Johannes Golla - Wechselprozess Melsungen nach Flensburg

  • Und dass die Familie zurückzieht und er sich dort ne Zweitwohnung nimmt, ist keine Lösung? Das passiert in Deutschland so häufig, dass es sogar eine steuerliche Behandlung des Themas gibt. Es gibt ganze Bücher zum Thema doppelte Haushaltsführung.

    Da kann ich dir 100% zustimmen. Ich kenne das Thema aus eigener Erfahrung. Das ist der übliche Weg und oft die einzige Möglichkeit. Scheinbar ist dies für Golla nicht zumutbar???

  • Da kann ich dir 100% zustimmen. Ich kenne das Thema aus eigener Erfahrung. Das ist der übliche Weg und oft die einzige Möglichkeit. Scheinbar ist dies für Golla nicht zumutbar???

    Ja, vermutlich will er es sich nicht zumuten. Ist ja auch in Ordnung, wenn ihn Flensburg aus dem Vertrag rauskauft. Für den Betrag, den Melsungen haben möchte. Ich denke da muss eine 1.xxx.xxx stehen.

  • Nein, hat er nicht. Als Soldat der sich verpflichtet hat, gibst du einige Rechte ab, die du als Arbeitnehmer sehr wohl hast. Das ist Fakt. Daher ist es nicht vergleichbar. Lies im SG § 11 nach.

    Er hat generell Recht. Soldatenvergleich hin oder her.

    -Die Empörung ... der Heiligenschein der Scheinheiligen!

    -Meinungsfreiheit ist essentiell und in keiner Form und auch nicht in Teilen diskutier- oder verhandelbar!

    und genauso gilt

    "Herr, sag mir was das Rezept für ein langes, zufriedenes Leben ist!" - "Streite dich nicht mit Hohlköpfen." - "Herr, ich bin anderer Meinung!" - "Da hast du Recht."

  • @Nighttrain,
    es geht hier nicht um die gesetzlichen Vergleiche, sondern um den inhaltlichen Vergleich. Und da trifft dieses Beispiel ins Schwarze. Es wurde auch schon die NBA genannt, mal fernab von den extremen Gehaltsmillionären sind auch "kleinere" Fische (gehaltstechnisch) im Spiel und müssen auch den Wohnort wechseln, wenn Ihr Franchise sie tradet. Du kannst auch den Arbeitnehmer eines großen Konzerns nehmen, der in einer Branche auf dem absteigenden Ast tätig ist und eine seiner drei Produktionsstätten schließt und eine Stelle 400km entfernt angeboten wird (Aussicht auf neue Stelle am alten Wohnort gleich null). Ich könnte auch sagen, im Fußball, im Handball, wie häufig gibt es heir genau das? Trainer nehmen wegen einer unklaren Zeit nicht ihre Familie mit, Sprich doppelter Haushalt, bei Spieler gibt es das aber auch, nur weniger, weil eben wegen jüngerem Alter und dadurch noch fehlende Familie, es eben auch solche Fälle gehäufter gibt.
    Wäre all das passiert, nachdem er, seine Familie das monatelang, jahrelang alles versucht hätten, dann wäre das was anderes, aber nach 1-2 Monaten (wovon ein Teil noch Urlaub war!) seinen gerade begonnenen Vertrag brechen zu wollen, das ist für mich schon sehr harter Tobak.

    @all
    Und mit einem hat BigRick z.B. auch definitiv recht, "doppelter Haushalt", auch das wäre eine Möglichkeit gewesen, die aber offensichtlich gar nicht probiert wurde (zumindest gibt es hierfür NULL Anzeichen). Da müssen wirklich viele Familien durch.

    Stattdessen hat Golla auch offensichtlich bisher versucht alle Register zu ziehen, Beraterwechsel, Vertrag kündigen und die familiären Probleme (sofern es sie gibt - wohlgemerkt, das ist auch nur über Medien bekannt, Golla hat das in seinem Statement eben nicht so formuliert, nur DARUM schreibe ich das hier, nicht dass wieder einer mit "Lüge unterstellen" kommt), bzw. seine mentale Gesundheit (nach eigener Aussage noch gar nicht mental krank) in die Öffentlichkeit zu tragen. Hinter welchen "Leaks" an die Presse nun er oder sein Umfeld (quasi in seinem Auftrag) steckt, das können wir auch nicht beweisen, aber nur aus diesem Umfeld ergibt es halt Sinn. Egal ob das der Rückkehr-Wunsch, Gründe davon, die Vertragsdetails, etc. sind, im Sinne der MT war davon gar nicht.

