7m Nachwurf abgepfiffen - warum?

  • Hallo und guten Morgen,


    darf man hier im Forum um eine Video-/Spielsequenz bitten?


    Ich wurde im kleinen Kreis um Stellungnahme gebeten (ohne die Szene zu kennen).


    Im BL-Spiel von Melsungen gegen Wetzlar soll/hat Timo Kastening einen 7m verworfen, wobei ihm der Nachwurf abgepfiffen wurde. Frage warum?



    Würde mir jemand diese Szene zur Verfügung stellen? Danke


    Gruß

  • Er kam aus dem Kreis.

  • Ja genau, um diesen Ablauf geht es.


    Während vor "50 Jahren / zu meiner Zeit" der Spieler hinten über die Torauslinie das Feld verlassen musste, um über die Seitenauslinie wieder aufs Spielfeld zu gelangen, vertrete ich heute die Auffassung, dass ein Spieler, soweit er auf direktem Weg wieder aus dem Kreis rausgeht, wieder "spielberechtigt" ist.

    Varianten:

    a)

    - Der 7m Wurf wird korrekt ausgeführt (Ball aus der Hand Richtung Torwart)

    Dabei gelangt der Spieler jedoch in eine Vorwärtsbewegung, sodass er mit einem Fuß im Kreis steht.

    - Der Torwart hält den Ball, welcher Richtung Spieler zurück rollt.

    - Der Spieler geht auf direktem Weg ins Feld zurück, ohne sich einen (räumlichen) Vorteil zu verschaffen.

    Er drängt/schubst auch keinen Abwehrspieler weg.

    - Außerhalb des 6m Kreises nimmt er den Abpraller auf und macht den Nachwurf ins Tor.

    Meiner Meinung nach alles zulässig und korrekt, also Tor.


    b) Ähnlich bei einem Konter

    - Spieler läuft seinen Konter, wird nicht verfolgt

    - Wirft, betritt den Kreis, Torwart hält

    - Geht schnell auf direktem Weg (dort wor er abgesprungen ist/wo er in den Kreis gelangt ist. Läuft nicht dem Ball im Kreis hinterher) wieder ins Feld zurück und nimmt den Abpraller auf. Weiterhin kein Abwehrspieler weit und breit.

    Auch hier meine ich alles korrekt und Tor.


    Die konkrete Szene von Timo Kastening kenne ich im Moment nicht.

    Soll aber alles korrekt im Sinne meiner Ausführungen gewesen sein.


    Daher Frage an mich/euch: Was war denn falsch und führte zum Abpfiff?

    Danke und Gruß

  • Hätte man laufen lassen müssen, find ich.


    Direkter kann man nicht wieder rausgehen, als Kastening das gemacht hat.

    Sehe ich auch so. War aber nicht die Sichtweise der Schiedsrichter.

  • Ich habe den Eindruck, dass das diese Saison häufiger abgepfiffen wird sls davor. Kann mich jedenfalls an etliche solcher Situationen erinnern, also nicht konkret, aber dass ich schon öfters dachte, ganz schön kleinlich.

    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • Meinst du die Szene in der 56:02 Minute? Nach dem Wurf stand er mit dem Fuß im Torraum und der abgeprallte Ball vom Torwart kommt zu ihm. Er zieht natürlich den Fuß aus den Torraum zurück, Wie ihr sieht, war er sogar noch mit dem Fuß drin, als der Ball schon fast bei ihm war. Er wird den Ball annehmen und dann werfen. Das ist ein Vorteil für den Angreifer, der regelwidrig ist. ´

    Das hat der Torschiedsrichter erkannt und deshalb gemäß Regel 6:2 a) mit Handzeichen 8 auf Abwurf entschieden.

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  • Was ist das Problem bei Kastening? Nach dem Wurf stand er mit dem Fuß im Torraum und der abgeprallte Ball vom Torwart kommt zu ihm. Er zieht natürlich den Fuß aus den Torraum zurück, allerdings war schon deutlich erkennbar, dass er einen Vorteil ziehen wird, denn er wird den Ball annehmen und dann werfen. Wie ihr sieht war er mit dem Fuß noch drin, da war der Ball schon fast bei ihm. ´

    Das hat der Torschiedsrichter erkannt und deshalb gemäß Regel 6:2 a) mit Handzeichen 8 auf Abwurf entschieden.

    Ich erinnere mich nicht, das Ähnliches bei einem Abwehrspieler gepfiffen wurde.

  • Die Bilder und Texte aus dem HSR passen hier nicht, weil bei Kastening keine Vorteilsabsicht da war. Er kam unabsichtlich (durch den Schwung) ohne Ball rein und ging auf kürzestem Weg ohne Ball wieder raus. Gestört hat er auch keinen (die Gegenspieler waren noch viel zu weit weg).


    Das muss man m.E. laufen lassen.

  • Richtig, er war unabsichtlich in den Torraum gelandet, nachdem er den 7-Meter geworfen hat. Das wäre 6:3 b), Wenn es keinen Vorteil gibt. Er wurde aber aktiv im Torraum, als der Ball zu ihm kam und er noch abstand. Er hat den Fuß zu spät zurückgezogen. Und das hat wohl den Torschiedsrichter zu Abwurf nach 6;2 a) veranlasst, da hier Vorteil durch Abstehen im Torraum des Werfers gegeben war.


