Entwicklung im (Frauen)Handball

  • Hier vor Ort gibt es etliche Beispiele, die mindestens 2 Handballspiele pro We machen.

    Dazu kommen noch diverse andere Hobbys, wie Tennis oder reiten und und und..

    Also ich finde es ja super, wenn Jugendliche sportlich aktiv sind und nicht am Bahnhof rumhängen, aber eine gute Belastungssteuerung sehe ich äußerst selten

    Und wenn sich das Kind dann verletzt heißt es, Handball ist auch zu hart, zu schnell und Sport ist allgemein "Mord" !

  • Da gebe ich dir auch Recht. Am Ende ist es die Summe an Belastungen, die das Problem ergeben. Nur, wo ansetzen?

    Dass es heute belastender ist, als früher, haben mir leider schon einige Sportorthopäden bestätigt. Eine Statistik habe ich nicht.

  • Dass es heute belastender ist, als früher, haben mir leider schon einige Sportorthopäden bestätigt. Eine Statistik habe ich nicht.

    Eine korrekt erstellte Statistik würde kein anderes Ergebnis ergeben. Auch jede(r) erfahrene handballaffine Physio (ich kenne mehrere, die z.T. seit Jahrzehnten im Handball unterwegs sind) wird dir nichts anderes erzählen. Die Grundregeln der Biomechanik lassen sich nicht ausblenden, egal wie gut das Training strukturiert ist. Überlastungsszenarien durch zu viele Spiele kommen da im Einzelfall noch obendrauf. Als Hauptgrund sehe ich das aber nicht.

  • Das ist doch mal ein guter, ausführlicher Bericht

    Das sehe ich genauso und meine Thesen eindrucksvoll bestätigt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die hier dargestellten Zahlen ausschließlich auf dem Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga basieren, sollte jeder nachvollziehen können, dass in den nachfolgenden Ligen die Verletzungsgefahr eher noch höher liegt. Denn hier sind ähnlich große und ähnlich schwere Spielerinnen und Spieler ähnlich oft ähnlich schnell unterwegs. Allerdings weniger intensiv trainiert und damit auch weniger gut auf Maximalbelastungen eingestellt. Diese Konstellation lässt sich mit Sicherheit auch auf den Nachwuchs übertragen.

    Weiterhin sagt der Bericht auch aus, dass die Zahl der Angriffe pro Spiel (und damit das Hin- und Hergerenne) in den letzten Jahren signifikant gestiegen ist und dass beim Handball auffällt, dass Verletzungen von Knie und Sprunggelenk dominieren. Also genau die Bereiche des Bewegungsapperates, die beim Rennen und Stoppen am höchsten belastet werden.

    Wer jetzt noch behauptet, dass das forcierte Hin- und Hergerenne gesund oder zumindest nicht verletzungsgefährdend ist ...

  • Das sehe ich genauso und meine Thesen eindrucksvoll bestätigt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die hier dargestellten Zahlen ausschließlich auf dem Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga basieren, sollte jeder nachvollziehen können, dass in den nachfolgenden Ligen die Verletzungsgefahr eher noch höher liegt. Denn hier sind ähnlich große und ähnlich schwere Spielerinnen und Spieler ähnlich oft ähnlich schnell unterwegs. Allerdings weniger intensiv trainiert und damit auch weniger gut auf Maximalbelastungen eingestellt. Diese Konstellation lässt sich mit Sicherheit auch auf den Nachwuchs übertragen.

    Weiterhin sagt der Bericht auch aus, dass die Zahl der Angriffe pro Spiel (und damit das Hin- und Hergerenne) in den letzten Jahren signifikant gestiegen ist und dass beim Handball auffällt, dass Verletzungen von Knie und Sprunggelenk dominieren. Also genau die Bereiche des Bewegungsapperates, die beim Rennen und Stoppen am höchsten belastet werden.

    Wer jetzt noch behauptet, dass das forcierte Hin- und Hergerenne gesund oder zumindest nicht verletzungsgefährdend ist ...

    Dein Punkt "Rennball" ist aber nur ein Aspekt von ganz vielen Aspekten, die eine Rolle spielen. Die anderen Aspekte lässt du gekonnt weg...

    Es hat doch noch nie Jemand behauptet, dass dein Punkt falsch! ist. Aber wie so oft gibt es nicht den EINEN Punkt. In dem Bericht gehts auch um die Anzahl der Spiele, das Körper sich verändert haben und und und...

