• Das deutsche Abschneiden hängt meines Erachtens nicht von Lennart Karl ab. Sondern eher daran, ob Nagelsmann eine Einheit formen kann, die über den eigenen Fähigkeiten performt. Und daran habe ich große Zweifel.

    Das sehe ich genauso. Allerdings hatten genau dafür einige Experten Lennart Karl auf der Rechnung. Weil frisch, unbekümmert und ohne den Rucksack der letzten Pleiten (2024 mal ausgeklammert). Ob das aufgegangen wäre? Keine Ahnung.

  • Im Vergleich zur EM fehlt halt mal Kroos. Allein das macht die aktuelle Truppe nicht mehr vergleichbar. Ganz anderes Spiel, weil es niemanden gibt, der Kroos' Rolle auch nur ansatzweise 1 zu 1 übernehmen kann. Auch bei Madrid ist ohne Kroos nix los.

    Und insgesamt fehlt mir so ne Kampfsau wie Schweinsteiger im Kader.

    Schaun mer mal

    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • Man hat sich aber auch durch Spiele gequält, das sollte man auch dazu erwähnen. Der Sieg gegen Dänemark war auch nicht das Gelbe vom Ei und gegen Spanien wäre man vielleicht auch mit dem besagten Handelfmeter ausgeschieden.

    Das gilt doch aber quasi für jede (nicht nur deutsche) Mannschaft und jedes Turnier, irgendein Gewürge hat man immer dabei, oder welche Mannschaft hat welches Turnier mal hochüberzeugend mit jedem Spiel x:0 gewinnen können?

  • Mir fehlt vor allem der Kopf der Mannschaft, der Spielgestalter, der in kritischen Situationen die Ansagen macht und Verantwortung übernimmt. Kimmich wäre der einzige dem ich das zutraue, aber nach seiner Degradierung zum Verteidiger spielt er dazu auf der falschen Position.

    Darüberhinaus bräuchte es überraschende Aktionen, Unbekümmertheit und auch mal einen Schuß Genialität. Dafür wäre Karl durchaus gut gewesen. Musiala hat das nach seiner Verletzung zumindest aktuell noch nicht, vielleicht kehrt es rechtzeitig zurück.

    Insgesamt würde ich sagen gutes Mittelmaß, das bis zum Viertelfinale reichen sollte, dazu braucht es aber auch etwas Losglück.

  • Die Ivorer haben ihr Testspiel gegen Frankreich gewonnen, klar nur Testspiel, aber es ist nicht so, dass die nix drauf hätten.

    Ecuador ist ein Abwehrbollwerk, Deutschland durchaus konteranfällig...

    Curaçao ist ja im Prinzip ne Truppe aus der Eredivisie. Pflichtsieg und durch den aufgeblähten Modus wäre man mit diesem ja schon weiter.

    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • Darüberhinaus bräuchte es überraschende Aktionen, Unbekümmertheit und auch mal einen Schuß Genialität. Dafür wäre Karl durchaus gut gewesen.

    Oder ein Said el Mala, aber statt diesen nachzunominieren, ....... ach, lassen wir das - Nagelsmann hat sowieso fertig nach dieser WM (und das ist auch gut so !!).

  • Die Tage die Doku vom ZDF zur WM 2006 gesehen. Man hat zwar noch im Gedächtnis, wie schlecht die Stimmung im Vorfeld des Turniers war, aber das Ausmaß im Nachhinein zu sehen war schon heftig. Am Ende war es dann vermutlich dieses eine Last-Minute-Tor gegen Polen, was das ganze zum Kippen brachte. Wie im Nachhinein erfahren konnte, hatte der damalige DFB-Präsident sogar den Plan B schon vorbereitet, Klinsmann mitten in der WM zu entlassen und durch Sammer zu ersetzen.

    Im Fußball sind das manchmal so Kleinigkeiten. Wer hätte bei der letzten WM gedacht, dass Argentinien das nach einem 1:2 zum Auftakt gegen Saudi Arabien noch zieht.

