Sportradar: Bericht über Spielmanipulationen

  • Ein 2018 von Sportradar erstellter und jetzt durch das dänische TV2 öffentlich gewordener Bericht wirft einen dunklen Schatten auf europäische Schiedsrichter-Gespanne. Zwischen 2016 und 2017 wurden 26 Spiele (inklusive Champions-League-Partien) identifiziert, in denen Sportradar deutliche Anzeichen für Spielmaipulation gefunden wurden. Dabei sollen europäische Top-Schiedsrichtergespanne beteiligt gewesen sein.


    Link: TV2.dk: Several World Handball Championship referees tied to match-fixing

  • Es wurden laut EHF bisher keinerlei Beweise zu Spielmanipulationen gefunden, deswegen wurde auch niemand suspendiert etc...

    Das ist leider im Handball nicht so leicht festzustellen. Viel deutlicher ist es halt, wenn Spieler selbst auf ihre Spiele Geld setzen oder wenn große Summen an Beteiligte Personen überwiesen werden.....;-)

  • HandbollsKanalen.se hatte vor einem Jahr eine ganze Serie von Artikeln zum Thema Spielmanipulationen im Handball veröffentlicht. Darunter ist auch ein Beitrag zu Sportsradar, in dem diese erklären, was es aus ihrer Sicht bedeutet, wenn sie ein Spiel als auffällig reporten.


    Zitat

    “We not only see odds movements, but we see the exact amounts that are invested and where they are invested. What amount is placed and when. To give an example, we can see something about a match and then contact the Swedish Handball Association and tell them what happened and through which betting company the money was invested. Then SHF and the betting company can talk and contact the police to start an investigation.”

    Zitat

    “It’s like an alarm on your house. It protects your doors, your windows and your basement so that no one breaks in. But just like you have seen on film, there are no perfect alarm systems and that is where we come into the picture. If we discover a suspicious match, we are always 110 per cent sure that it has been manipulated. In other words, if you read somewhere that Sportradar has discovered a manipulated match, you can be 110 per cent sure that it has been fixed. It’s just the tip of the iceberg.”


    “The system is structured in such a way that it does not go wrong. It cannot go wrong, otherwise, our credibility would go down the drain.”

  • Das ist leider im Handball nicht so leicht festzustellen. Viel deutlicher ist es halt, wenn Spieler selbst auf ihre Spiele Geld setzen oder wenn große Summen an Beteiligte Personen überwiesen werden.....;-)

    Ich habe nur den Text von Arcosh ergänzt und nix gewertet...;)

  • Die skandinavischen Verbände fordern Aufklärung, der deutsche Verband hält sich zurück.

    Aus der KN von heute:

    Dennoch hätten sich einige Handball-Funktionäre einen anderen Umgang mit dem brisanten Bericht gewünscht. Chris Kronow Rasmussen, Dozent in Sports Betting Integrity an der Universität New Haven, sagte TV2: „Man hätte die Schiedsrichter unmittelbar sperren müssen. Sie hätten auf die Tribüne gehört, bis man weiß, wie die Sache liegt.“

    Das ist für den Weltverband IHF auch jetzt offenbar keine Option.Heute Abend leiten Nachevski/Nikolov das Spiel zwischen Portugal und Ungarn.


    🦓🦓🦓🦓🦓🦓 auf dem Feld reichen 🦓 muss ins Tor

  • Hm, ich tue mich schwer, wenn jemand "Anzeichen" für Manipulationen gefunden haben möchte. Nehme ich mal den SCM, so liegt es oft eher an der Art, wie die Shiris ein Spiel leiten. Lassen sie viel Härte zu, hat es jede Mannschaft mit kleinen wendigen Spielern und/oder starker Außen schwer. Pfeifen sie konsequent und vor allem jeden Eingriff in der Luft ab, dann hat ein Spielsystem wie das des THW so seine Probleme.

    Anschließend kann man dann trefflich von einer Manipulation sprechen, muss es aber in der Regel nicht.

    Und ehrlich, wer möchte jeden Schrittfehler und jeden abgestandenen Wurf zurückgepfiffen haben? Dann würden eine ganze Menge Tore nicht zählen und die Spieler gezwungen auf etliche wunderschöne Tricks zu verzichten.

