Beiträge von TLpz

    Eine Wurfbewegung ist nicht zwingend erforderlich, um eine »klare Torgelegenheit« anzunehmen. Das ist nach 6a zu Regel 14:1 der Fall, wenn...

    »ein Spieler, der bereits Ball- und Körperkontrolle an der Torraumlinie der gegnerischen Mannschaft hat, die Gelegenheit zum Torwurf bekommt, ohne dass ein Gegenspieler in der Lage wäre, den Wurf mit zulässigen Mitteln zu verhindern.

    Dies gilt auch, falls der Spieler noch nicht in Ballbesitz ist, aber für eine unmittelbare Ballannahme bereit ist. Es darf kein Gegenspieler in der Lage sein, die Ballannahme mit zulässigen Mitteln zu verhindern.«

    Das kann man hier schon annehmen. Das Klammern und das Fangen des Balls erfolgen zeitgleich. Der Spieler hätte mit einer direkten Ausholbewegung ins Leere Tor werfen können.


    Die Argumentation würde bedeuten dass man selbst dann 7m pfeifen müsste, wenn ein Spieler an der eigenen 6m- Linie mit dem Rücken zum gegnerischen Tor den Ball fängt und dann festgemacht wird. Schließlich hätte er ja mit einer Drehung usw...Das ist unsinnig.

    M.E. hat der Spieler auch noch keine volle Ballkontrolle gehabt in dem Sinne, dass er überhaupt einen Wurf hätte ansetzen können.


    Diese Interpretation der Situation finde ich ehrlich gesagt schon reichlich abenteuerlich. Es spielt doch keine Rolle, wie der Ball an die Stelle gekommen ist und wo der Freiwurf auszuführen ist. Der Freiwurf ist gepfiffen, der Ball liegt am Boden und der Lübecker Spieler will diesen schnell aufnehmen. Bombac steht ja nicht irgendwie im Gewusel »auf« dem Ball. Er steht in der Abwehr, erkennt die Situation und macht mehrere Schritte über den Ball hinweg und stellt sich ganz bewusst zwischen Gegner und Ball, um eine schnelle Ballaufnahme zu verhindern. Damit wird den Lübeckern die Möglichkeit genommen, den Freiwurf und damit einen Torwurf auszuführen. Das ist praktisch das Paradebeispiel von Regel 8:11a.


    Der Ort des Freiwurfs war auch nur eine Nebenbemerkung meinerseits und relativ unerheblich. Der Lübecker Spieler hat den Ball übrigens in der Hand und verliert ihn beim Aufstehen. Bombac macht den Schritt schon, als der Spieler noch am Boden liegt. Das der Ball durch seine Beine rollt ist unerheblich, er behindert weder das Rollen des Balles noch das Aufnehmen des selbigen durch die Lübecker Spieler. Ein strafbares Abstandsvergehen liegt nur vor, wenn die angreifende Mannschaft bereits eine regelgerechte Aufstellung eingenommen hat und bereit ist, den Freiwurf auszuführen. Das ist einfach nicht der Fall.

    Ist doch ganz einfach, es muss nach dem Spiel ein Einspruch angekündigt und mit Bezug auf die Situation grob beschrieben werden. Dann hat der Verein, im Rahmen der Einspruchsfrist, Zeit, den Einspruch auszuformulieren und zu verfolgen. Da sich hier ja in der ganzen Kommunikation (Interview nach dem Spiel, BILD usw.) auf den Wurf bezogen wird, geht es vermutlich um diesen Sachverhalt.

    Ich denke nicht, dass man sich dann, nach dem Videostudium, auf einen anderen Sachverhalt beziehen kann und den Einspruch "erweitern" kann.


    Das ist schwierig, da man dies ja dann direkt nach dem Spiel i.d.R. ohne Rechtsbeistand und ohne Rechtskenntnisse in kurzer Zeit formulieren muss. Und juristisch sind zumeist exakte Formulierungen erforderlich. Gab durchaus (in unteren Spielklassen) schon Einsprüche, die wegen abweichender Formulierungen vom Eintrag im Spielprotokoll und dem ausformulierten Einspruch formal abgelehnt wurden.

