Geht es finanziell beim TUSEM wieder bergab ?

  • Zitat

    Original von Meikel


    Das ist der springende Punkt, Mike! Unterm Strich wird Essen aus meiner Sicht noch belohnt. Geld wurde verbrannt... Und nächstes Jahr kann man wieder von vorne loslegen!


    Richtig, und die Stadt Stralsund wäre dämlich jetzt noch Geld für eine Bürgschaft rauszuhauen, wenn man sich bewusst ist, dass der SHV noch die Chance hat genauso sanft zu fallen und dann keine Schulden in der Größenordnung abbauen müsste.

    Original von rro.ch
    Beliebte Sportarten aber auch Randsportarten wie Handball kommen beim Publikum an.


  • Der Tusem lebt - und er wehrt sich prächtig


    Essen, 14.11.2008, Thomas Richter


    Fans lassen „ihren” Verein auch in schwersten Zeiten nicht im Stich: Über 1800 Zuschaue :) :) :)r am Hallo erleben beim 33:36 gegen Melsungen toll kämpfende Essener. Casanova trifft siebenmal. Entscheidung zu Gunsten der Gäste fällt erst in den letzten Minuten.
    Tusem: Shejbal – Versakovs (1), Vorontsov (6/1), Thoke, Putics (4), Lützelberger (6), Schütte (6), Casanova (7), Wiencek (3).


    Für Handball-Essen war dieser Freitagabend ein Moment der wichtigen Erkenntnisse.


    Erzielte gestern sechs Treffer für den Tusem: Kreisläufer Jörg Lützelberger. Foto: WAZ, Michael Gohl


    1.) Der Tusem lebt noch – und er wehrt sich prächtig. Beim 33:36 gegen Melsungen präsentierte sich das Rest-Aufgebot des Handball-Bundesligisten als konkurrenzfähiger Gegner. Die Befürchtungen, der Tusem würde nach erfolgter Insolvenz in seine Einzelteile zerfallen, bestätigten sich wie schon zuvor bei der achtbaren Niederlage in Gummersbach auch diesmal nicht.


    2.) Die Fans halten „ihrem” Verein auch in schwersten Zeiten die Treue. Über 1800 (!) füllten gestern Abend die Tribünen am Hallo. Und die Zuschauer zitterten und fieberten derart engagiert mit ihrem Team, als wäre es ein Abstiegs-Endspiel. Die Maßnahme der neuen Geschäftsführung, die Eintrittspreise zu halbieren, hat sich bewährt. Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass der Freitagabend-Termin bei den Fans sehr beliebt ist.


    3. ) Keiner der Spieler lässt sich hängen. Und das, obwohl alle immer noch auf ausstehende Gehaltszahlungen warten. Zudem ist die wirtschaftliche Perspektive bei stark reduzierten Bezügen nicht eben verlockend. Dennoch geben alle alles. Die Fehlerzahl war zwar auch gestern hoch. Doch dafür stimmten Kampf und Moral. Casanova, Lützelberger und Schütte übernehmen nun mehr Verantwortung. Und Talente wie Wiencek und Vorontsov blühen auf.


    4.) Dass es auch diesmal nicht zur Sensation reichte, lag am Kräfteverschleiß. Bis vier Minuten vor Schluss hielten die nur mit zwei Wechselspielern agierenden Essener ein Remis (32:32). Erst im Endspurt siegte MT dank Torjäger Karipidis.


    Quelle: der Westen

  • Zitat

    Original von Meinolf


    2.) Die Fans halten „ihrem” Verein auch in schwersten Zeiten die Treue. Über 1800 (!) füllten gestern Abend die Tribünen am Hallo. Und die Zuschauer zitterten und fieberten derart engagiert mit ihrem Team, als wäre es ein Abstiegs-Endspiel.
    Quelle: der Westen


    :respekt:

  • Zitat

    Original von Meinolf


    2.) Die Fans halten „ihrem” Verein auch in schwersten Zeiten die Treue. Über 1800 (!) füllten gestern Abend die Tribünen am Hallo. Und die Zuschauer zitterten und fieberten derart engagiert mit ihrem Team, als wäre es ein Abstiegs-Endspiel.
    Quelle: der Westen


    Mit ein wenig britischem Humor könnte man so etwas "Katastrophentourismus" nennen... aber derartige Zuschauermassen geben ja zumindest für den Handball in Essen an sich Hoffnung. Da ist es dann egal, ob man es gut oder schlecht findet, dass ein insolventer Verein einfach in der zweiten Liga neustarten darf (und wir dann 2011 dieselben Schlagzeilen haben).