  • So wie ich es verstehe und die Arbeitsweise von Sportradar kenne, sind deren Anzeichen "mathematisch". Also Häufung von auffälligen Wetten. Das können Häufung von "Außenseiterwetten" sein, die später zum Erfolg führen, Häufungen in einem Wettbüro, große Beträge, etc. Mathematisch natürlich hochkomplex mit jahrelang entwickelten und trainierten Algorithmen.


    Ich habe es nicht so verstanden, dass Sportradar auch eine sportliche Bewertung vornimmt - die EHF hat das offensichtlich hier getan.


    Es bleiben Zweifel und Skepsis, sicher ist es in der Folge sinnvoll bei betroffenen Gespannen genauer hinzuschauen. Aber ich tu mich sehr schwer damit, wenn dann gefordert wird, die Gespanne sofort aus dem Verkehr zu ziehen.

    • Offizieller Beitrag

    So verstehe ich das auch - Sportradar hat mit der Analyse von diversen Sportwetten statistische Auffälligkeiten entdeckt. Das bedeutet nicht dass da eine Manipulation vorliegt.


    Diese Auffälligkeiten wurden der EHF mitgeteilt um die Spiele zu analysieren. Wenn dann nichts entdeckt wird fände ich eine Suspendierung der Gespanne daneben.


    Eine eventuelle Manipulation kann zudem auch durch andere Beteiligte als Schiedsrichter erfolgen.

    Platz




    Möge die Macht mit Euch sein

  • Eine eventuelle Manipulation kann zudem auch durch andere Beteiligte als Schiedsrichter erfolgen.

    Das frag ich mich die ganze Zeit: Warum müssen es die Schiedsrichter sein und warum nicht Spieler?


    Wenn ihr mich vorher gefragt hättet: Welche beiden Gespanne auf der Welt schaffen es am besten über 60 Minuten, eine Linie durchzuhalten und zu keinem Zeitpunkt eine Mannschaft zu benachteiligen - ich hätte euch genau die beiden genannt. Und ein „Mit Abstand!“ hinzugefügt.

  • In den Berichten auf HandbollsKanalen.se wird im Zusammenhang mit verdächtigen Spielen durchaus auffälliges Verhalten von Spielern beschrieben - z.B. untypisch schlechtes Deckungsverhalten wodurch dem Gegner einfache Tore ermöglicht werden oder eine Häufung nicht forcierter technischer Fehler die zu Ballverlusten führen. Gleichzeitig ist es aber auch möglich das Verhalten der Schiedsrichter zu untersuchen. Gab es eine Änderung in ihrer Linie zwischen der ersten und zweiten Halbzeit, gab es spielbeeinflussende (Fehl-)Entscheidungen oder ganz simpel, ob gewisse Schiedsrichtergespanne häufig bei auffällig gewordenen Spielen zum Einsatz gekommen sind. Das sind letzten Endes alles nur Indizien, aber gepaart mit entsprechend platzierten Wetten ergibt sich dank der Daten-Analyse von Sportradar daraus ein starkes Bild. Niemand setzt extrem hohe Geldsummen auf sehr spekulative Wetten z.B. auf die Höhe der Tordifferenz, wenn er keinen Einfluss auf den Spielausgang hat.


    Ob das für eine rechtsstaatliche Verurteilung ausreicht, dürfte in den meisten Fällen fraglich sein, aber um die Integrität der Wettbewerbe gegenüber Eingriffen von Sportmafias zu schützen, sollten Sportverbände definitiv mehr tun als die EHF, die den Report geheim hält und offensichtlich überhaupt nicht tätig wurde.

  • Ist das euer Ernst? Dann sind wir ganz nah beim Wrestling!

    Eigentlich haben wir genug eigene Probleme, auch ohne eventuelle oder tatsächliche Einflussnahme durch die internationale Wettmafia. Dazu drei Thesen:


    Und ehrlich, wer möchte jeden Schrittfehler und jeden abgestandenen Wurf zurückgepfiffen haben? Dann würden eine ganze Menge Tore nicht zählen und die Spieler gezwungen auf etliche wunderschöne Tricks zu verzichten.

