3. Liga - schöne analyse von Konstantin Madert

  • Also, um noch mal zum Thema zu kommen: Warum passen Vereine, die die 3. Liga finanziert bekommen und sportlich die Liga halten, "nicht rein"? Der Zuschauerschnitt sagt da nicht viel aus, denn etwa die Hälfte der Vereine hat einen Schnitt von unter 400.

    Ich gehe mal auf die westdeutschen Vereine ein, weil ich die anderen nicht kenne:

    Der Longericher SC ist etwas, was man in Köln als "Veedelsklub" bezeichnet (auf hochdeutsch könnte man Stadtteilklub sagen). Der Verein feiert im nächsten Jahr sein 100jähriges Bestehen und war in den 80er Jahren vier Jahre in der 2. Liga (als SG Olympia/Longerich). Dort spielen einige Spieler die aus der Dormagener Jugend kommen oder an den LSC "ausgeliehen" sind, um Spielpraxis zu bekommen. Der LSC ist in meinen Augen ein "Traditionsverein".

    Die Bergischen Panther kommen nicht aus Wuppertal, sondern sind eine Spielgemeinschaft aus Burscheid und Wermelskirchen.

    Beim TuS Opladen spielen ebenfalls Spieler, die beim TSV Bayer Dormagen "auf dem Sprung" sind. Eine lange Tradition (gegründet 1882) gibt es auch.
    Interaktiv Düsseldorf ist ein anderes Thema. Ratingen hat Tradition und in Düsseldorf wird seit ca. 40 Jahren versucht, Profihandball zu etablieren.

    Ich meine, wenn ein Verein die 3. Liga sportlich und finanziell gestemmt bekommt, gehört er auch in diese Liga.

    Was ich ebenfalls nicht verstehe: laut Deiner Aufstellung will Vinnhorst hoch, gehört aber nicht in diese Liga? Wie passt das zusammen?

    Gruß Flevo

    Es kann passieren, was will: Es gibt immer einen, der es kommen sah. (Fernandel)

  • Also, um noch mal zum Thema zu kommen: Warum passen Vereine, die die 3. Liga finanziert bekommen und sportlich die Liga halten, "nicht rein"? Der Zuschauerschnitt sagt da nicht viel aus, denn etwa die Hälfte der Vereine hat einen Schnitt von unter 400.

    (..)

    Diese Aussage wollte ich tatsächlich mal checken. Insgesamt haben 29/64 Vereinen einen Schnitt von unter 400 Zuschauenden. Darunter aber alle 11 Zweitvertretungen. Rechnet man diese raus sind wir bei 18/53 Vereinen.

    Staffel Nord Ost (5/16)

    Berlin 2 82

    Söhren 372

    Ostsee 269

    Hamburg Barmbek 229

    Leipzig 2 168

    Staffel Nord West (5/16)

    Habenhausen 203

    Anderten 232

    Minden 2 146

    Bissendorf 314

    Hagen 2 247

    Staffel Süd West (11/16)

    Kirchzell 356

    Dutenhofen 2 366

    Düsseldorf 202

    Melsungen 2 101

    Friesenheim 2 183

    Dragons 268

    Opladen 183

    Panther 189

    Köln 302

    Homburg 201

    Haßloch 244

    Staffel Süd (8/16)

    Löwen 2 290

    Bittenfeld 2 318

    Erlangen 2 367

    Heilbronn 384

    Balingen 2 217

    Neuhausen 390

    Kornwestheim 313

    Erlangen Bruck 302

  • Anderten ist eigentlich der traditionelle Handballstandort in Hannover, die waren auch einige Zeit in der 2. Liga und Länge der Standort für die männliche Jugend der Region. Leider haben die Hallenprobleme. Ihre eigentlich coole Halle links Wasserball rechts Handball, beides durch den großen Raum mit sehr vielen Pokalen zu erreichen ist in die Jahre gekommen und mittlerweile gesperrt. Muss sich jetzt mit ausweich/Schul Sporthallen rumschlagen.

    Hannover Burgdorf ist klar der Krösus in Hannover aber eigentlich ein Vordorf.. Hannover-Burgdorf wurde 2005 "ausgelagert" und ist seit 2009 in der ersten Liga

    Vinnhorst ist der Emporkömmling erst 1956 gegründet und dann kam erst 2015 der "Erfolg" mit Nei Cruz Portela.. dazu haben die 2 Hallen, eine alte und eine ganz schicke neue in eigen Besitz (ohne Schule etc..) alles finanziert durch einen Mäzen dem wohl die Firma ZAG sowie die Namensrechte der gleichnamige Arena gehört..