    Argentinien ist ein schönes Beispiel wie Fußball funktioniert. Die haben Jahrzehnte nichts gewonnen, auch nicht bei Copa, bis Scolari die übernommen hat. Und der hat aufgehört zu versuchen die besten Spieler irgendwie in einer Formation aufs Feld zu bekommen, sondern nach einem klaren taktischen Plan die Positionen zu besetzen, auch wenn dann Top-Leute auf der Bank saßen oder gar nicht mitgenommen worden. Zudem war ihm egal, wie gut oder schlecht es im Verein läuft, weil er wusste, dass Nationalmannschaft einfach was völlig anderes ist als Verein und hat seine Leute mitgenommen, die zu dem passten, was er spielen lassen will. So hat sich ein echtes Kollektiv gebildet und dann haben die wieder angefangen Titel zu gewinnen.

  • Oder ein Said el Mala, aber statt diesen nachzunominieren, ....... ach, lassen wir das - Nagelsmann hat sowieso fertig nach dieser WM (und das ist auch gut so !!).

    WM 2026: Darum nominiert Julian Nagelsmann Assan Ouédraogo statt Saïd El Mala
    Viele rechneten damit, dass Saïd El Mala für den deutschen WM-Kader nachnominiert werden könnte. Doch Bundestrainer Julian Nagelsmann entschied sich…
    www.spiegel.de

    "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

    "Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun." (Orson Welles)

    „Ein Problem ist halb gelöst, wenn es klar formuliert ist.“ (John Dewey)

  • Am Ende war es dann vermutlich dieses eine Last-Minute-Tor gegen Polen, was das ganze zum Kippen brachte.

    Das war der endgültige Game Changer, stimmt. Aber ich erinnere mich, dass nach dem 4:2 im Eröffnungsspiel die Presse am nächsten Tag überwiegend unzufrieden war und das an den zwei Gegentoren fest gemacht hat. Erst als klar wurde, dass viele / die meisten Fans mit dem Auftakt ganz zufrieden waren (vermutlich auch aufgrund der niedrigen Erwartungshaltung), sind die professionellen Beobachter ebenfalls umgeschwenkt und haben dann spielerisches Potenzial etc. hervorgehoben.

  • Nagelsmann hat sowieso fertig nach dieser WM (und das ist auch gut so !!).

    Das dürfte dann wohl vom deutschen Abschneiden abhängen. Und da ist mir der Gedanke gekommen, dass der Modus im Handball mit Gruppenphase/Hauptrunde deutlich bessere Chancen bietet, eine Top-Platzierung, sprich: Halbfinale, zu erreichen. Da kann man auch eine Niederlage gegen einen Favoriten verkraften.

    Mit vier K.O.-Spielen vor dem Finale ist das beim Fußball deutlich schwieriger einzuplanen. Z.B. könnte das deutsche Team durchaus nach guten Leistungen im Achtelfinale gegen Frankreich, und damit möglicherweise gegen den späteren Weltmeister, ausscheiden.

  • Die Tage die Doku vom ZDF zur WM 2006 gesehen. Man hat zwar noch im Gedächtnis, wie schlecht die Stimmung im Vorfeld des Turniers war, aber das Ausmaß im Nachhinein zu sehen war schon heftig. Am Ende war es dann vermutlich dieses eine Last-Minute-Tor gegen Polen, was das ganze zum Kippen brachte. Wie im Nachhinein erfahren konnte, hatte der damalige DFB-Präsident sogar den Plan B schon vorbereitet, Klinsmann mitten in der WM zu entlassen und durch Sammer zu ersetzen.

    Im Fußball sind das manchmal so Kleinigkeiten. Wer hätte bei der letzten WM gedacht, dass Argentinien das nach einem 1:2 zum Auftakt gegen Saudi Arabien noch zieht.

    Argentinien ist ein schönes Beispiel wie Fußball funktioniert. Die haben Jahrzehnte nichts gewonnen, auch nicht bei Copa, bis Scolari die übernommen hat. Und der hat aufgehört zu versuchen die besten Spieler irgendwie in einer Formation aufs Feld zu bekommen, sondern nach einem klaren taktischen Plan die Positionen zu besetzen, auch wenn dann Top-Leute auf der Bank saßen oder gar nicht mitgenommen worden. Zudem war ihm egal, wie gut oder schlecht es im Verein läuft, weil er wusste, dass Nationalmannschaft einfach was völlig anderes ist als Verein und hat seine Leute mitgenommen, die zu dem passten, was er spielen lassen will. So hat sich ein echtes Kollektiv gebildet und dann haben die wieder angefangen Titel zu gewinnen.