    Eine für mich unfassbare Aussage!!!


    Soll es tatsächlich egal sein, ob die Schiedsrichter die jeweilige Spielaktion nach regelwidrigen oder regelkonformen Maßstäben bewerten? Wo ist da die Grenze? Nach meinem Verständnis ist „Kreis“ immer noch „Kreis“ und „Schritte“ sind immer noch „Schritte“. Die ganze Misere bei der Entscheidung „Stürmerfoul“ oder „regelwidrige Abwehraktion“ lasse ich da mal noch genauso außen vor wie offensichtlich extrem unterschiedliche Bewertungsansätze für die Vergabe von 2-Minuten-Strafen. Wir haben hier nicht zuletzt durch die Einführung der „Rennballregeln“ sowieso extreme Probleme im Regelwerk und seiner Umsetzung und das soll jetzt noch eine neue Qualität bekommen?


    Es mag ja sein, dass manchem Handballverantwortlichen der Gedanke gefällt, dass in der Praxis die Interpretationsspielräume bei der Auslegung des Regelwerkes noch wesentlich weiter ausgedehnt werden. Aber diese Rechnung geht mittel- und langfristig nicht auf, zum Wettkampfsport zählt auch immer das Kapitel Gerechtigkeit. Wer hier und insbesondere auch im Breiten- und Nachwuchssport die Wirkung dieser Thematik auf das Publikum und auch auf die Aktiven unterschätzt, begeht einen kapitalen Fehler. Handball und besonders der Frauenhandball steckt in Deutschland seit Jahren in einer tiefen Krise, der Schwund an Mitgliedern, Mannschaften und ganzen Ligen belegt das eindeutig. Wenn wir diese Entwicklung noch befeuern wollen, dann bitteschön, Vorhang auf für das große freie Handballtheater:

    Jeder macht, was er will, keiner macht, was er soll aber alle machen mit.


    Glaubt ihr wirklich, Aktive und Zuschauer tun sich das dauerhaft an?


    Hm, ich tue mich schwer, wenn jemand "Anzeichen" für Manipulationen gefunden haben möchte. Nehme ich mal den SCM, so liegt es oft eher an der Art, wie die Shiris ein Spiel leiten. Lassen sie viel Härte zu, hat es jede Mannschaft mit kleinen wendigen Spielern und/oder starker Außen schwer. Pfeifen sie konsequent und vor allem jeden Eingriff in der Luft ab, dann hat ein Spielsystem wie das des THW so seine Probleme.

    Anschließend kann man dann trefflich von einer Manipulation sprechen, muss es aber in der Regel nicht.


    Wenn man diese Konstellation nur ein kleines Stückchen weiterdenkt (und sie ist in meinen Augen sehr nah an der Realität!), kommt man ganz schnell auf die Idee, dass der Verband an dieser Stelle mit entsprechenden Schiedsrichteransetzungen sehr wohl Einfluss nehmen kann auf den Verlauf und das Ergebnis einer Saison. Es müssen ja längst nicht alle Spiele auf diese Art und Weise „gelenkt“ werden, da reichen für Meisterschaft, internationale Startplätze und Abstieg in der Regel schon die betreffenden Schlüsselspiele, um für einzelne Mannschaften die Zahl der erreichten Punkte und damit den Tabellenplatz entscheidend zu beeinflussen.