    Und genau darin sehe ich auch den Punkt, warum Golla nicht weiter Kapitän der Nationalmannschaft sein sollte!

  • Einigen wir uns darauf, dass er Recht hat, ich sehe vieles ähnlich aber der Soldatenvergleich passt nicht wirklich.

    Driftet jetzt etwas ab, aber wie schwer wird es einem SaZ-Soldaten gemacht, der zum Studieren zum Bund geht, z.B. Medizin und nach Beendigung des Studiums direkt die "Psychische Karte" zieht? Andere Gesetzesgrundlage, aber inhaltlich sehr vergleichbar, Vertrag unterschrieben, Annehmlichkeiten mitgenommen (vertragliche Sicherheit bei Golla bei hohem Gehalt über 5 Jahre), dann aber wenn die Gegenleistung kommen soll den Vertrag beendigen wollen!? Ja, der Vergleich hinkt auch etwas, ist mir bewusst.

    Aber beides hat den wichtigen Punkt, Vertrag nicht einhalten wollen und viele Register ziehen gemein. Ein Verein kann ja auch nicht hingehen, berechtigt und sagen, dass ein Vertrag wegen Kreuzbandriss aufgehoben wird. Man stelle sich vor, dass die MT jetzt Kristopans kündigt (z.B. weil absehbar wäre, dass er bis in den Feb/März ausfallen würde und dann auch immer noch 1-2 Monate Formaufbau absolut normal wären).

  • Driftet jetzt etwas ab, aber wie schwer wird es einem SaZ-Soldaten gemacht, der zum Studieren zum Bund geht, z.B. Medizin und nach Beendigung des Studiums direkt die "Psychische Karte" zieht? Andere Gesetzesgrundlage, aber inhaltlich sehr vergleichbar, Vertrag unterschrieben, Annehmlichkeiten mitgenommen (vertragliche Sicherheit bei Golla bei hohem Gehalt über 5 Jahre), dann aber wenn die Gegenleistung kommen soll den Vertrag beendigen wollen!? Ja, der Vergleich hinkt auch etwas, ist mir bewusst.

    Ist OT, hinkt trotzdem, als SaZ kannst du niemals kündigen. Zu meiner Zeit, konnte man den Joker Psyche nicht so einfach ziehen, um aus dem Vertrag rauszukommen. Die wenigsten SaZ gehen übrigens zum Bund, um ein Studium zu absolvieren. Die meisten leisten regulären Dienst und deren "arbeitsvertraglichen Rechte" sind im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer sehr wohl eingeschränkt.;)

  • Was mich bisher wundert ist das vom Axel-Springer-Verlag keine eigene größere Einordnung dazu kam, dass Golla seine Kündigung zurückgezogen hat.

    Gerade nachdem man das Thema Kündigung, mögliche Formfehler und die juristischen Hintergründe so ausführlich aufgegriffen hatte, wäre das doch eigentlich eine interessante Anschlussgeschichte.

    Mich würde vor allem interessieren, was hinter dem Rückzug steckt. Hat man möglicherweise erkannt, dass die Erfolgsaussichten einer außerordentlichen Kündigung nicht so eindeutig sind? Wollte man einem möglichen Rechtsstreit aus dem Weg gehen? Oder ist das Ganze schlicht ein taktischer Schritt, um den Wechsel weiterhin über eine Ablöse zu lösen oder führt man doch was ganz anderes im Schilde?

    Denn wenn der Vertrag bei der MT weiterhin Bestand hat, verändert das natürlich die Ausgangslage für die Verhandlungen mit Flensburg. Vielleicht hat man sich auch auf eine andere Vorgehensweise verständigt.

    Das sind natürlich alles nur Überlegungen.

    Aber gerade deshalb würde mich wundern, wenn SPORT BILD dazu nicht noch einmal nachlegt. Die Hintergründe des Rückzugs könnten fast interessanter sein als die ursprüngliche Kündigung selbst.

