THW Kiel Teamthread

  • Jicha hat einen guten Kader von Alfred übernommen aber keinen perfekten und Alfred war zu dem Zeitpunkt ja auch schon in Routine gefangen und hat alles wie immer gemacht.

    Der Wechsel zu Jicha hat da schon einen gewissen Impuls gebracht (es wurde ja insbesondere das ominöse THW-Gen beschworen, was zu der Zeit ein wenig abhanden gekommen war. Jicha hatte etwas an der Abwehr geschraubt und nunmal ein damals sehr gut funktionierendes 7-6, was entscheidend für den CL Titel war. Und er konnte seine Jungs gut auf bestimmte Spiele einschwören. Hätten das andere Trainer auch geschafft. Ja wahrscheinlich, vielleicht sogar ein paar noch besser, Hätte das Alfred noch geschafft in seinem Trott? Nö, glaube ich nicht. Hätte die Mannschaft das ohne Trainer geschafft. Nö, glaub ich nicht.

    Jicha war unter den damaligen Bedingungen eine naheliegende Wahl.

    Was ihm nun nicht gelungen ist, ist die Mannschaft zu erneuern und Spieler zu entwickeln. Zudem steckte er schneller im Trott drin als sein Vorgänger und ließ jegliche Innovation missen und scheute auch zunehmend das Risiko. Da hat sich sogar Alfred als Bundestrainer flexibler gezeigt.

    Die Trennung bietet nun sowohl dem THW als auch Jicha die Möglichkeit sich für Neues zu öffnen.

    Mega Kommentar!
    Vielen Dank! 👍

  • Und ganz ehrlich? Ich sehe Jicha in Deutschland nicht bei Berlin, Magdeburg, Gummersbach oder Flensburg. So ein Kaliber wie den THW wird er in Deutschland nicht noch einmal trainieren. Entweder in Richtung Erlangen in der Bundesliga oder vielleicht einen Topclub im Ausland. Das halte ich schon für denkbar.

    Vielleicht auch zu den alten Freinderl nach München. Wie weit sind die mit ihrem Projekt?

    Ich bin ja nicht der schnellste und ich bin auch nicht der stärkste, aber vielleicht bin ich ein schlauer Spieler. (JG24)

  • Man muss in Melsungen jetzt nicht alles schönreden.

    Ja, sie hatten Verletzte spieler aber Melsungen hat trotzdem bis zum Halbfinale vs Flensburg eine gruselige Saison gespielt. Auch im Finale vs Kiel war es om Angriff wieder schlecht....

    Parrondo ist nicht so gut, wie er gemacht wird. Den Angriff hat er in Melsungen nie hinbekommen

    Naja, gegen uns schon, leider:( Und umsonst habe sie den Pokal auch nicht gewonnen. :cool:

  • Man hat doch zwischen 2015 und 2018 gesehen, als es galt auf jüngere Spieler zu setzen, die nicht als Weltklasse nach Kiel gekommen sind, weil einige der älteren mit erheblichen Verletzungsproblemen zu kämpfen hatten, dass es Gislason überhaupt nicht gelang, aus der "nächsten Generation" eine erfolgreiche Mannschaft zu machen. Das war ein klarer Abwärtstrend mit Platz 5 am Ende von 17/18 und dem Verpassen der CL, was in den beiden Jahren davor auch nur gelang, weil der Liga-Dritte da noch in die CL kam. Von der Meisterschaft war Kiel 2018 als Jicha als Co wiederkam einiges entfernt.

    Als dann ab spätestens 18/19 die Mannschaft wieder fit war und die älteren Spieler um die 30 noch genügend im Tank hatten, ging es zusammen mit der Verpflichtung von Pekeler wieder bergauf. Jicha hat als Co auch die Vorbereitung für 18/19 gemacht und was man so lesen konnte, auch in diesem Bereich einige Änderungen mitgebracht. Wie maßgeblich das war, dass der THW wieder deutlich fitter wurde mit der Rückkehr von Jicha ist natürlich schwer zu sagen. Vielleicht hatte er nur Glück und/oder auch andere Faktoren.