    Für mich persönlich ist die wichtigste Ursache die Anzahl der Spiele und die fehlende Belastungssteuerung.

    Deinen letzten Satz verstehe ich 0! Wer hat jemals gesagt, dass Handball ein gesunder Sport ist ? War er früher nicht, ist er heute nicht.

    Aber das Fazit :

    Fazit

    Handball ist durch den erlaubten, intensiven Körperkontakt sicherlich eine harte Sportart, der Blick in die Statistiken zeigt jedoch, dass sich die Zahl der Verletzungen im Rahmen hält und sich bei weitem nicht von den anderen Ballsportarten abhebt.

  • Dein Punkt "Rennball" ist aber nur ein Aspekt von ganz vielen Aspekten, die eine Rolle spielen. Die anderen Aspekte lässt du gekonnt weg...

    Schon wieder auf Krawall gebürstet? Schade!

    Dabei sind wir gar nicht soweit auseinander. Natürlich gibt es mehrere Faktoren, auf die Überlastung durch zu viele Spiele bin ich z.B. auch eingegangen oder weiter oben auch auf die Rolle der Regeln und deren Auslegung durch die Schiedsrichter.

    Du siehst den Schwerpunkt bei der Überlastung durch zuviel Spiele, ich bei zuviel Hin- und Hergerenne, was ja letztendlich auch eine Überlastung darstellt.

    Wo ist dein Problem?

    Und dass das Fazit dieses Berichts sich genauso wie der Bericht selber auf die 1. und 2. Liga bezieht, sollte dir auch nicht entgangen sein. Dass ich die Betrachtung auf die nachfolgenden Spielklassen und den Nachwuchs erweitert habe, ist für eine ganzheitliche Betrachtung wohl auch eher förderlich.

    Also was soll dieses Theater? Ich verstehe es nicht.

    :nein:

  • Speziell seit Corona gibt es in dem Umfeld, in dem ich unterwegs bin, auffällig viele Kreuzbandrisse, beginnend mit Spielerinnen ab der D-Jugend. Bei Jungs kenne ich Fälle ab zweitem Jahr C-Jugend. Wahnsinn, oder?

    Selbst bei Teams deren Trainer sich mit der Problematik beschäftigt haben und regelmäßige Präventionsübungen in ihre Einheiten einbauen, kommt das häufiger vor als früher.

    Ist sicher kein Zufall.

  • Ich bin 0 auf Krawall gebürstet, wie kommst du darauf ?

    Du hast nur die relevanten Punkte betont, die deine These untermauern, andere Punkte für das Gesamtbild hast du weggelassen. Mehr habe ich nicht gesagt...

    Wie du in deinem letzten Beitrag richtig erkannt und gesagt hast, ist es eine Kombination aus vielen Aspekten. Dabei können wir es doch belassen...👍

  • Gibt es eine Statistik, die irgendwie belegt, dass in der Jugend beim Handball die Verletzungen in den letzten 25 Jahren signifikant gestiegen sind ?

    Die gibt es meines Wissens nicht. Aber gefühlt nehmen vor allem Kreuzbandrisse (und andere Verletzungen der unteren Extremitäten) enorm zu, insbesondere bei jüngeren Spielerinnen. Und das könnte schon mit den zunehmenden Anforderungen durch die höhere Spielgeschwindigkeit zusammenhängen.

  • Die dänische Studie der Universität Århus "Verletzungen im Jugendhandball durch plötzliche Erhöhung des Trainingsvolumens" von 2017 untersuchte 700 Jugendhandballer (14-18 Jahre) über 31 Wochen und fand eine Schulterverletzungsrate von 1,4 pro 1000 Stunden (106 Fälle in 73.546 Stunden) – doppelt so hoch wie zuvor berichtet.

    Risikofaktoren: Das Verletzungsrisiko verdoppelt sich bei +60% Trainingsbelastung im Vergleich zu den Vorwochen (z. B. max. 8 Std./Woche nach 5 Std./Woche-Durchschnitt). Spieler mit scapularer Dyskinese oder schwacher externer Rotation (unter 30°) sind besonders gefährdet ab +20-60% Zunahme; 20-24% hatten Vorerkrankungen.

    Empfehlungen: Trainer und Eltern sollten Belastung individuell monitoren, sprunghafte Steigerungen vermeiden und Risikospieler (z. B. mit Dyskinese) intensiv betreuen, um Verletzungen zu reduzieren.