    MfG Felix0711


    "Deshalb unterstütze ich mit vollstem Enthusiasmus ein Projekt, das abendländischen Humanismus mit moderner Technik verbindet – den Bau eines unterirdischen Doms!"
    Harald Schmidt

  • Ist auch interessant, was für einen (relativ) beachtlichen Effekt die Halbierung der Eintrittspreise hat (Freitagabend ist natürlich auch ein ganz guter Spieltermin)...

  • Na ich denke nicht, dass Essen mit dem aktuellen Kader die Runde zu Ende spielen wird. Wenn dann noch die letzten Leistungsträger weg sind, werden die Pleiten höher werden, da werden dann auch keine 1.800 Leute mehr dabei sein. Im Moment ist sicher noch eine Art Trotz-Stimmung zu verspüren. Ich frag mich im gleichem Atemzug aber, wo die ganzen Leuten waren, als es sportlich noch um so viel ging?

  • Zitat

    Original von Meikel
    Na ich denke nicht, dass Essen mit dem aktuellen Kader die Runde zu Ende spielen wird. Wenn dann noch die letzten Leistungsträger weg sind, werden die Pleiten höher werden, da werden dann auch keine 1.800 Leute mehr dabei sein. Im Moment ist sicher noch eine Art Trotz-Stimmung zu verspüren. Ich frag mich im gleichem Atemzug aber, wo die ganzen Leuten waren, als es sportlich noch um so viel ging?


    Sicherlich steckt in diesem Artikel der WAZ etwas zu viel Optimismus. Am gestrigen Abend waren über 2300 Zuschauer in der Halle. Vermutlich auch jede Menge Freikarten und sehr junges Publikum. Zeitgleich hatte RWE ein Heimspiel. Also durchaus, was den Zuschauerzuspruch betrifft,erst einmal positiv. Wo die Zuschauer waren, als es sportlich noch um was ging, ist eine berechtigte Frage. In der lezten Saison waren die Heimspiele in der Rückrunde fast alle ausverkauft.
    Die neue Vereinsführung hat sich am gestrigen Abend (der neue Tusem) positioniert, und der erste Eindruck war gelungen. Die versprochene Offenheit und Transparenz wird hoffentlich auch umgesetzt. Es waren einige Sponsoren und zukünftige Sponsoren in der Halle. Eigentlich ein schöner Abend mit vielen positiven Signalen, wenn die Sache nicht so traurig wäre, und viel kaput gemacht wurde.

  • Tusem kämpft weiter


    Volle Halle, starke Leistung


    WAZ Essen, 16.11.2008, Thomas Richter


    Der insolvente Handball-Bundesligist Tusem Essen um Torwart Michal Shejbal (Bild) spielt beim 33:36 gegen Melsungen wohl zum letzten Mal in dieser konkurrenzfähigen Formation. Bald gehen weitere Leistungsträger.


    Es gab nicht wenige Skeptiker, die beim Heimspiel des Tusem gegen Melsungen eine Geisterkulisse erwartet hatten. Schließlich war es das erste Meisterschafts-Match in der Handball-Bundesliga, das die Essener nach dem Gang in die Insolvenz vor eigenem Publikum austragen mussten. Doch statt leerer Ränge gab es am vergangenen Freitagabend gut gefüllte Tribünen zu sehen. 2145 – so lautete die offizielle Zuschauerzahl. Selbst wenn man die Freikarten abzieht, die zuvor im Kreise der Jugendabteilung verteilt worden waren, ist dies immer noch ein erstaunlicher Wert.


    „Wir haben viele Solidaritäts-Bekundungen erhalten. Außerdem ist zu spüren, dass der Verein und das Umfeld in dieser schwierigen Situation enger zusammenrückt”, sagte der neue Tusem-Geschäftsführer Dr. Niels Ellwanger und fügte hinzu: „Außerdem glaube ich, dass viele Fans die Mannschaft in dieser Konstellation noch einmal sehen wollten.” Denn klar sei ja, dass sich die Essener schon bald von weiteren der wenigen verbliebenen Leistungsträger trennen müssen. „Dann werden wir auch nicht mehr so konkurrenzfähig wie jetzt sein. Und dann wird es auch deutlichere Niederlagen geben”, weiß Ellwanger, wie steinig der eingeschlagene Weg des Tusem in der Restsaison noch wird.


