Welche Entscheidung nach 1:1?

  • Im Spiel Zwickau gegen Göppingen kam es zu einem 1:1 zwischen Sina Ehmann (Angriff) und Charotte Kähr (Abwehr).

    Im Damenthread wird kontrovers darüber diskutiert. Wie hättet ihr als Schiri entschieden? Foul, Stürmerfoul, laufen lassen?


    Link zum Spiel, Spielminute 46:

    HBF: BSV Sachsen Zwickau vs. FRISCH AUF Göppingen • Video • Sporteurope.TV
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  • Meiner Meinung nach ist das ein Foul der Angreiferin nach Regel 8:2d. Die Abwehrspielerin hatte ihre Position auf 9 Metern eingenommen und der Kontakt geht von der Schulter der Angreiferin aus.

    Für den Torschiedsrichter scheint der Blick aufgrund der Abwehrspielerin am Kreis teilweise verdeckt gewesen zu sein und durch die hohe Dynamik ist das schwierig zu beurteilen. Grundsätzlich bergen diese Drehungen am Gegenspielers (wie z.B. auch Juri Knorr sie gerne nutzt) ein latentes Risiko zum offensiven Foul. Die Angreiferin will natürlich das Momentum in Richtung Tor bewahren muss aber gleichzeitig sicherstellen ausreichend seitliche Bewegung in ihre Drehung einzubringen, um an der Abwehrspielerin vorbeikommen zu können.

    Einmal editiert, zuletzt von Arcosh (6. Januar 2026 um 12:09)

  • Meiner Meinung nach ist das ein Foul der Angreiferin nach Regel 8:2d. Die Abwehrspielerin hatte ihre Position auf 9 Metern eingenommen und der Kontakt geht von der Schulter der Angreiferin aus.

    Bin ich dabei, würde ich auch so sehen. Kähr geht zwar auf die Angreiferin zu, hat aber die Position vorher eingenommen und damit wäre ich auch bei Stürmerfoul.

  • Mich wundert zudem, wie man bei dieser Aktion, sofern man es nicht als Stürmerfoul wertet, überhaupt auf 7m entscheiden kann...

    Entweder ist diese Aktion ein Stürmerfoul oder ein Freiwurf, aber doch niemals ein 7m !

  • Entweder ist diese Aktion ein Stürmerfoul oder ein Freiwurf, aber doch niemals ein 7m !

    Der Kontakt auf 9 Metern wurde von den Schiedsrichtern weiterlaufen gelassen und dann steht beim Wurf die #23 von Schwarz deutlich im Kreis und behindert so die klar Torgelegenheit.

  • Mich wundert zudem, wie man bei dieser Aktion, sofern man es nicht als Stürmerfoul wertet, überhaupt auf 7m entscheiden kann...

    Entweder ist diese Aktion ein Stürmerfoul oder ein Freiwurf, aber doch niemals ein 7m !

    Denke sie haben diese Aktion "weiterlaufen" lassen, danach verteidigt die Abwehrspielerin im Kreis und daher geben sie vermutlich 7m.

    Hätte man durchaus cleverer lösen können

  • Wenn die Schiedsrichter die Aktion mit Sina Ehmann weiterlaufen lassen, ist der 7m korrekt, weil die Abwehrspielerin deutlich im Kreis steht. Ich denke darauf wird man sich einigen können.

    Als ich das erste mal das Video gesehen habe, war mein erster Gedanke: Ehmann wird geklammert und will sich daraus mit ihrer Drehung lösen. Also hätte ich auch kein Stürmerfoul gepfiffen. In der 3. Wiederholung und mit Zeitlupe und Standbildern könnte man auch auf die Idee Stürmerfoul kommen, ja zugegeben. Aber die Abwehrspielerin klammert schon vor dem Kontakt bei dem sie verletzt wird, insofern würde ich hier den Schiedsrichtern keinen groben Fehler unterstellen.

  • Es ist ganz simpel:

    Wenn die Abwehrspielerin ein Stürmerfoul will, muss sie die Arme weglassen. Dann kriegt sie es.

    Für mich korrekte Entscheidung. 7-Meter für Abwehr durch den Kreis.

  • Sehe ich das richtig: ein "Stoppfoul" ist erst dann ein Foul, wenn es vollendet gelungen ist. Das Berühren des Oberkörpers mit den Armen (so könnte man es hier interpretieren) ist kein Foul. Die Angreiferin wurde ja nicht gestoppt. Daher läuft die Szene weiter. Überwiegend wird die Situation so gesehen.