    Eines der ersten Dinge, die Jicha bei seiner Übernahme angekündigt hatte, war mehr Tempo zu spielen. Schon alleine die zweite Welle wurde unter Gislason kaum noch gelaufen. Die Spiele unter Gislason waren oft noch schwieriger anzusehen in den letzten Jahren als dann mit Jicha, auch wenn man sich das heute kaum vorstellen kann. Ich kann mich noch an die ersten Spiele mit Jicha erinnern, wo wesentlich mehr Dampf drin war, als oft in den Jahren zuvor. Gerade mit Duvnjak in der zweiten Welle.

    Kiel hatte damals eben noch Top-Abwehrspieler. Dazu brachte Jicha taktisch eine Veränderung mit der Abwehr mit den offensiven Halben. Gislason hatte hier Glück, dass er nach drei schlechteren Jahren so noch eine Saison 18/19 bekam, die ihm ein ähnlich schwieriges Ende wie jetzt Jicha erspart hat. Auf ein ähnliches Schicksal hat vermutlich Jicha jetzt gehofft, d.h. alle Verletzungen überstanden, Neuzugänge schlagen ein und dann ist man wieder oben dabei.

    Weder Gislason, noch Jicha ist es am Ende ihrer Tätigkeiten gelungen, einen Umbruch auf jüngere Spieler hinzubekommen, die nicht als Weltklasse nach Kiel gekommen sind.

    Beim THW herrscht für mich, nicht nur auf der Trainerebene, eine zu große Fixierung auf Einzelspieler. So als bräuchte man nur genug Einzelkönner und dann hat man Erfolg. Die letzten Jahren haben aber etwas anderes gezeigt. Die haben auch gezeigt, dass man nicht das meiste Geld braucht oder nicht den tiefsten Kader, wenn konsequent auf eine Spielidee verpflichtet wird, d.h. es verstanden wird, welche Spieler passen wie warum zusammen.

    Für mich haben weder Gislason noch Jicha einen Plan gehabt, wie man die Mannschaft hin zu Teamhandball bringt. Im Grunde sieht man bei der Nationalmannschaft jetzt mit Gislason ähnliche Probleme mit einem extrem Hang zum Hero-Ball.

    Ich finde die Frage irgendwo im Thread: "Wo ist das Ergebnis der Aufarbeit?" schon durchaus passend. Hat man denn verstanden, was die anderen erfolgreicher gemacht hat? Hat man sich mal intensiv mit den Spielweisen anderer Teams auseinandergesetzt und sich gefragt, warum die z.B. offensiv eine Effektivität erreichen, die Kiel auch in den erfolgreichen Jahren nie hatte? Warum mach man auch mit Tempo über Skipagøtu nicht die Effektivität hatte wie die Top-Teams? Wie die Mitspieler aussehen müssen, damit das besser läuft? Hat sich auch mal mit Fragen beschäftigt, was man taktisch auch defensiv falsch macht. Warum die Gegner extrem viele offene Würfe bekommen?

    Wenn die einzige Antwort darauf die Qualität der Einzelspieler oder deren Ausfälle war, dann greift das viel zu kurz. Leider wurde auch jetzt bei den Veränderungen auch nicht mal wirklich nachgebohrt, was denn die handwerklichen Themen für den Misserfolg sind. Stattdessen gab es Prozesse und Impulse. So als bräuchte es nur eine andere Ansprache. Kann man nur hoffen, dass intern auch einem anderen Level abläuft.

    Beim CL Final 4 konnte man jetzt sehr verschiedene Ansätze in Sachen Kaderplanung und Spielweisen sehen mit Kadern, die allesamt durchaus Lücken und Schwachstellen haben und trotzdem sehr erfolgreich waren. Wenn es mit Lund gelingt, dass der THW sich taktisch ein Ziel setzt und konsequent auf dieses trainiert und nach und nach den Kader dahingehend gestaltet, dann kann man auch wieder nach oben. Wenn man sich die Liga und CL ansieht, dann erscheint der Fokus eine starke Defensive in Summe erfolgversprechender als der sehr offensiv-lastige Ansatz von Berlin, auch wenn der THW die letzten drei Jahre der Füchse sicher gerne genommen hätte und gefühlt auch in Summe eher Spieler für eine solche Spielweise geholt hat.