    Beim achtbaren 33:36 gegen Melsungen hatte der Tusem die gewohnt angriffsstarken Gäste am Rande einer Niederlage. Erst in den letzten vier Minuten fiel die Entscheidung zu Gunsten der Hessen. Das lag vor allem an MT-Torjäger Savas Karipidis, der von der Rechtsaußen-Position nervenstark einnetzte und mit acht Treffern auch zielsicherster Akteur auf der „Platte” war.


    Die Zukunft von Tusem-Trainer Kristof Szargiej ist nach wie vor unklar. „Er war unsere erste Wahl und hatte mir in einem persönlichen Gespräch eigentlich schon zugesagt, dass er weitermachen will”, erklärt Ellwanger. Nun habe er aber von Szargiejs Zweifeln gehört. „Da Kristof ab 1. Dezember bei den Stadtwerken im Außendienst arbeitet, wollten wir ihm für die Morgen-Einheiten einen Co-Trainer zur Seite stellen”, sagt Ellwanger. Nicht nur diese, sondern alle Personalien sollen bis zum 30. November geklärt sein. Ellwanger: „Spätestens bis dahin brauchen wir Planungs-Sicherheit.”


    Fest steht indes die geplante Höhe des Etats für die kommenden Saison, die der Tusem ja in der 2. Bundesliga bestreiten will. Dieser soll laut Ellwanger bei einer Million Euro liegen.

  • Zitat

    "tusem4ever.de" - Essen setzt beim Neuanfang auch auf die Karte Historie


    Iouri Chevtsov war eine der ehemaligen "TuSEM-Größen", die den Klub nun unterstützen.
    Foto: Michael Heuberger
    Die Befürchtungen nach der Beantragung der Insolvenz waren groß beim TuSEM, schließlich stand der Verein damit als Zwangsabsteiger fest. Während es für die Gegner weiterhin um Punkte geht, steht für den TuSEM bereits fest, dass der Verein zum Saisonende in die Zweitklassigkeit marschieren muss. Doch unter der Woche gab es das erste positive Zeichen vom Verein, der der neuen Geschäftsführung Grünes Licht gab, in der nächsten Saison die Lizenz für die 2. Bundesliga zu beantragen und so den Sturz doch recht milde abzufangen. Die Leistung auf dem Parkett stimmte am Samstag, wie bereits zuvor in Gummersbach, und auch abseits des Feldes gab es positive Signale, eines davon war die Zahl von über 2.000 Zuschauern.


    weiterlesen auf handball-world.com


    Das wird der richtige Weg für den Tusem werden, um wieder sportlich und wirtschaftlich auf die Beine zu kommen.
    Und das man die Zuschauereinnahmen nur noch mit 10% kalkuliert, scheint die richtige Richtung zu sein . :respekt: :respekt:

    Es gibt viel zu tun, lassen wir es liegen :saufen: :saufen:
    /www.die-outsider.com :devil:
    Nur wer nichts riskiert, kann auch keine fehler machen :hi:
    http://www.tusem4ever.de :angel:

  • Zitat

    Original von Arcosh


    er macht das einzig richtige...find das super schade, dass er geht,weil er nunmal super lieb war und auch super gut gespielt hat, aber er kommt ja nach deutschland zurück und vielleicht sehen wir ihn dann ja wieder in der 1.oder 2. liga!
    viel glück vaclav, waren schöne spaziergänge! :lol:

    so wo Ostern vorbei ist, wünsch ich euch einfach nen schönen Tag! ;)

  • Das Verfahren ist eröffnet worden, sollte das nicht vermieden werden?

    Im Anfang war das Nichts - und das ist dann explodiert." (Terry Pratchett)
    1990 + 1974 - 1954 = 2010 (nur ein kleiner RECHENFEHLER)

  • Zitat

    Original von pko
    Das Verfahren ist eröffnet worden, sollte das nicht vermieden werden?