    Scolari war doch aber nie Trainer bei Argentinien, oder? Der hat Brasilien trainiert...

  • Schon sehr komisch die Nagelsmann Entscheidung bzw. die Erklärung dazu. Einerseits nominiert man einen Spieler nicht, weil er 13 Tage nicht gespielt hat (was für eine Ewigkeit!:wall:), andererseits vertraut man einem sichtlich angeschlagenen und verletzungsanfälligen Torwart!

    Zweierlei Maß, würde ich sagen!

  • Schon sehr komisch die Nagelsmann Entscheidung bzw. die Erklärung dazu. Einerseits nominiert man einen Spieler nicht, weil er 13 Tage nicht gespielt hat (was für eine Ewigkeit!:wall:), andererseits vertraut man einem sichtlich angeschlagenen und verletzungsanfälligen Torwart!

    Zweierlei Maß, würde ich sagen!

    Nagelsmann sagt immer wieder Dinge, die einfach fachlich nicht stimmen, weil er sich irgendwelche Begründungen für seine persönliche Vorlieben ausdenkt. Das ist meist gar nicht so schwer selbst nachzugucken, dass er nicht recht hat. Da sagt er dann eben, dass der Spieler so viele Kopfballtore macht, wie kein anderer. Guckt man schnell nach: Nee, trifft auch auf den oder den zu. Im Grunde ticken fast alle Trainer so, aber es gibt wenige, die sich beim Versuch das nicht einfach ehrlich zuzugeben so ungeschickt anstellen, um es einmal freundlich zu sagen.

  • Nagelsmann sagt immer wieder Dinge, die einfach fachlich nicht stimmen, weil er sich irgendwelche Begründungen für seine persönliche Vorlieben ausdenkt. Das ist meist gar nicht so schwer selbst nachzugucken, dass er nicht recht hat. Da sagt er dann eben, dass der Spieler so viele Kopfballtore macht, wie kein anderer. Guckt man schnell nach: Nee, trifft auch auf den oder den zu. Im Grunde ticken fast alle Trainer so, aber es gibt wenige, die sich beim Versuch das nicht einfach ehrlich zuzugeben so ungeschickt anstellen, um es einmal freundlich zu sagen.

    ja redet sich immer um Kopf u Kragen8|

  • Wobei das auch nur so ein Tunnelblick ist. Bei Tuchel wird in England auch alles zerlegt und seziert was er so macht und bei den meisten anderen Fußballnationen ebenfalls. Das war zwar schon immer so in gewisser Weise, aber nicht in diesem Tempo. Auch Löw hatte schon sein Stürmerding, denn das Klose immer unumstritten war, ist im Nachhinein ein Mythos.

  • Von außen, d.h Medien und Fans wird immer diskutiert werden. Egal wo. Was Nagelsmann aktuell speziell macht ist, dass er auf einer Mission ist, sich selbst möglichst ausführlich und detailliert erklären zu wollen. Und sich dabei permanent in Widersprüche und Falschaussagen verstrickt. Die meisten Trainer haben darauf keinen Bock und antworten da eher mit Allgemeinplätzen. Sie haben dann eben Vertrauen in die Gruppe und all das.

    Tuchel versucht in England gerade das, was im Grunde auch Nagelsmann in Deutschland angekündigt hat mit einer Kaderzusammenstellung nach Rollen und Profilen. Solche Dinge, wie: Kann ein Spieler damit umgehen, wenn er nur Ergänzungsspieler ist? Hilft er da der Mannschaft oder macht er dann Stunk? Dabei hat er eine ganze Menge großer Namen rasiert und das ist für Medien und Fans natürlich ein gefundenes Gesprächsthema. In Deutschland diskutiert man über El Mala von Köln, in England über Foden oder Alexander-Arnold, d.h. Spieler, die schon als Leistungsträger in ihrer Vereinen Champions League Titel in ihrer Vita haben, aber offenbar nicht in die Pläne von Tuchel passen.