    So, ich habe jetzt mal den Videoschnipsel bei dyn gesehen.


    Was ich gesehen habe:

    1) Der Abwehrspieler ist schon am Angreifer dran, als dieser im Begriff ist den Ball zu fangen. Eine Wurfbewegung des Angreifers ist nicht zu sehen. Somit ist hier keine klare Wurfgelegenheit zu erkennen. Nicht 30 Sekunden vor Schluss, auch nicht in der 1. Minute eines Spiels.


    2) Ja, Bombac macht einen Schritt nach vorn in Richtung der Angreifer. Aber: Zum einen müsste der Ort der Ausführung des Freiwurfs viel weiter hinten liegen, das Foul erfolgte bei ca. 12m. Außerdem verliert Lübeck-Schwartau ohne Gegnereinwirkung den Ball, als der am Boden liegende Spieler aufstehen will. Bombac behindert damit auch keine Freiwurfausführung, da die dazu erforderliche regelgerechte Aufstellung noch nicht erfolgt ist. Als die Lübecker zum Freiwurf regelgerecht bereitstehen, steht auch Bombac 3m entfernt. Dann ertönt jedoch das Schlusssignal.

    Rheiner


    Also im Eingangspost hast du ausgeführt: „wenn ein Torwart seinen Torraum verlassen hat und ein Gegenspieler mit Ball- und Körperkontrolle eine klare und ungehinderte Gelegenheit zum Wurf des Balls ins leere Tor hat.“

    Wenn man das Standbild bei Sportbild sieht (was anderes habe ich nicht), erkennt man einen festgemachten Spieler, der sich in keinster Weise in irgendeiner Wurfbewegung befindet. Vermutlich erfolgten das Fangen des Balles und das Festmachen nahezu gleichzeitig. Die Gelegenheit zum Torwurf war somit nicht klar und ungehindert.

    Bei leerem Tor und wenn der geklammerte Spieler werfen wollte, hätte es auch ein 7m sein müssen. Denn leeres Tor+Wurfversuch=klare Torchance. (Habe die Szene selbst nicht gesehen, nur das Bild)

    Aber sehe trotzdem nicht, wie ein Protest hier erfolgreich sein soll.


    In dem Standbild bei Sportbild ist, als der Abwehrspieler (von vorn) klammert, keine Wurfbewegung zu erkennen. Der Angreifer steht bei 12-13m. An der 6m-Linie stehen zudem noch 2 Abwehrspieler, ein weiterer bei ca. 10m. Für eine klare Torgelegenheit ist das ein bisschen wenig.

    Das Schweigen zu den Störern sagt mir auch schon etwas. ;) Hat vielleicht trotzdem jemand eine persönliche Meinung dazu? Auf den Trainer zugehen oder nicht? Uns hätte es in den zweiten Halbzeit ja schon sehr geholfen, wenn die Schiedsrichterkommentare von der Tribüne auf ein erträgliches Maß reduziert worden wären.


    Weghören. Zumindest solange es keine rassistischen oder straffälligen Kommentare sind. Was soll/en der Trainer, resp. die Ordner machen? Den Zuschauern den Mund verbieten?

    Hat jemand einen Praxistipp, wie er mit der Uhrenproblematik umgegangen wäre? Ein zitieren von Regeln hilft mir in dem Moment, an der Stelle, wenig. :)


    Wenn es in der 1. HZ Probleme mit der Uhr gibt, ist diesbezüglich zwingend eine Kommunikation mit dem Kampfgericht erforderlich. Da die SR für die Spielzeit verantwortlich sind (und Kampfgerichte meist nicht neutral), MUSS ich als Schiedsrichter vor Beginn der 2. HZ entsprechende Anweisungen zur Verfahrensweise geben.