    Wenn dem so ist: ein Schlag gegen den Kopf ist ein Foul. Zählt der Hals zum Kopf und muss der Schlag mit der Hand oder dem Arm ausgeführt werden, oder ist das schlagende Körperteil nicht definiert? Dann wäre es Stürmerfoul, weil die Schulter den Hals trifft und die Abwehrspielerin wie festgestellt kein Foul begeht.

    Experten voran...

  • Sehe ich das richtig: ein "Stoppfoul" ist erst dann ein Foul, wenn es vollendet gelungen ist. Das Berühren des Oberkörpers mit den Armen (so könnte man es hier interpretieren) ist kein Foul. Die Angreiferin wurde ja nicht gestoppt. Daher läuft die Szene weiter. Überwiegend wird die Situation so gesehen.

    Wenn dem so ist: ein Schlag gegen den Kopf ist ein Foul. Zählt der Hals zum Kopf und muss der Schlag mit der Hand oder dem Arm ausgeführt werden, oder ist das schlagende Körperteil nicht definiert? Dann wäre es Stürmerfoul, weil die Schulter den Hals trifft und die Abwehrspielerin wie festgestellt kein Foul begeht.

    Experten voran...

    Ich versuchs mal:

    Nein, ein Foul ist nicht nur dann ein Foul wenn es "vollendet gelungen" ist. Dann würde es zum Beispiel nach einer Vorteilsentscheidung keine nachträgliche Strafe mehr geben. Ich kann ein Foul erstmal nicht pfeifen wenn trotz Fouls eine Torgelegenheit kommt und hinterher noch die Strafe aussprechen.

    Dann ist es jetzt halt wichtig zu unterscheiden: Handball ist ein Kontaktsport. Dass hier es zu Kontakt kommt und dabei auch Treffer entstehen die kein Foul sind, gehört zum Spiel. Das bloße begleiten und berühren mit den Händen ist natürlich erlaubt. Dann gibt es Fouls, die pfeift man und es geht mit einem formellen Wurf weiter, entsprechend der Spielsituation.

    Und es gibt Unsportlichkeiten, die progressiv bestraft werden müssen (Stoßen in der Luft, Schläge, Griffe in den Wurfarm, ...) Alles natürlich der Wahrnehmung der Schiedsrichter geschuldet.

    Ich verstehe aber nicht warum du die Unterscheidung Kopf/Hals machst. Wenn ich einen Gegenspieler schlage, ist es egal wohin, ein Schlag wird bestraft. Zu einem Schlag gehört aber eine Ausholbewegung, kannst Du die hier erkennen ?

  • Und es gibt Unsportlichkeiten, die progressiv bestraft werden müssen (Stoßen in der Luft, Schläge, Griffe in den Wurfarm, ...)

    ... Halten/Ziehen am Trikot würde ich an dieser Stelle auf jeden Fall noch ergänzen und ebenso auch ein mit hohem Tempo realisiertes Hineingehen (egal ob mit oder ohne Drehung) in die Gegenspielerin. Insbesondere auch dann, wenn dabei vergleichsweise robuste Körperteile (z.B. Schulter oder Rücken) mit großer Dynamik gegen vergleichsweise empfindliche und besonders verletzungsanfällige Körperpartien (Gesicht, Hals, Brust, Bauch, Unterleib) geführt werden. Und genau um so eine Situation geht es hier.

    Wir sind damit an einem wichtigen Punkt, alle hier genannten Beispiele haben eins gemeinsam: Es sind Unsportlichkeiten, die im Gegensatz zu spieltaktischen Unsportlichkeiten immer wieder z.T. schwere Verletzungen hervorrufen. Trotzdem werden sie regelmäßig nur noch halbherzig oder auch gar nicht geahndet. In meinen Augen ist das unverantwortlich. Bei allem Hype um die immer weiter vorangetriebene Dynamisierung des Handballspieles kann doch niemand ernsthaft daran interessiert sein, die Zahl schwerer Verletzungen, so wie sie in dem hier diskutierten Beispiel eingetreten sind, weiter steigen zu sehen. Aber genau das wird passieren, wenn die Schiedsrichter solche Aktionen nicht konsequent unterbinden (können/dürfen/sollen). Denn die Spieler und Spielerinnen versuchen dann natürlich, die Grenzen in solchen Situationen immer weiter auszuloten. Mit allen fatalen Folgen ...

