kommt für mich hinzu, dass das nicht im Gewühl passiert, wie häufig eine Hand unglücklich im Gesicht, sondern der Abwehrspieler den Kontakt (oder zumindest die »gefährliche Nähe«) bewusst sucht.

    Eine Zeitstrafe sehe ich allenfalls, wenn man beim Versuch, den Ball herauszuprellen, auf die Hand/den Arme schlägt oder es wirklich hinbekommt, den Angreifer so geschickt zu klammern, dass beide ohne größere Dynamik und ohne Sturz zum Stand kommen.