Manager fordert Konsequenzen für gefährliche Fouls

  • Mir ist nicht ganz klar, was genau der Zweck der von Glock geforderten Kontrollinstanz sein soll.

    Es gehe nicht darum "Schiedsrichterentscheidungen grundsätzlich infrage zu stellen oder Spieler nachträglich um jeden Preis zu bestrafen". Was soll eine nachträgliche Kontrolle dann bringen?

    "Eine solche Instanz könne dazu beitragen, besonders gefährliche Aktionen einheitlich und objektiv zu bewerten." Und welchen Sinn soll eine solche Bewertung haben? Ein Ranking der bösesten Fouls?

  • wenn ein Spieler mit Sanitäterunterstützung das Spielfeld verlassen muss, kann man mal drüber nachdenken ob es doch etwas mehr war.

    Die Verletzung wird ja auch im Spielprotkoll eingetragen.

  • Dürfte dann ähnlich sein, wie es die EHF praktiziert. Dort untersucht die Disziplinarkommission nachträglich, ob es eine Strafe für Spieler oder Offizielle geben soll oder nicht. Auch wenn es nur die Rote Karte gegeben hat.

    Der folgende Beitrag ist zwar von der Männer-EM, aber er greift auch bei den aktuell laufenden EHF-Klubwettbewerben. Ihr müsst mal bei den offiziellen Mitteilungen der EHF schauen, dort stehen Bestrafungen von Spieler, die nur die rote Karte sahen.

    Darum gibt es bei der Handball-EM 2026 auch Sperren ohne Blaue Karte
    Bei der Handball-EM gab es bislang 15 Rote Karten. Im Laufe der Vorrunde wurden bereits vier Spieler gesperrt, obwohl die Schiedsrichter keine Blaue Karte…
    www.handball-world.news
    Court of Handball issues decision in Jovica Nikolic case
    The HC Zagreb player has been suspended for two matches in the EHF Champions League Men 2026/27
    ehfcl.eurohandball.com

    Einmal editiert, zuletzt von Funkruf (27. Oktober 2026 um 08:58) aus folgendem Grund: Ergänzung einer aktuellen Spielsperre von EHF

  • wenn ein Spieler mit Sanitäterunterstützung das Spielfeld verlassen muss, kann man mal drüber nachdenken ob es doch etwas mehr war.

    Die Verletzung wird ja auch im Spielprotkoll eingetragen.

    Da müsste man aber auch schon mal wieder alles sehr genau definieren.


    Was hieße denn Sanitäterunterstützung? Selbst kleinste Fouls können unglückliche Verkettungen zur Folge haben.
    Geht es um die Behandlung oder die Folgen? Einfach gesagt: scheidet jemand verletzt für(mindestens) den Rest des Spiel aus oder sprechen wir erstmal über den Einsatz von medizinischer Betreuung?

    Am Ende muss man nämlich sonst auch wirklich aufpassen, dass man nicht das nächste „taktische Fenster“ für Schauspielerei aufmacht!

  • wenn ein Spieler mit Sanitäterunterstützung das Spielfeld verlassen muss, kann man mal drüber nachdenken ob es doch etwas mehr war.

    Die Verletzung wird ja auch im Spielprotkoll eingetragen.

    Ins Protokoll wird das eingetragen, was der MV des betroffenen Spielers diktiert. Da stellt niemand vor Ort eine Diagnose. Der Eintrag dient lediglich als ein Anhaltspunkt, dass es im Spiel zu einer Verletzung gekommen sein könnte. Nicht ohne Grund muss man im Antrag an die Sportversicherung dann zusätzlich Zeugen nennen.

    Die Handballregeln geben es nicht her, dass man nach den Folgen bestraft. Und das ist auch gut so, da Simulation als taktisches Mittel im Handball sehr geläufig ist. Ein Schiedsrichter, der einem Spieler Rot gibt und das damit begründet, dass der Gefoulte auf dem Platz behandelt werden musste, die Behandlung aber durch den Schiedsrichter selbst angefordert wurde, ist ein schlechter Schiedsrichter. Er hat die Intensität und das Gefahrenpotenzial des Fouls zu bewerten, nicht die tatsächlichen Folgen. Die kann er überhaupt nicht seriös beurteilen.

    Im hier diskutierten Fall zeigt sich auch eine praktische Problematik: Wann wäre denn eine Diagnose zweifelsfrei abgeschlossen? Wann steht die Verletzung des Spielers fest? Ein Armbruch lässt sich vergleichsweise schnell diagnostizieren. Ab unters Röntgengerät und fertig. Aber oft genug liest oder hört man auch, dass Verletzungen doch schlimmer oder eben nicht so schlimm sind, wie zuerst angenommen. Also wann sollte eine "unabhängige Kontrollinstanz" aktiv werden, wenn sie die Verletzung, wie vom Manager gefordert, berücksichtigen soll?

