Passives Spiel: Zählung der Pässe

  • Einige werden die Kontroverse um das passive Spiel am Ende des Bundesligamatches der HSG Wetzlar gegen den ThSV Eisenach mitbekommen haben. Es handelte sich um eine spielentscheidende Entscheidung. Wetzlar hatte auch zunächst Einspruch angekündigt, diesen dann aber doch nicht weiterverfolgt.

    Der Ablauf: Kurz vor Schluss der Partie steht es 31:31. Wetzlar befindet sich im Angriff. Der Ball wird einige Male gepasst. Der Schiedsrichter gibt das Vorwarnzeichen für das passive Spiel als der Ball sich gerade in der Luft befindet; ein Pass wurde also gespielt, aber noch nicht gefangen. Nach dem Fangen des Balls folgen vier weitere Abspiele und die Schiedsrichter entscheiden nach dem letzten Fangen (frei durchbrechender Spieler) auf passives Spiel, also Ball für Eisenach.

    Jetzt die Frage in die Runde: Ist das so richtig? Zählt ein Pass bereits, wenn der Ball bei Anzeige des Vorwarnzeichens die Hand verlassen hat, aber noch nicht beim Passempfänger gefangen wurde? Oder gilt das Vorwarnzeichen erst ab dem nächsten danach beginnenden Pass?

    Den Regeln konnte ich konkret hierzu nichts entnehmen. Vielleicht kennt ja jemand entsprechende Beispiele oder Ansagen aus Fortbildungen.

    (Ich weiß, dass man die 4 Pässe nicht zwingend abwarten muss; das wollen wir hier außer Betracht lassen.)

  • Die "Ansage" lautet, dass man das passive Zeichen geben soll, wenn der Spieler den Ball sicher in der Hand hat. Das ist schöne Theorie, die oft, aber eben nicht absolut immer funktionert. Hier hat es mal nicht geklappt. Die Schiedsrichter haben den Pass eben als ersten Pass gewertet, vermutlich auch weil der Impuls, die Hand zu haben, schon gegeben war. Die Halle hat es anders gesehen.
    Es handelt sich um eine Tatsachenentscheidung, die nicht per Einspruch überstimmt werden kann. So haben die Schiedsrichter das Tor ja auch gemäß Ansage wegen des 5. Passes verweigert. Zählfehler der Schiedsrichter dürften ebenfalls nicht einspruchsrelevant sein (man denke an Schrittfrehler).

  • Mangahn

    Auch wenn es eine Tatsachenentscheidung darstellt und somit rechtlich nicht angreifbar ist, können wir uns hier darüber austauschen, wie die Schiedsrichter damit umgehen sollten, wenn sie das passive Spiel während eines Passes anzeigen. Meiner Meinung nach können die Schiedsrichter den zu spät gehobenen Arm nicht der angreifenden Mannschaft anlasten und der aktuelle Pass sollte noch nicht mitgezählt werden. Zumal in diesem konkreten Fall die angreifende Mannschaft unmittelbar nach Anzeigen des passiven Vorwarnzeichens Druck auf das gegnerische Tor gemacht hat.

  • Ich sehe das so:

    Durch die Klarstellung, dass SR, bezogen auf den fünften Pass, erst pfeifen dürfen, wenn der Ball gefangen worden ist, drehe ich das für den ersten Pass entsprechend um. Sie heben den Arm, während der Pass gespielt wird und die Annahme ist dann der abgeschlossene erst Pass. Ist aber nur meine Interpretation dieser Szene, denn normalerweise klappt das mit dem Timing ja, sonst hätten wir das sicher schon öfter gehabt.

    Das Erste, was ein Kind lernt, ist gegen den Ball zu treten! Wenn es intelligent ist, nimmt es ihn später in die Hand !!!

    Die Wissenschaftler haben herausgefunden..... und sind auch wieder reingekommen :)

    Politiker sind wie Windeln, man sollte sie oft wechseln, und aus den gleichen Gründen! (Mark Twain)

  • Ich bin bei euch. Normalerweise dürfte die Lösung sein, bei "einer gewissen Gleichzeitigkeit" erst ab dem gefangenem Ball zu zählen. Bewusst wahrgenommen habe ich das Problem vorher auch nicht und die Passivität besteht ja regelmässig u.a. auch darin, langsam zu spielen, was es erleichtern sollte, den "ruhenden Ball" abzufangen.

    Es ist etwas, über das man trefflich auf der Tribüne streiten kann. Aber Fehler der Schiedsrichter gehören ebenso zum Spiel wie TF der Spieler.

  • Einige werden die Kontroverse um das passive Spiel am Ende des Bundesligamatches der HSG Wetzlar gegen den ThSV Eisenach mitbekommen haben. Es handelte sich um eine spielentscheidende Entscheidung. Wetzlar hatte auch zunächst Einspruch angekündigt, diesen dann aber doch nicht weiterverfolgt.

    Der Ablauf: Kurz vor Schluss der Partie steht es 31:31. Wetzlar befindet sich im Angriff. Der Ball wird einige Male gepasst. Der Schiedsrichter gibt das Vorwarnzeichen für das passive Spiel als der Ball sich gerade in der Luft befindet; ein Pass wurde also gespielt, aber noch nicht gefangen. Nach dem Fangen des Balls folgen vier weitere Abspiele und die Schiedsrichter entscheiden nach dem letzten Fangen (frei durchbrechender Spieler) auf passives Spiel, also Ball für Eisenach.