    Aber du kannst das natürlich anders sehen, sonst wäre es ja auch langweilig.

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  • Wie wäre nach Rheiners Meinung denn folgende Situation zu bewerten: Nach einen Blockversuch vor der 6m-Linie landet der Abwehrspiel mit beiden Beinen im 6m-Raum. Der Abpraller vom TW springt an seinem Fuss, dahinter steht ein Angreifer, der der Ball problemlos hätte aufnehmen können : Eine "Absicht, sich einen Vorteil zu verschaffen", ist dem Abwehrspieler wohl nicht zu unterstellen. Auch er ist unabsichtlich im Torraum gelandet.

  • Meinst du die Szene in der 56:02 Minute? Nach dem Wurf stand er mit dem Fuß im Torraum und der abgeprallte Ball vom Torwart kommt zu ihm. Er zieht natürlich den Fuß aus den Torraum zurück, Wie ihr sieht, war er sogar noch mit dem Fuß drin, als der Ball schon fast bei ihm war. Er wird den Ball annehmen und dann werfen. Das ist ein Vorteil für den Angreifer, der regelwidrig ist. ´

    Das hat der Torschiedsrichter erkannt und deshalb gemäß Regel 6:2 a) mit Handzeichen 8 auf Abwurf entschieden.

    Ich verstehe Deine Argumentation auch nicht umfassend:


    1. er steht noch im Kreis, "als der Ball fast bei ihm war". Damit hat er keine Regelwidrigkeit begangen, oder irre ich mich?

    2. Gegenüber wem hat er sich mit dieser Bewegung einen Vorteil verschafft? Zumindest nicht gegenüber dem Abwehrspieler, der unten ersichtlich ist und auch nicht gegenüber dem TW. Was von oben gekommen wäre, kann man auf dem Ausschnitt leider nicht erkennen. Aber aus diesem Ausschnitt hat er sich keinen entscheidenden Vorteil verschafft, da kein anderer Spieler in den "Kampf um den Ball" hätte eingreifen können.

    3. Deine Bilderreihe aus dem Portal haben in keiner Situation etwas mit der dargestellten Szene zu tun, sind also nicht anwendungsfähig.

    4. Und eine Absicht kann man Kastening auch nicht unterstellen, da es eine natürliche Bewegung aus der Wurffolge gewesen ist. Und Regel 6.2a, und das ist glaube ich der einzige Verweis, sagt ausdrücklich, dass auf Abwurf zu entscheiden ist, wenn sich der Angreifer einen Vorteil verschafft hat. Dies ist aber nur gegeben, wenn ein Abwehrspieler die Möglichkeit gehabt hätte, an den Ball zu kommen. Ist das hier der Fall?

    Das Erste, was ein Kind lernt, ist gegen den Ball zu treten! Wenn es intelligent ist, nimmt es ihn später in die Hand !!!


    Die Wissenschaftler haben herausgefunden..... und sind auch wieder reingekommen :)


    Politiker sind wie Windeln, man sollte sie oft wechseln, und aus den gleichen Gründen! (Mark Twain)

  • Das musst du die Schiedsrichter fragen, die werden eventuell schon sagen, wieso das gemacht wurde und ob das nun richtig war. Ich kann mir nur vorstellen, dass es halt darum ging, das er im Torraum war (war erlaubt reingekommen) und das wäre ja nicht das Problem. Das Problem ist halt, dass er im Torraum steht und der Ball abprallende Ball nun zu ihm kommt, er braucht ihn nur aufzunehmen und dann rein ins Tor, damit wäre der Vorteil vorhanden. Er war aber noch im Torraum, geht dann aber schnell zurück und hat dann nicht mal eine Sekunde später den Ball in der Hand. Und nun? Das ist es, was mich hier halt stört. Und das scheint anscheinend auch die Schiedsrichter gestört zu haben, sonst hätte es ja nicht den Abwurf gegeben. Aber das wäre auch mal ein Fall für Kay Holm oder seiner Lehrwesen-Crew. Vielleicht kann er dazu was sagen.

  • Ich habe die Szene jetzt nicht als Video gesehen, aber es spielen da mehrere Faktoren aus SR-Sicht eine Rolle:

    1. ist das immer ein leichter Pfiff, den eigentlich alle in der Halle immer akzeptieren/verstehen (kommt ja oft bei 7m/Gegenstoß vor, dann soll er halt einfach seine erste Chance versenken :) - es gibt zwar oft Szenen, die man regeltechnisch laufen lassen könnte, aber dann hat man eher mehr Diskussionen, als wenn man abpfeift und jeder versteht/akzeptiert es)
    2. wird tatsächlich oft von den Spielern in Ballrichtung abgekürzt und nicht der 1a, sondern vielleicht dadurch der 1b Weg aus dem Kreis genommen, was ihm ja dann schon einen kleinen Vorteil verschafft und damit den Pfiff begründet
    3. wenn der Spieler so kurz vor der Aufnahme des Abprallers noch im Kreis steht - zwar vielleicht noch rechtzeitig vor der Annahme des Balles nach draußen kommt - hat er aus einer "Regelwidrigkeit" einen "unerlaubten Stellungsvorteil", den die SR dann ggf. mit dem Pfiff unterbinden wollten - dem Abwehrspieler wird ja so ggf. die Chance genommen, den Abpraller regelkonform aufzunehmen/attackieren.

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