    Einmal editiert, zuletzt von MatHE (17. November 2025 um 16:30)

  • Hallo zusammen,


    „Die 3. Liga gehört radikal aussortiert.“ Ralf Bader nimmt im „Logbuch Sport“ kein Blatt vor den Mund. Seit dem 4. Januar ist der 45-Jährige als Trainer der HSG Konstanz im Amt – und er hat eine klare Meinung zur aktuellen Lage: Im Interview spricht er darüber, was die HSG von den allermeisten anderen Vereinen unterscheidet, wieso er von seinem Spielsystem überzeugt ist und wie er die 3. Liga fundamental verändern würde.


    Der Link zum Text: https://logbuch-sport.de/handball/hsg-k…l-aussortieren/


    Mich würde eure Meinung interessieren: Muss die 3. Liga reformiert werden?

  • Interessant, dass dieser Satz als reißerische Schlagzeile herausgepickt wurde, aber schade dass der Interviewer an dieser Stelle überhaupt nicht nachgefragt sondern direkt das Thema gewechselt hat. Daher leider nur Clickbait.

  • Ich wollte dem Verein und der gesamten Situation Raum geben, statt nur auf der einen Schlagzeile herumzureiten. Dass Sie sich da mehr Nachhaken gewünscht hätten, nehme ich aber als Feedback für die nächsten Gespräche mit!

  • Ich finde das Interview sehr lesenswert und die Einordnung Bauers zur 3. Liga absolut treffend.

    Sein Credo ist ja, dass sowohl Verband als auch Vereine gefordert sind, die Strukturen zu schaffen für eine „neue“ 3. Liga. Also der Verband sollte reformieren zu zwei Staffeln mit je einem direkten Aufsteiger und die Vereine müssen sich professionalisieren.

    Mir gefällt außerdem der ganzheitliche Ansatz der HSG Konstanz, da ist man sicherlich auf einem guten Weg. In Hessen hat der TV Gelnhausen eine ähnliche Philosophie entwickelt, die eine neuer Perspektive auf die Vereinsarbeit eröffnet hat.

  • Hallo zusammen, ich habe ein Interview mit Andreas Tiemann geführt. Tiemann ist Vorsitzender und Spielleitende Stelle Männer in der Spielkommission der 3. Liga. Klingt sperrig, bedeutet aber, dass er im Grunde genommen der Chef der 3. Liga ist. Im Interview mit „Logbuch Sport“ spricht er über die Professionalisierung des Handballs, den Reformvorschlag von HSG Konstanz-Trainer Ralf Bader und die aktuelle Situation der 3. Liga: https://logbuch-sport.de/handball/kein-…rm-eine-absage/

    Wie bewertet ihr seine Aussagen?

  • Da hat sich der Mann klar und gut geäussert. Bei dieser Antwort gehe ich jedoch nicht mit.

    Zitat

    Ralf Bader kritisiert auch, dass die Mannschaften aus der 3. Liga bis Anfang Juni nicht für die 2. Liga planen können. Müsste man nicht über eine Veränderung des Spielplans nachdenken?

    Andreas Tiemann: Nein, das ist kein Thema. Die Aufstiegsrunden der 3. Liga haben ihren letzten Spieltag gleichzeitig mit der 2. Liga. Die Zweitligisten können auch nicht früher planen. Alle haben die gleiche Pause, deshalb gibt es für niemanden ein Vor- oder Nachteil. Die 3. Liga an sich ist bereits deutlich früher in der Sommerpause, so dass die Vereine ihre weiteren Planungen rechtzeitig voran treiben können.

    Es ist ein Unterschied ob ich als Verein versuche langfristig hochzukommen oder absteige. Das aktuelle System ist für Aufsteiger ganz klar ein Nachteil. Habe ich ein zweigleisige Staffel, so kann ich bei klarem Aufstiegskurs schon im Dezember bei Sponsoren mit dem Klingelbeutel rumgehen. Die Verträge werden i.d.R. im Februar gemacht. Das kann der Trainer auch zielgerichtet erfahrene Vollprofis locken und die Chance drin zu bleiben wird höher. Und vor allem kann ich das Verletzungsrisiko für die Aufstiegsrunde rausnehmen. Die Absteiger aus Liga 2 haben einen diametralen Business case und eben nicht das Verletzungsrisiko in den Entscheidungsspielen.

    Im jetzigen Fall haben wir dann halt Truppen wie Oppenweiler die sportlich komplett uninteressant sind und die Liga 2 uninteressanter machen.

    Als Fan/Konsument gibt es nichts geileres als die Sason 24/25 und die Chancen auf ähnliche Szenarien würden mit der Zweigleisigkeit signifikant steigen.

  • Ich wiederhole mich.

    Zweite Liga wieder 20 Teams.

    Drei Absteiger.

    Drei Staffeln dritte Liga. Ob mit je 16 oder 18 Teams, kann man diskutieren. Ich bin für 18.