    "Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung." (Oldie50)

  • "Eine solche Instanz könne dazu beitragen, besonders gefährliche Aktionen einheitlich und objektiv zu bewerten." Und welchen Sinn soll eine solche Bewertung haben? Ein Ranking der bösesten Fouls?

    Gibt es eine solche Bewertung nicht auch schon? Bei besonders gefährlichen Aktionen gibt es einen schriftlichen Bericht und die dann zuständigen Instanzen entscheiden über weitergehende Strafe, wie insbesondere Sperren. Was wäre der Mehrwert der aktuellen Forderung?

  • Letztendlich ist diese Fragestellung das zwangsläufige Ergebnis einer Entwicklung, bei der eine regeltechnisch forcierte Dynamik auf eine deutlich erhöhte Toleranz gegenüber mindestens grenzwertiger Zweikampfhärte trifft. Der oft nicht sanktionierte Griff in den Wurfarm während des Wurfes, das Stoßen eines laufenden Spielers oder der aktive Angriff auf den Körper beim Sprungwurf seien hier nur beispielhaft genannt.

    Meine Meinung dazu:

    Ein publikumsheischendes Spektakel ist noch lange kein guter Sport!

    PS. Viel Anlauf mit vielen Schritten ist regelmäßig ein Ausgangspunkt für den dann folgenden Schlamassel ...

  • Erst den Artikel lesen, dann kommentieren würde helfen. :hi:

    Es sollen unter anderem die Schiedsrichter aus der Schusslinie genommen werden. Rot soll schon reichen, nicht erst blau.

    Falls ich gemeint sein sollte: Ich habe den Artikel gelesen. Da steht weder, dass Schiedsrichter aus der Schusslinie genommen werden sollen, noch dass die blaue Karte abgeschafft werden soll.

    Konkret heißt es: »Glock regte an, eine unabhängige und neutrale Kontrollinstanz einzuführen, die besonders gefährliche Spielsituationen nachträglich bewertet. Diese solle insbesondere Fälle überprüfen, in denen eine Rote Karte ausgesprochen wurde und der betroffene Spieler eine Verletzung erlitten hat, erklärte Glock.«

    Das klingt fast so, als sollen alle gefährlichen Spielsituationen (wer auch immer das beurteilt) unabhängig von einer roten Karte bewertet werden. Den Schwerpunkt sollen nachvollziehbarerweise Fälle mit roter Karte und Verletzung bilden. Aber auch die Kriterien passen meines Erachtens nur bedingt zusammen.

  • Und wenn man den Text weiter liest??

    Steht geschrieben:

    Dabei gehe es nicht darum, Schiedsrichterentscheidungen grundsätzlich infrage zu stellen oder Spieler nachträglich um jeden Preis zu bestrafen. Vielmehr stünden der Schutz der Spielergesundheit und die Weiterentwicklung des Handballsports im Vordergrund. Eine solche Instanz könne dazu beitragen, besonders gefährliche Aktionen einheitlich und objektiv zu bewerten.


    siehe auch hier:

  • Als laienhafter Handballgucker ohne Schiedsrichterausbildung stelle ich mir die Frage ob nicht genau für solche Szenarien, die im Nachgang noch einmal genauer betrachtet und bewertet werden sollen, die Blaue Karte eingeführt wurde. Damit geht das Ganze doch an ein Kontrollgremium/ Sportgericht, welches nicht unmittelbar am Spiel beteiligt war, um über geeignete Strafen für das zurückliegende Vergehen dem zukünftigen Fehlverhalten des disqualifizierten Spielers entgegenzuwirken. Und dies mit hoffentlich einheitlichem Bewertungsmaßstab.

    Gute Besserung und schnelle Genesung für Marcel Nowak

  • Letztendlich ist diese Fragestellung das zwangsläufige Ergebnis einer Entwicklung, bei der eine regeltechnisch forcierte Dynamik auf eine deutlich erhöhte Toleranz gegenüber mindestens grenzwertiger Zweikampfhärte trifft. Der oft nicht sanktionierte Griff in den Wurfarm während des Wurfes, das Stoßen eines laufenden Spielers oder der aktive Angriff auf den Körper beim Sprungwurf seien hier nur beispielhaft genannt.

    Meine Meinung dazu:

    Ein publikumsheischendes Spektakel ist noch lange kein guter Sport!

    PS. Viel Anlauf mit vielen Schritten ist regelmäßig ein Ausgangspunkt für den dann folgenden Schlamassel ...

    Du hast mit deinen Aufführungen Recht !

    Aber gefühlte Verhältnisse wie beim Basketball will ich beim Handball niemals erleben.

    Handball ist für mich einfach ein Sport, der weh tun kann. Natürlich sind deine Beispiele härter zu ahnden, aber irgendwie gehörte das schon immer zum Handball und lässt sich ehrlich gesagt auch einfach nicht vermeiden.

    Da spielen Menschen und manchmal macht man halt Sachen, wo man oft auch sofort selber merkt, oh war jetzt ein bisschen drüber !

    In 99% der Fälle macht der Abwehrspieler das ja nicht extra !