    Die dritte These zu diesem Thema ist eng mit den gerade geschilderten Zusammenhängen verbunden. Im Zuge der geplanten grundlegenden Veränderung in der HBF (Final4 statt normale Meisterschaftsrunde) wird dem Ganzen ja noch die Krone aufgesetzt, denn so entscheidet sich die Meisterschaft in drei Spielen, da ist der Aufwand für eine wie auch immer geartete Beeinflussung (ich schreibe bewusst nicht Manipulation!) ja noch viel geringer. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Charakter einer Meisterschaft vollends verloren geht und wir dann eher zwei verschiedene Pokalwettbewerbe in einer Spielzeit haben. Das ist für mich auch deswegen ein so gravierend falscher Ansatz, weil dann eben gerade nicht die Konstanz über einen längeren Zeitraum den Ausschlag für die Meisterschaftsplatzierung bestimmt sondern temporäre Zufallsvariablen wie Verletzungen, Formschwankungen, Zusatzbelastungen durch internationale Verpflichtungen und/oder Auswahlberufungen oder eben auch Schiedsrichteransetzungen/aktuell „gängige“ Regelinterpretationen einen noch viel größeren Einfluss nehmen (können). Die Tatsache, dass Spielerinnen, deren Vertrag egal aus welchen Gründen nicht verlängert wird, zum Ende der Saison gern die Füße hochnehmen, nicht zuletzt auch, weil sie in dieser Situation keine Verletzungen riskieren wollen bzw. sollen, verstärkt noch meine Einschätzung, dass die Ergebnisse eines Final4 niemals den Saisonverlauf abbilden sondern letztendlich nur eine Momentaufnahme darstellen...


    Deswegen wiederhole ich an dieser Stelle meine eingangs gestellte Frage:


    WOLLT IHR DAS WIRKLICH ?!!!

    Einmal editiert, zuletzt von BlKW168 ()

  • Naja, so falsch ist das vom SCMGrinch nicht.


    Gerade die Mazedonier sind u.a. deshalb so gut, weil sie auf Top-Niveau einen ganz hohen Spielfluss im Spiel zulassen.


    Dazu gehört, wenig alibi-wischen zu lassen (andere setzen das immer wieder in hektischen Phasen ein, um das Spiel zu beruhigen).


    Es gehört dazu, die Vorteilsregel ganz konsequent durchzuziehen (und nicht frühzeitig Foul zu pfeifen, damit es nicht zu hart wird).


    Und ja, auf Top-Niveau gehört es auch dazu, Schritte mit Foul mal zu übersehen (und dann natürlich auch nicht kleinlich Strafen zu geben, wenn der Abwehrspieler beim vierten Schritt dranhängt).


    Ich hab mal ein CL-Halbfinale in Köln gesehen, wo die beiden gepfiffen haben. Das war eines der besten Spiele, die ich je vor Ort gesehen habe. Es war ein mega Spielfluss im Spiel - u.a. weil sie nach diesen Punkten pfeifen. Natürlich alles auf beiden(!!!) Seiten!


    Am nächsten Tag beim Finale hat ein anderes Gespann gepfiffen. Kaum Fehlentscheidungen, klare Linie, keine Mannschaft benachteiligt.

    Die haben all das Genannte anders gemacht.

    Klar, als Schiedsrichter hält man so das Spiel einfacher ruhig. Sie haben jede Hektik oder aufkommende Härte im Keim erstickt. Aber als Zuschauer kam ich mir vor wie beim Basketball. Mehr Unterbrechungen als Spiel.

    Einmal editiert, zuletzt von Rheiner ()

  • Es gehört dazu, die Vorteilsregel ganz konsequent durchzuziehen (und nicht frühzeitig Foul zu pfeifen, damit es nicht zu hart wird).

    Finde ebenfalls, dass die Mazedonier eines der besten Gespanne sind. Auch wenn sie die Vorteilsregel so auslegen, erscheint es mir gleichzeitig so, dass sie 7-Meter-Situationen sehr früh erfassen und pfeifen, sodass es eben nicht zu diesen harten Fouls kommt bzw. der Angreifer komplett durch die Abwehr gehen muss.


    Abgesehen davon macht es auf mich den Eindruck, dass sie den Spielern einfach sehr gut klarmachen, was sie sich an Härte erlauben können und was nicht. Das schaffen leider nicht alle.


    Um zu dem ursprünglichen Thema zurückzukommen, geht es in meinen Augen aber zu weit, wenn man die Schiri-Ansetzungen oder Linien der jeweiligen Gespanne in der Bundesliga mit Spielmanipulationen in Verbindung bringt. So unter dem Motto, der THW würde nur aufgrund einer überharten Spielweise gegen den SCM gewinnen. Das ist unterkomplex und unterm Strich auch eine Milchmädchenrechnung, weil die THW-Spieler natürlich nie gefoult werden.