    Meine krasseste Szene: Miniturnier. "Gegenstoß". auf einmal brüllt ein Trainer wie wahnsinnig was aufs Feld. Ich halte die Zeit an und frage "was ist gerade das Problem". Peinliches Schweigen. Meine Entscheidung "7 m da Unterbrechung einer klaren Torgelegenheit".

    So reagiert man aber auch nur mit der entsprechenden Erfahrung.

    Stimmt, auch mit entsprechender Erfahrung unterlaufen den Schiedsrichtern Fehler. Ich möchte das jetzt ungern regeltechnisch aufdröseln...


    Dem Neu-Schiedsrichter sei gesagt: In so einer Situation wie von alter Sack beschrieben hält man die Zeit nicht an und fragt den Trainer was los ist. Das kann man nach Ende der Situation machen. Dann minimiert sich auch die Fehlerquote. Ansonsten hat Mangahn alles gesagt.


    Und auch was alter Sack bezüglich E-Jugendspielen sagt ist m.E. korrekt. Halt dich als SR- Neuling von E- und am besten auch D-Jugend-Spielen fern. Du bist noch nicht sicher im Pfeifen, die Spieler kennen die Regeln nur rudimentär. Böse Kombi, v.a. im Zusammenhang mit anwesenden Eltern.

    Je höher der angesetzte SR-Kader, desto weniger spielen Entfernung usw. eine Rolle. Und dass (irgend)ein Verein der Stadt, in der einer der SR wohnt, eine Kooperation mit einem der am Spiel beteiligten Vereine hat, ist absolut irrelevant, sofern es sich nicht um den Heimatverein des SR handelt. Wenn wir sowas weiter diskutieren, wird irgendwann der Wohnort der Oma relevanter als die Neutralität des SR auf der Platte.

    Aus der Ferne ist's gut richten!

    Eine weitere Perspektive:

    angenommen, es wäre euer Sohn, der in derselben Situation ist. Nur angenommen.

    (Und jetzt bitte nicht diesem Szenario aus dem Weg gehen mit "soweit wäre das nie gekommen", "das hätte der nie gemacht", "da wäre ich sofort eingeschritten" oder ähnliches! Nein, euer Sohn hat's gemacht.)

    Wie würdest du dich verhalten?


    Dann würde ich ihm dringend empfehlen, sich ein anderes Betätigungsfeld zu suchen.

    Man kann den ganzen Gedankengang auch herumdrehen: Was wäre, wenn mein Sohn in einer leistungsorientierten A-Jugendmannschaft unter Hr. Fuhr spielen und trainieren würde? Dann würde man vermutlich ganz genau hinschauen, als Elternteil. Und jede Aktion in diese Richtung würde sicher unter Einbeziehung der damaligen Situation bewertet werden. Das ist fast unumgänglich und würde unterbewusst immer mitschwingen. Vermutlich würde man sich auch schwer damit tun, ihn unter diesem Trainer spielen und trainieren zu lassen.

    Irgendjemand hatte hier mal geschrieben, dass ein ehemaliger geläuterter Bankräuber mit Sicherheit keinen Job mehr in einer Bank bekommen würde. So in etwa sehe ich das auch.

    Gebt dem Mann die Chance es jetzt korrekt zu machen.


    Nein, dazu müsste er erstmal wenigstens ansatzweise zeigen, dass er die Problematik bzw. sein Fehlverhalten verstanden hat bzw. mit aufarbeiten möchte. Das ist mir in der gesamten Zeit noch nicht zu Ohren gekommen. Im (leistungsorientierten) Nachwuchs- und Frauenbereich wird er (hoffentlich) keine Chance mehr bekommen. Das Schutzbedürfnis ist da entsprechend hoch. Weitere Vorkommnisse zeigen ja, dass es kein Einzelfall ist und dass auch andere Personen aus diesen Vorkommnissen scheinbar nichts gelernt haben.

