Frauen-Nationalmannschaft

  • Erstmal vielen Dank für deine interessanten und ausführlichen Statements.


    Vorab: Mein Bestreben ist es auch, dass mehr Spielerinnen den Weg zum Handballsport finden und davon auch in den Leistungssport.


    Aber in vielen Bereichen habe ich eine andere Wahrnehmung.

    Ich finde z.B., dass die Regelauslegung die Spielerinnen viel mehr schützt als früher: Das Verteidigen wird doch jetzt konsequenter mit 7m / 2 Minuten sanktioniert. Die Außen und bei TG sind die Angreifer besser geschützt. Genau so wie Fouls in der Schlussphase härter sanktioniert werden.

    Deine Einschätzung zu den Spielertypen empfinde ich als ziemlich starr und nicht mehr aktuell.

    Ist es nicht eher so, dass das Anforderungsprofil durch den „Rennball“ ein anderes geworden ist?

    Es reicht eben nicht mehr, groß und wurfgewaltig zu sein, man muss auch über schnelle Beine verfügen, ein gutes 1:1 beherrschen, etc.

    Vielseitigkeit ist Trumpf und da müssen wir hinkommen mit unserer Ausbildung, dass wir solche Spielertypen entwickeln.

    Zudem bleibt auch immer noch die Möglichkeit den Kader so zusammenzustellen und die taktischen Mittel voll auszuschöpfen, dass individuelle Stärken der Spielerinnen optimal genutzt werden können. Und da sind die Vereine und Trainer gefordert!

  • Es reicht eben nicht mehr, groß und wurfgewaltig zu sein,

    Mmh, so langsam weiß ich nicht mehr, wie ich es noch erklären soll. Mir geht es nicht darum, große, wurf- und sprunggewaltige Spielerinnen zu privilegieren. Meine Sorge bzw. meine Wahrnehmung ist vielmehr, dass sie entweder gar nicht erst kommen oder früher oder später wieder gehen, weil sie beim Rennball schon aus Gründen des Zusammenspiels von Biometrie, Physik und Biologie erheblich benachteiligt sind. Auch die ausgefeiltesten Trainingmethodiken können das nicht kompensieren. Ob sie das selber genau so einordnen oder ob sie sich dabei eher von ihrer Selbstwahrnehmung (Verletzungen!) oder ihrem Unterbewusstsein leiten lassen ist zweitrangig, das Ergebnis ist das gleiche... Wie du selber schreibst: Das Anforderungsprofil hat sich massiv geändert!


    Ich bleibe dabei:

    Ohne einen substanziellen Kurswechsel (oder einen überraschenden und überragenden Erfolg wie Olympiasieg in Paris) marschiert der Frauenhandball in Deutschland direkt in die Bedeutungslosigkeit. Denn die Basis ist am Zusammenbrechen und der Nachschub an Talenten (von Ausnahmetalenten, wie wir sie für die Nationalmannschaft eigentlich brauchen, will ich gar nicht reden!) ist demzufolge schon jetzt kaum noch gegeben. Der Handball zieht sich mehr und mehr aus der Fläche zurück, wer meint, dass die verbleibenden Leuchttürme reichen, dem sei sein Optimismus gegönnt.


    P.S.

    Zu dem Thema Schiedsrichter und Regelauslegung sage ich jetzt nichts weiter. Was die Verantwortlichen hier treiben ist in meinen Augen untragbar. Habe gerade die zweite Halbzeit der Füchse gegen den THW gesehen, unglaublich...

    2 Mal editiert, zuletzt von BlKW168 ()

  • Diese Analyse Handball ist jetzt Rennball ist mir zu einseitig.


    Schnelle Mitte ist ein weiteres mögliches taktisches Mittel, das die Mannschaften in unterschiedlichem Umfang nutzen. In der Regel rennen - wie auch bei dem Tempogegenstößen - die kleinen flinken Außen und nicht der Rückraum. Je stärker der Rückraum umso weniger wird i.d.R. schnelle Mitte gespielt, weil der Positionsangriff genauso vielversprechend ist. Auch ist der Gegner gefordert, schnelle Mitte geeignet zu "unterbinden".


    Ist wie 7 gegen 6 oder Empty Goal in Unterzahl. Kann man machen, muss man aber nicht.

  • Was soll denn losgewesen sein in HZ2 in Berlin?

  • Diese Analyse Handball ist jetzt Rennball ist mir zu einseitig.