  • Bester Beitrag Juni 2026

  • Beim CL Final 4 konnte man jetzt sehr verschiedene Ansätze in Sachen Kaderplanung und Spielweisen sehen mit Kadern, die allesamt durchaus Lücken und Schwachstellen haben und trotzdem sehr erfolgreich waren. Wenn es mit Lund gelingt, dass der THW sich taktisch ein Ziel setzt und konsequent auf dieses trainiert und nach und nach den Kader dahingehend gestaltet, dann kann man auch wieder nach oben. Wenn man sich die Liga und CL ansieht, dann erscheint der Fokus eine starke Defensive in Summe erfolgversprechender als der sehr offensiv-lastige Ansatz von Berlin, auch wenn der THW die letzten drei Jahre der Füchse sicher gerne genommen hätte und gefühlt auch in Summe eher Spieler für eine solche Spielweise geholt hat.

    Ein sehr guter Beitrag von dir den ich teile. Insbesondere der Fokus auf starke Defensive. Dass sich der Bärliner Tempohandball nicht durchgesetzt hat, war Balsam für jemanden der Handball und nicht Basketball auf Tore sehen möchte.

  • Der THW wurde nicht zu Unrecht oft als FC Bayern des Handball bezeichnet. Über Jahre der vermutlich finanzstärkste Verein. Und so hatte man die Möglichkeiten die besten Spieler anzulocken. Genau das hat brodie79 ja in etwa beschrieben. Nur schafften dann AG und FJ nicht unbedingt die beste Mannschaft daraus zu formen und die Konkurrenz holte in Sachen Finanzen auf.

    Schauen wir mal ob Børge Lund das "Schiff" wieder in ruhigeres Fahrwasser bringt und der Erfolg zurück kehrt. Dafür braucht er das Vertrauen der Fans und der Verantwortlichen der Organisation

    Möge die Macht mit Euch sein

  • Ein sehr guter Beitrag von dir den ich teile. Insbesondere der Fokus auf starke Defensive. Dass sich der Bärliner Tempohandball nicht durchgesetzt hat, war Balsam für jemanden der Handball und nicht Basketball auf Tore sehen möchte.

    Off-Topic: Als jemand, der nun primär aus dem Basketball kommt und mit diesem in den 90ern aufgewachsen ist, hat mir dessen Wandlung zu einem primär Offensivspiel auch dort nicht so richtig gefallen. Ich habe mir erste die Tage mal wieder "Winning Time" aus der "alten" ESPN-Serie 30 for 30 angesehen. Das waren noch andere Zeiten.

  • Freundschaft!

    Off-Topic: Als jemand, der nun primär aus dem Basketball kommt und mit diesem in den 90ern aufgewachsen ist, hat mir dessen Wandlung zu einem primär Offensivspiel auch dort nicht so richtig gefallen. Ich habe mir erste die Tage mal wieder "Winning Time" aus der "alten" ESPN-Serie 30 for 30 angesehen. Das waren noch andere Zeiten.

    Abgesehen vom Fußball und Eishockey sind eigentlich Sportspiele mir mehr Toren oder Punkten eher interessant, wenn eine intensive Deckung gespielt wird. Jedenfalls meine Meinung.

  • Freundschaft!

    Abgesehen vom Fußball und Eishockey sind eigentlich Sportspiele mir mehr Toren oder Punkten eher interessant, wenn eine intensive Deckung gespielt wird. Jedenfalls meine Meinung.

    Absolut. Ich habe in meiner Erinnerung noch ein Spiel vom THW, wo ich das erste Mal dachte: Im Grunde ist das kein Spiel mehr, was so richtig Spaß macht. Das war ein 40:37 von Kielce gegen Kiel in Vorrunde der CL 22/23. Das war über weite Teile überhaupt kein Versuch überhaupt Abwehr zu spielen. Ich glaube, das habe ich dann nicht mehr zu Ende gesehen, weil mich das wirklich gestört hat.

  • ALF siehste so verschieden sind die Geschmäcker. Wie z.B. Barca defensiv gegen die Rennerei der Bärliner gespielt hat, war schon ein Genuss. Die Füchse und die SG spielen eben offensiv und hinten bekommen sie entsprechend eingeschenkt. Zum Schluss der Runde musste man ja fast 40 Tore erzielen um zu gewinnen. Mit guten und schönen Handball hatte das für mich nichts mehr zu tun.