    Nein, es sollte vermieden werden, dass es mangels Masse gar nicht erst eröffnet wird. Auch die Sache mit der Gläubigerversammlung war so vorgesehen. Ich hatte nur einen etwas späteren Termin in Erinnerung. Ist aber vielleicht auch egal. Solange den Gläubigern Ende Januar versichert werden kann, dass die am Ende mehr Geld zurückbekommen, als wenn sie den Laden dicht machen, wird da wohl eine Mehrheit zu Stande kommen. Bin ja erst mal gespannt, wer da so alles neben Edelmeier noch als Gläubiger in Erscheinung treten wird. ;)

    Original von rro.ch
    Beliebte Sportarten aber auch Randsportarten wie Handball kommen beim Publikum an.


  • Gespannt bin ich darauf was passiert wenn die Vereine der 2.Liga gegen eine Eingruppierung des TuSEM in Ihre Staffel klagen werden. Von einem Verein ist es mir bekannt das er diesen Schritt gehen wird.Das könnte dann eine längere Geschichte werden. Wie dann ein ordentliches Gericht darüber entscheidet wird spannend werden.

    Lieber im stehen sterben als auf Knien zu leben

  • Nicht bloß Dich.


    @meteo: Versteh ich das richtig, dass die Eröffnng keinen Einfluß auf den Fortgang der Geschichte hat, zumindest vorläufig? Helge, was sagt der Fachmann?


    Unter https://www.insolvenzbekanntma…ng_Insolvenzverfahren.htm giibt es den offiziellen Text des Registergerichts zu diesem Fall.


    Übrigens: am 22.12 geht die "Schlussverteilung" der Schorn-Pleite über die Bühne. (javascript:NeuFenster('/cgi-bin/bl_aufruf.pl?PHPSESSID=ffcdfc01767fcfd5860e23c0cda68d90&datei=gerichte/nw/agessen/05/0166_IN00176_05/2008_11_20__10_55_50_Entscheidungen_im_Verfahren_mit_Termine.htm'))

    Im Anfang war das Nichts - und das ist dann explodiert." (Terry Pratchett)
    1990 + 1974 - 1954 = 2010 (nur ein kleiner RECHENFEHLER)

  • Na ja, ich würde mal auf Fälschung der Unterlagen, erschleichen der Lizenz tippen.Aus meiner Sicht kann es nur in diese Richtung gehen, aber wir haben ja einen Anwalt hier, der wird da sicherlich was zu schreiben können.

    Lieber im stehen sterben als auf Knien zu leben

    • Offizieller Beitrag

    pko: Es geht um ein Insolvenzplanverfahren und derzeit läuft beim TuSEM alles genau so, wie es Ellwanger auf der PK am Nachmittag des Insolvenzantrages verkündet und geplant hatte. Die Saison wird zuende gespielt und das Insolvenzplanverfahren, sofern die Gläubiger dem zustimmen, gibt die Möglichkeit dies in kontrollierten und geordneten Bahnen zu tun.


    Eine Klage eines anderen Zweitligisten finde ich spannend. Denn geklagt werden kann erst, wenn die HBL dem TuSEM die Lizenz für die zweite Liga formell erteilt hat, also irgendwann im Frühjahr/Sommer. Und dann muss erst der verbandsinterne Klageweg beschritten werden. Mir fehlt da etwas der Glaube an möglichen Erfolg und vor allem Sinn.

  • Zudem dürfte es schwer werden irgendeinen Nachteil aus der Sicht des Klagenden zu erkennen, sofern es nicht um den TuS N-Lübbecke oder eventuell auch Düsseldorf geht. ;) Essen ist ja 08/09 sportlicher Absteiger und nimmt von daher auch keinem Zweitligist einen Platz weg. Die Lizenzierungsbestimmungen müssten dafür ja für ungültig erklärt werden. Um die Chancen für den Zweitligisten zu erhöhen würde ich dann auch noch Klagen gegen Nordhorn und Stralsund und vielleicht noch 7-12 weitere Vereine einlegen, denen laut Bohmann ja die HBL aus formalen Gründen die Lizenz hätte verweigern müssen.

    Original von rro.ch
    Beliebte Sportarten aber auch Randsportarten wie Handball kommen beim Publikum an.