Weil die Vereine das Geld dafür nicht bezahlen wollen! Und vielleicht auch, weil man nicht genügend gute Schiedsrichter finden würde, die das Risiko eingehen würden.
Wenn das wirklich die einzigen Gründe sind, ist das für eine Profiliga ziemlich dürftig. Die HBL macht doch sonst auch ihr eigenes Ding und agiert in vielen Bereichen recht losgelöst vom Verband. Warum versucht man ausgerechnet beim Schiedsrichterwesen nicht einmal etwas wirklich Neues, das im Handball so noch niemand probiert hat?
In anderen Sportarten ist man da schon weiter: Im Eishockey werben DEB, DEL und DEL2 ganz gezielt aktuelle und ehemalige Spieler für eine Schiedsrichter‑Laufbahn an und testen das sogar in speziellen „Prospect Camps“. In der DEL stehen inzwischen etliche Ex‑Profis als Referees auf dem Eis, etwa Bastian Steingroß oder Lars Brüggemann, der nach seiner Spielerkarriere erst Top‑Schiedsrichter wurde und heute Schiedsrichterchef der Liga ist.
Vor diesem Hintergrund sehe ich keinen Grund, warum man im Handball nicht versuchen sollte, ehemalige Spieler ganz gezielt für eine professionelle Schiedsrichterlaufbahn zu gewinnen.