    Erläuterung 8a führt aus, dass mit dem Zeigen des Handzeichens 16 die Pause für den Spieler obligatorisch ist und in 8b wird ergänzt, dass Zeitnehmer und Sekretär oder der Delegierte für das Zählen der Anzahl der Angriffe
    verantwortlich sind und der Mannschaft mitteilen, wenn der Spieler die Spielfläche wieder betreten darf.

    (...) dass das Handzeichen 16 die drei Angriffe Pause für den behandelten Feldspieler Sander Øverjordet impliziert und es dafür keiner weiteren Anweisung der Schiedsrichter oder des Zeitnehmertisches bedarf.

    Wenn man deinem Vorschlag gefolgt wäre hätte man wahrscheinlich sofort verloren. Den Widerspruch zu deinem Vorschlag führst du ja selbst auf.

    Datenschutzrechtlicher Verstoß bei Namen, die jedermann in öffentlichen Spielprotokollen nachlesen kann? Oh mein Gott. Ich verstehe, dass die Situation im weiblichen Bereich mit A-Jugend und Frauen terminlich schwierig sein kann. Aber warum hat man eine 2. Mannschaft, die in diesem Falle nicht aushelfen will (aber vielleicht selbst dankend Hilfe aus 1 Mannschaft oder A-Jugend annehmen würde)? In einem leistungsorientierten Verein?

    In der E-Jugend (und m.E. auch in der D) sind Jungschiedsrichter, aber auch "alte" erfahrene SR ein Problem. Die einen müssen selbst erst noch den Umgang an der Pfeife lernen, die anderen pfeifen zu sehr streng nach den Regeln. In den unteren Jugendklassen muss ich "pädagogisch" pfeifen können, muss den Kindersport und die Trainingsmethodiken kennen, verstehen und akzeptieren. Ich muss die unterschiedlichen Leistungsstände der Mannschaften und Spieler einschätzen können. Man muss viel erklären, in einer Form, die auch die Kinder erreicht. Ggfs. muss ich in verschiedenen Situationen auch mal die eine oder andere Regel großzügig auslegen (z. Bsp. Schritte wenn dadurch die unterlegene Mannschaft ein Erfolgserlebnis hat, die bessere Mannschaft aber nicht benachteiligt wird).

    Kurzum: Ich brauche in diesem Bereich eigentlich speziell ausgebildete Schiedsrichter mit einer gewissen Affinität für diesen Altersbereich. Genauso wie es bei Trainern ist. Leider ist man oftmals froh, wenn es überhaupt einen SR oder Trainer gibt...

    Ja, 2 Monate sind nicht gleich 8 Wochen. Monat ist Monat. Wenn das letzte Spiel am 19.01.2025 war, kann die Spielberechtigung frühestens erst ab 20.03.2025 für einen neuen Verein gelten (Satz 4: Die Wartefrist beginnt mit dem Tag nach der Mitwirkung in dem letzten Meisterschafts- oder Pokalmeisterschaftsspiel bei dem bisherigen Verein).

    und damit die Chance bekommt, die Zeit runterzuspielen.

    Aber ist "Zeit herunterspielen" nicht auch ein bewusstes Biegen der Regeln (oder der Spielidee)? Was wäre denn gewesen, wenn alle Melsunger Spieler Platz gemacht hätten, damit der Ballführende frei werfen kann? Das wäre letztendlich nichts anderes gewesen.

    Eigentlich ist es unglaublich, dass man hier 3 Seiten lang diskutiert und von Regeländerungen zu geänderten Regeln fabuliert. Damit macht man das Spiel nur noch komplizierter. Die Regelung mit den letzten 30 Sekunden ist sinnvoll und bestraft nun Unsportlichkeiten entsprechend. Jetzt davon wieder Ausnahmen zu wollen, wäre fatal. Zumal hier dem Gegner sogar die Chance gegeben wird, die Unsportlichkeit mit einem 7m- Treffer zu beantworten.

    Übrigens: M.E. wäre dann auch jedes Festmachen in der Abwehr ein (bewusstes) Brechen der Regeln. Auch in den letzten 30 Sekunden. Brauchen wir dafür dann auch eine Ausnahme?