    Dann hätte man nicht deutlich weniger Teams in der Breite, (56 statt wie bisher 64 der aktuellen Drittligisten könnten weiterhin mindestens dritte Liga spielen). Und einen klaren Aufstiegsmodus.

  • Da hat sich der Mann klar und gut geäussert. Bei dieser Antwort gehe ich jedoch nicht mit.

    Es ist ein Unterschied ob ich als Verein versuche langfristig hochzukommen oder absteige. Das aktuelle System ist für Aufsteiger ganz klar ein Nachteil. Habe ich ein zweigleisige Staffel, so kann ich bei klarem Aufstiegskurs schon im Dezember bei Sponsoren mit dem Klingelbeutel rumgehen. Die Verträge werden i.d.R. im Februar gemacht. Das kann der Trainer auch zielgerichtet erfahrene Vollprofis locken und die Chance drin zu bleiben wird höher. Und vor allem kann ich das Verletzungsrisiko für die Aufstiegsrunde rausnehmen. Die Absteiger aus Liga 2 haben einen diametralen Business case und eben nicht das Verletzungsrisiko in den Entscheidungsspielen.

    Im jetzigen Fall haben wir dann halt Truppen wie Oppenweiler die sportlich komplett uninteressant sind und die Liga 2 uninteressanter machen.

    Als Fan/Konsument gibt es nichts geileres als die Sason 24/25 und die Chancen auf ähnliche Szenarien würden mit der Zweigleisigkeit signifikant steigen.

    Das sehe ich auch so: Durch den Modus der Aufstiegsrunde wird die finale Aufstiegsfrage künstlich zeitlich nach hinten verschoben.

    Je nach Saisonverlauf haben die meisten Zweitligisten recht früh Planungssicherheit, sind hier also im Vorteil. Haben zudem schon die wirtschaftlichen Strukturen aufgebaut.

    Hier wird meiner Meinung nach Augenwischerei betrieben.

  • Das sehe ich auch so: Durch den Modus der Aufstiegsrunde wird die finale Aufstiegsfrage künstlich zeitlich nach hinten verschoben.

    Je nach Saisonverlauf haben die meisten Zweitligisten recht früh Planungssicherheit, sind hier also im Vorteil. Haben zudem schon die wirtschaftlichen Strukturen aufgebaut.

    Hier wird meiner Meinung nach Augenwischerei betrieben.

    Das mit der Planungssicherheit, mag in der Theorie so sein. In der Praxis können Entscheidungen über Abstieg/Aufstieg, auch erst am letzten Spieltag fallen. Also muß dann auch vorher, zweigleisig geplant werden. Ist im Prinzip jetzt schon so und wird sich durch eine andere Aufstiegsregelung, auch nicht ändern.

  • Es ist doch so, dass der Verband es liebt, dass es zum Schluss Entscheidungsspiele gibt und alles davor eben nur ein Vorspiel ist. Die verantwortlichen lieben es, glauben es gibt Aufmerksamkeit und Spannung. Ob es neben Ihnen noch andere gibt, die daraus folgenden Modi mögen wage ich zu bezweifen. Die Nachteile sind überwältigend.

  • Das mit der Planungssicherheit, mag in der Theorie so sein. In der Praxis können Entscheidungen über Abstieg/Aufstieg, auch erst am letzten Spieltag fallen. Also muß dann auch vorher, zweigleisig geplant werden. Ist im Prinzip jetzt schon so und wird sich durch eine andere Aufstiegsregelung, auch nicht ändern.

    In der Praxis halte ich es für möglich, dass bei einer Aufstiegsregelung, bei der der Meister ohne Relegation aufsteigt, es Vereine geben wird, die frühzeitig über die sportliche Qualität und wirtschaftlichen Strukturen verfügen, den Aufstieg frühzeitig einzutüten. Das ist der entscheidende Unterschied. Den Teams aus Liga 2 mutet man ja auch keine Relegation zu. Die dürfen ja ach ohne Nachsitzen die Klasse halten (Ausnahmen bestätigen die Regel.)

  • Der Fokus der Diskussion hier, zielt häufig nur darauf ab, die Bedingungen für 2 oder 3 Aufsteiger in die 2. HBL zu verbessern. Sicher nicht unwichtig, aber interessiert das die große Masse der Drittligisten oder Aufsteiger aus der 4. Liga? Die Folgen einer Verkleinerung der 3. Liga, haben alle zu tragen.

    Aktuell haben 8 Drittligisten die Möglichkeit aufzusteigen. Bei 2 oder 3 Staffeln zukünftig und direktem Aufstieg des Staffelersten, reduziert sich das drastisch. Der sofortige Wiederaufstieg von Absteigern aus der 2. Liga, wäre auch schwieriger, wenn z. B. 2 Absteiger in einer Staffel landen. Der Problemfall 3. Liga, wird sicher noch länger Kopfzerbrechen bereiten.