    Kurt, wenn du das liest, hau doch noch mal einen Artikel raus. Wir warten alle sehr gespannt. :hi:

  • Ist OT, hinkt trotzdem, als SaZ kannst du niemals kündigen. Zu meiner Zeit, konnte man den Joker Psyche nicht so einfach ziehen, um aus dem Vertrag rauszukommen. Die wenigsten SaZ gehen übrigens zum Bund, um ein Studium zu absolvieren. Die meisten leisten regulären Dienst und deren "arbeitsvertraglichen Rechte" sind im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer sehr wohl eingeschränkt.;)

    Na ja, zu meiner Zeit hatten viele, zumindest diejenigen die 8 oder 12 Jahre gemacht haben das klare Ziel sich ihr Studium darüber zu finanzieren. Bei 8 Jahren kommt man nämlich wunderbar mit einem 3 Jahrestudium hin. Oder per Wiedereingliederungsschein konnte man in einem Amt das Berufsleben weiterführen. Und das sind alles die Annehmlichkeiten um die man dann zurecht verzichten musste, wenn man den Schlussstrich gezogen hat. Kam nicht oft vor, weil ja viele auf diese Dinge scharf waren, aber es kam vor und war auch nicht unmöglich. Kam auch darauf an wenn man gemerkt hat, dass das Leben in grün nichts für einen ist.
    Im Fall Golla jetzt zu sagen „ dann muss er jetzt halt aufhören mit Handballspielen und sich dauerhaft krank schreiben lassen“ ist der jedem zustehende Blick durch die Vereinsbrille.
    Und das Golla jedes Register zieht, zeigt ja nur wie wenig er sich mit der Lösung Melsungen abfinden kann. Jetzt kann man sagen wir finden eine Lösung oder man sagt, mir doch egal wie es für die Person / Familie Golla ausgeht, den lassen wir nicht gehen. Schwierig.

  • Was mich bisher wundert ist das vom Axel-Springer-Verlag keine eigene größere Einordnung dazu kam, dass Golla seine Kündigung zurückgezogen hat.

    Gerade nachdem man das Thema Kündigung, mögliche Formfehler und die juristischen Hintergründe so ausführlich aufgegriffen hatte, wäre das doch eigentlich eine interessante Anschlussgeschichte.

    Mich würde vor allem interessieren, was hinter dem Rückzug steckt. Hat man möglicherweise erkannt, dass die Erfolgsaussichten einer außerordentlichen Kündigung nicht so eindeutig sind? Wollte man einem möglichen Rechtsstreit aus dem Weg gehen? Oder ist das Ganze schlicht ein taktischer Schritt, um den Wechsel weiterhin über eine Ablöse zu lösen oder führt man doch was ganz anderes im Schilde?

    Denn wenn der Vertrag bei der MT weiterhin Bestand hat, verändert das natürlich die Ausgangslage für die Verhandlungen mit Flensburg. Vielleicht hat man sich auch auf eine andere Vorgehensweise verständigt.

    Das sind natürlich alles nur Überlegungen.

    Aber gerade deshalb würde mich wundern, wenn SPORT BILD dazu nicht noch einmal nachlegt. Die Hintergründe des Rückzugs könnten fast interessanter sein als die ursprüngliche Kündigung selbst.

    Kurt, wenn du das liest, hau doch noch mal einen Artikel raus. Wir warten alle sehr gespannt.

    Vielleicht ist das Ihnen nicht vom ausgebufften Berater gesteckt worden und passt nicht zu dessen Strategie

    🦓🦓🦓🦓🦓🦓 auf dem Feld reichen 🦓 muss ins Tor

  • Und dass die Familie zurückzieht und er sich dort ne Zweitwohnung nimmt, ist keine Lösung? Das passiert in Deutschland so häufig, dass es sogar eine steuerliche Behandlung des Themas gibt. Es gibt ganze Bücher zum Thema doppelte Haushaltsführung.

    Es gibt ein Fallkonstellation, wo ich die Unzumutbarkeit annehmen würde. Wenn familiär die Kinder gefährdet sind und er als Vater immer sofort los können muss, wenn ein die ständige Gefahr eines medizinischen Notfalls besteht und er das nicht anders zB über seine Frau abgfangen kann. Aber da stellt sich die Frage, ob dann die Tätigkeit als Handballprofi überhaupt machbar ist. Egal wo.

    Klar, kann man machen, wenn man sich gar nicht mehr sehen will. Als Handballprofi hat er oftmals zweimal die Woche Spielfreiee inkl. Reisetage und ansonsten Training. Komplett freie Tage gibt es fast nie. Wie soll das funktionieren? Ist auch sicherlich nicht förderlich für seine mentale Gesundheit.