    Hier ging es ja um Spiele der EHF. Alle Schiris prophylaktisch zu sperren, würde den Spielbetrieb in der Qualität vermutlich zu sehr einschränken und wäre m.E. auch zu viel. Das Thema allerdings gar nicht zu verfolgen, ist auch keine Lösung. Wurden die Indizien nicht an die Bundeskriminalamt in Österreich weitergegeben oder lese ich das falsch?


    Handball-WM: Medienbericht: WM-Schiedsrichter unter Manipulationsverdacht | sportschau.de

    Einmal editiert, zuletzt von Midsommar () aus folgendem Grund: BKA nicht Staatsanwaltschaft - Sorry

  • Der Artikel der NZZ wiederholt zwar viel aus anderen Quellen bereits bekanntes, aber geht an anderer Stelle mehr ins Detail. Zum Beispiel wird konkret ein verdächtiges Spiel genannt:


    Zitat

    Anfang Oktober 2017 spielen die Handballer von Kielce gegen Flensburg-Handewitt in der Champions League. Es ist das Duell zweier europäischer Spitzenteams. Zur Pause steht es 10:10, das Spiel endet 25:25. Unentschieden sind im Handball rar, Unentschieden sowohl zur Pause als auch am Schluss sogar extrem selten. Ist das Zufall?
    Sieben Wettanbieter merken bei Kielce-Flensburg obendrein, dass aussergewöhnlich hohe Einsätze auf Unentschieden gesetzt wurden. Sie vermuten Manipulation und schalten Sportradar ein.

    Schiedsrichter dieser Partie waren die Kroaten Matija

    Gubica & Boris Milosevic.

    In der Handballecke gab es jedenfalls keine Schiedsrichter-Diskussion anlässlich dieses Spielers, sondern es überwog die Freude über das Unentschieden in letzter Sekunde.


    Zitat

    Sportradar untersuchte mehrere verdächtige Handballspiele, die zwischen September 2016 und November 2017 stattgefunden hatten. Ausserdem analysierte es die Konten der Referees in den sozialen Netzwerken und kam zu dem Schluss, dass zwei europäische Spitzenschiedsrichter «direkte» und «mehrere» Verbindungen zu einem kriminellen Netzwerk hätten. Dieses sei auf die Manipulation von Spielen spezialisiert.


    Die Referees Matija Gubica aus Kroatien und Gjorgji Nachevski aus Nordmazedonien hätten «verdächtig enge Kontakte» zur Führungsriege des «Gypsy Clan». Mitglieder dieser kriminellen Organisation standen in der Vergangenheit im Verdacht der Spielmanipulation, manche wurden sogar verurteilt. Gemäss Sportradar orchestrierte der Clan 2011 Manipulationen im italienischen Fussball. Im Zuge dieses Wettskandals in der Serie B und tieferen Ligen wurden mehrere Profispieler verhaftet und für mehrere Jahre gesperrt.

    Persönliche Verbindungen zu zwielichtigen Personenkreisen, ungewöhnliche Wetteinsätze und ein eher seltenes Handballergebnis mögen zwar Indizien sein und in der Gesamtheit der Anschuldigungen scheint der Report ein starkes Bild zu zeichnen, aber es fehlt an handfesten Beweisen.


    Zitat

    Die EHF habe zu den verdächtigen Spielen eigene Analysen vorgenommen, diese hätten den Verdacht nicht erhärtet. Der Verbandspräsident Michael Wiederer aus Österreich äusserte sich nicht zum Fall; ein Mediensprecher der EHF sagte am Rande der WM, die Untersuchungen seien noch im Gange

    Vielleicht haben wir Glück und der Sportsradar-Report von 2018 wird unter dem öffentlichen Druck vollständig veröffentlicht. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, würde das die Handballwelt massiv erschüttern. Zwar gab es in der Vergangenheit im Handball schon mehrfach manipulierte Spiele und Schiedsrichter die Zuwendungen erhalten haben, aber die Schiedsrichter die hier im Blickpunkt stehen, haben im letzten Jahrzehnt zahlreiche Endspiele internationaler Wettbewerbe geleitet.

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