3. Spieltag: FA Göppingen - THW Kiel

  • Der Vergleich zum Basketball ist auch in der Form sinnlos. Ich bin mit der NBA in den 90er aufgewachsen. Da haben Schränke aufeinander eingeprügelt überspitzt gesagt. Nicht umsonst ist das Bad Boys Ding, mit dem Deutschland bei der EM 2016 gewinnt, eine Referenz auf die Pistons in der NBA. Seitdem werden die Regeln immer weiter und immer weiter aufgeweicht, um mehr Offensive zu ermöglichen. Was damals ganz normal als Härte galt, ist heute gleich ein Flagrant. Gefühlt kannn man kaum noch hart verteidigen. Im Basketball gibt es auch die exakt dieselbe Diskussion um (mangelnde) Schrittfehler, die völlig außer Kontrolle geraten sind. Insofern ist die Entwicklung nicht zum Basketball, sondern beide Sportarten gehen quasi denselben Weg. Den geht im Grunde fast jede Sportart.

  • Du stellst hier doch sonst so gerne Artikel der HW ein….
    Danke schwabe dass Du das übernommen hast.
    An alle Körperkontakt-Allergiker (welch passende Wort-Kreation ^^), kommt mal wieder runter.
    Angst um die Zukunft muss man haben, wenn es so endet, wie im Artikel beschrieben. Am besten gleich die Abwehr ganz verbieten, damit noch mehr Tor fallen. Tor-Inflation will ich nicht sehen, das ist langweilig

    🦓🦓🦓🦓🦓🦓 auf dem Feld reichen 🦓 muss ins Tor

  • Meines Erachtens ist die Intensität des Kontakts durchaus zu berücksichtigen. Im aktuellen Fall hat Zerbe Schiller mit den Fingerspitzen berührt. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das (ungeachtet der grundsätzlichen Dynamik im vollen Lauf) nennenswerte Auswirkungen auf Schiller hatte, sein Sturz kam für mich insbesondere dadurch zustanden, dass er sich sehr zum Ball strecken musste. Das scheint ja auch Schiller selbst zu sehen, wenn er eine rote Karte für zu viel hält.

    Ich grundsätzlich ein Freund von roten Karten in solchen Situationen, zumal sie vom Verteidiger ganz einfach vermieden werden kann und er selbst schuld ist, wenn er unnötig ins Risiko geht. Im aktuellen Fall von Zerbe war mir aber einfach – insbesondere auch nach dem Videobeweis – zu wenig Kontakt da.

    Ganz anders sehe ich übrigens die Situation gegen Hamburg. Da war (wenn ich mich recht entsinne, habe jetzt nicht nochmal nachgeschaut) auch nur relativ wenig Kontakt, der allerdings geeignet war, den Angreifer aus dem Tritt und zum Sturz zu bringen. Da fand ich die rote Karte absolut berechtigt.

  • Meines Erachtens ist die Intensität des Kontakts durchaus zu berücksichtigen. Im aktuellen Fall hat Zerbe Schiller mit den Fingerspitzen berührt. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das (ungeachtet der grundsätzlichen Dynamik im vollen Lauf) nennenswerte Auswirkungen auf Schiller hatte, sein Sturz kam für mich insbesondere dadurch zustanden, dass er sich sehr zum Ball strecken musste. Das scheint ja auch Schiller selbst zu sehen, wenn er eine rote Karte für zu viel hält.

    Ich grundsätzlich ein Freund von roten Karten in solchen Situationen, zumal sie vom Verteidiger ganz einfach vermieden werden kann und er selbst schuld ist, wenn er unnötig ins Risiko geht. Im aktuellen Fall von Zerbe war mir aber einfach – insbesondere auch nach dem Videobeweis – zu wenig Kontakt da.

    Ganz anders sehe ich übrigens die Situation gegen Hamburg. Da war (wenn ich mich recht entsinne, habe jetzt nicht nochmal nachgeschaut) auch nur relativ wenig Kontakt, der allerdings geeignet war, den Angreifer aus dem Tritt und zum Sturz zu bringen. Da fand ich die rote Karte absolut berechtigt.

    Bin ich komplett bei dir. Das war keine rote Karte. Und wenn selbst der unmittelbare Gegner das nicht als rote Karte sieht, ist eigentlich alles gesagt.

  • Ich schlage vor, dass alle jetzt noch weitere 10x ihre Sicht der Dinge schreiben, ohne ihren Standpunkt auch nur einen Millimeter zu verändern. So schaffen wir dann zielsicher mindestens 20 Seiten.

  • Ehrlicherweise käme ich mittlerweile zu der Einschätzung, dass man das komplett umkehren könnte. Ich bestimmten Spielsituationen ist Basketball kein Deut weniger körperbetont als der Handball heute.

    Prinzipiell geht es vielleicht um die Unterscheidung zwischen "was deckt die Regelauslegung ab" und was "schadet dem Handballsport". Ich habe das ja auch schon einige Male zu Gesichtstreffern gesagt. Das prinzipiell richtige Argument Spieler schützen zu wollen darf nicht am Ende das Wesen des Handballsports untergraben. Es gibt ganz sicher Dinge, die man bestrafen sollte und da machen Regelanpassungen echt Sinn! Brutales Stoßen in der Luft wäre sicherlich so ein Beispiel! Aber deswegen darf eben am Ende nicht jeder Kontakt in der Luft zu drakonisches Strafen führen. Die Einführung mit dem herauseilenden Torwart beim Tempogegenstoß macht total Sinn, weil es da oft zu schweren Zusammenstößen kam. Das hätte man aber viel einfacher (auch für die Schiris) lösen können, in dem man dem Torwart das prinzipiell untersagt. Niemand will das einem Außen, wie früher teilweise, in den Arm gehackt wird, aber das was teilweise daraus resultiert (das Abwehrspieler angesprungen werden) kann auch nicht im Sinn des Schutzes sein! Die Liste ist endlos!!

    Zu Zerbe: Regeltechnisch mag das sogar vertretbar sein, aber ROT kann dafür nie die richtige Entscheidung sein, weil das einfach ein normaler Zweikampf ist. Das ist analog zu einem Gesichtstreffer, bei dem eine minimale Berührung vorliegt! Das darf auch einfach nicht Rot sein!

  • Bei der Bewertung des Körperkontaktes muss nicht nur festgestellt werden, ob es ihn gegeben hat.

    Es ist durch die SR zu bewerten, welche Intention der Kontakt hatte und welche Wirkung. Dies gilt in allen Situationen im Spiel. Genau darin besteht ja durchgehend die wahrlich nicht einfache Aufgabe der SR im ganzen Spiel. Andernfalls wäre jede Berührung Foul.

    Bei Zerbe sehe ich auch nach wiederholter Ansicht weder durch eine erkennbare Intention noch durch die Wirkung Rot geboten.