    Meine persönliche Meinung dazu:

    Guter Handball wird auf einem Spielfeld gespielt, nicht auf einem Schlachtfeld!

  • Was man bei den Standbildern nicht sieht ist, das die Angreiferin mit hoher Geschwindigkeit auf die Abwehrspielerin zuläuft. Da werden dann Kräfte freigesetzt die zu solchen schweren Verletzungen führt wie sie in diesem Fall passiert ist.

  • Meiner Meinung nach ist das ein Foul der Angreiferin nach Regel 8:2d. Die Abwehrspielerin hatte ihre Position auf 9 Metern eingenommen und der Kontakt geht von der Schulter der Angreiferin aus.

    Bei deinem ersten Bild steht sie auf der Linie. Beim ersten Kontakt steht sie 10 cm vor der Linie.

  • Bei deinem ersten Bild steht sie auf der Linie. Beim ersten Kontakt steht sie 10 cm vor der Linie.

    Nein, das stimmt nicht! Es sind 9,827536 cm ...

    :wall::wall::wall:

    Übrigens, in deinem ersten Kommentar zu diesem Thema hast du die entscheidende Bewegung der Abwehrspielerin vor dem Zusammenprall noch folgendermaßen beschrieben:

    Kähr tritt 1-2 m nach vorne und will Ehmann umarmen. Ging eben schief.

    Alles was du hier schreibst, klingt für mich nach dem Motto:

    "Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!"

    Einmal editiert, zuletzt von BlKW168 (7. Januar 2026 um 12:02) aus folgendem Grund: Wichtige Ergänzung

  • Erstmal gute Besserung an Charly - das sah echt überhaupt nicht gut aus.... Hab mir die Szene nun nach einigen Tagen Diskussion auch selbst nochmal im relive angeguckt und sehe es wie BlKW168. Die Gefährdung der Abwehrspielerin wurde mindestens "in Kauf" genommen und leider hat Charly durch den Versuch "zu klammern" statt die Schulter festzumachen ungeschickt agiert. Am Ende stand sie aber mit beiden Beinen auf der Stelle und die Angreiferin läuft mit hoher Dynamik in sie rein. Wenn sich das durchsetzt, dann ist das Problematisch. Unabhängig davon wäre ich aber weiterhin ein Freund davon, dass mehr und besser Zweikämpfe gut wären. Das sich Spielerin heute als Taktik festmachen lassen statt den Durchbruch zu suchen um dann 9m Freiwürfe zu bekommen oder das Positionsspiel "vorzubereiten" sehe ich kritisch.

    Einmal editiert, zuletzt von Fridulin (7. Januar 2026 um 12:04)

  • Übrigens, in deinem ersten Kommentar zu diesem Thema hast du die entscheidende Bewegung der Abwehrspielerin vor dem Zusammenprall noch folgendermaßen beschrieben:

    Und was ist an dem Kommentar falsch? Sie bewegt sich zwei Meter nach vorne.

    Die Gefährdung der Abwehrspielerin wurde mindestens "in Kauf" genommen und leider hat Charly durch den Versuch "zu klammern" statt die Schulter festzumachen ungeschickt agiert.

    Die Abwehrspielerin nimmt die Gefährdung in Kauf, da sie mutig und entschlossen 2-3 Meter frontal auf Ehmann zugeht. Dazu versucht sie spektakulär ein Tackling wie im Football. Sie hat eine schlechte Entscheidung getroffen. Dafür kann Ehmann nichts.

  • Bin da bei der Aussage von Rheiner, ist ein "klassisches" Beispiel für die Unterscheidung Stürmerfoul ja oder nein. Im Videoablauf ist gut zu erkennen, das die Abwehrspielerin deutlich bevor das Eindrehen der Angriffsspielerin beginnt, zum "Klammergriff" (Stoppfoul) mit Bewegung nach vorn ansetzt und dies dann auch vollzieht. Klammern ist nun mal eine nichterlaubte Handlung der Regel nach. Somit kann dies kein Stürmerfoul sein. Wie Rheiner schrieb, wäre die Handhaltung regelkonform gewesen, wäre die Wahrscheinlichkeit für ein Stürmerfoul deutlich höher einzuschätzen. Meine Wenigkeit hätte hier genauso entschieden.

    Diskutiere nie mit Idioten, sie holen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dann mit Erfahrung.