Schritte – Was könnte/sollte man ändern?

  • Schritte sind ja immer wieder Thema hitziger Diskussionen. Schiedsrichter können die Schritte im Spiel nicht zählen und müssen zwingend (auch) nach (begründetem) Gefühl pfeifen. Die Einführung des Nullschritts aus dem eigenen Prellen hat es nicht viel leichter gemacht. Hinzu kommen Unklarheiten bzw. falsche Annahmen (zum Beispiel, dass man für einen Nullschritt zwingend auf beiden Füßen landen muss). Einigen Spielern wird nachgesagt, quasi ständig zu viele zu Schritte zu machen und sich damit einen unlauteren Vorteil zu verschaffen.

    Kürzlich hat Kretzsche das Thema in seinem Podcast »Kretzsche & Schmiso« wieder aufgenommen. Hier eine Zusammenfassung: https://www.handball-world.news/artikel/kretzs…chaffen-1251065 Er kommt zu dem – polemischen – Ergebnis, dass wir Schritte abschaffen können.

    Das ist so natürlich Quatsch. Auch wenn wir beispielsweise vier Schritte erlauben würden, würden sich die Spieler natürlich an fünf Schritte »herantasten«.

    Aber mir stellt sich die Frage, ob man irgendetwas sinnvollerweise ändern könnte und sollte. Gibt es irgendwelche Ansätze, um dieses Problem besser in den Griff zu bekommen. Oder bleibt man einfach dabei, Schiedsrichter entsprechend zu schulen und zu sensibilisieren und die zwangsläufigen Fehlentscheidungen in dem Bereich einfach hinzunehmen?

  • In meinen Augen werden Schritte sehr selten gepfiffen wenn es in einer 1:1 Situation passiert.
    Hier sollten die Schiedsrichter frühzeitig Foul pfeifen. Dadurch wird aber der Spielfluss ständig unterbrochen.

  • In meinen Augen werden Schritte sehr selten gepfiffen wenn es in einer 1:1 Situation passiert.
    Hier sollten die Schiedsrichter frühzeitig Foul pfeifen. Dadurch wird aber der Spielfluss ständig unterbrochen.

    Ich pfeife Schritte im Zweikampf auch nicht, wenn der Ball danach wieder raus aus dem 9er gespielt wird (und mündlich rufe ich zeitgleich Vorteil/weiter). Geht der Spieler aber mit Schritten durch oder spielt auf den freien Kreis/Aussen, dann nehme ich den Vorteil weg. Geht natürlich auch nur solange es sich bis maximal Schritt Nr. 5 bewegt. Und habe mit der Linie auch noch nie negative Erfahrungen gemacht.


    Ganz allgemein finde ich den Nullschritt aus dem Anprellen eine Katastrophe, da damit so Bewegungsabläufe, die man sich über hunderte Spiele eingeprägt hat, schrittetechnisch nicht mehr gleich zu bewerten sind. Ich fand es gut, wie es war, die Klarstellung in der Regel ob einbeinig oder beidbeinig finde ich gut, den Rest nicht wirklich.

  • In meinen Augen werden Schritte sehr selten gepfiffen wenn es in einer 1:1 Situation passiert.
    Hier sollten die Schiedsrichter frühzeitig Foul pfeifen. Dadurch wird aber der Spielfluss ständig unterbrochen.

    In diesem Zusammenhang habe ich eher den gegenteiligen Eindruck, dass Schritte gerne als Begründung für einen Pfiff herangezogen werden, der nicht ganz klar wird. Das sind insbesondere Durchbrüche, bei denen kein so richtiges Foul passiert oder insbesondere auch zu frühe Pfiffe, um beim dann schlimmstenfalls nicht gegebenen Tor nicht dumm dazustehen.

  • In diesem Zusammenhang habe ich eher den gegenteiligen Eindruck, dass Schritte gerne als Begründung für einen Pfiff herangezogen werden, der nicht ganz klar wird. Das sind insbesondere Durchbrüche, bei denen kein so richtiges Foul passiert oder insbesondere auch zu frühe Pfiffe, um beim dann schlimmstenfalls nicht gegebenen Tor nicht dumm dazustehen.

    Diese Situationen kennen wohl viele von uns. Aber da sie gepfiffen werden und die anderen Situationen nicht kann dein Eindruck entstehen.

  • In diesem Zusammenhang habe ich eher den gegenteiligen Eindruck, dass Schritte gerne als Begründung für einen Pfiff herangezogen werden, der nicht ganz klar wird. Das sind insbesondere Durchbrüche, bei denen kein so richtiges Foul passiert oder insbesondere auch zu frühe Pfiffe, um beim dann schlimmstenfalls nicht gegebenen Tor nicht dumm dazustehen.