    Volltext ist hier: Handball load and shoulder injury rate: a 31-week cohort study of 679 elite youth handball players


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    Die neueste Statistik zu Knieverletzungen im Handball stammt aus dem VBG-Sportreport 2025 (veröffentlicht September 2025), der Profi-Männerligen analysiert: Knieverletzungen machen 15% aller Verletzungen aus (zweitplatz hinter Sprunggelenk mit 16-22%), verursachen lange Ausfallzeiten und haben eine ACL-Inzidenz von 0,044 pro 1000 Stunden (höher in 1. Liga).

    Im Profibereich steigt die ACL-Rate (46% Re-Rupturen), vergleichbar mit Fußball; Jugendtrends fehlen durch Datenlücken. Prävention fokussiert Knie/Sprunggelenk.


    P.S: Wir sind total "off-topic", ich würde das aber gerne weiterdiskutieren. Evtl. verschiebt uns ja jemand ;)

    Einmal editiert, zuletzt von nozdormu (17. Dezember 2025 um 13:41)

  • Auch noch interessant und neuer:

    Die neuesten Studien der Aarhus University (Universität Århus) zu Verletzungsrisiken im Handball stammen aus 2025 und fokussieren Jugendspieler, mit Schwerpunkt auf Überlastung, Knie- und Schulterprobleme.

    Health Problems in Danish Adolescent Handball Players (2025)

    In einer 30-wöchigen Kohortenstudie mit Jugendspielern (inkl. unter 13-Jährigen) zeigten hohe Inzidenzraten für Verletzungen, besonders gradual-onset Knieverletzungen als belastendste für beide Geschlechter; Mädchen (13-15 Jahre) hatten höhere Raten als Jungen.

    Health Problems in Danish Adolescent Handball Players (2025)

    Handball Playing Volume and Knee Injury Risk (2025)

    Weibliche Jugendspieler mit >60% wöchentlicher Handballvolumensteigerung hatten ein Knieverletzungsrisiko von 31,2% (95% KI 21,6%).

    Handball Playing Volume and Knee Injury Risk (2025)

    Safeplay Cohort Study (2024/2025)

    Fast die Hälfte der dänischen Top-Jugendhandballer berichtete Vorjahresverletzungen an Schulter, Knie oder Knöchel; Knie (Frauen) und Schulter (Männer) waren am belastendsten, oft selbstständig behandelt.

    Safeplay Cohort Study (2024/2025)

  • Ein Unterschied dürfte sein, siehe gendergerechte Medizin, dass Frauen auf Belastungen anders reagieren, als Männer. Die Diskussion besteht ja derzeit auch im Frauenfussball.

    Als Konsequenz sollten zB Trainingspläne aus dem Männerbereich nicht einfach 1:1 im Damenbereich übernommen werden.

  • Ein Unterschied dürfte sein, siehe gendergerechte Medizin, dass Frauen auf Belastungen anders reagieren, als Männer. Die Diskussion besteht ja derzeit auch im Frauenfussball.

    Als Konsequenz sollten zB Trainingspläne aus dem Männerbereich nicht einfach 1:1 im Damenbereich übernommen werden.

    Du warst schneller als ich. ^^ Hatte folgenden Beitrag in der Mache, der dazu passt:

    Im Frauenhandball sollte schon in jungen Jahren zwecks Verletzungsprävention meiner Meinung nach sehr sehr viel mehr Wert auf zyklusbasierte Anpassungen des Training, die den Menstruationszyklus berücksichtigen, gelegt werden.

    Heißt z. B. intensive Kraftphasen in der Follikelphase und regenerative Einheiten in der Lutealphase. Dies reduziert Überlastungsrisiken, die bei Handballerinnen durch hohe Belastungsspitzen ohnehin hoch sind.

    Aus erster Hand (vom Studienleiter und den teilnehmenden Sportlerinnen) weiß ich, dass Athletinnen von besserer Leistungsfähigkeit, weniger psychischer Belastung und geringerem Verletzungsrisiko durch individualisierte Pläne berichten.

    Heißt aber auch: Mehr Aufwand für die Planung der Einheiten und natürlich auch Vertrauen in die Übungsleitung, da mehr (höchst-) persönliche Daten für die Trainingsanpassung ausgewertet werden müssen.