    Schnelle Mitte ist ein weiteres mögliches taktisches Mittel, das die Mannschaften in unterschiedlichem Umfang nutzen. In der Regel rennen - wie auch bei dem Tempogegenstößen - die kleinen flinken Außen und nicht der Rückraum. Je stärker der Rückraum umso weniger wird i.d.R. schnelle Mitte gespielt, weil der Positionsangriff genauso vielversprechend ist. Auch ist der Gegner gefordert, schnelle Mitte geeignet zu "unterbinden".


    Ist wie 7 gegen 6 oder Empty Goal in Unterzahl. Kann man machen, muss man aber nicht.

    Im großen und ganzen hast du schon recht. Allerdings sehe ich schon einen Unterschied zwischen TG und schneller Mitte: Der TG zielt ja eher darauf ab, die schnellen Außen bei Ballverlust ins Spiel zu bringen, oft eingeleitet durch den TW.

    Bei der schnellen Mitte landet der Ball ja regelkonform im Mittelkreis und dann sind es die zentralen Spieler, also Rückraum und ggf. Kreis, die die erste Chance auf den Durchbruch haben.

    Mein Verein spielt das übrigens schon seit Jahren sehr erfolgreich! :) Die Zuschauer honorieren das ebenfalls!

  • Schnelle Mitte ist ein weiteres mögliches taktisches Mittel, das die Mannschaften in unterschiedlichem Umfang nutzen. In der Regel rennen - wie auch bei dem Tempogegenstößen - die kleinen flinken Außen und nicht der Rückraum.

    Mir geht es weniger um das nach vorne rennen können (obwohl das im Zusammenhang mit potentieller Überlastung natürlich auch eine Rolle spielen kann), sondern um das zurückrennen müssen...

    Einmal editiert, zuletzt von BlKW168 ()

  • Mir geht es weniger um das nach vorne rennen können (obwohl das im Zusammenhang mit potentieller Überlastung natürlich auch eine Rolle spielen kann), sondern um das zurückrennen müssen...

    Ja, das zurückrennen erleichtert beim modernen Handball die Abwehrarbeit schon sehr. Wenn man das nicht so mag, ist es eventuell nicht die passende Sportart ;)

  • Ja, das zurückrennen erleichtert beim modernen Handball die Abwehrarbeit schon sehr. Wenn man das nicht so mag, ist es eventuell nicht die passende Sportart ;)

    Ja, danke für das in's Lächerliche ziehen dieses Thema's, ist ja sowieso eher belanglos, dass immer weniger junge Menschen Handball spielen. Egal, dass mit der Einführung der "Schnellen Mitte" die Raserei nach jedem Angriff stattfindet, unabhängig davon, ob ein Tor erzielt wurde oder nicht.


    Frauenhandball steht sowieso immer weniger im Fokus der Öffentlichkeit, da ist das alles nicht so wichtig. Die in der Qualität einzigartigen kostenpflichtigen Übertragungen von SDTV werfen für die Mehrzahl der Außenstehenden ja gottseidank einen undurchsichtigen Schleier über das ganze Geschehen und mit der Einführung des " Final Four" auch in der Meisterschaft reduziert sich das seltsame Treiben auf wenige wichtige Spiele im Jahr.


    Nur zu, auf geht's, es wird schon werden.

    Vorwärts immer, rückwärts nimmer.


    Verflixt nochmal, wer hatte das gesagt? :tschau:

  • Also ich denke ja auch, dass der Frauenhandball ein immer größer werdendes Problem hat, weil der Nachwuchs fehlt. Die schnelle Mitte hatte ich da bislang noch nicht als Problem gesehen. Ich habe mich da mal mit einem männlichen BWOL-Spieler unterhalten, der unter der Variante "Rennball" geächzt hat und dies auch wenig erbaulich fand. Dort ist das Problem, wie auch die überwiegend sehr torreichen Spiele zeigen, offensichtlich größer.


    Für mich liegen die Probleme bei den Frauen eher darin, dass gerade in den Anfangsjahren die schnellen und technischen versierten Spielerinnen zu wenig geschützt werden und überharte Abwehr mit guter Abwehr verwechselt wird. Und ob man es jetzt gut findet oder nicht: Wenn ich mir Frankreich, Norwegen und auch bedingt die Niederlande anschaue, wird da sehr schnell gespielt und wenn man da auf Dauer mithalten will, wird man wohl oder übel schnelle Spielerinnen hervorbringen müssen.

  • Na ja nicht nur in jungen Jahren werden die Spielerinnen ausreichend geschützt... Das sieht man in jedem Spiel... Trikot ziehen oder sogar den Arm um den Hals legen wird kaum gepfiffen... egal von welcher Seite man das sieht. Da müssten die Schiedsrichter viel konsequenter sein , sind sie aber oft nicht.

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