    Lies noch einmal in Ruhe, was Alf geschrieben hat. 😉

  • ALF siehste so verschieden sind die Geschmäcker. Wie z.B. Barca defensiv gegen die Rennerei der Bärliner gespielt hat, war schon ein Genuss. Die Füchse und die SG spielen eben offensiv und hinten bekommen sie entsprechend eingeschenkt. Zum Schluss der Runde musste man ja fast 40 Tore erzielen um zu gewinnen. Mit guten und schönen Handball hatte das für mich nichts mehr zu tun.

    Hast du das Spiel wirklich gesehen ?

    Barcelona hat Berlin mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Das war schneller Offensivhandball vom allerfeinsten.

    Berlin hatte genug Chancen, aber halt in Nielsen den Meister gefunden.

    Eine Abwehrschlacht war es sicher nicht

  • Hast du das Spiel wirklich gesehen ?

    Barcelona hat Berlin mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Das war schneller Offensivhandball vom allerfeinsten.

    Berlin hatte genug Chancen, aber halt in Nielsen den Meister gefunden.

    Eine Abwehrschlacht war es sicher nicht

    Es war jedenfalls keine Rennerei von Barca. Defensiv war Barca Weltklasse. Das war Berlin nie. Also nix mit eigenen Waffen schlagen.:hi:

    P.S. das ist ziemlich offtopic hier

  • Gab es nicht mal ein Abwehr-Derby, wo Kiel 21:18 Zuhause gewonnen hat.

    Ist schon etwas her, aber da war meine ich auf beiden Seiten ne starke Deckung und gute Torhüter dahinter.

    Offensiv kein Spektakel, sber trotzdem ein gut anzusehende Spiel.

    Ich bin wegen dem dunklen Farbschema hier.

  • Freundschaft!

    Es gab zwei Länderspiele, an die ich mich besonders erinnere. Das 15:15 gegen Frankreich bei der EM 2002. Und das 21:15 bei OS 2004 gegen die Russen. Das sogar schon zur Hochzeit der schnellen Mitte. Beide Spiele äußert intensiv.

  • Es war jedenfalls keine Rennerei von Barca. Defensiv war Barca Weltklasse. Das war Berlin nie. Also nix mit eigenen Waffen schlagen.:hi:

    P.S. das ist ziemlich offtopic hier

    Barcelona hat in Halbzeit 1 ganze 20 Hütten geworfen😀

    Es ging mehrere Male ein Raunen durch den Champagnerblock, weil Berlin ein Tor geworfen hat und 3 Sekunden später klingelte es schon wieder auf der anderen Seite. So schnell konnte man gefühlt seinen Kopf gar nicht bewegen.

    Das war schneller Offensivhandball in absoluter Perfektion. Wusste gar nicht, dass Barcelona das so drauf hat

  • Barcelona hat in Halbzeit 1 ganze 20 Hütten geworfen😀

    Es ging mehrere Male ein Raunen durch den Champagnerblock, weil Berlin ein Tor geworfen hat und 3 Sekunden später klingelte es schon wieder auf der anderen Seite. So schnell konnte man gefühlt seinen Kopf gar nicht bewegen.

    Das war schneller Offensivhandball in absoluter Perfektion. Wusste gar nicht, dass Barcelona das so drauf hat

    Wir sind hier im THW Fred und offtopic. Wenn du magst, kann man das an anderer Stelle gern weiterbesprechen.

  • Freundschaft!

    Es gab zwei Länderspiele, an die ich mich besonders erinnere. Das 15:15 gegen Frankreich bei der EM 2002. Und das 21:15 bei OS 2004 gegen die Russen. Das sogar schon zur Hochzeit der schnellen Mitte. Beide Spiele äußert intensiv.

    Kurze Rückfrage, auch wenn es OT ist. War dies das Spiel bei dem Deutschland gegen Frankreich in der Vorrunde kurz vor Schluss mit 3 oder 4 führte und dann noch den Ausgleich bekam?

  • Freundschaft!

    Kurze Rückfrage, auch wenn es OT ist. War dies das Spiel bei dem Deutschland gegen Frankreich in der Vorrunde kurz vor Schluss mit 3 oder 4 führte und dann noch den Ausgleich bekam?

    Nein. Das war 2004. Da hat Frankreich in 90 Sekunden noch drei Tore aufgeholt zum Remis. 2002 hat Deutschland zwar auch mit zwei Toren geführt, aber das war nach 51 Minuten. Frankreich hat dann in 9 Minuten noch zwei Tore gemacht. Das war so ein krasses Abwehrspiel.