    Die Schritte sind in so einer Situation einfach oft offensichtlich. Also werden sie gepfiffen.

  • Freundschaft!

    Das ist so natürlich Quatsch. Auch wenn wir beispielsweise vier Schritte erlauben würden, würden sich die Spieler natürlich an fünf Schritte »herantasten«.

    Aber mir stellt sich die Frage, ob man irgendetwas sinnvollerweise ändern könnte und sollte. Gibt es irgendwelche Ansätze, um dieses Problem besser in den Griff zu bekommen. Oder bleibt man einfach dabei, Schiedsrichter entsprechend zu schulen und zu sensibilisieren und die zwangsläufigen Fehlentscheidungen in dem Bereich einfach hinzunehmen?

    Entspannter werden ist die Maßnahme. Man muss immer zwischen Sinn und Wortlaut der Regel unterscheiden. Der Sinn der Regel ist es, dass man nicht mit dem Ball in der Hand über das Spielfeld rennt, sondern es eine Chance gibt, einem Spieler dem Ball abzunehmen (nämlich aus dem Dribbling). Der Sinn bleibt gegeben, egal ob ein Spieler drei oder vier Schritte macht. Könnte man garantieren, dass man es exakt kontrollieren kann, dass ein Spieler nur drei Schritte macht, dann sollte man das auch so rigide pfeifen. Kann man aber nicht. Die Regel im Wortlaut sicher umzusetzen, ist unmöglich. Deshalb ist eine großzügige Linie okay. Man sollte es halt pfeifen, wenn es definitiv sicher ist, dass zu viele Schritte gemacht wurden, aber eine Grauzone erlauben. Das bringt viel mehr als chronisch unzufrieden zu sein und an der Regel rumzudoktern. Man hat es an der Handspielregel im Fußball gesehen. Je genauer man es fassen wollte, desto unklarer wurde die Regel.

  • Entspannter werden ist die Maßnahme. Man muss immer zwischen Sinn und Wortlaut der Regel unterscheiden. Der Sinn der Regel ist es, dass man nicht mit dem Ball in der Hand über das Spielfeld rennt, sondern es eine Chance gibt, einem Spieler dem Ball abzunehmen (nämlich aus dem Dribbling). Der Sinn bleibt gegeben, egal ob ein Spieler drei oder vier Schritte macht. Könnte man garantieren, dass man es exakt kontrollieren kann, dass ein Spieler nur drei Schritte macht, dann sollte man das auch so rigide pfeifen. Kann man aber nicht. Die Regel im Wortlaut sicher umzusetzen, ist unmöglich. Deshalb ist eine großzügige Linie okay. Man sollte es halt pfeifen, wenn es definitiv sicher ist, dass zu viele Schritte gemacht wurden, aber eine Grauzone erlauben. Das bringt viel mehr als chronisch unzufrieden zu sein und an der Regel rumzudoktern. Man hat es an der Handspielregel im Fußball gesehen. Je genauer man es fassen wollte, desto unklarer wurde die Regel.

    Ich sehe das genauso, würde aber möglicherweise andersherum formulieren, dass man vielleicht nicht eine besonders großzügige Linie fahren soll, sondern nur keine besonders strenge. Wenn der Schiedsrichter Schritte erkennt, soll er sie auch regelkonform pfeifen und sich nicht sagen, dass da ja auch viel Gewühl war oder es nur knapp vier Schritte waren. Gleichzeitig sollte er nicht allzu kritisch herangehen, wenn er sich nicht sicher ist (ob »definitiv« könnte man diskutieren).

    Etwas Entspannung ist daher der richtige Ansatz. Die Regel ist da und sie ist sinnvoll. Sie soll auch angewendet werden. Da dies aber aus den gegebenen Gründen nie mit 100 %-iger Sicherheit möglich ist, sondern auch immer etwas auf Gefühl basiert, müssen sich alle Beteiligten wechselseitig Fehler zugestehen und sollte bei solchen (vermeintlichen) Fehlern nicht übermäßig aufeinander einschlagen.

    Trotzdem: Sollte Kretzsche mit seiner provokanten These im Ansatz recht haben, wäre es an den Schiedsrichtern, sich die Spiele noch einmal und die entsprechenden Situationen ganz genau anzusehen, um zu prüfen, ob mittlerweile vielleicht doch etwas zu viel (im wahrsten Sinne des Wortes) laufengelassen wird...

  • Die Diskussion ist müßig, weil man den Stars ihre Wandertage ja gar nicht wegnehmen will.

    Im Gegenteil: Die neue Nullschrittregel hat sie ja noch stärker begünstigt.

    Das ist keine Frage von Können, sondern von Wollen!

    Einmal editiert, zuletzt von Rheiner (12. September 2026 um 11:05)