    Jetzt die Frage in die Runde: Ist das so richtig? Zählt ein Pass bereits, wenn der Ball bei Anzeige des Vorwarnzeichens die Hand verlassen hat, aber noch nicht beim Passempfänger gefangen wurde? Oder gilt das Vorwarnzeichen erst ab dem nächsten danach beginnenden Pass?

    Den Regeln konnte ich konkret hierzu nichts entnehmen. Vielleicht kennt ja jemand entsprechende Beispiele oder Ansagen aus Fortbildungen.

    (Ich weiß, dass man die 4 Pässe nicht zwingend abwarten muss; das wollen wir hier außer Betracht lassen.)

    Warum? Gerade das macht doch aus der Entscheidung eine einfache Tatsachenentscheidung die damit nicht anfechtbar ist.

    Diese Regelung schützt auch die SR vor solchen Diskussionen.

  • Ich war live in der Halle und habe mir die Szene noch einige Male bei Dyn angeschaut. Die angreifenden Spieler (mit Ausnahme des Kreisläufers) sehen nur den Tor-Schiedsrichter. Der Feld-Schiedsrichter hebt seinen Arm erst, als Mappes den Ball schon gefangen hat. Von dem Zeitpunkt an sind es vier Pässe bis zum Abschluss. Das ist unbestritten.

    Nun wird man von der grauen Theorieseite aus bestimmt Argumente finden, die sagen, dass das Vorwarnzeichen des Feldschiedsrichters um Zehntelsekunden früher nach oben ging und deswegen durchaus das Recht bestünde, diesen Pass schon mitzuzählen. Wie Rheiner vollkommen richtig sagt: Es war handwerklich ganz schlecht gemacht von den beiden Herren. Sehr zum Leidwesen der HSG Wetzlar. Da ich mir auch noch einmal das gesamte Spiel angesehen habe, zieht sich das wie ein roter Faden durch das Spiel. Das war eine sehr schwache SR-Leistung, die maßgeblich Einfluss auf den Ausgang des Spiels hatte. Das ist leider so.

    Aber noch einmal zum Ausgang der Frage: Man sollte der Fairness halber ab dem Zeitpunkt zählen, ab dem es für alle klar ist, dass das passive Vorwarnzeichen gehoben wurde.

  • Ich war live in der Halle und habe mir die Szene noch einige Male bei Dyn angeschaut. Die angreifenden Spieler (mit Ausnahme des Kreisläufers) sehen nur den Tor-Schiedsrichter. Der Feld-Schiedsrichter hebt seinen Arm erst, als Mappes den Ball schon gefangen hat. Von dem Zeitpunkt an sind es vier Pässe bis zum Abschluss. Das ist unbestritten.

    Nun wird man von der grauen Theorieseite aus bestimmt Argumente finden, die sagen, dass das Vorwarnzeichen des Feldschiedsrichters um Zehntelsekunden früher nach oben ging und deswegen durchaus das Recht bestünde, diesen Pass schon mitzuzählen. Wie Rheiner vollkommen richtig sagt: Es war handwerklich ganz schlecht gemacht von den beiden Herren. Sehr zum Leidwesen der HSG Wetzlar. Da ich mir auch noch einmal das gesamte Spiel angesehen habe, zieht sich das wie ein roter Faden durch das Spiel. Das war eine sehr schwache SR-Leistung, die maßgeblich Einfluss auf den Ausgang des Spiels hatte. Das ist leider so.

    Aber noch einmal zum Ausgang der Frage: Man sollte der Fairness halber ab dem Zeitpunkt zählen, ab dem es für alle klar ist, dass das passive Vorwarnzeichen gehoben wurde.

    Du hast, aus Sicht des Angriffs absolut recht. Die meisten der Spieler haben, auch wenn die Aufmerksamkeit sicher nicht nonstop beim TSR ist, eher seinen Arm wahrgenommen. Allerdings, für die Trainer war das Vorwarnzeichen des FSR sicher klar und deutlich zu erkennen und es kam bestimmt auch der akustische Hinweis.

    Aber, wie sieht es denn mit den Abwehrspielern aus? Die sehen nur den FSR und stellen doch alles auf den vierten Pass ab und denken sich nach dem Abspiel zum fünften Pass, dass es sich ja nun erledigt hat.

    Die Regeln gelten halt für beide Teams und nicht nur für den Angriff oder die supportete Mannschaft 😉.

    Wie willst Du denn feststellen, wann der Zeitpunkt ist, dass es auch dem letzten aufgefallen ist? Letztlich ist es ganz einfach, der FSR hat den Arm gehoben, ab dem Zeitpunkt gilt es. Ja, haben sie, und das auch noch mit Head-Set, wo ein einfaches "jetzt" reicht, einfach blöd gemacht, absolut korrekt.

    Frage: Hätte der Angriff in der Kürze der Zeit denn überhaupt eine andere Angriffsaktion gespielt, wenn sie gewusst hätten, dass schon ein Pass weg ist? Ja, hypothetisch 😉.

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